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Cyberpolicen sind ein noch relativ junger Markt. Das Geschäft mit Cyberversicherungen wächst. Doch die Angebote sind noch ziemlich unterschiedlich und die Risiken schwer zu fassen. Das erhöht die Chancen für Makler, in diesem Geschäftsfeld nachhaltig Fuß zu fassen. Es erhöht allerdings auch das Risiko von Ärger gleich auf mehreren Ebenen.

Neue Geschäftsfelder bergen bekanntlich stets Potenzial in alle Richtungen. Das gilt für Chancen und Risiken. Zu den Chancen aus Maklersicht gab vor gar nicht langer Zeit die Studie „Der Cyber-Monitor (gewerblich und privat) im Maklermarkt 2019“ vom Marketing Research Team Kieseler (MRTK) näher Aufschluss.

Beachtlich viele Makler haben das neue Geschäftsfeld Cyberversicherung bereits aktiv auf dem Schirm.

Wie unter anderem FONDS professionell berichtete, förderte die MRTK-Analyse zutage, dass 2019 bereits jeder dritte Versicherungsmakler (34 Prozent) der befragten 238 Makler und Mehrfachvermittler im gewerblichen Cybergeschäft tätig ist.

Ende 2017 lag der Wert noch bei 21 Prozent. Private Cyberversicherungen vermittelten erst 16 Prozent der Kollegen (2017: 7 Prozent). Und größere Maklerbüros und jüngere Vermittlerkollegen wären insbesondere beim Geschäft mit dem gewerblichen Cyberschutz nochmals deutlich aktiver.

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Was Cyberversicherungen und Cyberversicherer können sollten

In punkto Risikoabdeckung der Produkte meinten 24 Prozent der Makler der Studie zufolge, dass Cyber-Policen gegen Hackerangriffe absichern sollten. Je 21 Prozent votierten für die Schadendeckung und die Wiederherstellung bei Datenverlust im Ernstfall. Und jeweils 19 Prozent betonten die Deckung von Haftpflicht- und Fremdschäden sowie die von Betriebsunterbrechungen.

Neben der Leistungsfähigkeit der Produkte wurden die Makler ebenfalls nach der gewünschten Cyberkompetenz der Versicherer befragt. 91 Prozent wünschten sich eine explizite Expertise der Versicherungsgesellschaften auf dem Gebiet. Besonders betont wurde dabei die Beratung im Cyber-Schadensfall.

88 Prozent erhofften sich von den Gesellschaften zudem Unterstützung bei der Risikoanalyse, auch mit IT-Spezialisten. Und 86 Prozent erwarteten Hilfe bei der präventiven Beratung. Nicht nur um Geschäft zu machen, sondern ebenso um eigene Kompetenzen auf dem Gebiet aufzubauen, sind sogar schon 23 Prozent der Vermittler eigene Kooperationen mit IT-Dienstleistern eingegangen.

Probleme bei Cyberpolicen nehmen zu

Dass das nicht die allerschlechteste Idee gewesen sei, zeigt die jüngste Entwicklung. Wie unter anderem AssCompact jüngst berichtete, steigen – anders als es noch beim „Cyber-Monitor 2019“ von MRTK angegeben wurde – die Schadensquoten inzwischen rasch an. Immer mehr Versicherer heben deshalb nun die Prämien an und kürzen bei den Versicherungssummen.

Teilweise verdoppelten sich kürzlich die Prämiensätze, während die Versicherer zugleich ihre Limits auf Größenordnungen um die 15 Millionen Euro reduzierten, erklärte Achim Fischer-Erdsiek, Geschäftsführender Gesellschafter von NW Assekuranz ProRisk und im Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Versicherungsmakler e.V. (BDVM), in dem Fachartikel.

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Es besteht noch zu oft ein Delta zwischen den abgefragten und in den Versicherungsbedingungen hinterlegten Risikoinformationen und den tatsächlichen Gegebenheiten.

Einige wesentliche Probleme seien damit hausgemacht. Der Cyberversicherungsexperte weist darauf hin, dass teils die Erfahrung und die personellen Kapazitäten bei den Versicherern fehlen würden. Oder dass teils auch die hohe Komplexität des Themas an der wirklichen Handhabung durch die Gesellschaften vorbeiginge.

Das führe dann laut Fischer-Erdsiek zu überraschenden Regulierungssituationen, aber eben nicht, weil der Kunde die Risikobewertung falsch durchgeführt habe, sondern weil die Risikoabfrage selbst gar nicht das eigentliche Problem abbilden würde.

Gilt auch für Makler: Proaktiv besser gegen Attacken schützen!

Nicht zu unterschätzen ist ebenso die Tatsache, dass Versicherungsmakler nicht nur als Vermittler vom Thema betroffen sind, sondern ebenfalls als Kunden selbst. Wie Finanzanlagen- oder Kreditvermittler sind sie meist frei und selbstständig tätig.

Deshalb sollten Makler ihr eigenes Unternehmen gegen diverse Risiken schützen, eines davon ist Cybersicherheit. Laut „Hiscox Cyber Readiness Report 2019“ der gleichnamigen auf Cyberversicherungen spezialisierten Gesellschaft wurden 2019 international immerhin schon 47 Prozent aller kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern mindestens einmal Opfer einer Cyberattacke.

Schadsoftware, Datenschutzverletzungen, Datenverlust und Ransomware-Attacken sorgen besonders häufig für Ärger.

Hacker greifen nicht nur digital gesteuerte Produktionsanlagen an. Sensible Kundendaten, wie sie Makler beispielsweise in einem Maklerverwaltungsprogramm (MVP) administrieren, sind ebenso Ziel. Dabei könnte jeder Makler eine Menge nützlicher Maßnahmen für die Cybersicherheit seines Maklerbüros schnell auf den Weg bringen.

Neben der offensichtlichen Möglichkeit des Abschlusses einer eigenen Cyber-Versicherung böten sich etwa folgende fünf grundlegende Maßnahmen an:

  • Risikomanagement: Nehmen Sie Cybersicherheit ernst. Identifizieren und bewerten Sie strategisch die Schwachstellen und die Risikopotenziale in Ihrer Firma. Technische Schwachstellen sind in der Regel rasch und kostengünstig zu beheben. Personelle Schwachstellen dagegen benötigen intensive Schulungs- und Qualifikationsmaßnahmen.

  • Sicherheits- und Notfallpläne: Auch wenn der Ernstfall noch nicht eingetreten ist. Entwerfen und trainieren Sie Workflows für das Management koordinierter Verfahren, falls ein Cyberangriff erfolgen sollte. Sicherheits- und Notfallpläne geben Struktur und helfen. Sicherheit zu steigern ist immer eine geteilte Verantwortung.

  • Handlungsspielräume: Neben den kontinuierlichen Trainings und Weiterbildungen für sich selbst und Ihr Personal, sollten Sie und Ihre Mitarbeiter über einen gleichermaßen effektiven Handlungsspielraum verfügen. Geben Sie Ihren Mitarbeitern den Handlungsspielraum, um die definierten Workflows im Notfall auch reibungslos umzusetzen.

  • Aktualisierungen und Tests: Schulungen sind keine einmalige Angelegenheit. Qualifikationsmaßnahmen sollten periodisch wiederholt und vertieft werden. Regelmäßige unangekündigte Tests wie etwa simulierte Phishing-Attacken geben zudem praktisch darüber Auskunft, wie leistungsfähig Ihr Cybersicherheitskonzept wirklich funktioniert.

  • Sicherungen: Backups Ihrer Daten sollten Sie täglich vornehmen und physisch getrennt von Ihrer netzverbundenen IT-Tagesanlage aufbewahren. Sonst infizieren sich beispielsweise mit Schadsoftware befallene Systeme immer wieder aufs Neue durch sich selbst.

Tipp

Wenn Sie als Versicherungsmakler, womöglich sogar als sogenannter „Digital Native“ bestens mit Cybersicherheit vertraut sind, kommen Ihnen einige der Empfehlungen hier vielleicht angestaubt vor. Die Praxis zeigt jedoch, dass sie es trotz aller Logik leider (noch) nicht sind.

Bestes Beispiel dafür ist, dass die tägliche und systemgetrennte Backup-Datensicherung oft noch nicht einmal Pflicht in vielen Versicherungsbedingungen etlicher Cyber-Policen ist. Dabei könnte eine simple Backup-Pflicht schnell für erheblich mehr Sicherheit, geringere Schadenshöhen und damit deutliche Entspannung bei der Prämienentwicklung sorgen.

Und auch das entlastende Delegieren und Outsourcen von großen Teilen Ihrer Cybersicherheit ist eine durchaus mögliche Alternative. Als Kooperationsmakler des digitalen Versicherungs-Marktplatzes wefox etwa, brauchen Sie sich zumindest um die Cybersicherheit Ihres MVP nicht mehr sorgen.

Das erledigen dann nämlich die sichere Systeminfrastruktur und die IT-Spezialisten des Insurtechs für Sie. Kooperationsmakler nutzen das Online-MVP einfach genauso umsichtig wie zuvor die eigene Single-Lösung, können aber jederzeit ohne nennenswerte Zusatzinvestitionen davon ausgehen, dass alle Daten und Prozesse dort sicher sind.

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