Berufsunfähigkeitsversicherung Beamte 2018-11-28T10:30:45+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte – Tipps und praktische Informationen

Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte
Lesezeit: 15 min

Beamte sind im Vergleich zu Angestellten oder Selbständigen durch ihre sehr sichere Stellung privilegiert. Auch bei einer Dienstunfähigkeit sind Beamte durch das Ruhegehalt abgesichert. Dennoch kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte gerade in den ersten Jahren sinnvoll sein. Warum das so ist und worauf Sie bei einer BU für Beamte achten müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Worauf muss ich beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte achten?

Grundsätzlich gilt für Beamte: Dienstunfähigkeit entspricht nicht unbedingt der Definition der Berufsunfähigkeit von Versicherungen. Die Assekuranzen gehen in der Regel davon aus, dass eine versicherte Person dann berufsunfähig ist, wenn sie weniger als der Hälfte ihrer beruflichen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen kann. Entsprechende Regelungen gibt es bei der Dienstunfähigkeit nicht. Doch das ist nicht der einzige Aspekt, auf welchen Sie achten sollten, wenn Sie eine BU für Beamte abschließen wollen. Wir haben hier die wichtigsten Merkmale zusammengestellt:

Dienstunfähigkeitsklausel: Ihre neuer BU-Vertrag sollte unbedingt eine sogenannte „Dienstunfähigkeitsklausel“ enthalten. Denn sie sorgt dafür, dass Ihre Versicherung die Dienstunfähigkeit mit der Berufsunfähigkeit gleich setzt. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Police leistet, sobald Ihr Dienstherr Sie für dienstunfähig erklärt hat. Würde diese Klausel fehlen, müsste das Versicherungsunternehmen genau prüfen, ob im versicherungstechnischen Sinn tatsächlich eine Berufsunfähigkeit vorliegt. So könnten Sie zwar dienstunfähig sein, aber nach den Versicherungsbedingungen immer noch arbeitsfähig, weil Sie mehr als 50 Prozent Ihrer Tätigkeit ausüben könnten. Die Folge: Sie würden keine BU-Rente bei Dienstunfähigkeit bekommen. Wenn eine Dienstunfähigkeitsklausel im Vertrag enthalten ist, sollte sie zudem ohne Recht auf Nachprüfung durch den Versicherer bestehen. Empfehlenswert ist es also, dass die Klausel den vollen Versicherungsschutz gewährt, wenn eine Dienstunfähigkeit vorliegt. Sie müssen im Leistungsfall dann auch keinen medizinischen Nachweis über die Berufsunfähigkeit erbringen. Ob und welche Versicherungsgesellschaft mit diesen Klauseln arbeitet, können Sie in einem Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich gemeinsam mit unseren Experten herausfinden.

Dauer der Versicherung: Achten Sie darauf, dass Ihr gewählter Versicherungstarif eine möglichst lange Laufzeit hat. Manche Tarife schränken die maximale Versicherungszeit mit der Dienstunfähigkeitsklausel deutlich ein. Für Risikogruppen wie Polizeibeamte oder Lehrer kann die Laufzeit noch stärker verkürzt werden.

Versicherungsleistung bei Teildienstunfähigkeit: Komfortable BU-Absicherungen leisten auch bei einer sogenannten „Teildienstunfähigkeit“. Diese Verträge leisten auch dann, wenn Sie noch mindestens 50 Prozent in Ihrer alten Stellung arbeiten können. Die BU-Rente fällt dann etwas geringer aus, kann aber Einkommensverluste durch die geringere Arbeitszeit ausgleichen.

Höhe der BU-Rente: Prüfen Sie vor dem Versicherungsantrag, wie hoch die vertraglich vereinbarte Rente im Leistungsfall ausfällt. Sie sollte im Optimalfall zusammen mit dem Ruhegehalt Ihrem aktuellen Nettoeinkommen entsprechen. Gerade junge Beamte oder Beamtenanwärter haben noch keine hohen Ruhegehaltsansprüche. Dementsprechend sollten sie die Rente der BU erhöhen. Im besten Fall passen Sie Ihren Versicherungsschutz regelmäßig an die Ruhegehaltsansprüche an.

Gesundheitsprüfung: Es ist üblich, dass Sie für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte Gesundheitsfragen beantworten müssen. Wichtig ist, dass Sie diese Angaben ehrlich und wahrheitsgemäß machen. Sollten Sie Vorerkrankungen verheimlichen oder nicht angeben, kann die Versicherung später ihre Leistung verweigern. Sind Sie sich bei einer Antwort nicht sicher, sollten Sie Daten und Befunde noch einmal bei Ihrem behandelnden Arzt erfragen.

Nachversicherungsgarantie: Gerade für jüngere Beamte kann eine Nachversicherungsgarantie sinnvoll sein. Sie ermöglicht die Vertragsanpassung bei besonderen Lebensereignissen wie einer Hochzeit oder der Geburt eines Kindes.

Tipps für verbeamtete Polizisten, Vollzugsbeamte oder Feuerwehrleute
Beamte, die in besonders gefährlichen Berufen tätig sind, die ein hohes Risikopotential haben, sollten auf spezielle Dienstunfähigkeitsklauseln achten. So kann der Dienstherr zum Beispiel feststellen, dass ein Polizist immer noch dienstfähig ist, obwohl er von einem Einsatz einen schweren Gehschaden zurückbehalten hat. Er könnte dann zum Beispiel anstatt auf Streife in der Verwaltung arbeiten. In diesem Fall bliebe die Dienstunfähigkeit aus und der Beamte hätte keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann hier mit speziellen Klauseln wie einer Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel zusätzliche Absicherung in diesen Fällen geben. Prüfen Sie, ob Ihr gewünschter Tarif diese Möglichkeit bietet.

Individuelle Voraussetzungen im Versicherungsvertrag berücksichtigen

Auch bei Beamten kann es beim Versicherungsantrag zu Beschränkungen oder Schwierigkeiten kommen, wenn die Antragsteller gesundheitlich vorbelastet sind. Wer als Lehrer oder Polizist arbeitet, muss bei Vorerkrankungen Risikozuschläge seitens der Versicherungsgesellschaft einplanen.

Wichtig ist in diesem Fall, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung dennoch eine Dienstunfähigkeitsklausel enthält, damit die Leistung auch über die reine Dienstunfähigkeit hinaus erfolgt.

Beamte sind außerdem nicht gleich Beamte. So gelten beim Versicherungsschutz für Beamtenanwärter oder Beamte auf Probe andere Regelungen. In der Regel werden diese beiden Gruppen im Falle einer Dienstunfähigkeit entlassen. Ein Ruhegehalt wie „normale“ Beamte entfällt in diesem Szenario. Aus diesem Grund ist ein hoher Versicherungsschutz über eine private BU wichtig. Allerdings schränken auch viele private Berufsunfähigkeitsversicherungen gerade die Dienstunfähigkeitsklausel für Anwärter und Beamte auf Probe ein.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die BU für Beamte von anderen Policen unterscheidet: Je länger Sie verbeamtet sind, desto höher werden Ihre Ansprüche beim Ruhegehalt. Somit sollten Sie die Möglichkeit nutzen und den Versicherungsumfang der privaten BU entsprechend senken. Auf diese Weise können Sie Versicherungskosten sparen, da die Prämien mit sinkendem Rentenanspruch ebenfalls kleiner werden.

Prüfen Sie vor dem Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung bzw. BU für Beamte, in welcher Höhe Ihre Ansprüche auf ein Ruhegehalt aktuell sind und wie diese Ansprüche in den folgenden Jahren ausfallen werden. Die Daten erhalten Sie von Ihrem Dienstherrn bzw. dessen Besoldungsamt.
Sie sehen, vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte sind viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Wichtig ist ein individueller Versicherungsschutz, der perfekt auf Ihre Lebens- und Arbeitssituation angepasst ist.

Gerne helfen Ihnen unsere Versicherungsexperten weiter.

Ruhegehalt für dienstunfähige Beamte
Wann ein Beamter dienstunfähig ist, wird durch das Bundesbeamtengesetz definiert. Wird eine Dienstunfähigkeit festgestellt, können Beamte in den Ruhestand versetzt werden. Laut Gesetz liegt eine Dienstunfähigkeit vor, wenn ein Beamter als Folge seiner Erkrankung im Zeitraum von sechs Monaten mehr als die Hälfte davon nicht arbeiten konnte und innerhalb weiterer sechs Monate keine Heilung oder Besserung prognostiziert werden kann.
Während sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer im Falle einer Erwerbsunfähigkeit eine Erwerbsminderungsrente erhalten, bekommen Beamte ein sogenanntes Ruhegehalt. Die maximale Auszahlungshöhe beträgt hier 71,75 Prozent, vorausgesetzt, die erkrankte Person hat die maximale Zahl von 40 Dienstjahren absolviert. In den Anfangsjahren als Beamter ist der Anspruch auf Ruhegehalt jedoch noch sehr gering. Nach fünf Jahren erhalten dienstunfähige Beamte ein Ruhegehalt von mindestens 35 Prozent. Es steigt pro Dienstjahr um knapp 1,8 Prozent. Davor haben Beamte keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Auch aus diesem Grund ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte sinnvoll.
Die Dienstunfähigkeit wird von einem Amtsarzt festgestellt. Auf der Basis seines Attests trifft der Dienstherr die Entscheidung, ob der Beamte in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wird oder nicht. Üblicherweise wird aber genau geprüft, ob ein Beamter noch eine vergleichbare Tätigkeit ausüben kann. Ist das der Fall, kann er versetzt werden. Das Ruhegehalt entfällt dann.

Wie viel kostet eine BU für Beamte?

Es gibt viele verschiedene Anbieter mit passenden Berufsunfähigkeitsversicherungen für Beamte. Schon aus diesem Grund ist es schwer, eine zentrale Aussage zu Kosten zu treffen. Darüber hinaus entscheiden Faktoren wie das Lebensalter, mögliche Vorerkrankungen sowie der ausgeübte Beruf darüber, wie hoch das Versicherungsrisiko ist. Dementsprechend hoch oder niedrig fällt der Beitrag aus. Außerdem hat die Höhe der gewünschten Rente Einfluss auf die BU-Kosten.

Grundsätzlich gilt aber auch für Beamte: Je früher Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, desto mehr können Sie von guten Konditionen profitieren.
Wichtig ist ebenfalls, dass Sie einen Versicherungsvergleich durchführen, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Nur so finden Sie die Versicherung, die bei Preis und Leistung am besten zu Ihren Ansprüchen passt.

Gerne können Ihnen unsere Versicherungsspezialisten bei der Wahl der passenden BU für Beamte weiterhelfen. Nehmen Sie dazu einfach Kontakt zu uns auf.

Risikoaufschläge für Beamte in Risikoberufen
Auch für die Beamten-BU gilt, dass Versicherte in risikoreicheren Berufen mit höheren Prämien rechnen müssen als Beamte, die zum Beispiel in der Verwaltung arbeiten. Richter oder Behördenmitarbeiter profitieren deshalb von günstigeren Versicherungskosten.
Dahingegen müssen Polizeibeamte oder Feuerwehrleute mit höheren Kosten rechnen, da die Versicherer in diesem Fall Risikozuschläge erheben. Auch Lehrer gehören zu diesen Risikogruppen, da sie in der Regel hohem Stress und psychischer Belastung ausgesetzt sind.
Gehören Sie zu einer dieser Risikogruppen, müssen Sie berücksichtigen, dass manche Versicherungsgesellschaften bei diesen Berufen die Versicherungsdauer bis zum 50. oder 55. Lebensjahr beschränken. Wer bis dahin schon viele Dienstjahre absolviert hat, kann diese Lücke mit einem höheren Ruhegehalt zwar nicht ausgleichen, doch ist der Verlust meist nicht so hoch.

BU-Tarife für Beamte mit sinkenden Prämien wählen?

Beamte profitieren mit steigenden Dienstjahren von einem ebenfalls steigenden Ruhegehalt im Falle einer Dienstunfähigkeit. Aus diesem Grund werden BU-Tarife für Beamte in der Regel ohne Dynamik angeboten, die steigende Tarife vorsieht, welche sich zum Beispiel der Inflation anpassen.
Durch den steigenden Anspruch auf ein angemessenes Ruhegehalt ist es für Beamte möglich, die Versicherungssumme sukzessive zu reduzieren. Auf diese Weise können verbeamtete Lehrer oder Feuerwehrmänner ihre Versicherungsprämien mit zunehmendem Alter verkleinern. Empfehlenswert ist es dabei, den Rentenanspruch der BU so zu wählen, dass er zusammen mit dem Ruhegehalt ungefähr 75 Prozent des letzten Gehalts abdecken würde.
Eine weitere Alternative wäre es, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen, bevor das Pensionsalter erreicht wird. Üblicherweise sind gerade in den letzten zehn Jahren die Ansprüche auf ein Ruhegehalt so groß, dass eine zusätzliche private Berufsunfähigkeitsversicherung überflüssig werden kann.

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