Berufsunfähigkeitsversicherung Krebs 2018-12-03T11:45:03+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung und Krebs – Ratgeber und Tipps

Berufsunfähigkeit bei Krebs
Lesezeit: 13 min

Eine Krebserkrankung kann ein ganzes Lebenskonzept ins Wanken bringen. Neben der ungeheuren psychischen Belastung können auch körperliche Leiden dazu führen, dass die Erkrankten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann in diesem Fall zumindest für finanzielle Sicherheit sorgen. Hier haben wir alle wichtigen Informationen rund um das Thema „Berufsunfähigkeitsversicherung und Krebs“ für Sie zusammengestellt.

Bedingte Chancen auf eine BU bei bestehender Krebserkrankung

Wer schon einmal an Krebs erkrankt war oder an einer Krebserkrankung leidet, hat sehr geringe Chancen, eine vollumfängliche Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Auch ein erfolgreich behandeltes Krebsleiden kann zur Ablehnung führen, wenn es zum Beispiel innerhalb des meist abgefragten 10-Jahreszeitraums vor der Antragstellung aufgetreten ist.

Doch ganz hoffnungslos ist es für Betroffene nicht. Denn letztlich kommt es auf die Schwere und den Grad der Erkrankung an, ob eine BU trotz Krebs möglich ist. Denn gerade diese Krankheit hat sehr viele Erscheinungsformen, die rein statistisch unterschiedliche Lebenserwartungen ergeben.

Da Versicherungen das Versicherungsrisiko sehr sachlich kalkulieren, besteht trotz Krebserkrankung immer noch die Möglichkeit, eine BU zu erhalten.

Grundsätzlich gilt: Wer an Krebs leidet oder bereits behandelt wurde, sollte vor dem Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung am besten eine anonyme Risikovoranfrage stellen. In diesem Rahmen kann ermittelt werden, ob eine Versicherung möglich ist und wenn ja, welche Konditionen die Versicherer aufrufen. So kann zum Beispiel die Möglichkeit bestehen, eine BU mit Risikoaufschlägen oder möglichen Leistungsausschlüssen abzuschließen. Durch die anonyme Anfrage werden Ablehnungen nicht in das zentrale Verzeichnis der Versicherer (HIS) aufgenommen. Denn wenn dort bereits einige Ablehnungen zu finden sind, ist die Möglichkeit einer erneuten Ablehnung deutlich höher.

Was ist Krebs?

Medizinisch gesehen ist Krebs eine unkontrollierte Vermehrung oder Wucherung von Zellen. Diese Wucherung wird auch Tumor genannt. Üblicherweise werden nur maligne (bösartige) Tumore als Krebs bezeichnet. Diese Tumore haben die Eigenschaft, dass sie sogenannte „Metastasen“ bilden. Dabei handelt es sich um Krebsbestandteile, die über das Blut oder das Lymphsystem an andere Orte im Körper gebracht werden und dort einen neuen Tumor bilden können.

Grundsätzlich kann jedes menschliche Organ von Krebs betroffen sein. Statistisch gesehen sind verschiedene Krebsarten unterschiedlich aggressiv. Häufige Krebsarten in Deutschland sind Brustkrebs bei Frauen, Prostatakrebs bei Männern sowie Lungen- und Darmkrebs.

In Deutschland zählt Krebs zu den zweithäufigsten Todesursachen nach Herz-Kreislauferkrankungen.

Eine Krebserkrankung muss nicht zwangsläufig zum Tod führen. Wie gut die Heilungschancen sind, hängt von der Form des Krebses und dessen Verbreitung im Körper ab.

Was tun bei einer Ablehnung?

Wenn die Versicherung es ablehnt, den Antragsteller zu versichern, kann sich dieser noch mit einer privaten Unfallversicherung absichern. Eine Unfallversicherung leistet zwar nicht bei einer Berufsunfähigkeit aufgrund einer Krebserkrankung. Dennoch ermöglicht sie einen gewissen finanziellen Schutz, sollte die versicherte Person aufgrund eines Unfalls berufsunfähig werden.

Krebs führt häufig zu Berufsunfähigkeit

Wer sich bei einer durch Krebs bedingten Berufsunfähigkeit absichern möchte, sollte das tun. Denn mehr als 15 Prozent aller berufsunfähigen Versicherungsnehmer sind aufgrund einer Krebserkrankung nicht mehr im Job. Anders ausgedrückt: Die Chance, dass Sie aufgrund von Krebs nicht mehr arbeiten können, steht im Vergleich zu anderen Erkrankungen 1:7. Nur psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats rangieren als Ursachen für eine Berufsunfähigkeit noch vor Krebs.

Auch wenn die Schulmedizin immer neue Behandlungsmethoden entwickelt, um Krebs zu besiegen oder zu stoppen, ist eine bösartige Krebserkrankung meist mit starken Einschränkungen im Alltag verbunden. Schmerzen können die Betroffenen am Arbeiten hindern. Auch Behandlungen wie Chemotherapien oder Bestrahlungen können dazu führen, dass Patienten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Hinzu kommt eine enorme psychische Belastung von Krebspatienten, die wiederum zu psychischen Leiden führen oder diese verstärken kann.

Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist zumindest finanzielle Sicherheit gewährleistet. So besteht zum Beispiel die Chance, dass sich Patienten ohne Arbeitsdruck noch besser auf ihre Genesung konzentrieren können.

BU-Rente für vorübergehende Berufsunfähigkeit

Zum Glück führt eine Krebserkrankung nicht zwangsläufig zum Verlust der Arbeitskraft oder zum Tod. In vielen Fällen kann Krebs geheilt werden. Das ist besonders bei einer frühen Erkennung der Erkrankung möglich.

Doch gerade die Krebstherapie kann zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit führen. Allerdings wird die BU-Rente nur an die diagnostizierte Berufsunfähigkeit gekoppelt. Stellt der Arzt eine positive Prognose und der Patient kann nach erfolgreicher Behandlung wieder arbeiten, wird die BU-Rente in der Regel eingestellt.

Sollte es dem Versicherten aber nicht mehr möglich sein, seiner zuletzt ausgeübten Arbeit zu mindestens 50 Prozent nachzugehen, wird die BU-Rente weitergezahlt.

Wer gut abgesichert sein möchte, sollte bei seiner Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Ausschluss der abstrakten Verweisung achten. Fehlt dieser Hinweis, kann der Versicherer selbst bei einer diagnostizierten Krebserkrankung auf eine mögliche alternative Arbeitsstelle verweisen, die der Patient trotz Erkrankung theoretisch ausüben könnte. Bei Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist der Versicherte berufsunfähig, sobald er seinem letzten ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 Prozent nachgehen kann.

Krebs dritthäufigste Ursache für Berufsunfähigkeit

Die Ratingagentur Morgen & Morgen hat 2017 Krebs als dritthäufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit ermittelt. Krebserkrankungen liegen mit fast 16 Prozent hinter Nervenkrankheiten und Erkrankungen des Bewegungs- und Skelettapparats.

Quelle: http://www.morgenundmorgen.com/downloadcenter/PRESSEMITTEILUNGEN/2017_05_10_PM_MM_BU_Rating.pdf

Zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Krebs?

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und zu diesem Zeitpunkt noch keine Krebserkrankung bestand oder behandelt wurde, steht der Leistung der BU nichts im Wege. Sollte eine Krebserkrankung dazu führen, dass Sie in Ihrem letzten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr arbeiten können, wird Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei Krebs, ebenso wie bei anderen Erkrankungen, die vereinbarte BU-Rente an Sie zahlen.

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