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Die technische Vernetzung zwischen Versicherern und Maklern ist immer wieder Thema in der digitalen Transformationsdebatte. Besonders involviert darin sind für gewöhnlich die Versicherungsunternehmen und Versicherungsvermittler, aber auch die Hersteller von Maklerverwaltungsprogrammen (MVP) und entsprechende Insurtechs.

Wie es um die Fortschritte der technischen Anbindung zwischen Versicherern und Maklern steht, hat jüngst wiederholt die dvb Dienstleistungs GmbH (deutsche-versicherungsbörse.de) in ihrem jährlichen Makler-Audit 2019 „IT-Prozesse im Maklerunternehmen Vertrieb. Administration. Technik.“ untersucht.

Datenqualität und Prozessunterstützung müssen genauso stimmen wie Produkte, Tarife und Verdienstmöglichkeiten. Nur dann empfiehlt sich ein Versicherer heute noch nachhaltig als Produktpartner für den Makler.

Auf dem Prüfstand standen deshalb die aktuellen Umsetzungsstände von BiPRO-Normen und vergleichbaren proprietären Services. Befragt wurden dazu MVP-Hersteller und Versicherer. Parallel horchten sich die Autoren des Fachportals online unter Versicherungsmaklern um, inwieweit diese die angebotenen Funktionen tatsächlich in ihre Arbeitsprozesse integrieren.

Ein aus IT-Spezialisten und Maklern zusammengesetzter Beirat des Urhebers bewertete schließlich, welche Versicherer derzeit die beste technische Vertriebsunterstützung bieten. Und weil die Ergebnisse zumeist sehr dicht beieinanderlagen, vergaben die Autoren anstelle von Einzelplatzierungen die Kategorien Gold, Silber und Bronze.

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Makler drängen auf bessere Anbindung

Mit dem Volkswohl Bund schnitt der Gewinner des Vorjahres als einziger Kategorie Gold-Träger auch 2019 erneut am besten ab. Das auf den Maklervertrieb spezialisierte Versicherungsunternehmen ließ die anderen Gesellschaften mit nahezu 24 Prozentpunkten Vorsprung deutlich hinter sich.

Dahinter folgen in der Silber-Kategorie dicht beieinander die Gothaer, Stuttgarter, Nürnberger, Die Haftpflichtkasse, Allianz und Rhion. Das Spitzenfeld runden mit einigem Abstand in der Bronze-Kategorie die WWK, Janitos, Alte Leipziger und Axa ab.

Die nichtgenannten Versicherer unter den 22 analysierten Gesellschaften hätten bei der digitalen Anbindung des Maklervertriebs oft noch erheblichen Nachholbedarf. Für sie gab es dieses Jahr in der Gesamtwertung kein Gold, Silber oder Bronze, sondern nur digitales Blech.

Moderne Makler und ihre digitalen Maklerbüros fordern den elektronischen Datenaustausch von den Versicherern verstärkt ein. Das ist gut so!

Und das ist unter anderem einer der Gründe dafür, warum etwa der Abstand zwischen den Silber- und Bronzeplatzierungen fast schon zehn Prozentpunkte beträgt. Die Ursachen lägen hier vor allem in den für Versicherungsmaklern sehr wichtigen Umsetzungen der 500er BiPRO-Normen und der BiPRO-Norm 430.4 UC4, so die Autoren.

Besonders großen Einfluss hatten bei der Analyse die Themen Übertragung von Daten und Dokumenten, BiPRO-Schnittstellen für Bestandsprozesse und MVP-Anbindungen. Der Studienurheber maß allein diesen drei Implementierungen bei der Gesamtgewichtung der Ergebnisse zusammen beachtliche 72 Prozent bei.

Das schlug stark auf die Rankingergebnisse durch. Zudem ergab die Befragung, dass die Makler ein unvermindert großes Interesse an weiterer digitaler Prozessoptimierung innerhalb der Assekuranz hätten.

MVPs und Extranets im Fokus

Unverändert positiv sei der Maklerzuspruch bei den verwendeten MVP-Systemen, mit denen Versicherungsvermittler ihre Services und Kundendaten nach wie vor am liebsten verwalten. So gut, dass 86 Prozent einen Wechsel des eingesetzten Systems sogar ausdrücklich ablehnen. Die Nutzer selbst entwickelter MVPs stoßen dabei jedoch zunehmend an technische Grenzen.

Diese Makler sind laut der dvb-Umfrage dann oft eher zu einem Wechsel bereit. Doch auch bei den generell zufriedenen Anwendern konventioneller MVPs nehmen die unzufriedenen Stimmen zu. Als größte Bremsklötzer bei der Weiterentwicklung und Anwenderfreundlichkeit gelten unter Maklern eben jene schon erwähnten Themen Datenqualität und Prozessunterstützung durch die Versicherer.

Und wenn die prozessuale Unterstützung durch den Versicherer dauerhaft deutlich dem Marktstandard hinterherhinkt, steigt die Wechselwilligkeit unter Maklern drastisch an. Dann seien sogar 80 Prozent geneigt, den Produktpartner zu ersetzen. Letztlich geht es Versicherungsmaklern schlicht um den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

MVPs und Extranets sind Werkzeuge. Werkzeuge müssen gut funktionieren. Andernfalls werden sie durch bessere Werkzeuge ersetzt.

Ein ambivalenteres Bild bietet sich bei den Extranets der Gesellschaften. Mehr als die Hälfte der interviewten Versicherungsmakler gab zwar an, ihre Nutzung von Extranets in den letzten fünf Jahren habe zugenommen. Das geschehe allerdings eher aus Frust statt Lust.

So sind zwei Drittel aller Befragten bestenfalls „mittelmäßig zufrieden“ und 28 Prozent „überhaupt nicht zufrieden“ mit der Extranetsituation. Die Extranets bleiben unbeliebt. So analysiert es sinngemäß Friedel Rohde, Geschäftsführer des Studienurhebers dvb.

Viele Makler würden Extranets nur deshalb so stark und teils noch verstärkter nutzen, weil die Versicherungsgesellschaften sich selbst immer schwerer erreichbar machten. Etwas abgemildert würde dieser Eindruck nur durch die Tatsache, dass die BiPRO-440-Norm die Nutzung von Extranets aus etlichen MVPs heraus zumindest fühlbar komfortabler gestaltet.

Oder wie Rohde hinzufügt, würde „der Sprung in das Extranet via ‚Deep Link‘ […] rege genutzt.“ Denn er würde eben „aufgrund der nicht erforderlichen Anmeldeprozedur teilweise gar nicht mehr als Nutzung des Extranets wahrgenommen.“

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An 3 Punkten sollten Versicherungsmakler selbst nachsteuern

Die dvb-Studie führt ebenso auf die Spur von Problemen, die von den Maklern teils selbst verursacht werden. Weitere Experten weisen ebenfalls auf ähnliche Phänomene hin. So passen folgende drei Sachverhalte exemplarisch ganz und gar nicht zum berechtigten Anspruch der Maklerschaft nach besserer digitaler Anbindung:

  • Datenaktualisierung: Auf die Studienfrage, wie die Datenaktualisierung im eigenen MVP-System erfolgt, antwortete mehr als die Hälfte aller Makler mit manueller Datenpflege. Zwei Drittel davon würden für diese manuellen Anpassungen, die kaum Mittel zum automatischen Datenclearing bieten, über 20 Arbeitsstunden monatlich aufwenden. Das klingt wirklich nicht mehr sehr zeitgemäß.
  • Prozessinkonsequenz: Während viele freie Makler mit ihren begrenzten IT-Ressourcen bei Verwaltungsprozessen von Bestandsdaten schon große digitale Fortschritte gemacht haben, bleiben sie bei TAA-Prozessen (Tarifierung, Angebot, Antrag) oft noch hinter aktuellen Möglichkeiten zurück. Gerne ist zum Beispiel von moderner „Dunkelverarbeitung“ die Rede.

    Doch dann werden Antragsdaten nicht automatisch per Webservice zum Versicherer geschickt, sondern händisch als PDF via Mail. Oder es werden eben nur Teilprozesse mit Netzwerk- und Webservices unterstützt. Letztlich kommt es dadurch wieder zu den traditionell üblichen Rückfragen und Nachbearbeitungen.

    Echte TAA-„Dunkelverarbeitung“ geht anders. Die erkennt man nämlich beispielsweise daran, dass sie an die Webservices des jeweiligen Versicherers direkt angebunden ist, eine vollständige und qualifizierte Befüllung des Antrags einschließlich digitaler Unterschrift gestattet oder übermittelte Daten in Echtzeit validiert.

  • Systemische Flickwerke: Direkt mit der Prozessinkonsequenz im Schnittfeld zwischen manueller und digitaler Verarbeitung in Zusammenhang stehend, ist oft ein wahrer Flickenteppich von verwendeten Systemen zu beobachten. Über die Jahre haben sich etwa verschiedene Kunden- und Datenbestände bei diversen Pools und Versicherern an unterschiedlichen Orten angesammelt.

    Doch anstatt anzustreben, diesen Flickenteppich in eine einzige und zentrale Systeminfrastruktur zu überführen, die leistungsfähig alle Erforderlichkeiten abbilden und digital umsetzen kann, wird weiter gepuzzelt. Der Hintergrund dessen ist freilich historisch gewachsen. Und oft ist es zudem eine echte Herausforderung, daran etwas zu ändern. Es lohnt sich jedoch!

Tipp

Wenn Sie als Versicherungsmakler die Chancen digitaler Prozessoptimierung voll nutzen möchten, empfiehlt es sich das Thema komplett in Ihre Betriebsabläufe zu integrieren. Gleichzeitig sollten Sie ein Auge darauf haben, dass Sie ein System wählen, dass auch morgen noch Schritt hält mit der schnell fortschreitenden digitalen Transformation.

Dabei bieten Ihnen zum Beispiel Insurtechs wie der digitale Versicherungs-Marktplatz wefox interessante Möglichkeiten. Mit dem Online-MVP dieses Dienstleisters können angeschlossene Kooperationsmakler alle Altbestände sicher zusammenführen, um sie in Zukunft einfach, effizient und digital zu verwalten.

wefox nimmt seinen Kooperations-Maklern jedoch nicht nur den IT-Aufwand ab und sorgt stets für optimale digitale Prozesse mit den Versicherungsunternehmen. Das Insurtech greift Ihnen zudem vertraglich garantiert mit qualitativ hochwertigen Leads aus dem eigenen Netzwerk unter die Arme.

Unterm Strich summieren sich der bessere Überblick und der geminderte Verwaltungsaufwand, der moderne IT-Support und der gesteigerte Neukundenkontakt relativ zügig. So finden Sie als Makler wieder mehr Zeit für das Wesentliche: echte Kundenberatung und reales Geschäft!

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