Berufsunfähigkeitsversicherung Steuern 2018-11-28T12:20:49+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung und Steuern – darauf sollten Sie achten

Steuern in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Lesezeit: 12 min

Das Thema „Steuern“ spielt bei der Berufsunfähigkeitsversicherung in verschiedener Hinsicht eine Rolle. Zum einen lassen sich die Beiträge für die BU von der Steuer absetzen. Zum anderen müssen Versicherte berücksichtigen, dass die BU-Rente im Leistungsfall möglicherweise besteuert werden kann. Hier haben wir alle wichtigen Details rund um Berufsunfähigkeitsversicherung und Steuern für Sie zusammengestellt.

Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen – die wichtigsten Aspekte

Gemäß gültigem Steuerrecht können Sie Beiträge für Versicherungen steuerlich geltend machen. Dies gilt auch für Berufsunfähigkeitsversicherungen. Sie werden als Sonderausgaben im Segment „andere Versicherungen“ angegeben. Sie können dabei die Prämien für selbständige Berufsunfähigkeitsversicherungen ebenso wie für Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) von der Steuer absetzen.

Das klingt zunächst sehr gut, doch tatsächlich haben nur wenige Arbeitnehmer oder Selbständige die Möglichkeit, ihre BU-Beiträge von der Steuer abzusetzen. Denn die absetzbaren Summen sind begrenzt. Zugleich werden unter die absetzbaren Steuern auch Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung gefasst.

Die Höchstbeiträge sind:

  • 1.900 Euro pro Jahr für Angestellte
  • 2.800 Euro pro Jahr für Selbständige

In der Regel erreichen Angestellte mit ihren Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung diese Höchstgrenze bereits bei einem Jahreseinkommen von knapp über 20.000 Euro. Wer jedoch Alleinverdiener, angestellt und verheiratet ist, kann bei Einkünften von unter 40.000 Euro meist Beiträge für die BU geltend machen. Denn dann hat er die Höchstgrenze noch nicht erreicht.

Die steuerlichen Vorteile beim Absetzen der BU können in folgenden Fällen genutzt werden:

  • Studenten: Sie zahlen nur geringe monatliche Beiträge in die Krankenkasse. Wenn sie einen steuerpflichtigen Nebenjob ausüben, können sie die Beiträge für die BU absetzen.
  • Verheiratete mit einem Alleinverdiener: In diesem Fall kann auch der in der GKV kostenlos mitversicherte Ehepartner den Höchstbetrag von 1.900 Euro pro Jahr für Versicherungen voll geltend machen.
  • Azubis: Auszubildende haben meist ein niedriges Gehalt. Gleichzeitig bezahlen sie nur geringe Beiträge an die GKV. Auf diese Weise schöpfen sie die Höchstgrenze von 1.900 Euro jährlich nicht aus, sodass die Beiträge für die BU steuerlich angerechnet werden können. Voraussetzung ist natürlich, dass das Einkommen aufgrund des angesetzten Freibetrags auch versteuert werden muss.

Lassen Sie von einem Steuerberater prüfen, ob Sie auch die BU-Prämien für Ihre Kinder, zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler, absetzen können.

BU-Kosten absetzen bei Kombination mit Rürup-Rente

Wenn Sie eine BU separat abgeschlossen haben, werden die Beiträge als sogenannte „andere Versicherungen“ abgesetzt. Handelt es sich jedoch um eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die mit einer Rürup-Rente kombiniert wird, können Sie die Beiträge bis zu einer Höhe von 23.712 Euro bei allein veranlagten Steuerzahlern und bis zu 47.427 Euro pro Jahr bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern absetzen.

Voraussetzung für die Absetzbarkeit Ihrer BU in Kombination mit der Rürup-Rente ist, dass die Zusatzabsicherung nicht mehr als 50 Prozent der gezahlten Beiträge umfasst. Bei der Berücksichtigung der Kosten wird immer der Nettobetrag nach Abzug der erwirtschafteten Überschüsse verwendet.

Berufsunfähigkeitsrente versteuern – drei mögliche Modelle

I. BU-Rente in Kombination mit Rürup-Rente

Wenn Sie eine Basis-Berufsunfähigkeitsrente beziehen wollen, die mit einer Rürup-Rente kombiniert wurde, können Sie auf Wunsch die Beiträge zur BU steuerlich absetzen.
Allerdings müssen Sie dann im Leistungsfall auf die ausgezahlte BU-Rente Steuern bezahlen. Besteuert werden dabei bei Rentenbeginn 76 Prozent, später bis zu 100 Prozent der Rente.
Wer somit durch die Rürup-BU-Kombination noch mehr Steuern durch Beiträge sparen möchte, muss bedenken, dass er seine Renteneinkünfte im Leistungsfall voll besteuern muss.

II. Berufliche Berufsunfähigkeitsrente durch den Betrieb

Wer eine betriebliche Berufsunfähigkeitsrente bezieht, kann die Beiträge zwar direkt aus dem Bruttoeinkommen bezahlen und spart so Steuern. Doch wenn die Leistungsphase eintritt, müssen Betroffene bei diesem BU-Modell die vollen Sozialversicherungsbeiträge auf die BU-Rente bezahlen. Darüber hinaus sind die Einkünfte in vollem Umfang steuerpflichtig.

III. Private Berufsunfähigkeitsrente

Gemäß dem Einkommensteuergesetz können Prämien für die private Berufsunfähigkeitsversicherung als Sonderausgaben oder Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden. Wichtig für die steuerliche Geltendmachung ist, dass die Versicherungsdauer bis zum 67. Lebensjahr reicht.

Wer eine private BU-Rente bezieht, muss diese Einnahmen versteuern. Diese gelten als eine Art „Leibrente“. Wie hoch die Steuerzahlungen bei dieser Form der BU-Rente ausfallen, hängt vom sogenannten „Ertragsanteil“ ab. Dabei wird berücksichtigt, wie lange die Rentendauer ab Beginn der ausgezahlten monatlichen BU-Rente ist.

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