Digitalisierung senkt Stress am Arbeitsplatz bei Versicherungsmaklern deutlich

Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit.

Lesezeit: 5 min

63 Prozent der Deutschen schätzen ihren Stresslevel im Arbeitsalltag als hoch oder eher hoch ein. Arbeitsbedingte Stressbelastung weitet sich damit zur Volkskrankheit aus. So geht es aus einer aktuellen „Stress Statistik“ hervor, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Versicherungs- und Finanzberatungsunternehmens Swiss Life AG durchgeführt hat.

Befragt wurden im Juni 2019 deutschlandweit insgesamt 2.027 Personen. Die gewichteten Ergebnisse der Studie sind laut der Verfasser repräsentativ für die arbeitende deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Unterm Strich kristallisiert sich ein Teufelskreis heraus: Mehr Gehalt bedeutet für die meisten mehr Stress, weniger Gehalt weniger Stress. Weniger verdienen will vermutlich aber kaum jemand.

Nach den konkreten Gründen für die Auslöser arbeitsbedingten Stresses befragt, hatten die Interviewten demnach die Auswahl aus etlichen Ursachen – den sogenannten Stressoren. Unter denen sollten sie jeweils drei auswählen, die aus ihrer Sicht den Stress besonders stark förderten.

Beachtliche 46 Prozent meinen, dass sie vor allem unter „Zeitdruck“ leiden. Knapp dahinter kommt für 45 Prozent eine unangenehme „Arbeitsatmosphäre“. Darunter sind auch schlechte Beziehungen zwischen Kollegen und das Betriebsklima erfasst.

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Hinter dem Spitzenduo liegt mit 32 Prozent der „Leistungsdruck“ und mit 31 Prozent eine zu „große Aufgabenmenge“. Die Stressoren „Angst um den Arbeitsplatz“ und „dauerhafte Erreichbarkeit“ fielen mit je 21 Prozent eher weniger ins Gewicht. „Flexibilität“ (12 Prozent) und „Aufgabenvielfalt“ (9 Prozent) stressen die Deutschen kaum.

Besonders gestresst fühlen sich die Menschen in Schleswig-Holstein (69 Prozent), Bayern (68 Prozent) und Thüringen (68 Prozent). Am wenigsten gestresst sind die Berufstätigen in Baden-Württemberg (59 Prozent), Sachsen-Anhalt (58 Prozent) und Brandenburg (57 Prozent).

Interessant ist, dass sich bei der angemessenen Vergütung ein nahezu umgekehrtes Bild zeigt. Sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Bayern meinen die Menschen im Verhältnis zum Rest Deutschlands, besonders angemessen vergütet zu werden (je 61 Prozent). Nur Thüringen schlägt aus der Reihe.

Hier empfinden die wenigsten (47 Prozent) ihre Arbeit angemessen bezahlt, während der Stresslevel (68 Prozent) hoch ist. Die Menschen in Brandenburg (54 Prozent) und Sachsen-Anhalt (52 Prozent), die oft unzufrieden mit ihrer Bezahlung sind, werden dagegen wie erwähnt eher weniger vom Stress heimgesucht.

Überholte Risikoszenarien bei Versicherern und überholtes Berufsverständnis bei Maklern

Die naheliegende Vereinfachung, dass Geld allein doch nicht glücklich macht, greift gewiss zu kurz. Denn Stress am Arbeitsplatz kann weder den Arbeitenden, noch den Arbeitgebern und schon gar nicht den Versicherern egal sein. Inzwischen sind psychische Erkrankungen sogar einer der häufigsten Gründe, warum Berufsunfähigkeits-Leistungen bezogen werden.

Dauerhafter Stress erhöht das Risiko für ernste seelische Erkrankungen deutlich. Die tradierte Einstellung, dass körperliche Tätigkeiten mit hoher Unfall- und Verschleißgefahr wie bei Fliesenlegern und Bauarbeitern klassische Risikoberufe sind, hat sich überholt.

Kopfarbeiter mit langen Bürozeiten und ansprechenden Tätigkeitsbildern sind heute scheinbar verstärkt BU-gefährdet. Mehr Geld zu verdienen, führt hier immer öfter direkt in die Krankheit und damit zum Versicherungsfall.

Doch auf Verschleiß zu laufen, lohnt sich nicht länger. Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und kompetente Arbeitnehmer ist leergefegt.

Wird ein Mitarbeiter krank, steht schon lange nicht mehr gleich der nächste geeignete Kandidat Gewehr bei Fuß, um die Lücke zu füllen. Somit sollte jeder Betrieb von sich aus an der Erhaltung der Arbeitskraft seiner Mitarbeiter interessiert sein.

Das gilt natürlich auch für die Versicherungen, deren Mitarbeiter und vor allem für selbstständige Versicherungsmakler und freie Maklerbüros. Denn die versichern nicht nur den Stress der anderen, sie müssen sich auch in ihren eigenen Reihen mit ihm auseinandersetzen.

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Das liegt im Falle eines freien Versicherungsmaklers beispielsweise daran, dass der Abschlussdruck durch wachsende Konkurrenz aus dem Internet steigt. Gleichzeitig sinken aber die Margen durch Rationalisierung und Effizienzsteigerung bei den Gesellschaften.

Selbstverständlich lösen Effekte der abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit auch bei Maklern Stress aus. Die sind aber weniger von arglistigen Auftraggebern und geizigen Versicherern aufgezwungen. Vielmehr sind sie dem Strukturwandel geschuldet. Den hat die Digitalisierung in der Versicherungsbranche längst eingeleitet.

Versicherungsmakler, die unter dem Hauptstressor „Zeitdruck“ leiden, könnten etwa schauen, ob sie wirklich noch alles selbst erledigen müssen, was sich auf ihrem Schreibtisch türmt. Für Makler, die eine zu „große Aufgabenmenge“ beklagen, gilt dasselbe.

Wer seinen Arbeitsalltag und seine Aufgabenbereiche gescheit digital ordnet, kommt auch mit dem „Leistungsdruck“ wieder besser klar. Und die „Angst um den Arbeitsplatz“ verschwindet bei Erfolg ganz von allein. Selbst der Stressor der „dauerhaften Erreichbarkeit“ lässt sich mit modernen Mitteln intelligent managen.

5 Tipps, wie Makler ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und Stressoren vermindern

Ob sich solche Stressprobleme insbesondere von selbstständigen Maklern über eine starre gesetzliche Regelung lösen lassen, wie sie etwa von Gewerkschaften wie dem DGB mit einer angestrebten Anti-Stress-Verordnung gefordert wird, sei erstmal dahingestellt.

Zumindest hat Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) im Interview auf der Internetseite des DGB erkannt: „Stress in Form von ständigem Zeitdruck, Arbeitsverdichtung und Flexibilität ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Krankheiten, vor allem psychische[n] Erkrankungen.

Doch wie die gesetzlichen Gegenstrategien zur Minimierung dieser Risiken, die wörtlich „über Fitnessprogramme für die Belegschaft deutlich hinausgehen“ sollten, ungefähr aussehen könnten, bleibt leider offen.

Dabei liegt die beste Gegenstrategie zumindest für freie Versicherungsmakler auf der Hand. Sie lautet schlicht: Mehr Erfolg haben durch Reduktion allen nebensächlichen Aufwands. Das lindert negativen Arbeitsstress. Die Rede ist nicht von einer eierlegenden Wollmilchsau. Es geht um die Nutzung vorhandener digitaler Ressourcen zu eigenen Gunsten.

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Folgende Kurzbeispiele illustrieren diesen Ansatz anhand der fünf wesentlichen Stressoren aus der Swiss Life-Studie. Bemerkenswert ist, dass sich einige zentrale Punkte durchgängig wiederholen:

  • Zeitdruck: Auf dem Tisch des Versicherungsmaklers türmen sich die Akten. Einige Vorgänge müssen weggeordnet werden. Infomaterial ist rauszuschicken. Änderungen von Bestandskunden sind an verschiedene Versicherungsgesellschaften zu übermitteln. Und ganz nebenbei muss der Makler sich ja auch noch um die Neukundengewinnung oder hier und da um eine Schadensabwicklung kümmern.

    Für die eigentliche Kernarbeit – die Kundenberatung und den Abschluss neuer Versicherungen – bleibt viel zu wenig Zeit. Margenträchtig ist das nicht. Die Provisionen und das Einkommen sinken. Dann wird es höchste Zeit für ein gutes Maklerverwaltungsprogramm (MVP) und/oder für starke digitale Kooperations-Partner.

    Die nehmen dem Makler gehörig von diesen zeitfressenden Nebenarbeiten ab. Besonders erfolgreiche Versicherungsmakler delegieren die meisten Administrationsvorgänge sogar gänzlich an externe digitale Dienstleister. Oder sie arbeiten mit diesen gleich in integrierten MVPs und vernetzten Makler-Pools zusammen.

  • Arbeitsatmosphäre: Die eigentliche Berufsvorstellung der meisten Makler war anfänglich bestimmt nicht, zugleich den Beruf eines Verwaltungsfachwirts, Werbetexters, Web-Programmierers, Hotline-Mitarbeiters oder Marketingexperten zu ergreifen.

    Versicherungsmakler wird eigentlich jemand, der Lust an der Kundenberatung zu Versicherungen hat. Natürlich hat er ebenso Spaß daran, damit ordentliches Geld zu verdienen. Alles andere ist lästiges Beiwerk. Der Makler, der sich von diesem Beiwerk bestmöglich lösen kann, wird eine ganz andere Arbeitsatmosphäre als vorher empfinden.

    In Maklerbüros verändert sich sogar der interne Wettbewerb drastisch zum Positiven, wenn sich alle auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. So bereitet Wettbewerb Vergnügen.

  • Leistungsdruck: Der kleinere Zwillingsbruder des „Zeitdrucks“ geht mit der internen digitalen Durchrationalisierung einher, die auch schon beim ersten Stressor geholfen hat. Pragmatische Versicherungsmakler, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, verspüren weniger Leistungsdruck.

    Schließlich haben sie mehr Zeit, sich auf ihre Leistung zu fokussieren. Echten negativen Leistungsdruck verspüren meist die Makler, die sich wegen diverser Nebenkriegsschauplätze nicht auf ihre Leistung konzentrieren können.

  • Große Aufgabenmenge: Es ist schon fast müßig zu erwähnen und auf die Erläuterungen zu allen vorangegangenen Punkten zu verweisen. Niemand zwingt den Makler, eine zu große Aufgabenmenge zu übernehmen.

    Den eigenen Kundenbestand pflegt der Makler am besten durch seine Kundenberatung. Für alles andere gibt es Unterstützung durch digitale Partner und MVPs.

  • Dauerhafte Erreichbarkeit: Auch die kleinsten Kunden erwarten heute einen Support 24/7 rund um die Uhr auf allen Kanälen. Parallele Kontaktkanäle wie App, Web, Chat oder Hotline sind Standard. Das kann und will der gut organisierte freie Makler gar nicht mehr alleine abbilden.

    Selbstverständlich gibt es gute Bestandskunden und wichtige Key-Account-Kunden. Für die muss der Makler immer oder zumindest kurzfristig persönlich erreichbar sein. Alle Kunden betrifft das kaum. Der erfolgreiche Versicherungsmakler greift deshalb auch hier wieder möglichst auf digitale Drittanbieter zurück.

Tipp

Es klingt ein wenig nach Dauerschleife – ganz gleich zu welchem Stressfaktor. Die Problemlösung liegt für die meisten Versicherungsmakler stets im konsequenten Umsetzen des Strukturwandels.

Der Makler, der full-service alle Arbeitsgänge selbst in seiner Arbeitszeit erledigen will, gelangt schnell an der absoluten Stressgrenze an. Da kann auch eine gesetzliche Anti-Stress-Verordnung keine Abhilfe schaffen. Wenn Sie als Makler im digitalen Zeitalter Erfolg haben wollen, gehen Sie konsequent mit dem digitalen Zeitalter. Analog kommen Sie dagegen nicht mehr an.

Fokussieren Sie sich ganz auf Ihre Beratungskompetenz. Nutzen Sie Ihre Vertriebsstärke im direkten Kundengespräch. Verdienen Sie Ihr Geld mit der Beratung und dem Abschluss von Versicherungen – mit dem Kern Ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Blenden Sie nach Möglichkeit alles andere aus.

Nutzen Sie die modernen digitalen Lösungen zu Ihrem Vorteil. Ja, es gibt Verdrängungswettbewerb im Netz. Aber ja, es gibt ebenso gute Beispiele für Unternehmen, die auf Sie als Mensch im Vertriebskanal setzen.

Beispielsweise Insurtechs wie wefox nehmen Ihnen durch ein interaktives zugkräftiges MVP und eigene Mitarbeiter so gut wie alles ab, was Sie von der aktiven Kundenberatung ablenkt. Der Begriff Kooperations-Makler ist bei diesem digitalen Versicherungs-Marktplatz mit echtem Leben und realer Rendite für beide Seiten gefüllt. Die beste Prävention gegen Stress entspringt einer gesunden Rentabilität. Erfolg ist die beste Medizin.

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2019-07-30T13:58:30+02:00

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