Berufsunfähigkeitsversicherung Auszubildende 2018-11-27T17:56:58+00:00
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Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende kann sich lohnen

Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende
Lesezeit: 15 min

Wer sich in der Ausbildung befindet, denkt selten an eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit. Schließlich befinden sich Azubis gerade am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn, sind optimistisch und sorglos. Doch gerade in jungen Jahren kann sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende lohnen. Es gibt darüber hinaus noch weitere Gründe, die für den Abschluss einer Versicherung sprechen. Hier haben wir alle wichtigen Infos zum Thema für Sie zusammengestellt.

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende sinnvoll sein kann

Unabhängige Testorganisationen wie Stiftung Warentest oder Bildungsinstitutionen kommen meist zum selben Schluss: Für Auszubildende ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung meist lohnenswert. Das spricht dafür:

Das Alter: Wer als Azubi eine BU abschließt, ist in der Regel noch unter 20 Jahre alt. In diesem Alter können Auszubildende einen hervorragenden Versicherungsschutz zu günstigen Konditionen erhalten.

Aussicht auf geringe Erwerbsminderungsrente: Aufgrund der fehlenden Berufszeit sind Auszubildende bei schwerer Erkrankung während ihrer Ausbildungszeit nur minimal über die staatliche Erwerbsminderungsrente abgesichert. Ein zusätzlicher Versicherungsschutz ist deshalb empfehlenswert.

Risiko von Erkrankungen ist immer gegeben: Trotz des Alters sind auch Azubis nicht vor ernsthaften Erkrankungen gefeit, die ihnen die Fortführung der Ausbildung oder die Ausübung eines späteren Berufs unmöglich machen können. Statistisch gesehen muss jeder vierte Deutsche aus gesundheitlichen Gründen mit seinem Beruf aufhören.

Wann erfolgt die Absicherung über die Berufsgenossenschaft?
Wer in der Ausbildung steht, ist über die Berufsgenossenschaft versichert. Die Versicherung bezieht sich aber nur auf Unfälle während der Arbeit, in der Schule oder auf dem Weg zur Schule bzw. zur Arbeit.
Ebenso sind Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten mit dem Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft abgedeckt. So können Bäcker-Azubis eine Mehlstauballergie bekommen oder Handwerker einen berufsbedingten Rückenschaden.
Allerdings erhalten Azubis nur einen geringen Anteil an Rentenzahlungen über die Berufsgenossenschaft. Darüber hinaus sind nur Krankheiten oder Unfälle versichert, die in direktem Zusammenhang mit dem Beruf stehen und die als anerkannte Berufskrankheiten gelten.

Diese Leistungen bietet eine BU für Auszubildende

Die Hauptleistung einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es, eine Rente zu zahlen, wenn die versicherte Person aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, den ursprünglichen Beruf auszuüben. Die Berufsunfähigkeit muss dabei nicht für immer bestehen. Bei Azubis ist über die BU abgesichert, dass eine Rente gezahlt wird, wenn sie ihre Ausbildung aufgrund einer schweren Krankheit nicht mehr weiterführen oder beenden können.

Empfehlenswert ist es, die Rentenleistung der BU so zu wählen, dass etwa 50 bis 75 Prozent des Nettogehalts von der Versicherung gezahlt werden. Der Betrag für Azubis sollte mindestens 1.000 Euro pro Monat betragen.

Wann bin ich berufsunfähig?
Die Definition der Berufsunfähigkeit erfolgt nach Paragraph 172, Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetzes:
(2) Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.

Achtung Vorerkrankungen: Risikoaufschläge möglich

Auch für Azubis gilt beim Abschluss der BU: Sie müssen Gesundheitsfragen beantworten. Anhand der Antworten auf diese Fragen ermittelt die Versicherungsgesellschaft das Versicherungsrisiko. Gibt es viele Vorerkrankungen, kann die Police mit Risikoaufschlägen versehen werden, was die monatlichen Kosten für die BU erhöht.

Diese Krankheiten können von Versicherungen mit Risikoaufschlägen bedacht werden:

  • Allergien jeglicher Art, sofern sie sich auf die Berufsausübung auswirken können.
  • psychische Krankheiten wie Depressionen, Borderline oder Angsterkrankungen
  • Rückenleiden wie Bandscheibenvorfälle oder HWS-Syndrome
  • Migräne
  • Drogenabhängigkeit
  • Alkoholmissbrauch

Ist das Risiko für die Versicherungsgesellschaft zu hoch, können Leistungsausschlüsse bei bestimmten Krankheiten für die BU vereinbart werden. In manchen Fällen ist es auch möglich, dass die Antragsteller überhaupt keine BU mehr abschließen können, auch wenn sie noch sehr jung sind.

Was tun, wenn aufgrund von Vorerkrankungen keine BU für Azubis möglich ist?
In diesem Fall sollten Sie sich zumindest mit einer privaten Unfallversicherung vor den Folgen eines Unfalles absichern.

Trotz der Möglichkeit von Risikoaufschlägen oder Leistungsausschlüssen sollten Sie Gesundheitsfragen immer vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Schließlich hängt der spätere Versicherungsschutz davon ab.

Sollten Sie nicht mehr genau wissen, welche Erkrankungen Sie in den vergangenen fünf bis zehn Jahren hatten oder welche Behandlungen durchgeführt wurden, können Sie entweder Ihre Eltern fragen oder sich direkt an die Ärzte wenden, die Sie behandelt haben.

Auf Vertrag ohne abstrakte Verweisung achten
Versicherungsgesellschaften bieten in manchen Fällen Berufsunfähigkeitsversicherungen an, die eine sogenannte „abstrakte Verweisung“ beinhalten. Diese Klausel besagt, dass Versicherte im Leistungsfall auch andere Arbeiten übernehmen können, die nicht zwingend ihrem ursprünglichen Beruf entsprechen. Nach dieser Definition wären Versicherte nicht berufsunfähig, wenn sie nach Eintritt der Krankheit noch etwas Anderes als das ursprünglich Erlernte arbeiten können. Die Versicherung müsste dann nicht leisten. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt darauf achten, dass eine „konkrete Verweisung“ auf die Berufsunfähigkeit in der Police enthalten ist.
Darin sollte zum Beispiel genau definiert werden, wann eine vollständige Berufsunfähigkeit vorliegt.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Vertrag? Dann sprechen Sie gern mit unseren Versicherungsprofis.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Azubis?

Pauschal lässt sich nicht beantworten, wie viel eine BU für Auszubildende kostet. Denn die Höhe der Prämie richtet sich nach verschiedenen Aspekten. Ganz allgemein hängen die Preise für die Versicherung von folgenden Faktoren ab:

Alter der versicherten Person: Je älter ein Versicherungsnehmer in der BU ist, desto höher ist das Versicherungsrisiko für den Anbieter. Aus diesem Grund sind Azubis bei der BU deutlich im Vorteil, da sie ihre Ausbildung in der Regel noch unter 20 Jahren beginnen. Empfehlenswert ist es, gleich zum Ausbildungsbeginn eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Zwar kann es vorkommen, dass die Versicherten über den gesamten Verlauf des Versicherungsvertrages bis zum Renteneintritt mehr bezahlen als Versicherte, die erst später einsteigen. Dafür genießen Azubis von Beginn an komfortablen Versicherungsschutz zu günstigen Tarifen.

Gesundheitszustand und Vorerkrankungen: Das Versicherungsrisiko steigt für Anbieter ebenfalls mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Vorerkrankungen. Je gesünder und fitter ein Antragsteller ist, desto günstiger wird die Azubi-Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ab wann ergibt eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende also Sinn?

Da die Tarife für die BU mit steigendem Alter ebenfalls steigen und die Gefahr besteht, dass der allgemeine Gesundheitszustand mit dem Älterwerden auch schlechter wird, sollten Azubis am besten sofort mit dem Eintritt in die Ausbildung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Allgemein wird empfohlen, die Police noch vor dem 35. Lebensjahr zu beantragen, denn ab diesem Alter nimmt statistisch gesehen das Krankheitsrisiko zu und dementsprechend steigen die Prämien. Übrigens schließen Frauen Berufsunfähigkeitsversicherungen laut Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ihre BU durchschnittlich deutlich früher ab, und zwar mit 28 Jahren.

Um die tatsächlichen Kosten Ihrer BU für Auszubildende zu ermitteln, sollten Sie mehrere Tarife mit Ihren Daten vergleichen. Gerne helfen wir Ihnen dabei und holen Angebote bei unterschiedlichen Versicherern für Sie ein. Nehmen Sie hier direkt Kontakt zu uns auf.

Beim Ausbildungsbetrieb nach Kostenzuschuss oder -übernahme für die BU fragen

In manchen Betrieben ist ein Kostenzuschuss für die BU durch den Arbeitgeber möglich. Das hat häufig noch einen weiteren Vorteil. Da die Versicherung gleich mehrere Mitarbeiter des Betriebs versichert und so das Risiko gut mischen kann, entfällt für die neu Versicherten die Gesundheitsprüfung. Es kann sich deshalb lohnen, im Ausbildungsbetrieb nach einem Zuschuss zu fragen.

Auf diese Leistungen sollten Azubis bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten

Nachversicherungsgarantie: Wer in der Ausbildung ist, verfügt meist nur über ein geringes Einkommen, das mit einer BU-Rente abgesichert werden muss. Doch spätestens beim Berufseintritt steigt in der Regel auch das Einkommen. Mit den „alten“ Tarifbedingungen aus der Ausbildung wären die Versicherten dann unterversichert. Um dieses Problem zu vermeiden, sollte der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie enthalten, die es ermöglicht, die Leistungen ohne erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken.

Ausschluss der abstrakten Verweisung: Das künftige Berufsfeld sollte trotz aktueller Ausbildung bereits im BU-Vertrag klar definiert sein. Darüber hinaus sollte die Berufsunfähigkeit darauf bezogen werden. Gerade bei Auszubildenden-Verträgen werden die Leistungen in den ersten 12 Monaten häufig stark begrenzt, sodass die Berufsunfähigkeitsversicherung einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung gleicht und nur bei Krankheiten mit gravierenden Folgen leistet.

mögliche Rabatte nutzen: Viele Versicherungsgesellschaften bieten Auszubildenden aufgrund des geringen Gehalts deutliche Rabatte bei der Prämie. Prüfen Sie immer, ob beim gewünschten Anbieter entsprechende Nachlässe möglich sind.

Nachversicherungsoption sichern

Wenn Sie noch in der Ausbildung sind, sind Ihr Lebensstandard, Ihr Status sowie Ihr Einkommen meist anders als in späteren Jahren. Schon mit dem Ende Ihrer Ausbildung wird sich Ihr Leben verändern. Sie steigen wirklich ins Berufsleben ein, heiraten und gründen vielleicht eine Familie. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung auch nach der Azubizeit „mitwächst“. In der Versicherungssprache heißt das „Nachversicherung“. Mit einer Nachversicherung können Sie zum Beispiel die Rentenleistung Ihres Vertrages erhöhen. Dies ist auch für bestimmte Ereignisse möglich. Achten Sie bei einer solchen Option darauf, dass sie nicht mit einer erneuten Gesundheitsprüfung verbunden ist.

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