Die Berufsunfähigkeitsrente in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit einer Berufsunfähigkeitsrente erhältst du im Falle einer Berufsunfähigkeit Geld aus einer entsprechenden Versicherung, um deinen Lebensunterhalt auch ohne Arbeit zu bestreiten. Wer angestellt ist, bekommt eine gesetzliche Rente bei Berufsunfähigkeit. Die Höhe dieser Berufsunfähigkeitsrente reicht jedoch meist nicht aus, um alle Kosten zu decken. Deshalb ist eine private BU als Ergänzung sinnvoll. Hier haben wir alles Wichtige zum Thema BU-Rente für dich zusammengestellt.

Wer erhält eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente?

Eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente wurde mit der Reform des Rentensystems im Jahr 2001 abgeschafft. Sie erhalten nur noch diejenigen Angestellten, die vor dem 1. Januar 1961 geboren wurden und mindestens drei Jahre vor der Berufsunfähigkeit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind. Die Höhe der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente für diese privilegierte Gruppe liegt bei zwei Dritteln der gesetzlichen Altersrente.

An die Stelle der staatlichen Berufsunfähigkeitsrente ist die sogenannte „Erwerbsminderungsrente“ getreten. Die Erwerbsminderungsrente ist nicht mehr so hoch wie die einstige staatliche Berufsunfähigkeitsrente. Je nach Schweregrad der Berufsunfähigkeit erhalten Betroffene die halbe oder volle Erwerbsminderungsrente. Die „neue staatliche Berufsunfähigkeitsrente“ liegt demnach bei ca. 20 Prozent des letzten Bruttoeinkommens bei halber Erwerbsminderungsrente. Bei vollem Anspruch erhältst du als berufsunfähiger Angestellter rund 40 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens.

Wie hoch dein aktueller Rentenanspruch aus der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente bzw. Erwerbsminderungsrente ist, kannst du an deinem Rentenbescheid oder der Lohnabrechnung ablesen.

Der wichtigste Unterschied nach der Rentenreform aus 2001 ist jedoch, dass für den Bezug der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente andere Voraussetzungen gelten. Wer vor dem 01. Januar 1961 geboren wurde und den alten Rentenanspruch besitzt, erhält die staatliche BU-Rente, wenn er seinem erlernten und zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen kann. Die „neue“ Erwerbsminderungsrente wird nur noch dann voll gezahlt, wenn die betroffene Person überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen kann.

Ein Beispiel:
Ein drei Tage vor dem 1. Januar 1961 geborener Mechaniker hat einen schweren Unfall und kann seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Der Angestellte erhält zwei Drittel seiner Altersrente ausgezahlt.
Wäre der gleiche Mechaniker nur drei Tage älter, müsste er heute nachweisen, dass er überhaupt keiner Arbeit mehr nachgehen kann. Wäre es theoretisch möglich, dass er auf dem Arbeitsmarkt noch einen anderen Job findet, würde er nur die halbe Erwerbsminderungsrente bekommen.

Voraussetzungen für eine private Berufsunfähigkeitsrente

Um die mit der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung verbundene Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten, müssen die Betroffenen verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Können sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten, müssen sie bei ihrem Versicherer die Berufsunfähigkeitsrente beantragen. Damit sie die BU-Rente erhalten, gelten meist folgende Regelungen:

  • Krankheit: Die betroffene Person muss nachweisen, dass sie an einer Krankheit leidet. Als Krankheit gilt ein Gesundheitszustand, der sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht stark vom Normalzustand abweicht. Dieser Zustand muss den Antragsteller so stark einschränken, dass er seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Krankheiten müssen unbedingt nachgewiesen werden. Hierzu dienen Atteste oder Gutachten.
  • Kräfteverfall: Die Bezeichnung „Kräfteverfall“ ist für Laien meist etwas sperrig. Doch darunter wird lediglich der Moment verstanden, in welchem ein Mensch aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen nicht mehr ausreichend Kraft besitzt, um altersgerecht zu arbeiten.
  • 50-Prozent-Regel: Üblicherweise sehen die Versicherungsbedingungen der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vor, dass ein Versicherungsnehmer dann berufsunfähig ist, wenn er maximal 50 Prozent der bisher geleisteten Arbeit verrichten kann. Hat ein Arbeitnehmer bisher 38 Stunden pro Woche gearbeitet und kann aufgrund einer schweren Krankheit nur noch 18 Stunden arbeiten, wäre er nach der 50-Prozent-Regel berufsunfähig. Wird für die Berufsunfähigkeitsrente ein Antrag gestellt, muss üblicherweise genau aufgeführt werden, wie ein gewöhnlicher Arbeitstag abgelaufen ist, um zu prüfen, ob der Antragsteller wirklich nur noch weniger als 50 Prozent leisten kann.
  • voraussichtlich dauernde Berufsunfähigkeit: Versicherungsgesellschaften fordern beim BU-Antrag einen Nachweis bzw. eine ärztliche Prognose darüber, dass der Versicherte voraussichtlich für einen längeren Zeitraum nicht mehr arbeiten kann. Diese Spanne kann von Vertrag zu Vertrag variieren und von sechs Monaten bis zu drei Jahren reichen.

Komfortable Tarife in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten auf die sogenannte „abstrakte oder konkrete Verweisung“. Liegt nämlich eine Verweisung im Versicherungsvertrag vor, kann der Versicherer die Leistung verweigern, sofern der Betroffene einen anderen Beruf ausüben könnte. Dabei muss es nicht der zuletzt ausgeübte Beruf sein.

Berufsunfähigkeitsrente und Zuverdienst – was darf ich zur BU-Rente noch verdienen?
Wer eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente oder eine Erwerbsminderungsrente erhält, kann immer bis zu 450 Euro hinzuverdienen, ohne dass seine Rente gekürzt wird.
Liegt der Zuverdienst über dieser Grenze, wird der überschreitende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Wer die halbe Erwerbsminderungsrente erhält, kann pro Jahr mindestens 14.458,50 Euro ohne Abzüge hinzuverdienen.
Betroffene sollten sich im Vorfeld aber genau erkundigen, wie viel sie ohne Abzug hinzuverdienen dürfen, da die Hinzuverdienstgrenze seit 2017 individuell berechnet wird.

Vorteile einer privaten Berufsunfähigkeitsrente

Die private Berufsunfähigkeitsrente aus der privaten BU bietet Versicherten viele Vorteile.

  • Du schließt eine wichtige Versorgungslücke: Selbst dann, wenn du bei Berufsunfähigkeit eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhältst, reicht diese nur in den seltensten Fällen aus, um den kompletten Lebensunterhalt zu bestreiten. Da du im Falle einer Berufsunfähigkeit höchstens nur noch in sehr beschränktem Rahmen arbeiten kannst und Zuverdienstgrenzen beachten musst, kann eine private BU diese Versorgungslücke sinnvoll schließen.
  • Leistungen sind jobbezogen: Eine gute private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine BU-Rente unabhängig davon, ob du in einem anderen Job noch arbeiten könntest.
  • Die Ursache der Berufsunfähigkeit ist meist irrelevant: Bei der privaten BU spielt die Ursache für die Berufsunfähigkeit meist keine Rolle. So kannst du eine private Berufsunfähigkeitsrente zum Beispiel auch dann erhalten, wenn du durch einen Unfall berufsunfähig geworden bist.
  • Leistung schon bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit: Eine komfortable private BU leistet schon dann, wenn du deinen bisherigen Beruf nur noch zu 50 Prozent ausüben kannst.
  • Individuell wählbare Rentenhöhe: Du kannst bei der privaten Berufsunfähigkeitsrente die Höhe selbst festlegen. So hast du die Möglichkeit, deinen Versicherungsschutz individuell an deine Lebensverhältnisse und deine Ansprüche anzupassen und musst im Leistungsfall nicht auf deinen bisherigen Lebensstandard verzichten. Auf diese Weise hast du mit der privaten BU die Chance, deinen Einkommensverlust bei einer Berufsunfähigkeit voll auszugleichen.
  • Absicherungsmöglichkeit für Selbständige: Sofern du als Selbständiger nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, ist die private BU die einzige Möglichkeit, um sich sinnvoll für den Fall einer Berufsunfähigkeit abzusichern.

Berufsunfähigkeitsrente vs. Erwerbsunfähigkeitsrente
Für deinen Versicherungsschutz spielt die Unterscheidung zwischen Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsunfähigkeitsrente eine wichtige Rolle. Denn erwerbsunfähig bist du dann, wenn du keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen kannst. Berufsunfähig bist du im engen Sinne, wenn du deinen bisherigen oder erlernten Beruf aufgrund von Krankheit oder Kräfteverlust nicht mehr ausüben kannst. Eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann dementsprechend eine umfangreichere Absicherung bieten als eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung. Allerdings erfolgt diese Trennung bei verschiedenen Tarifen nicht immer eindeutig. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Wahl der BU kompetent beraten zu lassen.

Fazit zur Berufsunfähigkeitsrente

Wer einer Anstellung nachgeht und gesetzlich rentenversichert ist, erhält die Berufsunfähigkeitsversicherung über die Rentenversicherung. Allerdings ist die gesetzliche BU-Rente nie ausreichend, um die kompletten Lebenshaltungskosten zu decken, wenn Arbeitnehmer berufsunfähig werden.

Deshalb ist eine private Berufsunfähigkeitsrente sinnvoll, die du mit dem Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten kannst. Du kannst mit der privaten BU nicht nur die Höhe der BU-Rente bestimmen, sondern hast auch weitere Vorteile.

Für Selbständige ist eine Berufsunfähigkeitsrente immer sinnvoll. Denn sie müssen sich um ihren Versicherungsschutz ohnehin komplett selbst kümmern. Umso wichtiger ist es für Selbständige, eine leistungsstarke, private Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden.

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