Home Private Altersvorsorge Private Altersvorsorge: Warum Frauen weniger Rente bekommen.

Warum Frauen weniger Rente
bekommen.

Lesezeit: 8 min

Altersarmut in Deutschland ist ein Thema, das insbesondere Frauen betrifft. Weniger Arbeitsjahre durch Kindererziehung und geringeres Einkommen sind auch heute dafür ausschlaggebend.

Trotzdem sorgen viele Frauen nicht ausreichend vor und sind später von Altersarmut bedroht. Dabei kann Altersvorsorge ganz unkompliziert sein. Wie du dich absichern kannst und was die Gründe für weibliche Altersarmut sind, erfährst du hier.

Staatliche Rente reicht nicht aus.

Die deutsche Gesellschaft altert. Mehr und mehr Menschen beziehen Rente, während immer weniger junge Leute in die gesetzlichen Rentenkassen einzahlen. Der Generationenvertrag geht nicht mehr auf, sodass viele Rentner zu wenig Bezüge erhalten und in Armut abrutschen – obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben.

Von Altersarmut kann man grundsätzlich dann sprechen, wenn das Einkommen eines Rentners oder einer Rentnerin weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens in Deutschland beträgt.

Sehr deutlich lässt sich dieses Problem am Rentenniveau ablesen. 2019 lag es bei knapp 48 Prozent des letzten Einkommens. Für die Lücke, die so im Alter entsteht, musst du privat aufkommen. Daher kannst du nur mit einer privaten Vorsorge deinen Lebensstandard im Alter halten.

Das Rentenniveau zeigt, wie viel Rente man prozentual zu seinem Einkommen erhalten wird. Es handelt sich dabei lediglich um statistische Durchschnittswerte. Die sogenannte Standardrente, welche dabei als Grundlage dient, geht von 45 vollen Beitragsjahren für die Rentenkasse aus. In der Realität schaffen es viele Menschen aber nicht, so lange in die Rentenkasse einzuzahlen, da sie bspw. krank werden oder sich um ihre Kinder kümmern. Sie erhalten dann noch weniger Rente, als das Rentenniveau anzeigt. Daher ist dieser Wert mit Vorsicht zu genießen.

Vom Pay Gap zum Pension Gap:
Altersarmut ist weiblich.

Wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt, hängt im Wesentlichen von der Anzahl der Arbeitsjahre und dem Gehalt ab. Wer außerdem länger lebt, muss auch länger mit seiner Rente haushalten. 

Und genau hier beginnen die Probleme für Frauen. Sie leben im Durchschnitt nicht nur knapp 5 Jahre länger, sondern verdienen auch durchschnittlich etwa 21 Prozent weniger. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergibt sich damit für das Jahr 2015 ein „Pension Gap“ von 53 Prozent für Frauen. 

Das heißt: Frauen müssen mit weniger Einkommen mehr Geld fürs Alter zu Seite legen. Der Haken: Nicht genügend Frauen sorgen privat vor. Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der R+V Versicherung sorgten 2013 ganze 30 Prozent der 18- bis 65-jährigen Frauen gar nicht vor.

Ein Bericht der OECD aus dem Jahr 2019 offenbarte zudem, dass die Geschlechter-Rentenlücke in Deutschland derzeit bei 46 Prozent liegt. Damit haben deutsche Frauen OECD-weit mit der größten Geschlechter-Rentenlücke zu kämpfen. 

Ehe & Kinder = Armutsrisiko?

Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als Männer. 2018 waren es fast die Hälfte aller Frauen. Hohe Beschäftigungszahlen durch Teilzeitjobs sind vielleicht gut für die Arbeitslosenquote, bescheren Frauen auf der anderen Seite aber deutlich niedrigere Rentenansprüche.

Als einer der Hauptgründe für Teilzeitarbeit bei Frauen wird noch immer die Erziehung der Kinder angegeben. Häufig hören Frauen sogar komplett auf zu arbeiten oder nehmen lediglich Mini-Jobs an, um sich voll auf den Nachwuchs zu konzentrieren. Das sogenannte Ehegattensplitting, das Paaren mit großen Einkommensunterschieden mehr Steuervorteile bietet, gibt Frauen zusätzlich Anreiz, weniger oder gar nicht mehr zu arbeiten.

In diesem Fall wird der Partner dann zum Alleinverdiener der Familie. Aber auch das birgt Gefahren für Frauen: Jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Und wenn es zur Scheidung kommt, stehen Frauen, die primär für die Kindererziehung verantwortlich waren, häufig ohne ausreichende Altersvorsorge da. 

Genau aus diesen Gründen ist es für Frauen so wichtig, ihre finanzielle Unabhängigkeit selbst in die Hand zu nehmen und sich rechtzeitig zum Thema Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu informieren.

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5 Tipps für deine Altersvorsorge

„Pssst… über seine Finanzen spricht man nicht“, heißt es oft. Dabei sollten gerade Frauen viel öfter über ihre finanzielle Situation sprechen und offen in den Austausch mit anderen treten. Das gilt auch beim Thema Altersvorsorge. Denn genügend Geld im Alter zu haben, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. 

Nimm dein Leben selbst in die Hand, statt dich auf andere zu verlassen. Du kannst jetzt Verantwortung für dich und deine Zukunft übernehmen und dich unverbindlich von Experten beraten lassen, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Unsere 5 Tipps sollen dir dabei helfen:

1. Früh anfangen lohnt sich

Je eher du mit deiner Altersvorsorge loslegst, desto länger kann das Geld für dich „arbeiten“. Du profitierst dabei vom sogenannten Zinseszinseffekt. Beim langfristigen Vermögensaufbau werden die Zinsen, die du auf dein angelegtes Geld erhältst, wiederum angelegt und du erhältst Zinsen auf deine Zinsen.

Wenn du schon mit Mitte 20 anfängst, Geld fürs Alter beiseitezulegen, kannst du also mit einem deutlich geringeren Betrag starten, als wenn du erst mit 40 loslegst. 

2. Kleinvieh macht auch Mist

Lass dich nicht entmutigen, wenn am Ende des Monats auf deinem Konto nicht viel übrig bleibt. Es ist besser, mit kleinen Beträgen für die Altersvorsorge anzufangen und diese nach und nach (zum Beispiel bei einer Gehaltserhöhung) zu steigern, als gar nicht vorzusorgen.

Wie im ersten Punkt erwähnt, lohnt es sich, früh mit der Altersvorsorge anzufangen. Dann reichen auch kleine Beträge zunächst aus, wenn du über einen längeren Zeitraum anlegst. 

3. Bleibe finanziell unabhängig

Eine Ehe bringt dir in finanzieller Sicht nicht nur Vorteile. Du profitierst zwar von Steuervorteilen, allerdings werden viele Frauen zum Beispiel durch die Erziehung der gemeinsamen Kinder vom Einkommen des Partners abhängig und geben damit die Verantwortung für ihre Finanzen und Vorsorge ab.

Sei daher lieber auf der sicheren Seite und sprich mit deinem Partner über dieses Thema. Durch einen Ehe- bzw. Partnervertrag könnt ihr genau festlegen, wer zum Beispiel für Renteneinbußen des Partners durch Elternzeit aufkommt, und den Unterhalt im Falle einer Scheidung regeln.

Behalte außerdem immer ein eigenes Konto, auf dem du dir monatlich etwas Geld zur Seite legst. So stehst du im schlimmsten Fall nicht mittellos da und kannst selbst über deine Finanzen bestimmen.

4. Vergleiche verschiedene Angebote

Gib dich nicht einfach mit dem erstbesten Angebot, das du im Internet findest, zufrieden. Bei der Altersvorsorge gibt es viele verschiedene Optionen. Manche werden sich für dich lohnen und andere nicht.

Überleg dir, wie viel Geld du im Alter brauchen wirst, um deinen Lebensstandard zu halten und wie viel du aktuell realistisch zur Seite legen kannst. Mach dich dann mit den Möglichkeiten der Altersvorsorge vertraut und schau, was zu deinen Zielen und deiner aktuellen Situation passt.

5. Lass dich unabhängig beraten

Das Thema Altersvorsorge ist komplex – keine Frage. Das ist aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und das Ganze zu ignorieren oder „auf später“ zu verschieben. Hol dir einfach heute die Hilfe, die du brauchst.

Unabhängige Versicherungsexperten können dir alles rund um Altersvorsorge in Ruhe erklären. Sie bringen Klarheit in Themen wie Rürup und Riester, betrieblicher Altersvorsorge, Lebensversicherungen & Co.

Uns das Beste Ein unabhängiger Experte schaut sich deine finanzielle Situation genau an und kann dir von allen großen Versicherungsgesellschaften das beste Angebot raussuchen. Das spart dir Zeit und Kopfzerbrechen. Bei wefox ist dieser Service für dich übrigens völlig kostenfrei.

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