Berufsunfähigkeitsversicherung Beratung 2018-11-28T12:32:06+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung: Mit kompetenter Beratung zum passenden Schutz

Beratung in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Lesezeit: 15 min

Der Weg zur besten BU ist für Verbraucher nicht immer leicht. Denn für die Kalkulation der Versicherungsbeiträge und Leistungen müssen viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Das Angebot an Versicherungen und Anbietern ist mittlerweile sehr groß. Da es sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung um eine elementare Absicherung Ihrer Arbeitskraft handelt, sollten Sie sich unbedingt vor Vertragsabschluss beraten lassen. Hier erfahren Sie, welche Aspekte bei einer Beratung wichtig sind.

Worauf sollte ich bei einer Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

  • Überlegen Sie selbst, welche Punkte Ihnen für die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig sind. Helfen kann Ihnen dabei unsere Checkliste.
  • Nehmen Sie bei der Beantwortung Ihrer Gesundheitsfragen die Hilfe Ihrer Ärzte in Anspruch. Sie können anhand der dokumentierten Krankenakte genaue Auskunft zu möglichen Vorerkrankungen geben.
  • Achten Sie darauf, dass die Beratung in einem ausführlichen Protokoll dokumentiert wurde.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit der Beratung durch einen Versicherungsmakler, der für Sie anonymisierte Risikovoranfragen bei Versicherern stellen kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung – Beratung bei der Verbraucherzentrale

Wer eine BU-Beratung möchte, kann sich auch an eine Verbraucherzentrale wenden. Die ausführliche Beratung der Verbraucherzentralen ist kostenpflichtig.

Bei dem gebuchten Termin wird Verbrauchern eine Übersicht über mögliche Versicherungsangebote gegeben. Außerdem erhalten die Interessenten Hinweise auf mögliche Fallstricke in den Vertragskonditionen.

Der Angebotsvergleich der Verbraucherzentrale verzichtet auf Angebote, die nachteilige Vertragsklauseln enthalten und achtet auf einen Prognosezeitraum von sechs Monaten sowie Policen mit möglichen Nachversicherungsgarantien. Darüber hinaus werden Angebote herausgefiltert, wo die Gefahr willkürlicher Beitragserhöhungen besteht.

Eine entsprechende Beratung kann direkt über die nächstgelegene Verbraucherzentrale gebucht werden.

Mehr Informationen zu Ihren Beratungsmöglichkeiten gibt es auf: https://www.verbraucherzentrale.de/

Empfehlenswert ist es, mindestens drei Monate vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Denn gerade bei Anträgen auf BU-Renten beginnen häufig Rechtsstreitigkeiten mit Versicherern um die Bestimmung des Grades der Berufsunfähigkeit. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in diesem Fall die Kosten für einen Anwalt oder ein Gerichtsverfahren.

Welche Punkte sind bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie wichtig?

  • Vermeiden Sie mögliche Kombiprodukte: Manche Versicherungsgesellschaften bieten Kombiprodukte von Lebensversicherungen mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen (BUZ) an. Prüfen Sie im Vorfeld, ob diese Produkte für Sie wirklich sinnvoll sind. Meist empfehlen sich selbständige Berufsunfähigkeitspolicen. Damit sind Sie deutlich flexibler und profitieren häufig von einem besseren Preisleistungsverhältnis.
  • Setzen Sie die BU-Rente hoch genug an: Auch wenn eine höhere BU-Rente höhere BU-Kosten verursacht, sollten Sie nicht an der Leistung sparen. Empfehlenswert ist es, dass Sie rund 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens mit einer BU-Rente erzielen. Diese Rente sollte Ihre Fixkosten auf jeden Fall tragen.
  • Entscheiden Sie sich für finanzstarke Versicherer: Mit Ihrer BU treffen Sie eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Deshalb sollte das Versicherungsunternehmen finanzkräftig genug sein, um die Leistung auch in Zukunft garantieren zu können.
  • Achten Sie auf eine möglichst geringe Differenz zwischen Netto- und Bruttoprämie: Die Beiträge, die Sie zu Beginn Ihrer BU zahlen, werden auch Nettoprämie oder Zahlbeitrag genannt. Im Laufe Ihrer Versicherung können die Beiträge aufgrund neuer Kalkulationen jedoch steigen. Dann kommt die Bruttoprämie ins Spiel. Wenn die Differenz zwischen Netto- und Bruttoprämie sehr groß ist, sind Beitragssteigerungen sehr wahrscheinlich. Deshalb sollten Sie beim Preisvergleich nicht nur die Nettoprämie berücksichtigen.
  • Beantworten Sie die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß: Ganz gleich, ob Gesundheitsfragen für die Risikovoranfrage oder für den BU-Antrag gestellt werden, Sie sollten sie immer korrekt und so genau wie möglich beantworten. Erfährt Ihre Versicherung später, dass Sie bei den Gesundheitsfragen falsche Angaben gemacht werden, kann Sie Ihnen Leistungen verweigern oder auch den Vertrag kündigen.
  • Nutzen Sie Verträge mit Dynamik und Nachversicherungsgarantie: Mit diesen beiden Optionen wird sichergestellt, dass sich die BU-Rente an die Inflation anpasst und Sie die Höhe der BU-Rente bei bestimmten wichtigen Lebensereignissen wie Heirat oder der Geburt eines Kindes anpassen können.
  • Vermeiden Sie Verträge mit abstrakter Verweisung: Auch wenn ein günstigerer BU-Preis zunächst verlockend sein mag, Sie sollten auf Verträge mit abstrakter Verweisung verzichten. Denn dann könnte der Versicherer Sie im Leistungsfall auf einen theoretisch möglichen Job verweisen, auch wenn es diesen in der Praxis überhaupt nicht gibt.
  • Bestehen Sie auf einem möglichen Leistungszeitraum bis zum 67. Lebensjahr: Auf diese Weise vermeiden Sie eine Versorgungslücke bis zum Bezug der Altersrente.
  • Nutzen Sie Tarife mit kurzem Prognosezeitraum: Der Prognosezeitraum umfasst die Zeitspanne, innerhalb derer Sie nach ärztlicher Meinung berufsunfähig sein werden. Ihre Police sollte am besten eine BU-Rente zahlen, sobald ein Arzt einen Prognosezeitraum von sechs Monaten angibt.
  • Entscheiden Sie sich für eine Pauschalregelung der BU-Rente: Manche Versicherungsgesellschaften staffeln die Höhe der BU-Rente nach dem Grad der Berufsunfähigkeit. Empfehlenswert ist es Tarife zu wählen, die schon ab 50-prozentiger Berufsunfähigkeit die volle Rente bezahlen.
  • Vermeiden Sie Policen mit Rentenbefristungen: Einige Versicherungen arbeiten mit Befristungen für die Zahlung der BU-Rente. Nach Ablauf dieser Frist müssten Sie erneut Ihre Berufsunfähigkeit belegen. Lehnt der Versicherer dann die Zahlung ab, würden Sie ohne Absicherung dastehen.
  • Nutzen Sie Versicherungstraife ohne Anzeigenpflicht nach Vertragsabschluss: Einige Versicherungsgesellschaften fordern nach Vertragsabschluss, dass Sie mögliche Berufswechsel oder die Aufnahme von Hobbys nachmelden. In diesem Fall kann eine erneute Risikokalkulation zu höheren Prämien oder Leistungsausschlüssen führen. Wenn Sie sich für eine Police ohne Anzeigenpflicht entscheiden, entfällt eine entsprechende Prüfung.
  • Beachten Sie den weltweiten Versicherungsschutz: Wenn Sie vorhaben, länger im Ausland zu leben, sollte Ihre Police auch dort gelten. Ansonsten wären Sie für die Dauer Ihrer Auslandsaufenthalte nicht geschützt.

Die hier aufgeführten Punkte sind mögliche Aspekte, die Sie bei einer BU beachten sollten. Unser Ratgeber ersetzt jedoch keine professionelle Beratung. Falls Sie mehr über Ihre Versicherungsmöglichkeiten wissen wollen, nehmen Sie am besten hier Kontakt zu unseren Experten auf!

Ratings und Tests sind gut, ersetzen aber keine professionelle Beratung:
Ratings können Verbrauchern und Beratern einen ersten Anhaltspunkt geben. Doch in der Praxis spielt die genaue Berücksichtigung Ihrer Voraussetzungen eine wichtigere Rolle. So kann ein Tarif vielleicht ein gutes Ranking bei Ratingagenturen haben, doch für Sie persönlich ist der Versicherunsgtarif eher ungeeignet, weil die Risikoaufschläge in Ihrem Fall teurer wären als bei anderen Anbietern.

So kann eine BU-Beratung ablaufen

Eine Beratung zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung hat immer einen ähnlichen Ablauf. Dieser kann so aussehen:

  • Der Versicherungsmakler fragt Sie, welche Leistungen Sie in der Berufsunfähigkeitsversicherung wünschen. Dabei werden auch Ihre Vorversicherungen berücksichtigt. Ebenso spielen persönliche Ansprüche sowie eine ungefähre Einschätzung Ihrer gesundheitlichen Disposition eine Rolle. So kann der Makler schon abschätzen, ob ein Antrag überhaupt Aussicht auf Erfolg hat oder ob Sie mit Risikoaufschlägen rechnen müssen.
  • Im zweiten Schritt können Sie Krankenakten bei Ihren Ärzten und Krankenkassen einholen. Auf dieser Basis kann der Makler bereits Versicherungen ausschließen. Ein Beispiel: Hatten Sie in der Vergangenheit einen Bandscheibenvorfall, gibt es einige BU-Policen, die bereits nicht mehr in Frage kommen. Die Krankenakten sollten den Zeitraum von fünf Jahren für ambulante und zehn Jahren für stationäre und psychische Behandlungen umfassen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Informationen Sie einem Versicherungsmakler für die anonyme Risikovoranfrage bereitstellen können, desto präziser wird das Ergebnis. Um die Chancen zu verbessern, empfehlen sich häufig auch ärztliche Stellungnahmen zu bestimmten Diagnosen. Auf diese Weise kann zum Beispiel verhindert werden, dass die Versicherungen bei der Risikovoranfrage vom schlimmstmöglichen Befund bei allgemeinen Angaben ausgehen.
  • Bevor die Risikovoranfrage gestellt wird, können Sie zusätzlich eine Eigenerklärung zu den Befunden abgeben, damit der Versicherungsmakler sich ein besseres Bild machen kann.
  • Nun können Sie gemeinsam mit dem Versicherer das Voranfrageformular ausfüllen.
    Der Versicherungsmakler wird anschließend eine Risikovoranfrage bei ausgewählten Versicherungsunternehmen stellen.
  • Sobald die Ergebnisse der Voranfrage verfügbar sind, können Sie gemeinsam mit dem Makler an die Auswertung der Angebote gehen und so die bestmögliche Versicherung für sich finden.

Schon bei der Versicherungsberatung sollten Sie ehrlich mit Ihren Gesundheitsdaten umgehen. Denn nur wenn Ihre Angaben auch mit Ihren späteren Angaben korrespondieren, sind faire und exakt auf Ihren Bedarf zugeschnittene Berufsunfähigkeitsversicherungen möglich. Darüber riskieren Sie nicht, dass Ihr Versicherungsantrag später trotz erfolgreicher Risikovoranfrage abgelehnt wird.

Darauf basiert eine faire Beratung

Wenn Sie eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Wie ist die Höhe der Absicherung? Gute Tarife kalkulieren mit einer BU-Rente in Höhe von 80 Prozent des letzten Nettogehalts.
  • Welche Laufzeit ist möglich? Und wie sind die Preisunterschiede bei unterschiedlichen Laufzeiten von 63, 65 oder 67 Jahren?
  • Wird eine Beitragsdynamik berücksichtigt?
  • Ist eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall möglich?
  • Ist eine Nachversicherungsoption möglich?
  • Wie lang ist der Prognosezeitraum?
  • Wurde die Beratungsdokumentation korrekt erstellt?

Versicherungsmakler vs. Versicherungsberater vs. Versicherungsvertreter

Sie können eine BU-Beratung bei Versicherungsvertretern, -maklern oder -beratern in Anspruch nehmen. Alle drei unterscheiden sich durch ihren Grad der Abhängigkeit von Anbietern und Produkten.

  • Versicherungsvertreter: Versicherungsvertreter werden von einer Versicherung oder einem anderen Unternehmen mit dem Abschluss oder der Vermittlung von Versicherungspolicen der entsprechenden Gesellschaft beauftragt. Ihr Angebot beschränkt sich nur auf einen oder wenige Versicherungsanbieter.
  • Versicherungsmakler: Versicherungsmakler sind unabhängig von Versicherungsgesellschaften, erhalten eine Courtage bei erfolgreichen Versicherungsabschlüssen ihrer Kunden. Der Auftraggeber ist der Kunde bzw. Mandant.
  • Versicherungsberater: Versicherungsberater sind komplett unabhängig von der Vermittlung von Versicherungsverträgen. Sie erhalten ein Beraterhonorar vom Kunden und werden somit vom Kunden/Mandanten beauftragt.

Beratungsdokumentation:
Das Versicherungsvertragsgesetz sieht für Versicherungsvermittler die Pflicht zur Beratungsdokumentation vor. Wenn Sie eine Beratung in Anspruch nehmen, müssen der Anlass, der Ort, Termin und Dauer schriftlich festgehalten werden. Darüber hinaus müssen alle anwesenden Personen dokumentiert werden. Verpflichtend ist es ebenfalls, dass die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden notiert werden und die Begründung einer Produktempfehlung in der Beratungsdokumentation enthalten ist. Ebenso muss im Schriftstück belegt werden, dass eine ausführliche Beantwortung der Gesundheitsfragen erfolgt ist.

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