25. Juni 2020|Lesezeit: 6 min

Vor rund einem Jahr hatten wir in einer unserer ständigen Beitragsreihen zuletzt zu den Chancen sich ändernder Rahmenbedingungen über den Versicherungsschutz vor Naturgewalten berichtet. Seinerzeit ging es darum, dass sich die öffentliche Hand bei der Regulierung von Elementarschäden allgemein mehr und mehr zurückzieht. Vater Staat richtet sein finanzielles Engagement bei der Regulierung von Schäden aufgrund von Naturgefahren neu aus.

Er kann und möchte nicht länger jeden Nichtversicherten mit automatischem Service von Notfallhilfen und Sofortmaßnahmen bemuttern, wenn der existenzbedrohende Krisenfall zwar persönlich, aber mitnichten noch wirklich überraschend eintritt. Der Klimawandel ist bekannt. Der führt zu extremeren Wetterlagen. Die sorgen für mehr Schäden an Gebäuden und Wohngebäuden.

Überraschungen, die sich häufen, nennt die Statistik Informationen.

Das wissen alle Hausbesitzer und Grundstückseigentümer. Hat der Mensch und Verbraucher mit bestimmten Elementarschäden durch Naturgefahren gewöhnlicherweise öfter zu rechnen, ist durch persönliche Versicherung selbst vorzubeugen wie bei anderen üblichen Risiken auch. Deshalb ist eben auch für Schäden etwa durch Hochwasser, Hagel oder Abgänge von Lawinen künftig vermehrt Eigenvorsorge zu treffen.

Immer mehr Bundesländer handhaben das so. Verwaltungstechnisch über Verordnungen und Erlasse. Praktisch, wenn die Notfallmaßnahmen und Soforthilfen wie angekündigt geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Allerdings liegt der Fokus bei Elementarschäden derzeit stark auf Schäden an Gebäuden und Wohngebäuden. Hinzukommen – quasi als Ergänzung zum selben Thema – auf längere Sicht noch ganz andere Risiken.

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Staat erkennt Dürre als neues veritables Dauerrisiko an

Ein Risiko beschäftigt besonders die Land- und Forstwirtschaft in Mitte, Norden und Osten Deutschlands seit Jahren immer öfter. Die Rede ist von der Dürre. Wenn der landentfremdete Radiomoderator aus der Großstadt sich zum Beispiel beim Wetterbericht die sechste Woche in Folge über das fast ununterbrochen „schöne sonnige Wetter“ freut, knirscht der Landwirt mit den Zähnen.

Jeder Makler weiß, insbesondere die auf den Agrarsektor spezialisierten Versicherungsmakler, dass nicht nur Hagel, Sturm und Starkregen dem Bauern buchstäblich die Ernte verhageln können. Niederschlagsrückgang und Bodentrockenheit führen ebenso immer häufiger zu Ernteausfällen. Allerdings wissen gerade die Landwirte und Versicherungsmakler ebenfalls, dass das Assekuranzgeschäft mit der Absicherung gegen die Dürre ein schwieriges ist.

Policen sind rar gesät, sehr kostspielig und schwer miteinander zu vergleichen. Deshalb sind in Deutschland aktuell nur sehr wenige Bauern gegen Dürre versichert. 2018 seien es nur 0,4 Prozent der deutschen Äcker und Flächen gewesen, konstatierte kürzlich SPD-Finanzpolitiker Metin Hakverdi gegenüber Land & Forst.

Vielen Landwirten ist die Elementarversicherung gegen das Risiko Dürre finanziell schlichtweg zu teuer.

Um das zu ändern, ist an vielen Stellschrauben zu drehen. Die Politik hat zu Jahresbeginn in Vor-Corona-Zeiten schon mal den Anfang gemacht. Der Finanzausschuss des deutschen Bundestags beschloss beispielsweise Mitte Februar 2020, dass die Versicherungssteuer bei der Dürreversicherung rückwirkend zum 01.01.2020 von 19 auf 0,03 Prozentpunkte der Versicherungssumme sinkt. Unter anderem der Versicherungsbote berichtete.

Damit stellt der Gesetzgeber die Absicherung gegen Dürre versicherungssteuerlich auf eine Stufe mit der Behandlung anderer Wetterelementargefahren durch Unwetter wie etwa Hagelschlag, Sturm, Starkfrost, Starkregen, Überschwemmungen oder Erdbeben. Für jene galt der ermäßigte Steuersatz nämlich schon längst. Die punktuelle Novellierung des Versicherungssteuergesetzes (VersStG) trifft deshalb bei Vertretern der Bauernverbände auf durchweg positives Echo.

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3 Stellen, an denen es klemmt mit der Dürreversicherung

Doch an welchen Fragen scheitert es jetzt noch? Warum ist die Dürreversicherung bislang ein Nischenprodukt und bleibt das wohl auch noch ein Weilchen? Warum kann der Landwirt sich nicht selbst effektiv gegen das Risiko Wassermangel absichern? Und was kann der Versicherungsmakler beitragen, damit die Versicherungs- und Abschlussquoten bei der Elementarschadenversicherung gegen Dürre steigen? Wie kann der Makler als guter Ratgeber den eigenen Vertrieb ankurbeln?

An profunden Antworten auf die folgenden drei Fragen klemmt es beispielsweise hauptsächlich. Auf einige dieser Themen kann der Makler selbst und direkt durch gute Beratung einwirken. Bei anderen Themen wiederum sind andere Player wie etwa die Versicherungsgesellschaften gefragt. Schließlich hilft am Ende nur eine praxistaugliche Lösung für möglichst viele Beteiligte:

  • Preis und Leistung: Die derzeit am Markt angebotenen Dürrepolicen sind wie bereits erwähnt zu teuer. Das gilt insbesondere im Verhältnis zur Leistung im Regulierungsfall. Die Prämien der Versicherungen schwanken je nach Flächennutzung, ob zum Beispiel als Ackerland für Weizen, Grünland oder als Futterfläche genutzt, und je nach Region in Deutschland zwischen 17 und 126 Euro pro Hektar und Jahr. Bei vergleichbaren Leistungen im Schadensfall versteht sich.

    Ein Gemischtbetrieb mit 110 Hektar Fläche im Emsland beispielsweise zahlt laut aktuellem Vergleich von top agrar online Prämien zwischen 24 und 109 Euro pro Hektar und Jahr. Bemerkenswert ist, dass die Entschädigung durch den Versicherer im Regulierungsfall teilweise aber nur etwa das 4- bis 10-fache der Jahresprämie pro Hektar und Jahr beträgt.

    Das ist wenig attraktiv für den Kunden. Günstig geht anders. Da sind die Versicherungsgesellschaften gefragt, nach besseren Lösungen und Angeboten zu suchen, so wie sie es nach Aussagen von top agrar online wohl auch bereits tun. Vor allem bei der besseren Erfassung und Bewertung möglicher Schäden gibt es großen Aufholbedarf, um leistungsfähigere Versicherungslösungen zu entwickeln.

  • Vergleichbarkeit: Und dieser Nachholbedarf insbesondere in Sachen leistungsfähiger Erfassungs- und Bewertungsmaßstäbe führt indirekt gleich zum nächsten Kernproblem. Die meisten Versicherungstarife bieten Dürreversicherungen als Zusatz zur Hagelversicherung an. Mehrgefahren durch andere Elementarrisiken können kombiniert werden, müssen aber nicht.

    Reguliert werden die Schäden in aller Regel aber nicht aufgrund eines konkreten Schadens, der wie etwa bei der Kfz-Haftpflicht oder Hausrat sonst üblich mit Schadensmeldung erfasst und gegebenenfalls durch einen Gutachter besichtigt wird, sondern aufgrund verschiedener Indizes. Die sind mindestens ebenfalls so unterschiedlich wie die Spannbreiten der oft teuren Prämien zu weit auseinanderliegen.

    Alle Indizes arbeiten zwar mit den gleichen statistischen Wetter- oder Ertragsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), nur leider mit teils völlig unterschiedlichen Parametern. Die Mess- und Auswertungsverfahren unterscheiden sich ebenfalls oft. Ein Index basiert auf der Niederschlagsmenge unter einem bestimmten Schwellenwert, der nächste auf der Bodenfeuchte und der dritte auf der Anzahl der niederschlagsarmen Tage im Haftungszeitraum.

  • Kalkulationsrisiko: Unterm Strich stehen bis hierhin also Tarife, die wenig günstig und wenig leistungsfähig sind. Verträge, die auf diversen schwer zu vergleichenden Indizes beruhen. Hinzu kommt noch das Risiko, dass einem auf Index beruhenden Tarif immer innewohnt. Es mangelt an Präzision. Es ist etwa gerade bei mittleren und kleineren Betrieben, die nicht mehrere Hundert Hektar beackern, nicht sehr unwahrscheinlich, dass sie trotz Versicherung auf ihren Dürreschäden sitzenbleiben.

    Das ist sogar fast wahrscheinlicher. Beispielsweise hatten durchschnittliche Betriebe mit 20 bis 50 Hektar Fläche zwar schon Totalschaden im Mais, erhielten aber keine Entschädigung, weil es an der nächsten relevanten Wetterstation kurz vor Ablauf der Zählperiode anders als bei ihnen doch nochmals geregnet hat. Der Mais war zwar hinüber, aber der Index stimmte. Der Schwellenwert der Niederschlagsmenge wurde gerade noch so an anderem Ort überschritten.

    Oder einem anderen Betrieb vertrockneten zwar alle Rüben auf dem Standort, aber andernorts im großen Landkreis stimmte die Bodenfeuchte oder Niederschlagsmenge. Der versicherte Landwirt war so oder so gekniffen. Trotz nachweislichen Dürreschadens ging er leer aus. Der Index entsprach leider nicht seinem individuellen Risikoprofil. Vorher wissen konnte er das nicht.

Die meisten dieser Probleme und Fragen sind für den Versicherungsmakler oder Versicherungsberater kaum aufzulösen. So scheint es zumindest. Treffende Produkte und günstigere Tarife, die realistisch den individuellen Bedarf des Kunden treffen, sind in erster Linie Sache der Versicherer. Helfen kann der Makler seiner Klientel vom Lande aber durchaus ein wenig.

So kann er zum Beispiel den Vergleich der sich stark unterscheidenden Tarife, Tarifoptionen und deren Leistungsfähigkeit bei der Präsentation so transparent wie möglich und so unabhängig wie gewohnt darstellen. Komplexer Versicherungsschutz bedarf der intensiven und individuellen Beratung. Echter Beratungsbedarf ist wie so oft Mühsal und Chance zugleich für den Versicherungsvermittler.

Ebenso kann der Makler seine Kunden unterstützen, indem er sie auf dem Laufenden hält. Die Versicherer sind angeblich dran an neuen Produkten. Die könnten dank GPS, Big Data und künstlicher Intelligenz etwa auf besseren Wetter- und Ertragsindizes beruhen. Auch Tarife, die entgegen früherer Aussagen doch konkreten Ernteverlust entschädigen können sollen, sind wohl in Arbeit. Und der Wettbewerb der Versicherungswirtschaft aus dem EU-Ausland schläft nicht.

Tipp

Wenn Sie als Versicherungsmakler Agrar- und Forstkunden zu Ihrem Bestand zählen, kennen Sie die Sorgen und Nöte dieser Klientel sicher bestens. Da stimmen Sie als unabhängiger Sachwalter der Versicherungssorgen Ihrer Kunden gewiss zu, dass die Senkung der Versicherungssteuer für Dürrepolicen ein erster wichtiger Impuls sein kann. Das Thema kommt zumindest zu Recht stärker aufs Radar der Versicherungswirtschaft.

Allein schon deshalb, weil ein stabiler Markt, der von einer Wachstumsbasis von unter einem Prozent Abdeckung aus startet, dringend nach Erschließung, Nutzen und Heben seiner Potenziale schreit. Bleiben Sie mit mitfühlendem Rat und Tat im Kontakt und an der Seite Ihrer produzierenden Kunden vom Lande.

Die sind Ihnen über jede Empfehlung und Unterstützung dankbar. Und bis es soweit ist, dass die Eigenvorsorge gegen die Naturgewalten Trockenheit und Dürre mit leistungsfähigen Versicherungsprodukten tatsächlich möglich ist, hat diese Klientel auch noch anderen Bedarf, der am besten gut zu versichern sei.

Stichwort Cross Selling: Jeder Landwirt hat freilich ebenso noch ein Wohnhaus mit Hausrat oder Funktionsgebäude voller Tiere und Technik. Die bedürfen ebenfalls der Absicherung und Vorsorge. Und jeder Bauer hat überdies prinzipiell ähnliche Vorsorgebedürfnisse wie andere Kunden aus dem städtischen Bereich. Gerade auf dem Lande möchte man seine Schäfchen traditionell gerne abgesichert im Trocknen haben.

Das Wohnhaus braucht beispielsweise eine Wohngebäudeversicherung, sein Inhalt eine Hausratversicherung, die Stallungen eine Gebäudeversicherung, die Firma eine Haftpflicht. Der Bauer selbst mindestens eine Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitspolice und Altersvorsorge. Und je nach individueller Lebenssituation ist das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Nutzen Sie zur Befriedigung der Wünsche Ihrer Kunden übrigens auch auf dem Lande die Vorzüge des modernen Digitalzeitalters. Gerade die mittleren und jüngeren Generationen sind auch hier inzwischen topfit im Umgang beispielsweise mit Video-Beratung, digitaler Dokumentation und diversen Online-Services. Bei den teils weiten Wegen von Hof zu Hof ist das auch unerlässlich. Die Digitalisierung vereinfacht das Leben und das Arbeiten überall.

Übrigens: Vereinfachen Sie als Makler Ihre Arbeit aus ähnlichen Gründen ebenso gerne? Dann prüfen Sie doch mal, ob eine Kooperations-Maklerschaft bei wefox etwas für Sie wäre. Die Gründe dafür? Bei dem digitalen Versicherungs-Marktplatz, der zugleich Makler-Pool ist und umgekehrt, finden Sie jede Menge Mehrwertservices ohne Zusatzkosten.

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