Berufsunfähigkeitsversicherung HIV 2018-12-03T11:29:17+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung und HIV – Ratgeber und Tipps

Berufsunfähigkeit bei HIV
Lesezeit: 12 min

Wer HIV positiv ist, hat heute dank der Entwicklung wirksamer Medikamente gute Chancen, ein normales Leben zu führen und ein hohes Alter zu erreichen. Dennoch ist die Infektion für Versicherer in der Regel ein K.O.-Kriterium beim Versicherungsantrag. Hier haben wir für Sie alle wichtigen Informationen zum Thema „Berufsunfähigkeitsversicherung und HIV“ zusammengestellt.

Führt HIV automatisch zu einer Ablehnung beim BU-Antrag?

Wer heute eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, muss dafür Gesundheitsfragen beantworten. Mit Hilfe dieser Fragen ermitteln die Versicherer das individuelle Versicherungsrisiko für die Antragsteller. Sollte die Frage nach einer HIV-Infektion mit einem Ja beantwortet werden, führt das in der Regel zur Ablehnung.

Manche Versicherungsgesellschaften schlagen dann vor, eine Unfallversicherung abzuschließen, um einen möglichen Schutz bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit zu erhalten. Ein umfänglicher Schutz der Arbeitskraft wie bei einer BU ist jedoch nicht möglich.

Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

HIV ist das Kürzel für „Humanes Immundefizienz-Virus“. Dabei handelt es sich um ein Virus, das die körpereigene Immunabwehr beschädigt und schwächt. In der Folge ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage, Erreger abzuwehren. Das HI-Virus kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten über Schleimhäute oder offene Wunden übertragen werden.

Wer HIV positiv ist, ist deshalb anfälliger für virale Infekte sowie durch Bakterien oder Pilze hervorgerufene Krankheitssymptome. Ist der Gesundheitszustand bereits so beeinträchtigt, dass lebensbedrohliche Erkrankungen vorhanden sind, wird von AIDS gesprochen. Das Kurzwort steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Das Abwehrschwäche-Syndrom ist demnach die schlimmste Folge einer HIV-Infektion und kann zum Tod des Betroffenen führen.

Mittlerweile wurden sehr effiziente Medikamente entwickelt, die gegen HIV eingesetzt werden können. Sie hemmen die Vermehrung der Viren im Blut. Dadurch wird es Infizierten ermöglicht, länger zu leben, ohne an AIDS zu erkranken.

Bis heute ist eine Heilung von HIV-Kranken nicht möglich. Allerdings gibt es immer wieder neue Erkenntnisse der Forschung, die zur Verbesserung der Lebenssituation von HIV-Infizierten beitragen.

Mehr Informationen: https://www.aidshilfe.de/behandlung-hiv

Versicherungsschutz trotz späterer AIDS-Erkrankung

Wer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, ist nach Erhalt einer positiven HIV-Diagnose in der Regel nicht verpflichtet, seine Versicherung darüber zu informieren. Der Versicherungsschutz bleibt bestehen.

Wenn eine HIV-Infektion zu AIDS wird, ist die Gesundheit sehr stark beeinträchtigt. Neben regelmäßigen starken Grippeanfällen können zusätzlich Hautausschlag und psychische Erkrankungen hinzukommen. Die Betroffenen leiden dann so stark, dass eine Berufsausübung nicht mehr möglich ist.

Grundsätzlich gilt auch hier der gleiche Schutz wie bei anderen Erkrankungen, die zur Berufsunfähigkeit führen. Sollte die betroffene Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben können, wird nach Antrag die BU-Rente gezahlt.

Ärzte und medizinische Berufe müssen auf Infektionsklausel achten
Eine BU trotz HIV zu bekommen, ist nahezu unmöglich. Doch auch diejenigen, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sollten ihren Versicherungsschutz genau prüfen. Hierzu zählen zum Beispiel Ärzte oder medizinische Fachangestellte wie Krankenpfleger oder Physiotherapeuten.
Diese Berufsgruppen sollten unbedingt darauf achten, dass eine Infektionsklausel im Versicherungsvertrag enthalten ist. Sie sorgt dafür, dass die Versicherten Anspruch auf eine BU-Rente haben, wenn sie aufgrund einer Infektion im Beruf berufsunfähig geworden sind. So können sich zum Beispiel Ärzte mit HIV infizieren, wenn sie sich an einer Spritze verletzen, die zuvor für einen Patienten mit HIV benutzt wurde.
Besonders wichtig ist die Infektionsklausel, wenn die Betroffenen zwar nicht erkrankt sind, jedoch aufgrund der Infektion ein Berufsverbot bekommen haben.

Mögliche Alternativen bei einer Ablehnung

Wer mit HIV eine Ablehnung durch die Berufsunfähigkeitsversicherung erhält, kann mögliche Alternativen nutzen:

  • Unfallversicherung: Wer sich bei einer Berufsunfähigkeit absichern möchte, die durch einen Unfall verursacht wird, kann eine leistungsstarke private Unfallversicherung wählen.
  • Absicherung durch den Arbeitgeber: In manchen Fällen ist eine sogenannte „Kollektivlösung“ im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich. Dabei schließt ein Unternehmen eine BU-Police für die gesamte Belegschaft ab. Das Versicherungsrisiko wird dann auf alle Beschäftigten gleich verteilt. So haben auch Menschen mit erhöhtem Risiko einer Berufsunfähigkeit die Chance, doch noch abgesichert zu werden. Hier ist unbedingt die Rücksprache mit Ihrem Arbeitgeber nötig. Selbständige können diese Chance jedoch nicht nutzen.
  • private Rücklagen: Wer sich für eine Berufsunfähigkeit absichern möchte, kann hierfür auch private Rücklagen bilden. Allerdings ist die Chance, am Kapitalmarkt vergleichbare Möglichkeiten wie bei einer „echten“ BU zu finden, natürlich geringer.

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