14. Mai 2020|Lesezeit: 6 min

Selbst wenn es sich immer noch etwas surreal anfühlt, die durch die COVID-19-Krise ausgelösten Maßnahmen gehören inzwischen zum Alltag. Auch wenn ab 15. Mai 2020 bundesweit Lockerungen greifen, bleibt das Thema aktuell. Ziemlich sicher bleibt es das noch für eine sehr lange Zeit.

Einen zweiten nationalen Lockdown will zwar keiner. Die als sog. „Notbremse“ getaufte neue Regel der Bundesregierung dürfte aber dafür sorgen, dass es zumindest lokal und temporär zu weiteren Beschränkungen kommen kann. Das neue Maß der fragilen Freiheit für Landkreise und Städte lautet künftig 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Freiheit bleibt selbstverständlich nicht selbstverständlich. Sie muss jeden Tag neu errungen werden.

So heißt die Devise. Bei Überschreiten der roten Linie sollen ortsgebunden wieder strengere Eindämmungsmaßnahmen greifen. Demzufolge dürfte beispielsweise der Kreis Greiz in Thüringen, der mit mehr als 80 Neuinfektionen gerade die Corona-Neuinfektionsliste anführt, derzeit noch nicht einmal mit den Lockerungen beginnen.

Partielle Downgrades des öffentlichen Lebens könnten aber ebenfalls jede andere Region wieder erwischen. Das Damoklesschwert der Verbreitungseindämmung schwebt potenziell über uns allen. Die Corona-Krise bestimmt nicht nur längst, sondern auch weiterhin in allen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen mit.

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Improvisation ist die neue Regel im Arbeitsalltag

Das gilt auch für ein Thema, dass in den letzten Wochen viele Versicherungsmakler umgetrieben hat. Besonders die Makler, die nicht nur selbstständig als Experten in ihrem Beruf unterwegs sind, sondern die zugleich Mitarbeiter in ihrer eigenen Firma beschäftigen. Im permanenten Krisenmodus waren, sind und bleiben interne Betriebsabläufe im Maklerbüro eine echte Herausforderung.

Improvisation ist an der Tagesordnung. Fast jeder Unternehmer kennt inzwischen die diesbezüglichen Schwierigkeiten des Personalmanagements. Die Führung einer Maklerfirma unter Corona-Bedingungen – so klein oder groß sie auch ist – erfordert nicht nur Versicherungsfachwissen und Managementskills, sondern vermehrt auch eine wahre Virtuosität im Arbeitsrecht.

Das Coronavirus hat die Arbeitswelt ziemlich aus den Angeln gehoben.

Die Gesetzeslage im Arbeitsrecht war wie vieles andere nicht wirklich auf eine Pandemie vorbereitet. Nahezu täglich versuchen deshalb die Organe von Legislative, Exekutive und Judikative die Regeln anzupassen. Etliche Regeländerungen sorgten allerdings zunächst eher für mehr, denn für weniger Unsicherheit. Weitere Regeländerungen sind zu erwarten.

Der Beitrag hier kann freilich nicht die Beratung durch einen versierten Fachanwalt für Arbeitsrecht oder einen Personalprofi ersetzen. Den Anspruch hat er auch nicht. Einige Erfahrungen und Anregungen aus der Praxis kann er jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit beisteuern. Bei aller gut gemeinten Improvisation gelten schließlich immer noch Regeln.

Beschäftigte sind zufrieden mit dem Krisenmanagement ihrer Arbeitgeber

Mehr Licht ins Dunkel bringen zum Beispiel frisch gesammelte Erfahrungswerte und Daten aus der neuen Realität. So erfasste etwa das bekannte Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu schon frühzeitig Reaktionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf die Arbeitsweltveränderungen durch Corona.

Das Portal ruft seit Anfang April dazu auf, individuelle Erfahrungen und Maßnahmen zu teilen. Ziel sei das gegenseitige Lernen und Unterstützen. Alle sollen gemeinsam mit größtmöglicher Transparenz bei den sog. „Learnings“ möglichst gut durch die Krise kommen.

Die Bewertungen zeigen ein positives Bild. Die Mehrheit der Unternehmen habe gut reagiert und solide Maßnahmen ergriffen, sagen die Beschäftigten.

Im kununu Corona Index zeigt sich aus bereits über 38.000 Datenpunkten, dass aktuell 74 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr oder generell zufrieden sind mit dem Handeln ihres Unternehmens während der Coronakrise (Stand 7. Mai 2020). Im Branchenvergleich schneidet die Versicherungsbranche mit 88 Prozent Zuspruch sogar am besten ab.

Eingeflossen sind Kriterien der Familienfreundlichkeit, des Kommunikationsverhaltens, der Sicherheit am Arbeitsplatz, der expliziten Coronavirus-Maßnahmen und der Umsetzungsgeschwindigkeit. Moderne Technologien vereinfachen die Heimarbeit wie nie zuvor. Starke 67 Prozent der kununu Nutzer geben an, dass sie prinzipiell im Home-Office arbeiten könnten. 57 Prozent tun dies schon.

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5 Themenfelder zum erfolgreichen Corona-Personalmanagement

Doch womit genau sind die Arbeitnehmer jetzt im Arbeitsalltag so überraschend zufrieden? Und womit sind Arbeitgeber wie Maklerfirmen, aber ebenso Versicherungsgesellschaften, Insurtechs oder Gutachterbüros bei der Personalführung konfrontiert?

Einen ungefähren Überblick liefern folgende fünf Themenschwerpunkte:

  • Vergütung und Entlohnung: Der Makler trägt das unternehmerische Risiko für seine Firma. Jeder geschäftsführende Makler ist gemeinhin verpflichtet, weiterhin seine Mitarbeiter zu beschäftigen und zu bezahlen. Das gilt sogar für den Fall, dass der Arbeitgeber einen Beschäftigten aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder bei Umsatzrückgang freistellt.

    Nur wenn ein Mitarbeiter seine Arbeitsleistung nicht erbringt und nicht krankgeschrieben ist, entfällt der Vergütungsanspruch. Die reine Angst vor Ansteckung ist übrigens kein Arbeitsverweigerungsgrund durch den Angestellten. Generell hat der Gesetzgeber dem Problemkomplex mit einer großzügigen Novellierung des Kurzarbeitergeldes gegengesteuert.

    Die Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) dazu erfolgten am 28. Februar bzw. 2. März 2020. Bereits ab zehn Prozent Umsatzeinbußen kann der Arbeitgeber nun mit seinen Beschäftigten Kurzarbeitsmodelle vereinbaren. Die Einsicht scheint allseits groß. Bei Kurzarbeit zahlt die BA dann 60 bzw. 67 Prozent der Vergütung für die gekürzten Arbeitszeiten weiter.

  • Krankheit und Quarantäne: Erkrankt ein Mitarbeiter tatsächlich am Coronavirus, hat er wie bei allen anderen Erkrankungen zunächst einen Lohnfortzahlungsanspruch gegenüber seinem Arbeitgeber. Der dauert ebenso bis zu sechs Wochen an. Wie auch schon zuvor kann sich der Arbeitgeber die Aufwendungen dafür von der zuständigen Krankenkasse zurückholen.

    Sollte die Erkrankung länger andauern, zahlen die Krankenkasse und/oder die private Krankenversicherung zudem Krankengeld bzw. Krankentagegeld. Anders verhält es sich, wenn eine Behörde aufgrund der Erkrankung oder einer Quarantänemaßnahme ein Tätigkeitsverbot oder eine Betriebsschließung nach dem Infektionsschutzgesetz anordnet.

    Dann haben sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber Entschädigungsansprüche. Der Beschäftigte in Höhe seines Verdienstausfalls. Der betriebsführende Makler auf Ersatz der nicht gedeckten Betriebsausgaben. Allerdings muss der Arbeitgeber wiederum in Vorleistung gehen. Später kann er sich die Kosten dafür von der zuständigen Behörde zurückerstatten lassen.

  • Urlaub: Beantragter und genehmigter Urlaub ist prinzipiell zu nehmen. Im Falle von Kurzarbeit ist für diese Zeit das normal vereinbarte Gehalt zu 100 Prozent zu zahlen. Ein bereits genehmigter Urlaub ist nach Urlaubsrecht nach wie vor verbindlich.

    Das gilt selbst dann, wenn die eigentlich geplante Urlaubsreise ins Wasser fällt, weil etwa gesetzliche Mobilitätsbeschränkungen gelten und Grenzen geschlossen sind. Resturlaub aus den Vorjahren ist, wie bereits ausgeführt, vor einer Kurzarbeitsvereinbarung abzufeiern.

    Freilich kann der Arbeitgeber freiwillig einer Verlegung bereits genehmigten Urlaubs zustimmen, wenn das nicht unbillige Härten für ihn mit sich bringt. Bislang scheinen sich jedoch Arbeitgeber und Arbeitnehmer hierbei durchaus wohlwollend zu einigen.

  • Überstunden: Grundsätzlich ist der Umgang mit Überstunden weiterhin durch den Arbeitsvertrag geregelt. Das Führen eines Arbeitszeitkontos bedarf nach wie vor einer ausdrücklichen Vereinbarung. Dann lassen sich Minusstunden erfassen und bei Arbeitszeitschwankungen im Nachhinein durch Mehrarbeit ausgleichen.

    Sollte eine solche Vereinbarung zum Arbeitszeitkonto fehlen, führen sogenannte Minusstunden aber nicht dazu, dass sich auch das Gehalt des Mitarbeiters reduziert. Der Mitarbeiter behält Anspruch auf vollständige Lohnfortzahlung. Ein Umsatzrückgang ist folglich prinzipiell erstmal Sache des unternehmerischen Risikos des Arbeitgebers.

    Der Chef des Maklerbüros kann bei Fehlen einer vertraglichen Vereinbarung jedoch dann ebenso anweisen, schon geleistete Überstunden zunächst durch Freizeit auszugleichen. So lassen sich wirtschaftliche Engpässe durch Geschäftseinbußen zumindest kurzfristig abmildern.

  • Home-Office: Wie unter anderem aus dem kununu Corona Index hervorgeht, ist bereits und immer noch ein großer Teil der Berufstätigen in Heimarbeit tätig. Die Arbeitgeber nehmen die Fürsorgepflicht für ihr Personal durch die Bank weg ernst. Nicht überall ist das möglich, aber scheinbar deutlich öfter, als noch vor der Krise für möglich gehalten.

    Einen automatischen Anspruch auf Homeoffice gibt es dem geltenden Recht nach dagegen nicht. Das gilt apropos für beide Seiten. Weder kann der Arbeitnehmer erzwingen, seine Arbeit von Zuhause zu leisten. Noch kann der Arbeitgeber den Mitarbeiter zur Heimarbeit nötigen. Glücklicherweise scheint sich aber auch hier die Vernunft allerorten pragmatisch durchzusetzen.

    Letztlich nützt es nämlich weder dem Beschäftigten noch dem Arbeitgeber, unnötige und kostenintensive Gefahren beispielsweise einer Erkrankung oder Betriebsschließung einzugehen. Offene Kommunikation hilft, schnell eine für alle Seiten einvernehmliche Einigung zu erreichen.

Tipp

Sie haben als Versicherungsmakler nicht nur die veränderten Formen der Akquise, Verwaltung und Beratung von heute zu managen? Sie führen obendrein noch Ihr eigenes Maklerbüro und die Themen des Personalmanagements zuvor kommen Ihnen sehr bekannt vor? Lassen Sie sich nicht entmutigen! Gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern finden Sie die besten Lösungen.

Hoffentlich konnte dieser Beitrag an der einen oder anderen Stelle noch einen sachdienlichen Hinweis beisteuern, der Ihnen die Anpassung weiter erleichtert. Corona hin, Corona her – Sie wissen schließlich aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, gutes Personal und vor allem gutes Fachpersonal zu finden, zu halten und zu Höchstleistungen zu motivieren.

Da ist jeder Versicherungsmakler gut beraten, sein Bestandspersonal so zu führen, dass der Betriebsablauf menschlich wie fachlich passt. Ruhe bewahren, Orientierung geben und mit offener Kommunikation vorangehen. Die Probleme gerne auch im Homeoffice zusammen meistern. Das ist das Gebot der Stunde.

Kooperation und vor allem digitale Kooperation sind nebenbei bemerkt ebenso der Ansatz einiger digitaler Dienstleister. Deren Online-Services erfahren gerade jetzt immer stärkeren Zuspruch unter Maklern. Der Versicherungs-Marktplatz wefox beispielsweise setzt in seinem Businessmodell ganz bewusst auf Sie als Makler und gerne auch auf die Kompetenz Ihres Maklerbüros.

Das allein löst gewiss nicht alle Herausforderungen Ihrer Betriebsführung im Handumdrehen. Das unterstützt Sie aber ganz gewiss bei der Anpassung an die Erfordernisse der Zeit. Die Mehrwertdienste von wefox bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Arbeit und Ihr Geschäftsmodell effizienter zu gestalten.

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