Berufsunfähigkeitsversicherung Bandscheibenvorfall 2018-12-03T11:49:03+00:00
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Berufsunfähigkeitsversicherung und Bandscheibenvorfall – Tipps und Informationen

Berufsunfähigkeit bei Bandscheibenvorfall
Lesezeit: 13 min

Rückenschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Gründe dafür gibt es viele: Mangelnde Bewegung, eine ungesunde Haltung beim Arbeiten oder Stress können Rückenleiden hervorrufen. Sind darüber hinaus die Bandscheiben betroffen, kann es zu einem schweren Bandscheibenvorfall kommen. Je nach Schwere kann ein solcher Prolaps zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit führen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann in diesem Fall für die finanzielle Absicherung sorgen.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Bei den Bandscheiben handelt es sich um einen gallertartigen Kern, der sich zwischen den Wirbeln unserer Wirbelsäule befindet. Dieser Kern hat die Aufgabe, unsere Wirbelsäule beweglich zu halten und Stöße zwischen den Wirbeln abzufedern, ähnlich wie der Stoßdämpfer beim Auto.

Im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses, aber auch bedingt durch Belastung, kann dieser Gallertkern beschädigt werden. Die Masse drückt auf den Rückennerv, was bei den Betroffenen starke Schmerzen verursachen kann. Darüber hinaus kann die „vorgefallene“ Bandscheibe den Nerv so beeinträchtigen, dass der Patient seine Beine nicht mehr bewegen oder den Schließmuskel nicht mehr kontrollieren kann. Gibt es einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule, besteht die Möglichkeit, dass der Patient vorübergehend abwärts gelähmt ist und sich nicht mehr bewegen kann.

Ein Bandscheibenvorfall kann unbemerkt verlaufen und nur geringe Schmerzen verursachen. Allerdings sind auch schwere Verläufe bis hin zur Berufsunfähigkeit möglich. In schweren Fällen müssen Patienten operiert werden.

Ist eine BU trotz Bandscheibenvorfall möglich?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, trotz Prolaps eine BU abzuschließen. Allerdings müssen sich Antragsteller auf Leistungsausschlüsse oder Risikoaufschläge einrichten. Abhängig von der Schwere des Vorfalls kann aber auch eine Ablehnung erfolgen.

  • Bei einem Leistungsausschluss wird bei einem Bandscheibenvorfall meist der gesamte Rücken ausgeschlossen. Sollte der Versicherte später aufgrund eines Rückenleidens berufsunfähig werden, wird die Versicherung keine BU-Rente bezahlen.
  • Wird ein Risikoaufschlag vereinbart, weil der Antragsteller vielleicht „nur“ eine Bandscheibenvorwölbung, aber nicht an einem Bandscheibenvorfall gelitten hat, müssen die Betroffenen mit deutlich höheren BU-Kosten rechnen.

Doch selbst bei einem Leistungsausschluss kann eine BU trotz Bandscheibenvorfall sinnvoll sein, denn es gibt noch weitere Erkrankungen, die zu einer Berufsunfähigkeit führen können. Statistisch gesehen führen psychische Krankheiten noch häufiger dazu, dass Betroffene nicht mehr arbeiten können. Auch Krebs ist eine sehr häufige Ursache für Berufsunfähigkeit.

Trotz Bandscheibenvorfall ehrliche Antworten auf Gesundheitsfragen geben

Wenn Sie einen Bandscheibenvorfall hatten oder gerade daran leiden, sollten Sie im Versicherungsantrag auf jeden Fall alles ehrlich angeben. Selbst wenn der Vorfall erfolgreich behandelt wurde, muss er angegeben werden. Dies gilt vor allem dann, wenn er innerhalb des abgefragten Zeitraums entstanden ist.

Da bei einem Bandscheibenvorfall jedoch immer die Gefahr einer Ablehnung durch den Versicherer besteht, ist eine anonyme Risikovoranfrage empfehlenswert. Dabei werden unterschiedliche Versicherungsgesellschaften mit Ihren Gesundheitsdaten, aber ohne Namen, angeschrieben. Anschließend erhalten Sie eine Übersicht mit Versicherern, die Ihnen trotz Bandscheibenvorfall eine BU anbieten und zu welchen Konditionen. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, eine BU bei den Gesellschaften mit der höchsten Annahmewahrscheinlichkeit zu beantragen.

Versicherungsnehmer müssen vor Zahlung der BU-Rente mit langen Prüfungen rechnen

Grundsätzlich zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn Sie aufgrund eines Bandscheibenvorfalls so stark in der Ausübung des Berufs eingeschränkt sind, dass Sie weniger als 50 Prozent arbeiten können.

Voraussetzung für den Erhalt der BU-Rente ist natürlich auch, dass zum Zeitpunkt des BU-Antrags kein Bandscheibenvorfall bestand oder bereits behandelt wurde.

Wenn die BU-Rente aufgrund eines Prolapses beantragt wird, werden die Versicherer den Antrag in der Regel sehr genau prüfen. Zunächst wird kontrolliert, ob alle Angaben in den Gesundheitsfragebögen korrekt waren. Wird der Bandscheibenvorfall schließlich als Grund für die Berufsunfähigkeit anerkannt, erfolgt die Anerkennung häufig nur vorübergehend. Denn die Versicherungsgesellschaften gehen in der Regel davon aus, dass eine solche Erkrankung behandelbar ist und der Patient später wieder arbeiten kann.

Um eine BU-Rente nach einem Bandscheibenvorfall zu erhalten, müssen Patienten in der Regel mehrere Untersuchungen durchführen lassen. Sie sollen eine möglichst genaue Prognose zur Dauer der Berufsunfähigkeit ergeben.

Verbreitung von Rückenleiden

Rückenleiden gehören zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen durch Ärzte. Jede zehnte Krankschreibung ist laut dem Gesundheitsreport 2018 bedingt durch ein Rückenleiden. (Quelle: https://www.tk.de/tk/service/infografiken/fehlzeiten/215980)

Betroffen sind von Rückenbeschwerden nicht nur körperlich Arbeitende. Durch den Bewegungsmangel aufgrund von Büroarbeiten, der hohen Bequemlichkeit bei der Wahl der Fortbewegungsmittel und hohen Arbeitsstress nehmen Rückenleiden in allen Bereichen der Arbeitswelt immer mehr zu. Statistisch gesehen sind Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats die zweithäufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit.

Besonders der Bewegungsmangel setzt Bandscheiben zu. Fehlhaltungen vor dem Bildschirm oder langes Stehen können die Abnutzung der Bandscheiben verstärken.

Zahlen Berufsgenossenschaft oder staatliche Erwerbsminderungsrente bei Bandscheibenvorfällen?

Wer einen Bandscheibenvorfall hat, kann keine Leistungen durch die staatliche Erwerbsminderungsrente erwarten. Denn diese wird nur gezahlt, wenn die betroffene Person in überhaupt keinem Beruf mehr arbeiten kann. Doch bei einem Bandscheibenvorfall können die Patienten häufig noch eingeschränkt arbeiten. Aber selbst wenn die staatliche Erwerbsminderungsrente gezahlt werden würde, betrüge sie nur einen Bruchteil des letzten Gehalts und würde die Betroffenen nicht ausreichend finanziell absichern.

Damit die Berufsgenossenschaften bei einem Bandscheibenvorfall einspringen, müsste dieser als Berufskrankheit anerkannt werden. Doch die Chance auf eine solche Anerkennung wäre vermutlich nur für Arbeitnehmer gegeben, die in ihrem Berufsalltag viel tragen oder heben müssen.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen bietet die Chance, auch bei einem Bandscheibenvorfall finanziell abgesichert zu sein, wenn die eigene Arbeitskraft nicht mehr zu 50 Prozent gegeben ist. Wichtig ist deshalb, die BU so früh wie möglich abzuschließen. Denn eine Erkrankung des Rückens betrifft nicht nur ältere Arbeitnehmer oder ältere Handwerker und Bauarbeiter, sie kann auch in jungen Jahren auftreten.

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