Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten 2018-11-28T11:51:07+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung – Kosten und Leistungen beachten

Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Lesezeit: 16 min

Auch wenn die BU zu einer der wichtigsten Versicherungen für berufstätige Verbraucher ist, fragen sich viele, ob dieser Versicherungsschutz wirklich sinnvoll ist. Denn die BU-Prämie kann je nach Berufsgruppe auch mit mehr als 200 Euro monatlich zu Buche schlagen. Warum eine BU sinnvoll ist, haben wir bereits in einem anderen Ratgeber erläutert. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu den BU-Kosten, wie sich diese zusammensetzen und wie Sie bei der Prämie sparen können.

Diese Faktoren beeinflussen die Kosten Ihrer BU

Grundsätzlich bestimmen Versicherungsrisiko und die gewünschten Leistungen die Höhe der Kosten für Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Kostenfaktoren lassen sich so aufschlüsseln:

Personeneigenschaften

  • Alter: Je jünger ein Mensch ist, desto gesünder ist er statistisch. So steigt das Risiko schwerer Erkrankungen laut Statistik ab dem 35. Lebensjahr deutlich an. Für Versicherungsgesellschaften steigt ab diesem Alter auch das Risiko, wenn eine BU abgeschlossen wird. Dementsprechend gilt: Jüngere Versicherungsnehmer müssen bei gleicher Leistung deutlich weniger bezahlen als ältere Versicherte.
  • Gesundheitszustand: Wer gesund und fit ist sowie wenige Vorerkrankungen in seiner Krankenakte stehen hat, kann auf günstigere Versicherungstarife hoffen. Denn abhängig vom Gesundheitszustand sinkt oder steigt das Versicherungsrisiko. Eine Assekuranz wird demnach eher eine BU-Rente bezahlen müssen, wenn der Versicherte bereits an hohem Blutdruck leidet, als bei einem kerngesunden Versicherungsnehmer. Einige Erkrankungen können sogar zu einer Ablehnung des Versicherungsschutzes führen. Hierzu zählen zum Beispiel Psychotherapien oder Diabetes. Manche Versicherungsgesellschaften nehmen Antragsteller dennoch auf und erhöhen im Gegenzug den Beitrag aufgrund von Risikoaufschlägen.
  • Beruf: Versicherungsgesellschaften teilen Berufsgruppen in bestimmte Risikogruppen auf. Allgemein haben demnach Akademiker oder Arbeitnehmer in kaufmännischen Berufen ein geringeres Risiko, berufsunfähig zu werden. Bei Handwerkern ist das Versicherungsrisiko in der Regel höher. Deshalb sind die BU-Kosten für diese Berufsgruppen am höchsten. Auch für Berufe können Versicherungen Risikoaufschläge verlangen. Das gilt für Berufe, in welchen die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit statistisch besonders hoch ausfällt, wie bei Gerüstbauern.
  • Hobbys: Auch wenn Ihr Hobby Ihre Privatsache ist, kann es sich auf die Kosten Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung auswirken. Wer regelmäßig Tennis spielt oder Joggen geht, muss eher nicht mit Risikoaufschlägen rechnen. Für Extremsportler oder Hobby-Motorsportler hingegen werden die BU-Kosten höher ausfallen. Manche Versicherer schließen bestimmte Hobbys komplett vom Versicherungsschutz aus.

Vertragseigenschaften

  • Laufzeit: Wer eine Vertragslaufzeit bis zum 65. Lebensjahr wählt, wird in der Regel geringere Beiträge zahlen als ein Versicherungsnehmer, der eine BU bis zum 67. Lebensjahr nutzen möchte. Grundsätzlich sind Tarife nicht empfehlenswert, die mit kürzeren Laufzeiten arbeiten, auch wenn die Kosten dadurch sinken.
  • Höhe der Rente: Mit steigender BU-Rente steigen auch die monatlichen Kosten. Dennoch sollten Sie an dieser Stelle genau darauf achten, ob die monatliche Kostenersparnis in einem angemessen Verhältnis zur potentiellen Leistungsminderung steht.

Achten Sie beim Versicherungsabschluss darauf, dass eine Nachversicherungsgarantie besteht. Sie ermöglicht es Ihnen, die Höhe der BU-Rente beim Eintreten eines besonderen Lebensereignissen wie einer Heirat, der Geburt eines Kindes oder einem Berufswechsel anzupassen.

Nicht auf Leistungen verzichten

Es mag verschiedene vermeintlich sehr günstige BU-Verträge geben, die auf den ersten Blick verlockend erscheinen. Doch wer auf das Kleingedruckte achtet, wird meist feststellen, dass die geringen Kosten mit deutlichen Leistungsbeschränkungen verbunden sind. Bei derartigen „Billig-Tarifen“ kann es zum Beispiel vorkommen, dass im Vertrag eine „abstrakte Verweisung“ enthalten ist und die Berufsunfähigkeitsversicherung nur bei Berufsunfähigkeit im gleichen Beruf leistet.

Ebenso haben sehr billige BU-Tarife häufig keine Nachversicherungsgarantie. Gerne prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche guten Berufsunfähigkeitsversicherungen zu günstigen Kosten für Sie möglich sind. Rufen Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch gerne an!

Beispiel für BU-Kosten für bestimmte Berufsgruppen

Da die Kosten für die BU nicht nur vom ausgeübten Beruf, sondern von vielen individuellen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand oder Hobbys abhängen, ist eine pauschale Aussage dazu schwierig. Dennoch können mögliche Richtwerte für BU-Kosten anhand von Alter und Berufsgruppe abgegeben werden. Doch ohne einen ausführlichen Vergleich verschiedener Versicherungsanbieter und Policen geht es nicht.

Folgende Richtwerte sind bei sehr gutem Gesundheitszustand möglich:

  • Akademiker, 40 Jahre alt: Wenn dieser Versicherte eine Rente von 1.000 Euro erhalten möchte, würden die Kosten pro Monat bei rund 50 Euro liegen.
  • Handwerker mit leichter körperlicher Belastung, 30 Jahre alt: Er müsste rund 80 Euro im Monat bezahlen, um eine BU-Rente von 1.000 Euro zu bekommen. Ist der gleiche Versicherungsnehmer zehn Jahre älter, würde die monatliche Zahlung bei gleicher Leistung rund 100 Euro betragen. Bei schwerer körperlicher Belastung würde der Tarif bei einem 40-jährigen Handwerker auf über 150 Euro pro Monat steigen.

Setzen Sie Ihre BU-Rente nicht zu niedrig an! Wir empfehlen Ihnen eine Mindest-BU-Rente ab 1.000 Euro.

Ihre BU-Versicherung ist eine sogenannte „Risikoabsicherung“. Ihre Beiträge für die BU gehen somit voll an den Versicherer, wenn Sie nicht berufsunfähig werden. Diese Tatsache verleitet viele Verbraucher dazu, keine BU abzuschließen. In ihren Augen handelt es sich dabei um unnötig ausgegebenes Geld. Doch tatsächlich ist die Investition in eine BU-Rente eine sinnvolle Ausgabe. Denn ebenso wie eine Hausratversicherung Sie vor hohen Kosten bei Schäden an Ihrem Hausrat schützt oder eine private Haftpflichtversicherung Sie im Schadensfall vor dem finanziellen Ruin bewahren kann, sorgt die BU dafür, dass Sie finanziell auf sicheren Beinen stehen, wenn Sie durch Unfall oder Krankheit nicht mehr arbeiten können. Deshalb sollten Sie sich nicht die Frage stellen, ob eine BU Sinn ergibt, sondern wie hoch die BU-Rente sein sollte, damit Sie im Schadensfall keine finanziellen Sorgen haben.

Gerne unterstützen Sie unsere Experten bei diesen Überlegungen.

Berufsunfähigkeitsversicherung-Rechner

Im Internet gibt es viele Möglichkeiten, mit Rechnern die BU-Kosten zu berechnen. Allerdings können diese Rechner eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Im besten Fall können derartige Tools mögliche Richtwerte liefern. Erst nach einer individuellen Anfrage bei einer Versicherungsgesellschaft erhalten Sie die tatsächlichen Kosten, die für Ihren Versicherungsvertrag fällig wären.
Wer verschiedene Angebote und Versicherungsmöglichkeiten mit seinen Gesundheits- und Personendaten einholen möchte, kann auch eine anonymisierte Risikovoranfrage stellen. Gerne helfen wir Ihnen dabei weiter.

Mit Risikovoranfrage Kosteneinschätzung ohne Ablehnung erhalten

So können Sie bei Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten sparen

  • Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich: Durch die hohe Verbreitung der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung in Deutschland gibt es inzwischen sehr viele verschiedene Anbieter und Tarife für diese Policen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Versicherungsgesellschaften und deren Leistungen und Produkte ausgiebig vergleichen. So können Sie bereits bei vergleichbarer Leistung Kosten sparen. Da die Laufzeit einer BU mehrere Jahrzehnte umfasst, machen sich schon weniger als zehn Euro monatliche Einsparung deutlich bemerkbar.
  • BU früh abschließen: Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung schon möglichst früh, d.h. in der Regel vor dem 30. Lebensjahr abschließt, kann von günstigeren Prämien profitieren. Zwar ist die Laufzeit dann auch länger, doch können die günstigen Einstiegsprämien die „Mehrkosten“ durch die Laufzeit meist aufwiegen. Darüber hinaus ist die monatliche Belastung deutlich geringer, wenn Sie niedrige BU-Prämien bezahlen.
  • Bei Vorerkrankungen Leistungsausschlüsse vereinbaren: Vorerkrankungen können die Kosten für die BU durch Risikoaufschläge deutlich steigen lassen. In manchen Fällen kann es sich lohnen, Leistungsausschlüsse mit dem Versicherer zu vereinbaren. Auf diese Weise werden bestimmte Krankheiten vom Leistungsumfang ausgespart, was sich durch günstigere Prämien bemerkbar macht. Wichtig ist dabei, dass der Leistungsausschluss klar definiert wird.
  • BU für Beamte: Bei Beamten ist die Höhe der BU-Rente vor allem in den ersten fünf Jahren wichtig, denn in dieser Zeit bestehen noch keine Ansprüche auf ein Ruhegehalt. Doch mit steigenden Dienstjahren steigen auch diese Ansprüche. So kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, die Höhe der BU-Rente zu reduzieren, um sie dem im Leistungsfall gezahlten Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit anzupassen. So können Sie eventuelle Kosten sparen.

Manche Verbraucher kommen in Versuchung, durch das Ansetzen einer möglichst niedrigen BU-Rente Kosten einzusparen. Allerdings liegt hier ein Denkfehler vor. Schließlich handelt es sich bei der BU-Rente meist um die einzige finanzielle Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit, die Ihren Lebensunterhalt sichert. Sollten Sie wirklich nicht mehr arbeiten können, ist ein ausreichender Versicherungsschutz elementar. Wählen Sie am besten eine BU-Rente, die Ihre monatlichen Fixkosten problemlos decken würde.

FAQ BU-Kosten

Sind Berufsunfähigkeitsversicherung-Kosten steuerlich absetzbar?
Grundsätzlich können die Kosten für die BU steuerlich geltend gemacht werden, entweder als Sonderausgaben oder Vorsorgeaufwendungen. Allerdings sind diese Kosten nur bis zu einem Höchstbetrag absetzbar, der meist schon durch die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung voll ausgeschöpft wird. Dennoch können Sie prüfen, ob sich die Angabe der Kosten für die BU in der Steuererklärung für Sie lohnen kann. Dies gilt zum Beispiel dann, wenn Sie Alleinverdiener, gesetzlich versichert und verheiratet sind.

Wie kann ich die Kosten für die BU senken?
Wer in eine finanzielle Schieflage gerät, kann manchmal die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr bezahlen. Eine BU-Kündigung wäre in diesem Fall nicht ratsam. Stattdessen können Sie Ihren Versicherer bitten, die Beiträge zu stunden oder Ihre Versicherung ruhen zu lassen.

Welche Rentenhöhe soll ich für die Berufsunfähigkeitsversicherung wählen?
Oftmals wird empfohlen, eine BU-Rente von mindestens 1.000 Euro zu wählen, um im Falle einer Berufsunfähigkeit abgesichert zu sein. Wer jedoch bisher ein deutlich höheres Nettoeinkommen erzielt, sollte seine BU-Rentenhöhe dementsprechend ausrichten. Um den Bedarf zu berechnen, gibt es eine sehr einfache Methode. Hierzu listen Sie alle fixen Ausgaben auf, zum Beispiel für Versicherungen, Miete, Telekommunikation, die pro Jahr anfallen. Anschließend teilen Sie diese Summe durch 12. Daraus ergibt sich Ihr durchschnittlicher Kapitalbedarf pro Monat. An diesem sollte sich auch Ihre BU-Rente orientieren.

Benötigen Sie Hilfe, um eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können? Dann kontaktieren Sie unsere Versicherungsexperten an, um ein unverbindliches Beratungsgespräch zu vereinbaren!

Wann ist es günstig, eine BU abzuschließen?
Es ist kein Geheimnis und wird von allen Experten empfohlen: Je früher Sie einen BU-Vertrag abschließen, desto geringer fallen die monatlichen Kosten aus. Dahinter steckt die schlichte Tatsache, dass junge Menschen für Versicherungen ein deutlich geringeres Versicherungsrisiko bedeuten. Dementsprechend können die Tarife günstiger angesetzt werden. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, mit dem ersten regelmäßigen Gehalt oder Einkünften eine BU abzuschließen.

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