Berufsunfähigkeitsversicherung Morbus Crohn 2018-12-03T11:37:11+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung bei Morbus Crohn – Tipps und Informationen

Berufsunfähigkeit bei Morbus Crohn
Lesezeit: 13 min

Wer an Morbus Crohn leidet, leidet daran ein Leben lang. Die Darmerkrankung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Betroffene ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Deshalb ist es wichtig, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung bei Morbus Crohn abgesichert zu sein. Ob Versicherungsschutz bei entsprechender Vorerkrankung möglich ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Morbus Crohn – was ist das?

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische und entzündliche Darmerkrankung. Sie kann grundsätzlich in jedem Bereich des Verdauungstrakts entstehen. In den meisten Fällen sind jedoch das Ende des Dünndarms oder der obere Teil des Dickdarms betroffen. Es besteht auch die Gefahr, dass zusätzlich der Blinddarm involviert ist. Es wird auch von „Morbus Crohn mit Ileozökalbefall“ gesprochen, wenn Blinddarm (lat. Zökum) und das Ende des Dünndarms (lat. Ileum) betroffen sind.

Morbus Crohn kann nicht nur zur chronischen Entzündung der Darmschleimhaut, sondern auch der Darmwand führen. Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute noch nicht genau erforscht. Angenommen werden sowohl genetische Vorbelastung als auch Faktoren wie Rauchen oder psychische Belastung.

In der Regel bricht Morbus Crohn bei jüngeren Menschen zwischen 15 und 35 Jahren aus und verläuft in Schüben. Die Betroffenen leiden an starken Bauchschmerzen sowie starken Durchfällen.

Zur Behandlung von Morbus Crohn werden meist Medikamente zur Entzündungshemmung wie Kortison eingesetzt. Darüber hinaus müssen Morbus-Crohn-Patienten besonders auf ihre Ernährung achten.

Bei gravierendem Verlauf kann Morbus Crohn zu einem Darmverschluss führen oder die Betroffenen bekommen Fisteln, die die Berufsausübung dauerhaft beeinträchtigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Morbus Crohn möglich

Wer an Morbus Crohn leidet, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Abhängig von der Schwere der Erkrankung und vom Versicherer wird ein Risikozuschlag erhoben.
In diesem Fall ist Morbus Crohn in der BU mitversichert. Sollte in Folge der Erkrankung eine Berufsunfähigkeit eintreten, erhalten die Betroffenen eine BU-Rente. Die Risikoaufschläge der Versicherer können deutlich variieren. In manchen Fällen ist von einer 100 Prozent höheren Prämie auszugehen.

Auch wenn die BU-Kosten damit deutlich steigen, ist die Absicherung zu 100 Prozent bei Morbus Crohn gegeben. Wichtig ist hier unbedingt, dass die Versicherung den Schweregrad der Erkrankung erfährt. Denn schon geringe Unterschiede können sich in einer Verringerung des Risikoaufschlags bemerkbar machen. Es empfiehlt sich ohnehin, verschiedene Tarife bei einer chronischen Vorerkrankung genau zu vergleichen, da die Versicherungsgesellschaften mit den Versicherungsrisiken teilweise ganz unterschiedlich umgehen. Sind Sie von Morbus Crohn betroffen, kann ein Vergleich bei gleicher Versicherungsleistung zu deutlichen Kosteneinsparungen beitragen. Gerne helfen Ihnen hier unsere Experten weiter. Rufen Sie uns dazu einfach an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin!

Eine Alternative wäre ein Leistungsausschluss bei Morbus Crohn. In diesem Fall wären Sie bei einer durch MC bedingten Berufsunfähigkeit nicht abgesichert und müssten das Risiko selbst tragen.

Was bedeutet „Risikoaufschlag“?

Versicherungsgesellschaften prüfen vor der Annahme eines Versicherungsantrags ganz genau, wie hoch das Versicherungsrisiko ist. Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung über mehrere Jahrzehnte hinweg Versicherungsschutz bieten soll, ist die Gesundheitsprüfung obligatorisch.

Gibt es Vorerkrankungen bei Antragstellern, die noch versicherbar sind, aber für die Assekuranzen ein höheres Risiko darstellen, können die Gesellschaften die Prämie erhöhen. Durch die höhere Versicherungsprämie, den sogenannten „Risikoaufschlag“, erhalten die Versicherer mehr Geld, mit welchem sie arbeiten können und welches sie als Sicherheit für einen möglichen Leistungsfall anlegen können.

Ein Risikoaufschlag kann nicht nur für Vorerkrankungen, sondern auch für bestimmte Berufe oder Hobbys erhoben werden.

Risikoaufschläge können je nach Art und Schwere der Vorerkrankung oder des Hobbys/Berufs bis zu 100 Prozent der Versicherungsprämie ausmachen.

Beantworten Sie Gesundheitsfragen auch bei Morbus Crohn ehrlich

Bei Menschen mit Vorerkrankungen ist die Versuchung groß, Krankheiten bei den Gesundheitsfragen zu verschweigen. Doch damit tut sich niemand einen Gefallen. Denn durch Falschangaben ist der Versicherungsschutz in Gefahr. Im schlimmsten Fall können Versicherer die BU-Rente zurückfordern, wenn sie feststellen, dass beim Versicherungsantrag falsche Angaben zum Gesundheitszustand gemacht wurden.

Im Falle von Morbus Crohn müssen Sie mit diesen Fragen rechnen, die Sie auch ehrlich beantworten sollten. Empfehlenswert ist es, hierfür beim behandelnden Arzt nachzufragen.

  • Bestehen bereits Diagnosen zu Krankheiten und Beschwerden? Haben Sie bereits einen Arzt oder Facharzt aufgesucht?
  • Wurden Sie bereits mit Ultraschall oder Röntgen untersucht?
  • Gab es bereits eine Darmspiegelung oder Magenspiegelung?
  • Wurde Ihr Stuhl oder Gewebe untersucht?
  • Wurden Sie schon einmal operiert und waren ambulant oder stationär im Krankenhaus?
  • Haben Sie einen künstlichen Darmausgang?
  • Gab es in der Vergangenheit Begleit- oder Folgeerkrankungen an anderen Organen?
  • Müssen Sie eine spezielle Diät einhalten?
  • Wie schwer sind Sie?
  • Hat sich Ihr Gewicht im letzten Jahr verändert?
  • Trinken Sie Alkohol?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente?

Stellen Sie eine anonymisierte Risikovoranfrage

Wer mit Morbus Crohn eine BU abschließen möchte, sollte im Vorfeld gut vergleichen. Hierzu bietet sich die anonyme Risikovoranfrage an. In diesem Rahmen können mehrere Anbieter angeschrieben werden, ohne dass Sie Ihren Namen nennen müssen. Zugleich werden aber Ihre Gesundheitsdaten für den Versicherungsantrag verwendet. So erhalten Sie einen Überblick, welche Versicherung Sie zu welchen Konditionen versichern kann. Zugleich erfahren Sie, welche weiteren Fragen die Anbieter stellen können.

Sollten Anbieter Patienten mit Morbus Crohn dennoch ablehnen, gibt es verschiedene mögliche Alternativen:

  • „Kollektivversicherung“ über den Arbeitgeber: Manche Arbeitgeber bieten für alle Mitarbeiter gemeinsam eine Berufsunfähigkeitsversicherung an. Dabei wird das Versicherungsrisiko auf alle Beteiligten verteilt. Auf diese Weise können auch Menschen mit ernsthaften Vorerkrankungen möglicherweise eine BU erhalten.
  • Dread-Disease-Versicherung: Diese besondere Art der Versicherung schützt Sie bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Herzkreislauferkrankungen.
  • Unfallversicherung: Sollten Sie eine Ablehnung erhalten, können Sie sich in der Regel immer noch bei einer durch einen Unfall bedingten Berufsunfähigkeit absichern. Hierfür bietet sich die private Unfallversicherung an. Hier müssen Sie unbedingt auf den Grad der durch den Unfall bedingten Einschränkung achten.

Welche Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt bei Morbus Crohn?

Wurde Morbus Crohn bei Vertragsabschluss Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht diagnostiziert und Sie hatten keine entsprechenden Leiden, die Sie bei den Gesundheitsfragen hätten angeben müssen, wird Ihre BU auch bei Morbus Crohn leisten. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung dazu führt, dass Sie Ihren aktuellen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können.

In der Regel müssen Sie Morbus Crohn bei einer späteren Diagnose auch nicht „nachmelden“. Denn eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung enthält keine Klausel, die Versicherte zur Meldung von Krankheiten verpflichtet, wenn diese nach Versicherungsabschluss auftreten.

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