Gesetzliche Krankenversicherung2019-05-07T09:47:47+02:00

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Home Gesetzliche Krankenversicherung Lesezeit: 7 min

Die gesetzliche Krankenversicherung ist eine tragende Säule in dem dualen Krankenversicherungssystem in Deutschland. Angestellte und Arbeiter, die weniger als 4.687,50 € brutto monatlich verdienen, sind in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Die gesetzliche Krankenkasse finanziert sich nach dem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die Beitragseinnahmen die Ausgaben decken. Eine kapitalgestützte Deckung der Kosten wie bei der privaten Krankenversicherung ist nicht vorgesehen.

Der normale Beitragssatz beträgt aktuell 14,6 % und wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Die Krankenkassen dürfen aber Zuschläge auf den Beitrag erheben, die allein von den Arbeitnehmern getragen werden. Der durchschnittliche Krankenversicherungsbeitrag liegt in Deutschland 2016 bei 15,6 %.

Sind die gesetzlichen Krankenkassen alle gleich?

Knapp 95 % der Leistungen der Krankenkassen sind durch die Gesetzgebung vorgeschrieben, bei den anderen 5 % dürfen die Kassen frei entscheiden, ob und in welcher Höhe sie Leistungen anbieten. Deswegen gibt es tatsächlich deutliche Unterschiede in den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Zudem unterscheiden sich die Beitragssätze. Die teuersten Krankenkassen erheben schon jetzt Beiträge von 16,1 %, während günstige Kassen nur einen Beitragssatz von 14,9 % verlangen.

Unterschiede gibt es zum Beispiel bei folgenden Behandlungsarten:

  • professionelle Zahnreinigung
  • Osteopathie
  • Akupunktur
  • erweiterte Vorsorgeuntersuchungen

Es gibt Krankenkassen, bei denen eine professionelle Zahnreinigung generell nicht übernommen wird, es gibt aber auch Kassen, bei denen Sie bis zu 75 Euro Zuschuss für eine solche Behandlung erhalten. Ähnlich sieht es bei den anderen Punkten aus, einige Kassen übernehmen die Kosten, andere nicht.

Kann ich in jede gesetzliche Krankenkasse wechseln?

Grundsätzlich können Sie in jede gesetzliche Krankenkasse wechseln. Es gibt allerdings Krankenkassen, die nur regional in einem bestimmten Bundesland tätig sind und Krankenkassen, die nur für Mitarbeiter von bestimmten Unternehmen geöffnet sind. Zu diesen Krankenkassen können Sie dann nicht wechseln. Bei allen anderen Krankenkassen können Sie einen Aufnahmeantrag stellen. Die Kassen sind verpflichtet, jeden Antragsteller unabhängig von seinem Gesundheitszustand und seinem Alter anzunehmen.

Der Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse ist möglich, wenn Sie zuvor mindestens 18 Monate bei der bisherigen Kasse versichert waren. Zudem haben Sie bei Beitragserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht, das Sie unabhängig von der Zugehörigkeit zur Kasse ausüben können. Ihre Kündigung wird immer zum 1. des übernächsten Monats wirksam. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Sie Ihrer bisherigen Krankenkasse eine Mitgliedschaftsbestätigung der neuen Versicherung vorlegen, sonst verliert die Kündigung ihre Wirksamkeit und Sie bleiben dort versichert.

Worauf muss ich bei der gesetzlichen Krankenkasse achten?

Ein Großteil der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ist vom Gesetzgeber festgelegt, bei den Zusatzleistungen gibt es hingegen Unterschiede. Es kommt bei der Auswahl der Krankenkasse vor allem darauf an, welche Leistungen Ihnen wichtig sind. In der Struktur unterscheiden sich die Krankenkassen ebenfalls. Wenn Ihnen eine persönliche Beratung vor Ort wichtig ist, wählen Sie eine Krankenkasse mit einem gut ausgebauten Servicenetz wie zum Beispiel die DAK oder Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Wenn Sie auf eine persönliche Betreuung verzichten können, werden Kassen interessant, die vor allem eine telefonische Beratung bieten, aber kaum Geschäftsstellen haben. Da diese Krankenkassen oft niedrigere Kosten haben, fällt auch der Beitragssatz meist etwas geringer aus.

Die europäische Krankenversicherungskarte – Versicherungsschutz auch im Ausland?

Auf der Rückseite einer Krankenkassenkarte ist die europäische Krankenversicherungskarte abgedruckt. Mit dieser können Sie theoretisch auch im europäischen Ausland ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. In der Praxis gibt es dabei aber häufiger Probleme. Erstattet werden nur Leistungen, die auch in Deutschland erstattet werden würden. Einige Krankenhäuser und Ärzte in Urlaubsländern rechnen aber privat mit dem Patienten ab oder berechnen Gebühren für Zusatzleistungen, die nicht erstattungsfähig sind.

Wenn Sie bei Auslandsaufenthalten für einen ausreichenden Versicherungsschutz sorgen wollen, schließen Sie am besten zusätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung ab. Diese übernimmt die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen unabhängig von der gesetzlichen Krankenkasse in voller Höhe.

Felix Maschefski - Unser Versicherungsexperte

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Selbstständig und gesetzlich versichert – geht das?

Als Selbstständiger können Sie sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Sie zahlen dann aber den kompletten Beitrag für Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. Abhängig von Ihrer individuellen Situation kann die freiwillige Versicherung sinnvoller sein als ein Wechsel in die private Krankenversicherung. In der gesetzlichen Versicherung sind Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen in der Regel beitragsfrei mitversichert. In der privaten Versicherung zahlt jede versicherte Person einen eigenen Beitrag. Wenn Sie minderjährige Kinder haben, ist die gesetzliche Krankenversicherung oftmals insgesamt günstiger als die private Krankenversicherung. Dafür sind die Leistungen im Vergleich zur privaten Versicherung schlechter.

Die Höhe Ihres Beitrags orientiert sich an Ihrem Einkommen. Verdienen Sie als Selbstständiger weniger, reduziert sich auch Ihr Beitrag zur Krankenversicherung. Bei der privaten Krankenversicherung zahlen Sie Beiträge unabhängig von Ihrem Einkommen. Zudem ist jede gesetzliche Krankenkasse zur Annahme Ihres Mitgliedsantrags verpflichtet, selbst wenn Sie bereits Vorerkrankungen haben. Die private Krankenkasse kann Ihren Antrag ablehnen oder Leistungen für vorhandene Krankheiten ausschließen.

Krankentagegeld bei freiwillig versicherten Personen

Freiwillig versicherte Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben einen Anspruch auf das normale Krankentagegeld, wenn sie normalen Beitragssatz bezahlen. Die Krankenkasse zahlt dann das Krankentagegeld ab dem 42. Tag der Arbeitsunfähigkeit aus. Für die meisten Selbstständigen ist diese Leistung aber nicht ausreichend. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder entscheiden Sie sich für einen Wahltarif bei der gesetzlichen Krankenkasse, der eine frühere Leistung vorsieht oder Sie wählen eine Krankentagegeldversicherung bei einem privaten Versicherer. Wenn Sie sich für einen Wahltarif der gesetzlichen Kasse entscheiden, sind Sie für mindestens drei Jahre an die Krankenkasse gebunden, das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen entfällt in diesem Zeitraum.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind immer durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Wenn Sie deutlich mehr als 4.237,50 € monatlich verdienen, ist eine private Krankentagegeldversicherung die bessere Wahl, weil Sie die Höhe der Tagegeldzahlung frei bestimmen können.

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