Berufsunfähigkeitsversicherung MS 2018-12-03T11:42:56+00:00
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Berufsunfähigkeitsversicherung bei Multipler Sklerose

Berufsunfähigkeit bei MS
Lesezeit: 12 min

Wer an Multipler Sklerose leidet, kann nie genau vorhersagen, wie die Krankheit verläuft. Sie wird aufgrund ihrer vielfältigen Ausprägungen auch „Krankheit der vielen Gesichter“ genannt. Wer mit der Diagnose MS eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, hat in der Regel keine Aussicht auf Erfolg. Tritt die Erkrankung jedoch nach Abschluss der BU auf, wird die Versicherung eine BU-Rente bezahlen. Hier erfahren Sie mehr über die Berufsunfähigkeitsversicherung und Multiple Sklerose.

Kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit MS abschließen?

Es ist nahezu unmöglich, mit einer diagnostizierten Multiplen Sklerose eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Zumindest, wenn diese Krankheit im Versicherungsschutz enthalten sein soll. Aber auch mit einem Leistungsausschluss ist eine BU beinahe unmöglich, wenn bereits die Diagnose MS gestellt wurde.

Eine sehr kleine Chance gibt es höchstens, wenn Diagnose und Gesundheitsfragen es erlauben, die MS-Diagnose nicht angeben zu müssen. Doch diese Möglichkeit ist eher unwahrscheinlich und meist nur im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge oder „Kollektiven BU“ im Betrieb möglich.

Eventuell kann auch eine sogenannte „Dread-Disease-Versicherung“ noch eine Möglichkeit sein. Diese Police leistet bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Herzkreislauferkrankungen. Doch auch hier ist mit Leistungseinschränkungen zu rechnen.

Multiple Sklerose

Bei Multipler Sklerose, kurz: MS, handelt es sich um eine chronische und entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die meist in jungen Jahren zwischen 20 und 40 Jahren ausbricht. In Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen daran.

Welche Ursachen MS hat, konnte von der Wissenschaft noch nicht eindeutig geklärt werden. Doch fast alle Experten sind sich darüber einig, dass Multiple Sklerose durch eine Art Auto-Immunreaktion verursacht wird. Dies bedeutet, dass der Körper eigene Zellen angreift. Bei MS zerstört er dadurch die Hüllschicht der Nervenzellen.
Mögliche Faktoren können Umwelteinflüsse sowie Gene sein. Die Forschung hat inzwischen auch Rauchen, Vitamin-D-Mangel in der Kindheit oder einzelne Viren im Verdacht, MS zu begünstigen.

Ein einheitliches Krankheitsbild gibt es nicht. So kann MS bei jedem Patienten anders verlaufen. Ebenso sind die Symptome häufig ganz unterschiedlich. Aus diesem Grund wird bei MS auch von der „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ gesprochen. Häufig beginnt MS in Schüben. Meist nach etwa zehn Jahren beginnt der fortschreitende Verlauf, bei welchem die Patienten immer stärkere Beschwerden haben und in ihrem Alltag immer mehr eingeschränkt sind.

Heilbar ist MS bis heute nicht. Doch mit Hilfe von Medikamenten und Therapien können die Schübe verhindert und mögliche Behinderungen verzögert werden.

Nicht mit Falschangaben Versicherungsschutz erzwingen

Sobald Antragsteller von einer MS-Erkrankung wissen, müssen sie diese auch im Versicherungsantrag bei den Gesundheitsfragen angeben. Denn falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen können ernsthafte Konsequenzen haben. So kann eine Versicherung die bisher gezahlten Prämien einbehalten und keine BU-Rente bezahlen, wenn feststeht, dass falsche Angaben im Versicherungsantrag gemacht wurden.

Darüber hinaus kann der Versicherer den Vertrag außerordentlich fristlos und einseitig kündigen, wenn Versicherte bei der Angabe von Vorerkrankungen gelogen haben. Im schlimmsten Fall sind MS-Kranke nicht abgesichert und müssen die bisher erhaltene BU-Rente trotz Berufsunfähigkeit zurückzahlen. Neben den Leiden durch die Erkrankung haben die Betroffenen dann auch noch finanzielle Schwierigkeiten. Kurz: Ehrlichkeit bei Gesundheitsfragen ist Pflicht.

Wird eine Multiple Sklerose noch nicht behandelt, der Versicherer hat jedoch die Vermutung, dass sich hinter den Angaben im Fragebogen eine ernsthafte Erkrankung verbirgt, kann er ein ärztliches Attest einfordern. Zu diesem Zweck muss der behandelnde Arzt von seiner Schweigepflicht entbunden werden.

Möglichkeit: Leistungsausschluss für MS vereinbaren

Sie können möglicherweise auch trotz MS eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Voraussetzung dafür ist, dass im Versicherungsvertrag Multiple Sklerose ausgeschlossen wird. Häufig werden dabei nicht nur MS allein, sondern auch alle damit verbundenen Folgeerkrankungen ausgeschlossen. Betroffene müssen in diesem Fall mit einem deutlich eingeschränkten Versicherungsumfang rechnen.

Sollten Sie jedoch aufgrund einer anderen Erkrankung berufsunfähig werden, zum Beispiel aufgrund eines psychischen Leidens, wird Ihre BU Ihnen die vereinbarte Rente zahlen, sobald Sie weniger als 50 Prozent in Ihrem letzten Beruf arbeiten können.

Grundsätzlich ist die Chance auf eine Aufnahme in die BU mit MS eher gering. Denn die Versicherer betrachten immer das gesamte Risiko. Und dieses ist bei dieser schweren Erkrankung sehr hoch.

Chancen auf Risikolebensversicherung sind besser
Wer an Multipler Sklerose leidet, kann die Chance auf eine Risikolebensversicherung nutzen. In diesem Fall geht es jedoch nicht um die eigene Absicherung bei Berufsunfähigkeit, sondern um die Absicherung von Angehörigen im Todesfall. Auf jeden Fall werden die Versicherungsgesellschaften bei Diagnose MS genau prüfen, doch ausgeschlossen ist ein solcher Versicherungsschutz nicht.

Zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Multipler Sklerose?

Wenn Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung vor der Diagnose MS abgeschlossen haben, wird sie auch bei einer durch MS bedingten Berufsunfähigkeit bezahlen. Deshalb ist es umso wichtiger, schon rechtzeitig für einen entsprechenden Versicherungsschutz zu sorgen. Ob Sie sich dabei für eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Schüler oder eine BU für Studenten entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, mit dem ersten eigenen Gehalt eine BU abzuschließen.

Wer bereits in jungen Jahren mit der BU startet, profitiert zudem von günstigen Prämien. Wird später Multiple Sklerose diagnostiziert, sind Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit voll abgesichert.

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