Wie man heute Versicherungsmakler wird und was die Ausbildung so spannend macht

Das bedeutet die digitale Revolution für die moderne Ausbildung.

Lesezeit: 4 min

Nicht nur die großen Versicherungsgesellschaften, Banken, Finanzdienstleister oder Maklerunternehmen kümmern sich eifrig um den Nachwuchs für die Versicherungs- und Finanzbranche. Auch kleinere Maklerbetriebe, Bürogemeinschaften freier Versicherungsvermittler oder sogar einzelne Versicherungsmakler bilden die Versicherungsfachleute von morgen mit großem Engagement aus. Als künftige Mitarbeiter sichern sie schließlich die Zukunft und damit die Erträge einer stabilen Geschäftsentwicklung.

Laut übereinstimmenden Zahlen von Destatis, IHK oder Statista ergreifen den Beruf einer Kauffrau oder eines Kaufmanns für Versicherungen und Finanzen heute jährlich etwa 5.000 junge Menschen. Insgesamt beginnen jedes Jahr circa 500.000 Azubis eine berufliche Ausbildung im Rahmen der etwa 320 anerkannten Ausbildungsberufe. Damit liegt der Beruf zwar nicht an der Spitze der Beliebtheitsskala, aber hat viel Potenzial zu bieten. Dort rangieren Evergreens wie Einzelhandelskaufleute, Bürokaufleute oder Kfz-Mechatroniker. Doch anders als oft kolportiert, zieren die Versicherungs- und Finanzexperten von morgen auch nicht das Tabellenende der Beliebtheitsskala. Sie rangieren im soliden oberen Mittelfeld.

In punkto einer ordentlichen Vergütung für Ausbildung und Berufsstart liegen sie sogar auf den vorderen Plätzen. Ein angehender Versicherungskaufmann verdient im Schnitt schon während der 3-jährigen Lehre etwa 1.000 Euro monatlich. Üblich ist außerdem die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Bei den Einstiegsgehältern liegen Kaufleute für Versicherungen und Finanzen mit rund 2.500 Euro pro Monat dann schon deutlich über den erwähnten Bürokaufleuten und zumindest anfangs sogar über so angesehenen Berufen wie dem eines Architekten. Das Gehalt steigt mit Dauer der Betriebszugehörigkeit und wenn eine Position mit größerer Verantwortung erfolgreich ausgefüllt wird. Im Außendienst – an der Front, wie es so schön heißt – sind Prämien- und Provisionsmodelle für Versicherungsmakler die Regel.

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Die Basics bleiben wichtig

Der Lehrberuf startet je nach Arbeitgeber jährlich zwischen August und September. Er findet überwiegend im Rahmen einer dualen Berufsausbildung beim Betrieb und in der Berufsschule statt. Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung ist nicht selten ein erfolgreich abgelegtes Abitur. Etwa 60 Prozent aller Bewerber können die Allgemeine Hochschulreife vorweisen. Aber auch Realschulabsolventen mit der mittleren Reife haben gute Chancen. Hauptschüler können den Umfang und die Schwierigkeiten der Berufsausbildung eines Versicherungskaufmanns oft kaum stemmen und können sich im Bewerbungsprozess deshalb nur marginal durchsetzen.

Zu den klassischen und wichtigen Ausbildungsinhalten, die angehende Kaufleute für Versicherungen und Finanzen auch heute noch vermittelt bekommen, zählen zum Beispiel:

  • Arbeitsgestaltung: Durch die Vermittlung von Kenntnissen und dem Trainieren von Fertigkeiten in der Arbeits- und Selbstorganisation lernt der Azubi erfolgreich zu arbeiten. Auch mit dem modernen Datenschutz und der sensiblen Datensicherheit sollte er sich auskennen. Last but not least reicht das Training der Arbeitsgestaltung bis hin zum Anwenden einer Fremdsprache bei Fachaufgaben.
  • Kundenberatung und Verkauf: Der Versicherungsbetrieb ist ein Dienstleistungsgewerbe. Die meisten und oft auch bestbezahltesten Mitarbeiter sind deshalb an der Front im Vertrieb aktiv. Nicht nur die angehenden Makler, sondern auch die künftigen Innendienstler werden deshalb mit der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Beratungs- und Verkaufsprozessen vertraut gemacht. Neben der tieferen Kenntnis von Versicherungs- und Finanzprodukten, der Kundengewinnung, dem Bestandsausbau, dem Marketing oder dem Risikomanagement steht vor allem die Kundenberatung im Fokus. Sie ist das Salz in der Suppe.

Die Ausbildung Kauffrau/Kaufmann für Versicherungen und Finanzen wird oft in zwei Versionen angeboten. Eine legt den Schwerpunkt auf Versicherungen, die andere auf Finanzen. Die ersten beiden Jahre der Ausbildung sind meist einheitlich angelegt. Spätestens im dritten Jahr fällt dann die Entscheidung über die endgültige Spezialisierung. Natürlich können sich die Azubis auch von vornherein schon für eine Richtung mehr oder weniger interessieren und zum Beispiel daraufhin die Wahl ihres Ausbildungsbetriebes abstimmen.

Was heute jedoch kein Azubi oder Ausbildungsbetrieb mehr wählen kann, ist die zunehmende Digitalisierung, der sich die Versicherungsexperten und die Branche von morgen stellen müssen.

Deren Anforderungen definieren am Ende nämlich die Versicherten selbst und zwar über ihr Kaufverhalten und ihre Kaufentscheidungen. Die Nutzer legen fest, wohin die Reise geht. Vor allem jüngere Verbraucher – die übrigens aus der gleichen Alters- und Zielgruppe wie die der Azubis kommen – nutzen digitale innovative Services heute täglich und selbstverständlich. Da gibt es für die künftigen Versicherungskaufleute ebenfalls keine Ausnahme mehr.

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Moderne Ausbildung fördert Kompetenzen des Life-Coaching

Neben den klassischen Ausbildungsinhalten, die schon seit Jahrzehnten so oder so ähnlich gelehrt werden, tauchen damit auch neue Ausbildungsinhalte auf. Wenngleich sich die Digitalisierung selbstverständlich schon bei der Vermittlung klassischer Ausbildungsinhalte wiederfinden sollte, zählen dazu zum Beispiel:

  • Digitale Marktübersicht: In Zeiten der Dienstleistungsgesellschaft 4.0 ist es für kommende Versicherungsfachleute eminent wichtig, die kommenden und schon aktiven Spieler der digitalen Versicherungswelt zu kennen. Ob Maklerpools, Finanz- und Insurtechs oder Leadbörsen – die Versicherungsbranche funktioniert bereits digital. Das ist ein Fakt. Nur sind einige Beteiligte dabei schon weiter und andere leider noch weniger weit vorangekommen. Tatsächlich haben erstaunlich viele altehrwürdige Versicherungskonzerne mit analog gewachsenen Strukturen noch Probleme mit ihrer digitalen Expertise. Doch auch hier ändern sich die Unternehmenskulturen langsam.
  • Softwaretraining: Ein Makler, der heute kein Maklerverwaltungsprogramm beherrscht und aktiv nutzt, dürfte schon bald nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die Ausbildung zum Versicherungskaufmann sollte sich deshalb unbedingt mit den verschiedenen Möglichkeiten eines MVP befassen. Ob als stationäre Softwarelösung mit Onlineschnittstellen – also Kundenverwaltungsprogrammen wie Keasy, ams oder Ameise, ob als webbasiertes Makler- Portal eines Versicherungsunternehmen oder deren Extranets oder ob als webbasiertes freies Makler-Portal eines unabhängigen Versicherungs-Marktplatzes wie wefox – die Stärken und Schwächen der einzelnen Anwendungen zu kennen, ist essentiell für den Versicherungsmakler von morgen.
  • Digitale Schnittstellennutzung: Dank digital optimierter und automatisierter Prozesse, zum Beispiel mithilfe des digitalen Dokumentenaustauschs über BiPRO-Schnittstellen, wird die moderne Kundenberatung künftig wieder mehr im Vordergrund des Arbeitsalltags des Maklers stehen. Aufgaben der Verwaltung und des Marketings, die eigentlich nicht zu den Kernaufgaben des Maklerberufs zählen, werden verstärkt von Software und Dienstleistern übernommen. Die erledigen die administrative Abwicklung sowohl mit dem Kunden als auch mit dem Innendienst der Versicherer oft viel effizienter als der Versicherungsmakler selbst das könnte.
  • Digitale Kommunikation: Auch die Art und Weise der Kundenkommunikation erfährt mit den digitalen Kommunikationsmöglichkeiten eine Revolution. Die Zeit- und Ressourcenverschwendung, die oft mit der physischen Anwesenheit beim Kundentermin einhergeht, findet ein Ende. Letztere ist oft gar nicht mehr notwendig. Die meisten Beratungen laufen künftig über Messaging- und Video-Chat-Dienste wie Skype, Viber, ooVoo oder Hangouts. Die Unterschrift unter die Police erfolgt dann ebenfalls elektronisch. Das verändert den kompletten Beratungsansatz. Themen wie interaktive Erklärfilme, didaktische Wikis, Komplexitätsreduktion durch Vergleichs- und Preistransparenz und entsprechendes Storytelling gehören dann einfach zum Gesamtkonzept Beratungserlebnis dazu.Der Makler von morgen berät nicht länger nur statisch zu in Stein gemeißelten Versicherungen. Die Ausbildung muss ihn befähigen, zum Life-Coach zu werden, der den Verbraucher mit Echtzeitdaten in seiner Lebenswirklichkeit abholt. Die Lebenswelten der Kunden werden künftig dynamisch abgesichert.

Tipp: Versicherungsmakler von morgen können übrigens von einer hohen Planungs- und Versorgungssicherheit profitieren. Die Chancen, vom Ausbildungsunternehmen weiter beschäftigt zu werden, sind hoch. Im Schnitt werden aktuell etwa 75 Prozent aller Auszubildenden zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen nach der Ausbildung übernommen.

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2019-06-28T12:07:51+02:00

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