Berufsunfähigkeitsversicherung und Depressionen – Ratgeber und Tipps

Depressionen sind in Deutschland sowie in den westlichen Industrieländern weit verbreitet. Die psychische Erkrankung kann bei Betroffenen im schlimmsten Fall dazu führen, dass diese ihren Alltag nicht mehr ohne Hilfe meistern und damit auch ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Wenn bei einem Krankheitsausbruch die Berufsunfähigkeitsversicherung einspringt, ist zumindest die finanzielle Absicherung bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit gewährleistet. Hier erfährst du alles Wichtige rund um die BU und Depressionen.

Kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depressionen abschließen?

Psychische Erkrankungen gehören laut aktueller Studien zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Angsterkrankungen, Depressionen oder Burnout sind in der Gesellschaft weit verbreitet, auch wenn immer noch wenige Menschen darüber sprechen. Doch spätestens, wenn Verbraucher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten, spielen Vorerkrankungen oder akute Erkrankungen eine wichtige Rolle. Sie sollten im Rahmen der Gesundheitsprüfung beim Antrag keinesfalls verschwiegen werden.

Grundsätzlich ist eine BU trotz Depressionen nicht ausgeschlossen. Allerdings musst du dich in diesem Fall auf einen Leistungsausschluss oder Risikoaufschläge einstellen. So kann der Versicherte im BU-Vertrag zum Beispiel die Zahlung einer BU-Rente ausschließen, wenn deine Berufsunfähigkeit die Folge einer Depression ist. Ebenso ist es möglich, dass du eine höhere Versicherungsprämie bezahlen musst, weil das Versicherungsrisiko durch deine Depression höher ist.

Wichtig ist jedoch vor allem, dass du verschiedene Angebote von Versicherungsgesellschaften vergleichst und dich individuell beraten lässt. Denn gerade bei psychischen Erkrankungen spielen Details eine wichtige Rolle. So kann es zum Beispiel möglich sein, dass du eine BU ohne Risikoaufschläge trotz Depressionen abschließen kannst, wenn die Erkrankung einen Zeitraum betrifft, der für die Gesundheitsfragen nicht mehr relevant ist. Ebenso ist Depression nicht gleich Depression. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die sogenannte „Postpartale Depression“, die nur unmittelbar nach der Geburt auftritt und später nicht mehr relevant ist.

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Auch andere psychische Erkrankungen können zu Berufsunfähigkeit führen

Depressionen sind spätestens nach dem tragischen Suizid eines Bundesligatorwarts und den öffentlichen Statements von verschiedenen Stars ins Bewusstsein der breiten Bevölkerung gerückt.
Tatsächlich sind Depressionen eine Art „Volkskrankheit“ mit vielen tausend Betroffenen. Allgemein zählen psychische Krankheiten zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, wie eine Studie der Ratingagentur Morgen & Morgen ergeben hat.

Neben Depressionen gibt es noch weitere psychische Erkrankungen, welche zur Berufsunfähigkeit führen können. Hierzu zählen Angsterkrankungen oder auch schwere psychische Leiden wie Bipolarität oder Schizophrenie.
Nach den psychischen Krankheiten sind Erkrankungen des Skelettapparats zweithäufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. An dritter Stelle stehen Krebserkrankungen.

Statistisch gesehen, ist die Gefahr eines psychischen Leidens in jüngeren Jahren höher. Mit steigendem Alter hingegen ist das Risiko eines Skelettleidens oder Krebs erhöht. Außerdem spielt der gewählte Beruf eine zentrale Rolle, wie wahrscheinlich es ist, dass der betroffene Arbeitnehmer berufsunfähig wird. Letztlich kann es jeden treffen, daher sollte jeder Berufstätige über eine Absicherung seiner Arbeitskraft verfügen. Laut Statistik ist jeder Vierte einmal in seinem Leben berufsunfähig.

Rechne mit Risikoaufschlägen

Antragsteller, die an Depressionen leiden oder gelitten haben, müssen mit einem Risikozuschlag bei der BU rechnen. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, verschiedene Versicherungsgesellschaften zu vergleichen. Denn jede Assekuranz bewertet das Versicherungsrisiko individuell. In der Praxis bedeutet das für dich deutliche Unterschiede bei den BU-Kosten.

Manche Versicherungsgesellschaften lehnen Patienten mit Depressionen ganz ab. Du solltest also Geduld bei der Suche nach der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung mitbringen. Gerne unterstützen dich unsere Berater dabei. Rufe uns einfach an!

Hintergrund: Depressionen

Die WHO geht davon aus, dass Depressionen sowie weitere psychische Krankheiten bis zum Jahr 2020 zu den zweithäufigsten Volkskrankheiten weltweit gehören.
Bis heute beschäftigen sich zwar viele Forscher mit dem Phänomen, doch die Gründe für eine Depression lassen sich nicht genau bestimmen. Man geht von mehreren Ursachen für eine Depression aus, auch deren Schweregrad hängt von verschiedenen Faktoren ab.

So macht die Forschung eine Störung von Botenstoffen im Gehirn sowie genetische Faktoren verantwortlich für eine depressive Episode. Daneben haben sogenannte „psychosoziale Faktoren“ Einfluss auf das Auftreten einer Depression. Hierzu zählen zum Beispiel Verlusterlebnisse wie Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen. Aber auch psychische Überlastung im Beruf oder in der Familie kann eine Depression begünstigen. Darüber hinaus können Veränderungen der Lebenssituation wie Umzüge oder der Beginn eines neuen Lebensabschnitts den Ausbruch des Depressiven Syndroms begünstigen.

Die hier angebotenen Infos dienen nur zur kurzen Erläuterung. Ausführliche Informationen zur Erkrankung findest du auf: https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Darauf solltest du bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen achten

Für Menschen mit Depressionen gilt wie für alle Antragsteller: Gesundheitsfragen solltest du immer ehrlich und ausführlich beantworten. Nur so ist ein solider Versicherungsschutz sichergestellt.
Beantworte Fragen, die sich auf deine Depression beziehen, offen und wahrheitsgemäß. Am besten hältst du Rücksprache mit deinem behandelnden Arzt, der eine Prognose auf Heilung stellen kann. Für die Versicherungsgesellschaften sind diese Angaben wichtig, denn sie vereinfachen den Prozess der Risikobewertung.

Wichtig ist, dass du bei den Gesundheitsfragen genau auf den Betrachtungszeitraum achten. In manchen Fällen musst du deine depressive Episode nicht erwähnen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Versicherer lediglich nach fünf oder zehn Jahren fragt, die Depression aber davor schon als erfolgreich behandelt galt.

Empfehlenswert ist es aber immer, die Gesundheitsfragen mit professioneller Unterstützung anzugehen, um hier keine Fehler zu machen.

Falls du an einer Depression leidest oder gelitten hast und eine BU abschließen willst, empfiehlt sich eine anonyme Risikovoranfrage. Dabei stellen unsere Experten eine anonyme Anfrage mit deinen Gesundheitsdaten an unterschiedliche Versicherer. Du erhältst Angebote der Versicherungsunternehmen, ohne dass diese deine Daten in die sogenannte HIS-Datei übertragen. Du verringerst damit die Gefahr, dass du aufgrund mehrerer Ablehnungen erneut abgelehnt wirst.

Nicht alle Versicherer zahlen bei Depressionen eine BU-Rente

Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Depressionen eine Rente bezahlt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du die Versicherungskonditionen im Vorfeld genau prüfen lässt. So kommt es bei psychischen Erkrankungen häufig auf die Definition sowie die Schwere der Erkrankung an, ob eine Versicherungsgesellschaft bezahlt oder nicht.

So ist zum Beispiel das „Burnout“ keine definierte Krankheit, sondern vielmehr ein Zustand extremer Erschöpfung des Betroffenen, der unterschiedliche Ursachen haben kann. Anders als die Depression ist das Burnout meist nur temporärer Natur, obwohl es von manchen Experten als eine Form der Depression betrachtet wird. Manche Versicherungsgesellschaften zahlen keine BU-Rente bei Burnout, andere Versicherer schon. Um im schlimmsten Fall abgesichert zu sein, solltest du deshalb unbedingt deine Versicherungskonditionen hinsichtlich psychischer Erkrankungen prüfen.

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