Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte:
Darauf kommt es an

Ärzte sind wie alle Berufstätigen dem Risiko ausgesetzt, eines Tages aufgrund einer Erkrankung nicht mehr arbeiten zu können. Zwar gibt es die Absicherungsmöglichkeit über das Versorgungswerk, doch sind an dessen Leistungen besondere Bedingungen geknüpft. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte kann deshalb sinnvoll sein. Hier erfährst du, worauf du bei diesen Policen achten solltest und erhälst praktische Tipps.

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte sinnvoll ist

  • Jeder Arzt kann von einer Berufsunfähigkeit betroffen sein. Aus diesem Grund ist ein entsprechender Versicherungsschutz empfehlenswert.
  • Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet meist schon früher als das zuständige Versorgungswerk. So kann zum Beispiel eine Rente bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit gezahlt werden.
  • Als Arzt hast du ein erhöhtes Ansteckungsrisiko und riskieren dadurch eher eine ernsthafte Erkrankungen. Darüber hinaus kann dir ein Berufsverbot bei einigen ansteckenden Krankheiten drohen. Eine BU kann dich in diesen Fällen sinnvoll absichern.
  • Ärzte stehen meist unter sehr hohem Druck bei der Berufsausübung. Sie sind deshalb in besonderem Maße von einer Berufsunfähigkeit bedroht.
  • Viele Ärzte praktizieren weit über das 60. Lebensjahr hinaus. Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Eine entsprechende Absicherung ist deshalb sinnvoll.

Berufsunfähigkeit bei Ärzten – hohes Risiko
Die Gefahr durch eine psychische Erkrankung berufsunfähig zu werden, ist bei einer großen Zahl von Ärzten nicht zu unterschätzen. So müssen Operateure täglich hochkonzentriert und mit enormer Verantwortung arbeiten. Auch Allgemeinmediziner sind als Hausärzte für die Gesundheit vieler hundert Patienten mitverantwortlich. Dieser hohe Druck kann verstärkt zu seelischen Krankheiten führen, die durchschnittlich bei Ärzten am häufigsten zu einer Berufsunfähigkeit führen. Erst danach folgt laut einer gängigen Studie Krebs.

Darauf müssen Ärzte bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte wird meist als Ergänzung zur Leistung des Versorgungswerks betrachtet. Doch ist die BU noch weit mehr als das. Deshalb solltest du auf folgende Leistungen ein besonderes Augenmerk haben:

Komfortabler Schutz schon ab 50-prozentiger Berufsunfähigkeit: Da das Versorgungswerk erst ab einer 100-prozentigen Berufsunfähigkeit leistet, ist ein BU-Schutz ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit wichtig. Prüfe deinen Tarif, ob er diese Leistung enthält.

Keine abstrakte Verweisung: Fehlt der Verzicht auf die abstrakte Verweisung im Versicherungsvertrag bzw. enthält die Police eine abstrakte Klausel, kannst du im Falle einer Berufsunfähigkeit als Arzt dennoch von der Versicherung angehalten werden, einen anderen Beruf auszuüben. Eine solche Tätigkeit muss nur in der Theorie vorhanden sein, damit die Versicherung ihre Leistungen verweigern kann. Achte deshalb darauf, dass die Berufsunfähigkeit konkret für deinen Beruf definiert wird.

Infektionsklausel beachten: Mit Hilfe einer Infektionsklausel kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch dann Leistungen anbieten, wenn ein Arzt aufgrund einer Infektion auf behördliche Anweisung nicht mehr in seinem ursprünglichen Beruf arbeiten darf. Wichtig ist, dass die Infektionsklausel nicht mit einer sogenannten „Umorganisationsklausel“ kombiniert wird. Sie könnte nämlich bedeuten, dass du trotz Berufsunfähigkeit die Verwaltung deiner Praxis übernehmen müsstest und keine Leistungen aus der BU erhalten würdest.

Rückwirkender Leistungsbezug: Es kann vorkommen, dass du erst in der Reha nach einem Unfall erfährst, dass du dauerhaft berufsunfähig bist. In diesem Fall hättest du einen längeren Lohnausfall, der nicht kompensiert wird. Leistet die Versicherung rückwirkend, kannst du diese finanzielle Lücke schließen. Mit dem rückwirkenden Leistungsbezug sollte der Versicherer außerdem auf eine Frist zur Meldung der Berufsunfähigkeit verzichten.

Dynamische Rentenanpassung: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte über viele Jahre hinweg die Möglichkeit auf eine konstante Leistung bieten. Da in der Zwischenzeit die Inflation jedoch für eine geringere Leistung in Bezug auf die Kaufkraft sorgen kann, gibt es dynamische BU-Tarife, welche die Rentenleistung automatisch an Faktoren wie Inflation und Kaufkraft anpassen. Damit einher geht zwar auch eine Steigerung der Prämie, aber dafür kannst du im Leistungsfall immer die der aktuellen Kaufkraft entsprechende Leistung abrufen.

Nachversicherungsgarantie: Gerade junge Ärzte sollten auf eine sogenannte „Nachversicherungsgarantie“ achten. Sie ermöglicht, dass du deinen Versicherungsumfang später anpassen kannst. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn du heiratest, eine eigene Praxis eröffnest oder Nachwuchs bekommst. Wichtig: Prüfe deinen Versicherungsschutz regelmäßig, um ihn an deine Lebens- und Arbeitsverhältnisse anzupassen.

Auslandsschutz: Solltest du planen, beruflich auch im Ausland tätig zu sein, sollte dein BU-Schutz auch diese Phasen abdecken.

Wie sind Ärzte standardmäßig bei Berufsunfähigkeit abgesichert?

Grundsätzlich ist für die Absicherung der Berufsunfähigkeit bei Ärzten das entsprechende berufsständische Versorgungswerk zuständig. Es bietet Leistungen, wenn ein Arzt aufgrund einer Krankheit keine Tätigkeiten in seinem Beruf mehr ausüben darf. Die Voraussetzungen für die Leistung des Versorgungswerk entsprechen damit ungefähr den Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente bei Angestellten: Die Versicherten müssen demnach zu 100 Prozent berufsunfähig sein, bis die Versicherung eine Rente bezahlt.

Versorgungswerk vs. private Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundsätzlich ist für die Absicherung der Berufsunfähigkeit bei Ärzten das entsprechende berufsständische Versorgungswerk zuständig. Es bietet Leistungen, wenn ein Arzt aufgrund einer Krankheit keine Tätigkeiten in seinem Beruf mehr ausüben darf. Die Voraussetzungen für die Leistung des Versorgungswerk entsprechen damit ungefähr den Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente bei Angestellten: Die Versicherten müssen demnach zu 100 Prozent berufsunfähig sein, bis die Versicherung eine Rente bezahlt.

Was kostet eine BU für Ärzte?

Wie hoch die Kosten für eine BU für Ärzte ausfallen, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn es gibt verschiedene Faktoren, welche die Höhe der Prämie beeinflussen. Hierzu zählen:

  • das Alter des Antragstellers: Die Prämien für jüngere Versicherte sind deutlich günstiger.
  • das Risiko im jeweiligen medizinischen Bereich: So werden Chirurgen vermutlich ein höheres Versicherungsrisiko haben als Orthopäden.
  • die gewünschte BU-Rente: Je höher die Rente gewählt wird, desto teurer wird die Versicherung.

Unverzichtbar ist ein BU-Vergleich für Ärzte. Denn nur so kannst du die beste Absicherung für deine individuelle Situation finden. Hast du schon Vorerkrankungen und fürchtest eine Ablehnung, kannst du auch eine anonyme Risikovoranfrage stellen, um herauszufinden, welche Versicherungsgesellschaften dich dennoch aufnehmen würden.

Wann ist der Abschluss einer Ärzte-BU sinnvoll?

Wie für alle Berufsunfähigkeitsversicherungen gilt auch für die Ärzte-BU: Je früher du diese abschließt, desto besser. Denn das Versicherungsrisiko ist für die Versicherungsgesellschaften mit deinem geringeren Lebensalter kleiner. Dementsprechend niedriger fallen die monatlichen Prämien aus. Gleichzeitig ist das Risiko einer Ablehnung des Versicherungsantrags sehr gering.

So kann sich schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten der Medizin lohnen. Wichtig ist dabei, dass du insbesondere auf eine Nachversicherungsgarantie achtest. Sie ermöglicht es dir, deinen Versicherungsumfang beim Start ins Berufsleben oder bei wichtigen Lebensereignissen noch einmal „nachzujustieren“.

Solltest du dich erst später für eine BU für Ärzte entscheiden, ist spätestens dein Einstieg in den Arztberuf der Zeitpunkt, an welchem du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen solltest.

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