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In einigen Ländern sehen die Bürger heute wirklich schon durch, wenn es um die eigene Altersvorsorge geht. In Schweden zum Beispiel bekommt jeder Bürger jährlich Post von der staatlichen Rentenkasse. Daraus sind alle finanziellen Ansprüche einfach abzulesen, die der Ruhestandsvorsorger in seinem Alter tatsächlich erwarten darf.

Dort finden sich nicht nur die individuellen Prognosen durch die staatliche Rentenkasse selbst übersichtlich dargestellt. Auch die betriebliche und private Altersvorsorge jedes Einzelnen sind klar erfasst. Obendrein kann jeder Bürger seine Angaben und Vorausberechnungen schnell und digital über ein Online-Portal einsehen. So geht 21. Jahrhundert.

Denn Unverständlichkeit ist noch lange kein Beweis für tiefe Gedanken.

So sagte es einst der bekannte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Und diesem Motto scheinen im übertragenen Sinne leider auch noch immer die jährlich an die deutschen Arbeitnehmer verschickten Renteninformationen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) zu folgen. Vollständig und transparent ist jedenfalls anders.

Zwar ist inzwischen hierzulande ebenfalls die säulenübergreifende Renteninformation samt zugehörigem Online-Portal in Arbeit. Allerdings könnte das noch dauern. Ihre formale und praktische Umsetzung, die von der Regierung für die laufende Legislaturperiode vorgesehen war, zieht sich in die Länge.

Was der Gesetzgeber plant und wie der Stand der Dinge ist

Der Termin für den ersten Referentenentwurf eines entsprechenden Errichtungsgesetzes dazu wurde bereits mehrfach verschoben. Auf unsere jüngste Nachfrage von Anfang Februar 2020 beim zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), wann konkret damit gerechnet werden darf, bestätigte Dominik Ehrentraut, Stellvertretender Pressesprecher des BMAS:

Dafür wurden im Laufe des Jahres 2019 Fachgespräche und Dialoge mit vielen Beteiligten und Stakeholdern durchgeführt, um deren Expertise in den Entwurf mit einfließen zu lassen. Der Referentenentwurf soll im ersten Quartal 2020 vorliegen.

In Bezug auf die nachfolgend angedachte Pilotphase zur Einführung hielt sich der Ministeriumssprecher terminlich eher im Vagen: „Die Erstellung eines Feinkonzepts für die Entwicklung und Erprobung des Dienstes soll Aufgabe des künftigen Betreibers [der säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation] sein.“ Über den Fortgang des Verfahrens würde das BMAS weiterhin regelmäßig informieren.

Was Rentenberater machen und was sie machen dürfen

Höchste Komplexität, große Unübersichtlichkeit, zeitliche Distanziertheit gerade unter den jüngeren Kunden: Wer befasst sich denn gerne mit so etwas? Nicht unbedingt alle! Viele Erwerbstätige, ganz besonders die, die noch weit weg sind vom Rentenalter, mögen das Thema Altersvorsorge ähnlich gerne wie früher das Quietschen der Tafelkreide in der Schule. Dem weicht man lieber aus.

Umso wichtiger ist es also, dass es qualifizierte Rentenberater gibt. Rentenberatung ist wortwörtlich ein Zukunftsthema. Und auch für manchen Versicherungsmakler eröffnet es zusätzliche Perspektiven und neue Vertriebschancen.

Die Rente ist das Ergebnis der Lebensleistung eines Menschen.

Damit dieser Ausspruch des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl wirklich Realität werden kann, braucht es jedoch gute Beratung von Anfang an. Dabei arbeiten offizielle Rentenberater, nicht zu verwechseln mit angestellten oder ehrenamtlichen DRV-Mitarbeitern, auf freier Honorarbasis und müssen sich ähnlich Rechtsanwälten im Rechtsdienstleistungsregister registrieren lassen.

Rentenberater gehen für ihre Kunden bis ins letzte Detail bei der Planung der Altersvorsorge. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem:

  • Prüfung von Rentenauskünften
  • Geltendmachung von Ansprüchen
  • Klärung von Kontenfragen
  • Vertretung von Mandanten vor Gericht

Was Rentenberater allerdings nicht direkt dürfen, ist bei der Entdeckung von Versorgungslücken selbst entsprechende konkrete Versicherungs-, Finanz- oder Anlageprodukte zu vermitteln. Denn Rentenberater sind unabhängige Rechtsdienstleister. Genau hierin liegt just auch das Synergiepotenzial für den Versicherungsmakler.

Kooperationsmodelle und -möglichkeiten für den Makler

Nichts und niemand untersagt nämlich dem Rentenberater, dass er fachkundige Versicherungsvermittler oder Makler weiterempfehlen darf. Dagegen ist nichts einzuwenden. Schließlich profitiert der Kunde letztlich am allermeisten davon.

Und die Fortbildung zum Rentenberater, die laut Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) einen umfangreichen Nachweis der theoretischen Sachkunde etwa im Sozialversicherungsrecht und einen Praxisnachweis etwa bei gerichtlichen und behördlichen Verfahrensabläufen erfordert, kann zugleich ebenso für den Versicherungsmakler oder Finanzberater selbst höchst interessant sein.

Schließlich kommt Kompetenz von Können.

Nichts hindert beispielsweise den Makler oder Vermittler daran, zwar eine entsprechende Weiterbildung zum Rentenberater zu absolvieren, dann aber auf die Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister zu verzichten. So legt sich der Versicherungsmakler das beste Know-how zu und baut womöglich gleich noch sein berufliches Netzwerk aus.

Im Anschluss kann er mit bestellten Rentenberatern zusammenarbeiten. Zudem merkt der Kunde schnell, wenn ein Makler profunde Kenntnisse in seine Arbeit einfließen lässt. Das bietet beiden Seiten echten Mehrwert und steigert die Vertriebschancen. Denn bestellte Rentenberater gibt es nur wenige, echten Klärungsbedarf etwaiger Versorgungslücken beim Kunden aber jede Menge.

Steigt der Bedarf, steigt auch das Interesse

Dass das Thema Rentenberatung bei Maklern zunehmend auf wachsendes Interesse stößt, zeigen bereits die steigenden Fortbildungszahlen bei verschiedenen Ausbildungsträgern. Das bestätigte zum Beispiel Ronny Schröpfer, Geschäftsführer der Deutschen Versicherungsakademie (DVA) etwa vor Jahresfrist in einem Interview bei AssCompact.

Auf die Frage, welche Qualifizierungen derzeit in der Maklergunst ganz oben stünden, wies er an vorderster Stelle auf den Sachkundelehrgang Rentenberatung hin. Daneben sollen bei der DVA seiner Aussage nach auch die benachbarten Themenfelder betriebliche Altersversorgung und Komposit sehr gut besucht sein.

Neben der DVA bieten entsprechende Fortbildungen zum/zur Rentenberater/in weiterhin beispielsweise auch das Camps Institut in Oberhaching, die Deutsche Makler Akademie (DMA) in Bayreuth, die Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) in Reinfeld oder die Management Advisory (MAH) in Heidelberg.

Tipp

Wenn Sie Versicherungsmakler sind und Ihre Skills sowie Ihren Vertrieb in punkto Altersvorsorge ausbauen möchten, nehmen Sie zudem ruhig das weite Feld echter Ruhestandsplanung ebenfalls mit in Ihr Beratungsportfolio auf. Gerade die findet nämlich oft noch zu wenig statt.

Viele Makler konzentrieren sich zwar stark auf die Ansparphase und den Vermögensaufbau. Die Ruhestandsphase selbst jedoch, einschließlich der für viele kommende Senioren wichtigen Themen der Vermögensverwendung und nicht zuletzt der Vermögensübertragung, kommt noch zu kurz.

Eine umfassende Generationenberatung auch in solchen Gebieten rundet Ihre Beratungsdienstleistung ab und differenziert Sie vom Wettbewerb. Apropos Differenzierung: Die ist nicht selten einfach schon durch effizienteres Arbeiten möglich.

Gerade in dieser Hinsicht bieten Ihnen die Angebote einiger moderner Digitaldienstleister wie etwa die des Versicherungs-Marktplatzes wefox ebenso neue Chancen. Hier finden Sie beispielsweise in Ihrem persönlichen Makler Manager jederzeit einen kompetenten Sparringspartner, der Sie auch in Sachen Altersvorsorge und leistungsstarken Produktneuheiten entsprechend unterstützt.

Ähnliche Entlastung und Input bieten Ihnen hier zudem die maßgeschneiderten Tarif- und Leistungsvergleiche zu Altersvorsorgeprodukten von wefox. Die übermittelt das dynamische Insurtech auf Ihren Wunsch hin sogar gleich digital, attraktiv und direkt an Ihre Kunden.

Freilich genießt Ihr Kundenbestand zugleich einhundertprozentigen Bestandsschutz. Außerdem profitieren Kooperationsmakler bei wefox von weiteren diversen Entlastungsmöglichkeiten.

Zum Beispiel liefert Ihnen das Insurtech ebenfalls gerne die passenden Leads zu potenziellen Kunden, die auf eine Optimierung ihrer Altersvorsorge aus sind, gibt Ihnen ein leistungsfähiges Online-MVP an die Hand oder erleichtert Ihnen die Arbeit durch einen modernen IT-Support bis hin zur eigenen Kundenapp.

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