Berufsunfähigkeitsversicherung bei Morbus Crohn – Tipps und Informationen

Wer an Morbus Crohn leidet, leidet daran ein Leben lang. Die Darmerkrankung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Betroffene ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Deshalb ist es wichtig, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung bei Morbus Crohn abgesichert zu sein. Ob Versicherungsschutz bei entsprechender Vorerkrankung möglich ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Morbus Crohn – was ist das?

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische und entzündliche Darmerkrankung. Sie kann grundsätzlich in jedem Bereich des Verdauungstrakts entstehen. In den meisten Fällen sind jedoch das Ende des Dünndarms oder der obere Teil des Dickdarms betroffen. Es besteht auch die Gefahr, dass zusätzlich der Blinddarm involviert ist. Es wird auch von „Morbus Crohn mit Ileozökalbefall“ gesprochen, wenn Blinddarm (lat. Zökum) und das Ende des Dünndarms (lat. Ileum) betroffen sind.

Morbus Crohn kann nicht nur zur chronischen Entzündung der Darmschleimhaut, sondern auch der Darmwand führen. Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute noch nicht genau erforscht. Angenommen werden sowohl genetische Vorbelastung als auch Faktoren wie Rauchen oder psychische Belastung.

In der Regel bricht Morbus Crohn bei jüngeren Menschen zwischen 15 und 35 Jahren aus und verläuft in Schüben. Die Betroffenen leiden an starken Bauchschmerzen sowie starken Durchfällen.

Zur Behandlung von Morbus Crohn werden meist Medikamente zur Entzündungshemmung wie Kortison eingesetzt. Darüber hinaus müssen Morbus-Crohn-Patienten besonders auf ihre Ernährung achten.

Bei gravierendem Verlauf kann Morbus Crohn zu einem Darmverschluss führen oder die Betroffenen bekommen Fisteln, die die Berufsausübung dauerhaft beeinträchtigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Morbus Crohn möglich

Wer an Morbus Crohn leidet, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Abhängig von der Schwere der Erkrankung und vom Versicherer wird ein Risikozuschlag erhoben.
In diesem Fall ist Morbus Crohn in der BU mitversichert. Sollte in Folge der Erkrankung eine Berufsunfähigkeit eintreten, erhalten die Betroffenen eine BU-Rente. Die Risikoaufschläge der Versicherer können deutlich variieren. In manchen Fällen ist von einer 100 Prozent höheren Prämie auszugehen.

Auch wenn die BU-Kosten damit deutlich steigen, ist die Absicherung zu 100 Prozent bei Morbus Crohn gegeben. Wichtig ist hier unbedingt, dass die Versicherung den Schweregrad der Erkrankung erfährt. Denn schon geringe Unterschiede können sich in einer Verringerung des Risikoaufschlags bemerkbar machen. Es empfiehlt sich ohnehin, verschiedene Tarife bei einer chronischen Vorerkrankung genau zu vergleichen, da die Versicherungsgesellschaften mit den Versicherungsrisiken teilweise ganz unterschiedlich umgehen. Bist du von Morbus Crohn betroffen, kann ein Vergleich bei gleicher Versicherungsleistung zu deutlichen Kosteneinsparungen beitragen. Gerne helfen dir hier unsere Experten weiter. Ruf uns dazu einfach an und vereinbare einen unverbindlichen Beratungstermin!

Eine Alternative wäre ein Leistungsausschluss bei Morbus Crohn. In diesem Fall wärst du bei einer durch MC bedingten Berufsunfähigkeit nicht abgesichert und müsstest das Risiko selbst tragen.

Was bedeutet „Risikoaufschlag“?

Versicherungsgesellschaften prüfen vor der Annahme eines Versicherungsantrags ganz genau, wie hoch das Versicherungsrisiko ist. Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung über mehrere Jahrzehnte hinweg Versicherungsschutz bieten soll, ist die Gesundheitsprüfung obligatorisch.

Gibt es Vorerkrankungen bei Antragstellern, die noch versicherbar sind, aber für die Assekuranzen ein höheres Risiko darstellen, können die Gesellschaften die Prämie erhöhen. Durch die höhere Versicherungsprämie, den sogenannten „Risikoaufschlag“, erhalten die Versicherer mehr Geld, mit welchem sie arbeiten können und welches sie als Sicherheit für einen möglichen Leistungsfall anlegen können.

Ein Risikoaufschlag kann nicht nur für Vorerkrankungen, sondern auch für bestimmte Berufe oder Hobbys erhoben werden.

Risikoaufschläge können je nach Art und Schwere der Vorerkrankung oder des Hobbys/Berufs bis zu 100 Prozent der Versicherungsprämie ausmachen.

Beantworte Gesundheitsfragen auch bei Morbus Crohn ehrlich

Bei Menschen mit Vorerkrankungen ist die Versuchung groß, Krankheiten bei den Gesundheitsfragen zu verschweigen. Doch damit tut sich niemand einen Gefallen. Denn durch Falschangaben ist der Versicherungsschutz in Gefahr. Im schlimmsten Fall können Versicherer die BU-Rente zurückfordern, wenn sie feststellen, dass beim Versicherungsantrag falsche Angaben zum Gesundheitszustand gemacht wurden.

Im Falle von Morbus Crohn musst du mit diesen Fragen rechnen, die du auch ehrlich beantworten solltest. Empfehlenswert ist es, hierfür beim behandelnden Arzt nachzufragen.

  • Bestehen bereits Diagnosen zu Krankheiten und Beschwerden? Hast du bereits einen Arzt oder Facharzt aufgesucht?
  • Wurdest du bereits mit Ultraschall oder Röntgen untersucht?
  • Gab es bereits eine Darmspiegelung oder Magenspiegelung?
  • Wurde dein Stuhl oder Gewebe untersucht?
  • Wurdest du schon einmal operiert und waren ambulant oder stationär im Krankenhaus?
  • Hast du einen künstlichen Darmausgang?
  • Gab es in der Vergangenheit Begleit- oder Folgeerkrankungen an anderen Organen?
  • Musst du eine spezielle Diät einhalten?
  • Wie schwer bist du?
  • Hat sich dein Gewicht im letzten Jahr verändert?
  • Trinkst du Alkohol?
  • Nimmst du regelmäßig Medikamente?

Stellst du eine anonymisierte Risikovoranfrage

Wer mit Morbus Crohn eine BU abschließen möchte, sollte im Vorfeld gut vergleichen. Hierzu bietet sich die anonyme Risikovoranfrage an. In diesem Rahmen können mehrere Anbieter angeschrieben werden, ohne dass du deinen Namen nennen müssen. Zugleich werden aber deine Gesundheitsdaten für den Versicherungsantrag verwendet. So erhältst du einen Überblick, welche Versicherung du zu welchen Konditionen versichern kannst. Zugleich erfährst du, welche weiteren Fragen die Anbieter stellen können.

Sollten Anbieter Patienten mit Morbus Crohn dennoch ablehnen, gibt es verschiedene mögliche Alternativen:

  • „Kollektivversicherung“ über den Arbeitgeber: Manche Arbeitgeber bieten für alle Mitarbeiter gemeinsam eine Berufsunfähigkeitsversicherung an. Dabei wird das Versicherungsrisiko auf alle Beteiligten verteilt. Auf diese Weise können auch Menschen mit ernsthaften Vorerkrankungen möglicherweise eine BU erhalten.
  • Dread-Disease-Versicherung: Diese besondere Art der Versicherung schützt dich bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Herzkreislauferkrankungen.
  • Unfallversicherung: Solltest du eine Ablehnung erhalten, kannst du sich in der Regel immer noch bei einer durch einen Unfall bedingten Berufsunfähigkeit absichern. Hierfür bietet sich die private Unfallversicherung an. Hier musst du unbedingt auf den Grad der durch den Unfall bedingten Einschränkung achten.

Welche Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt bei Morbus Crohn?

Wurde Morbus Crohn bei Vertragsabschluss deiner Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht diagnostiziert und du hattest keine entsprechenden Leiden, die du bei den Gesundheitsfragen hättest angeben müssen, wird deine BU auch bei Morbus Crohn leisten. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung dazu führt, dass du deinen aktuellen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.

In der Regel musst du Morbus Crohn bei einer späteren Diagnose auch nicht „nachmelden“. Denn eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung enthält keine Klausel, die Versicherte zur Meldung von Krankheiten verpflichtet, wenn diese nach Versicherungsabschluss auftreten.

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