Berufsunfähigkeitsversicherung: Mit kompetenter Beratung zum passenden Schutz

Der Weg zur besten BU ist für Verbraucher nicht immer leicht. Denn für die Kalkulation der Versicherungsbeiträge und Leistungen müssen viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Das Angebot an Versicherungen und Anbietern ist mittlerweile sehr groß. Da es sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung um eine elementare Absicherung deiner Arbeitskraft handelt, solltest du dich unbedingt vor Vertragsabschluss beraten lassen. Hier erfährst du, welche Aspekte bei einer Beratung wichtig sind.

Worauf sollte ich bei einer Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

  • Überlege selbst, welche Punkte dir für die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig sind. Helfen kann dir dabei unsere Checkliste.
  • Nimm bei der Beantwortung deiner Gesundheitsfragen die Hilfe deiner Ärzte in Anspruch. Sie können anhand der dokumentierten Krankenakte genaue Auskunft zu möglichen Vorerkrankungen geben.
  • Achte darauf, dass die Beratung in einem ausführlichen Protokoll dokumentiert wurde.
  • Nutze die Möglichkeit der Beratung durch einen Versicherungsmakler, der für dich anonymisierte Risikovoranfragen bei Versicherern stellen kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung – Beratung bei der Verbraucherzentrale

Wer eine BU-Beratung möchte, kann sich auch an eine Verbraucherzentrale wenden. Die ausführliche Beratung der Verbraucherzentralen ist kostenpflichtig.

Bei dem gebuchten Termin wird Verbrauchern eine Übersicht über mögliche Versicherungsangebote gegeben. Außerdem erhalten die Interessenten Hinweise auf mögliche Fallstricke in den Vertragskonditionen.

Der Angebotsvergleich der Verbraucherzentrale verzichtet auf Angebote, die nachteilige Vertragsklauseln enthalten und achtet auf einen Prognosezeitraum von sechs Monaten sowie Policen mit möglichen Nachversicherungsgarantien. Darüber hinaus werden Angebote herausgefiltert, wo die Gefahr willkürlicher Beitragserhöhungen besteht.

Eine entsprechende Beratung kann direkt über die nächstgelegene Verbraucherzentrale gebucht werden.

Mehr Informationen zu deinen Beratungsmöglichkeiten gibt es auf: https://www.verbraucherzentrale.de/

Empfehlenswert ist es, mindestens drei Monate vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Denn gerade bei Anträgen auf BU-Renten beginnen häufig Rechtsstreitigkeiten mit Versicherern um die Bestimmung des Grades der Berufsunfähigkeit. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in diesem Fall die Kosten für einen Anwalt oder ein Gerichtsverfahren.

Welche Punkte sind bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für dich wichtig?

  • Vermeide mögliche Kombiprodukte: Manche Versicherungsgesellschaften bieten Kombiprodukte von Lebensversicherungen mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen (BUZ) an. Prüfe im Vorfeld, ob diese Produkte für dich wirklich sinnvoll sind. Meist empfehlen sich selbständige Berufsunfähigkeitspolicen. Damit bist du deutlich flexibler und profitierst häufig von einem besseren Preisleistungsverhältnis.
  • Setze die BU-Rente hoch genug an: Auch wenn eine höhere BU-Rente höhere BU-Kosten verursacht, solltest du nicht an der Leistung sparen. Empfehlenswert ist es, dass du rund 80 Prozent deines Nettoeinkommens mit einer BU-Rente erzielst. Diese Rente sollte deine Fixkosten auf jeden Fall tragen.
  • Entscheide dich für finanzstarke Versicherer: Mit deiner BU triffst du eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Deshalb sollte das Versicherungsunternehmen finanzkräftig genug sein, um die Leistung auch in Zukunft garantieren zu können.
  • Achte auf eine möglichst geringe Differenz zwischen Netto- und Bruttoprämie: Die Beiträge, die du zu Beginn deiner BU zahlst, werden auch Nettoprämie oder Zahlbeitrag genannt. Im Laufe deiner Versicherung können die Beiträge aufgrund neuer Kalkulationen jedoch steigen. Dann kommt die Bruttoprämie ins Spiel. Wenn die Differenz zwischen Netto- und Bruttoprämie sehr groß ist, sind Beitragssteigerungen sehr wahrscheinlich. Deshalb solltest du beim Preisvergleich nicht nur die Nettoprämie berücksichtigen.
  • Beantworte die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß: Ganz gleich, ob Gesundheitsfragen für die Risikovoranfrage oder für den BU-Antrag gestellt werden, du solltest sie immer korrekt und so genau wie möglich beantworten. Erfährt deine Versicherung später, dass du bei den Gesundheitsfragen falsche Angaben gemacht werden, kann sie dir Leistungen verweigern oder auch den Vertrag kündigen.
  • Nutze Verträge mit Dynamik und Nachversicherungsgarantie: Mit diesen beiden Optionen wird sichergestellt, dass sich die BU-Rente an die Inflation anpasst und du die Höhe der BU-Rente bei bestimmten wichtigen Lebensereignissen wie Heirat oder der Geburt eines Kindes anpassen kannst.
  • Vermeide Verträge mit abstrakter Verweisung: Auch wenn ein günstigerer BU-Preis zunächst verlockend sein mag, solltest du auf Verträge mit abstrakter Verweisung verzichten. Denn dann könnte der Versicherer dich im Leistungsfall auf einen theoretisch möglichen Job verweisen, auch wenn es diesen in der Praxis überhaupt nicht gibt.
  • Bestehen auf einem möglichen Leistungszeitraum bis zum 67. Lebensjahr: Auf diese Weise vermeidest du eine Versorgungslücke bis zum Bezug der Altersrente.
  • Nutze Tarife mit kurzem Prognosezeitraum: Der Prognosezeitraum umfasst die Zeitspanne, innerhalb derer du nach ärztlicher Meinung berufsunfähig sein wirst. Deine Police sollte am besten eine BU-Rente zahlen, sobald ein Arzt einen Prognosezeitraum von sechs Monaten angibt.
  • Entscheidest du dich für eine Pauschalregelung der BU-Rente: Manche Versicherungsgesellschaften staffeln die Höhe der BU-Rente nach dem Grad der Berufsunfähigkeit. Empfehlenswert ist es Tarife zu wählen, die schon ab 50-prozentiger Berufsunfähigkeit die volle Rente bezahlen.
  • Vermeide Policen mit Rentenbefristungen: Einige Versicherungen arbeiten mit Befristungen für die Zahlung der BU-Rente. Nach Ablauf dieser Frist musst du erneut deine Berufsunfähigkeit belegen. Lehnt der Versicherer dann die Zahlung ab, würdest du ohne Absicherung dastehen.
  • Nutze Versicherungstraife ohne Anzeigenpflicht nach Vertragsabschluss: Einige Versicherungsgesellschaften fordern nach Vertragsabschluss, dass du mögliche Berufswechsel oder die Aufnahme von Hobbys nachmelden. In diesem Fall kann eine erneute Risikokalkulation zu höheren Prämien oder Leistungsausschlüssen führen. Wenn du dich für eine Police ohne Anzeigenpflicht entscheidest, entfällt eine entsprechende Prüfung.
  • Beachte den weltweiten Versicherungsschutz: Wenn du vorhast, länger im Ausland zu leben, sollte deine Police auch dort gelten. Ansonsten wärst du für die Dauer deiner Auslandsaufenthalte nicht geschützt.

Die hier aufgeführten Punkte sind mögliche Aspekte, die du bei einer BU beachten solltest. Unser Ratgeber ersetzt jedoch keine professionelle Beratung. Falls du mehr über deine Versicherungsmöglichkeiten wissen willst, nimmst du am besten hier Kontakt zu unseren Experten auf!

Ratings und Tests sind gut, ersetzen aber keine professionelle Beratung:
Ratings können Verbrauchern und Beratern einen ersten Anhaltspunkt geben. Doch in der Praxis spielt die genaue Berücksichtigung deiner Voraussetzungen eine wichtigere Rolle. So kann ein Tarif vielleicht ein gutes Ranking bei Ratingagenturen haben, doch für dich persönlich ist der Versicherunsgtarif eher ungeeignet, weil die Risikoaufschläge in deinem Fall teurer wären als bei anderen Anbietern.

So kann eine BU-Beratung ablaufen

Eine Beratung zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung hat immer einen ähnlichen Ablauf. Dieser kann so aussehen:

  • Der Versicherungsmakler fragt dich, welche Leistungen du dir in der Berufsunfähigkeitsversicherung wünschst. Dabei werden auch deine Vorversicherungen berücksichtigt. Ebenso spielen persönliche Ansprüche sowie eine ungefähre Einschätzung deiner gesundheitlichen Disposition eine Rolle. So kann der Makler schon abschätzen, ob ein Antrag überhaupt Aussicht auf Erfolg hat oder ob du mit Risikoaufschlägen rechnen musst.
  • Im zweiten Schritt kannst du Krankenakten bei deinen Ärzten und Krankenkassen einholen. Auf dieser Basis kann der Makler bereits Versicherungen ausschließen. Ein Beispiel: Hattest du in der Vergangenheit einen Bandscheibenvorfall, gibt es einige BU-Policen, die bereits nicht mehr in Frage kommen. Die Krankenakten sollten den Zeitraum von fünf Jahren für ambulante und zehn Jahren für stationäre und psychische Behandlungen umfassen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Informationen du einem Versicherungsmakler für die anonyme Risikovoranfrage bereitstellen kannst, desto präziser wird das Ergebnis. Um die Chancen zu verbessern, empfehlen sich häufig auch ärztliche Stellungnahmen zu bestimmten Diagnosen. Auf diese Weise kann zum Beispiel verhindert werden, dass die Versicherungen bei der Risikovoranfrage vom schlimmstmöglichen Befund bei allgemeinen Angaben ausgehen.
  • Bevor die Risikovoranfrage gestellt wird, kannst du zusätzlich eine Eigenerklärung zu den Befunden abgeben, damit der Versicherungsmakler sich ein besseres Bild machen kann.
  • Nun kannst du gemeinsam mit dem Versicherer das Voranfrageformular ausfüllen.
    Der Versicherungsmakler wird anschließend eine Risikovoranfrage bei ausgewählten Versicherungsunternehmen stellen.
  • Sobald die Ergebnisse der Voranfrage verfügbar sind, kannst du gemeinsam mit dem Makler an die Auswertung der Angebote gehen und so die bestmögliche Versicherung für dich finden.

Schon bei der Versicherungsberatung solltest du ehrlich mit deinen Gesundheitsdaten umgehen. Denn nur wenn deine Angaben auch mit deinen späteren Angaben korrespondieren, sind faire und exakt auf deinen Bedarf zugeschnittene Berufsunfähigkeitsversicherungen möglich. Darüber riskierst du nicht, dass dein Versicherungsantrag später trotz erfolgreicher Risikovoranfrage abgelehnt wird.

Darauf basiert eine faire Beratung

Wenn du eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nimmst, solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Wie ist die Höhe der Absicherung? Gute Tarife kalkulieren mit einer BU-Rente in Höhe von 80 Prozent des letzten Nettogehalts.
  • Welche Laufzeit ist möglich? Und wie sind die Preisunterschiede bei unterschiedlichen Laufzeiten von 63, 65 oder 67 Jahren?
  • Wird eine Beitragsdynamik berücksichtigt?
  • Ist eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall möglich?
  • Ist eine Nachversicherungsoption möglich?
  • Wie lang ist der Prognosezeitraum?
  • Wurde die Beratungsdokumentation korrekt erstellt?

Versicherungsmakler vs. Versicherungsberater vs. Versicherungsvertreter

Du kannst eine BU-Beratung bei Versicherungsvertretern, -maklern oder -beratern in Anspruch nehmen. Alle drei unterscheiden sich durch ihren Grad der Abhängigkeit von Anbietern und Produkten.

  • Versicherungsvertreter: Versicherungsvertreter werden von einer Versicherung oder einem anderen Unternehmen mit dem Abschluss oder der Vermittlung von Versicherungspolicen der entsprechenden Gesellschaft beauftragt. Ihr Angebot beschränkt sich nur auf einen oder wenige Versicherungsanbieter.
  • Versicherungsmakler: Versicherungsmakler sind unabhängig von Versicherungsgesellschaften, erhalten eine Courtage bei erfolgreichen Versicherungsabschlüssen ihrer Kunden. Der Auftraggeber ist der Kunde bzw. Mandant.
  • Versicherungsberater: Versicherungsberater sind komplett unabhängig von der Vermittlung von Versicherungsverträgen. Sie erhalten ein Beraterhonorar vom Kunden und werden somit vom Kunden/Mandanten beauftragt.

Beratungsdokumentation:
Das Versicherungsvertragsgesetz sieht für Versicherungsvermittler die Pflicht zur Beratungsdokumentation vor. Wenn du eine Beratung in Anspruch nimmst, müssen der Anlass, der Ort, Termin und Dauer schriftlich festgehalten werden. Darüber hinaus müssen alle anwesenden Personen dokumentiert werden. Verpflichtend ist es ebenfalls, dass die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden notiert werden und die Begründung einer Produktempfehlung in der Beratungsdokumentation enthalten ist. Ebenso muss im Schriftstück belegt werden, dass eine ausführliche Beantwortung der Gesundheitsfragen erfolgt ist.

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