9. September 2020|Lesezeit: 5 min

Gesetzesänderungen und neue Rahmenbedingungen greifen meist nicht über Nacht. So kündigen sich novellierte Gesetze, Erlasse und Verfügungen auf EU-, Bundes- oder Landesebene oft allein schon durch das langwierige Gesetzgebungsverfahren etliche Zeit vorher an.

In diesen Verfahren und Prozessen werden vorab sogar alle betroffenen Fachverbände und besonders großen Marktteilnehmer gehört und konsultiert. Außerdem berichtet die Presse regelmäßig über anstehende Neuigkeiten. Kurzfristiger können eigentlich nur gravierende Vorgänge in Umwelt und Gesellschaft für neue Rahmenbedingungen sorgen.

Theoretisch hätten also meistens alle, die es beispielsweise beim Thema Versicherungen betrifft – insbesondere die Versicherten selbst, aber ebenso die Versicherungsmakler und die Versicherungsunternehmen – genügend Vorlaufzeit, um sich auf Neuerungen einzustellen. Das betrifft die Anbieter- und Nachfragerseite.

Den Versicherungsnehmern, Versicherungsgesellschaften und den ihnen vertrieblich zuarbeitenden Maklern bliebe somit in 99 von 100 Fällen genügend Zeit. Wertvolle Vorlaufzeit, um neue Policen zu entwickeln, alte Versicherungstarife zu modifizieren und die Versicherten auch dank der Beratung durch den Versicherungsmakler zu informieren.

Praktisch jedoch bricht kurz vor knapp stets die berühmte Hektik aus. So lange ein Gesetz, eine Verfügung, ein Erlass oder ein neuer Steuersatz noch nicht endgültig mit Brief, Siegel und Datum versehen sind und in Kraft treten, schieben etliche das Thema vor sich her. Es könnte ja noch alles anders kommen. Dabei wohnen jeder Änderung neue vielversprechende Vertriebspotenziale inne.

An dieser Dynamik kann diese Beitragsreihe zwar auch nichts ändern. Wohl aber kann sie auf aktuelle Neuerungen hinweisen, die von echter Relevanz für jeden Versicherungsmakler sind. Zusammengefasst werden im Folgenden hilfreiche Tools und Ansätze für den Makler, die beim künftigen Produktvertrieb helfen können.

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Das Abo feiert als Flatrate fröhlich Renaissance

Alte Hüte in neuen Kleidern? Es müssen nicht immer nur Gesetze sein, die alles verändern. Es können manchmal auch klassische Rezepte aus dem Gestern sein, die sich die Zukunft mit neuen Mitteln zurückerobern. Wer sich etwa noch an das Abonnementkonzept der guten alten Fernsehzeitung erinnert, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Abo? Fernsehzeitung? Was war das gleich?

Unter der zeitgemäßen Bezeichnung Flatrate feiert das Konzept heute in angepasster Form längst wieder kräftig Comeback. Jeder kennt die Funktionsweise der Flatrate mindestens vom Mobilfunkvertrag oder vom Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, wo sie Monatskarte heißt.

Das Abo ist tot. Es lebe die Flatrate.

Auch bei Medien, Filmen, Musik und Shopping haben sich moderne Abo Modelle längst wieder neu erfunden, wie beispielsweise bei den Angeboten von Netflix, Spotify oder Amazon. Selbst Mobilitätsdienstleister wie der Autovermieter Sixt springen auf den Flatrate Zug auf. Dort gibt’s inzwischen die Flatrate für das Autofahren, ohne das Auto selbst besitzen zu müssen.

Und wer doch ein Auto „besitzen“ möchte, kann zum Beispiel jetzt sogar Porsche im Abo fahren. Den Flitzer gibt‘s ab sofort gleichfalls zum Flatrate-Preis. Porsche will damit die Lücken zwischen Kauf, Kurzzeitmiete, Sharing und klassischem Leasing schließen. Günstig ist das zwar immer noch nicht. Das sportliche Kleingeld dafür kann man sich aber vielleicht schnell mit der nächsten Flatrate verdienen.

Denn gerade Fintechs, wie übrigens auch Insurtechs, haben durch ihre stark automatisierten digitalen Prozesse beste Voraussetzungen, um günstige Abo-Modelle für diverse Zwecke durchsetzen zu können. So bietet der digitale Versicherer ONE zum Beispiel Policen sowie Wechseltarife für Kfz, Privathaftpflicht und Hausrat, die bereits mit wenigen Klicks zu haben sind. Oder auch die digitale Vermögensverwaltung mit eigenem Online Broker wie etwa der Robo-Advisor Scalable Capital. Hier können nun auch Privatkunden zum kleinen Festpreis günstig am schnellen Aktienhandel partizipieren.

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Trend zur Flatrate Versicherung?

Das ist der Punkt: Das alles richtet sich nicht mehr nur an den Geschäftskunden, sondern explizit einschließlich an den Privatkunden. Selbstverständlich sind Vertragsabschluss und Support in der Regel nicht nur online möglich, sondern online erwünscht. Denn effektive und bestenfalls voll integrierte digitale Technologien sind ganz wesentlich für das Comeback der Flatrate.

Und die neu angekurbelte Erfolgsgeschichte des Abonnementmodells wirbelt nicht nur die Märkte von Medien, Shopping, Mobilität und Finanzen durcheinander. Demnächst könnte die neue Flatrate-Welle auch ans Ufer der Versicherungsbranche branden. So hält es zumindest der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) für möglich.

Geht es nach den Erwartungen von Experten und Kunden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Versicherungsmakler ernsthaft mit dem Thema Flatrate Versicherung beschäftigen müssen.

Der führende deutsche Digitalverband hat mit seinen Mitgliedsunternehmen mal durchgespielt, wie das gewünschte Versicherungsprodukt deutscher Privatkunden in fünf bis zehn Jahren aussehen könnte. Die Ergebnisse davon veröffentlichte Bitkom kürzlich in dem Impulspapier „Versicherungsprodukt von Morgen“.

Das Fazit grob verkürzt vorweg:

Amazon, Google & Co. haben das Kundenverhalten verändert. Die großen Internetfirmen haben mit ihrer Serviceorientierung neue Maßstäbe bei der Bequemlichkeit gesetzt. Bequemer wollen es die Kunden künftig auch in Sachen Versicherung. Flatrates sind sehr bequem und werden immer beliebter. Gleichwohl bleibt der Versicherungsmarkt gesetzlich stark reguliert und sehr beeinflusst von regulatorischen Rahmenbedingungen.

Deshalb bleiben Kunden zwar hybrid, tendieren aber stärker und stärker zu digitalen Angeboten. Deshalb nehmen Zahl und Qualität der verarbeiteten Daten dauernd weiter zu. Deshalb bleiben viele Versicherungen zwar beratungsintensiv, sollten aber in Struktur und Ansprache vereinfacht werden. Deshalb sollte sich jeder Makler konsequent als Teil des digitalen Prozesses verstehen und aufstellen.

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Flatrate-Versicherung und On/Off-Verträge in Kombination

Den All Inclusive Ansatz bzw. bei jeder Flatrate Versicherung All Risk Ansatz verorten die Bitkom Experten dabei grundsätzlich konträr zu den nicht minder modernen On/Off Produkten. Zu letzteren zählen beispielsweise temporäre Auslandsreisekrankenversicherungen oder Fahrzeugversicherungen, die man eben nur bei Reisen ins Ausland oder bei der Anmietung eines Fahrzeugs benötigt.

Bei der Flatrate lautet das Prinzip: Alles drin zu jeder Zeit. Bei On/Off lautet es: Bitte nur das gerade Benötigte. Beide Pole können, müssen sich aber nicht ausschließen. Wichtig dürfte dem Kunden in Zukunft noch mehr als heute die bequeme Verständlichkeit davon sein, was drin ist im Versicherungsschutz und was nicht. Premium differenziert sich dann vor allem über Transparenz.

Versicherung 21? Einfach gestrickt, Antragswege kurz, leicht zu kündigen!

Ellenlanges Kleingedrucktes im Versicherungsvertrag oder in den AGBs sind dann out. Unter den Stichworten „Modularität“ und „Ökosystem“ geben die Autoren gleich noch ein Beispiel, wie so eine Flatrate-Versicherung mit modularen Features aussehen könnte. Die Basis könnte etwa ein Versicherungsschutz bilden, der Haftpflicht, Hausrat und Glas umfasst, leicht an die jeweils individuelle Kundensituation anzupassen.

Rings herum ließen sich per Regler frei wählbare Zusatzleistungen aus einem Ökosystem hinzufügen oder abwählen. Solche „Regler“ könnten etwa sein: Unfallversicherung, Rechtsschutzversicherung, Wohngebäudeversicherung, Mobilitätsversicherung, flexible Risiko-Lebensversicherung und Berufsunfähigkeit mit automatischer Anpassung ans Gehalt.

Explizit als On/Off Produkt als Teil des zubuchbaren Ökosystems erwähnt wird die Rechtsschutz nach den Sparten Privatrechtsschutz, Mietrechtsschutz. Arbeitsrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz. Richtig gute Ökosysteme sollten zudem in jedem Fall die Chancen steigern, eigene Bedarfslücken durch Angebote von anderen auszugleichen. Methode: digitaler Marktplatz!

Tipp

Sie sind Versicherungsmakler und beobachten die Tendenzen zu Flatrates, All Inclusiv Produkten, On/Off Lösungen und digitalen Marktplätzen ebenfalls mit Argusaugen? Sogar an sich selbst, Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen? Sie fragen sich, wenn das alles so zutreffen sollte, wo und wie Sie Ihr eigenes Geschäftsmodell als Maklerbüro dann am besten positionieren?

Wo ist Ihr Platz auf dem Marktplatz? Wie können Sie diesen nachhaltig sichern? Welches Ökosystem verspricht für Sie den größten Erfolg? Schließlich kann nicht jeder Makler, ja noch nicht einmal jede Versicherungsgesellschaft, weder heute noch künftig weiterhin autark für sich allein erfolgreich sein.

Vor allem funktionierende Ökosysteme, die heute nicht ohne Zufall digitale Marktplätze heißen, geben Ihnen die Möglichkeiten dazu. Beispielsweise der Makler-Pool und digitale Versicherungs-Marktplatz wefox bietet Ihnen als Kooperationspartner beste Chancen, den Bedarf gemeinsam zu decken und Lücken mit starken Partnern zu schließen.

Hier können Sie sozusagen gemeinsam Risikodeckung ohne nennenswertes eigenes Risiko organisieren, um in der Maklersprache zu bleiben. Als Kooperations-Makler des bei vielen Kunden immer beliebter werdenden Insurtechs heben Sie echte Vertriebspotenziale. Konzentrieren Sie sich ganz auf das, was auch in Zukunft immer noch von Ihnen benötigt werden wird: gute, individuelle und sachkundige Kundenberatung!

Den nicht minder wichtigen, aber für Makler häufig fachfremden Rest an Aufgaben, wie vor- und nachgelagerte Tätigkeiten der Werbung, Akquise, vertraglich fixierten Lead-Gewinnung, der Kundenverwaltung und des allgemeinen Kundenservices können Sie mit wefox gerne an einen verlässlichen Partner delegieren. Bleiben Sie pragmatisch. Bleiben Sie empathisch. Bleiben Sie digital!

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