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Ist eine private Altersvorsorge sinnvoll oder nicht?

Die Frage, ob eine private Altersvorsorge sinnvoll ist oder nicht, treibt Arbeitnehmer spätestens dann um, wenn sie auf ihren aktuellen Auszug der gesetzlichen Rentenversicherung blicken. Denn dabei wird jeder feststellen, dass zwischen aktuellem Einkommen und möglicher Rente eine deutliche Lücke klafft. Bei Selbständigen ist klar, dass sie eine Versorgungslösung fürs Alter brauchen. Hier steht eher im Fokus, welche private Altersvorsorge sinnvoll ist. Denn diese Berufsgruppe hat keine Ansprüche auf die gesetzliche Rente und muss für ihre Altersbezüge komplett selbst sorgen. In diesem Artikel versuchen wir, diese Fragen zu beantworten und mögliche Anhaltspunkte dafür zu geben, welche Altersvorsorge sinnvoll ist.

Für wen ist die private Altersvorsorge sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine private Altersvorsorge immer sinnvoll, um einen gewohnten Lebensstandard im Ruhestand beibehalten zu können. Denn es spielt keine Rolle, ob Sie verbeamtet, sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder selbständig waren, im Rentenalter werden Sie in den seltensten Fällen gleich hohe Einkünfte haben wie während Ihrer aktiven Berufsausübung.

Es gibt jedoch zwischen den einzelnen Berufsgruppen Unterschiede, weshalb die private Altersvorsorge noch wichtiger wird.

  • Selbständige: Wer selbständig ist, muss nicht nur die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu 100 Prozent selbst tragen, sondern auch selbst für eine Absicherung im Alter sorgen. Eine private Altersvorsorge für Selbständige ist demnach nicht nur sinnvoll, sondern äußerst wichtig, um Altersarmut zu vermeiden. Welche sinnvolle Altersvorsorge Selbständige treffen, bleibt jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Sinn ergibt zum Beispiel eine Mischung aus unterschiedlichen Möglichkeiten der privaten Altersversorgung.

Selbständige können mit der sogenannten Rürup-Rente eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge nutzen. Dabei profitieren sie von deutlichen Steuervorteilen. So liegt der steuerliche Freibetrag im Jahr 2019 bei über 24.000 Euro. Gerade Selbständige haben so die Möglichkeit, nicht nur ihre Altersbezüge zu sichern, sondern auch die jährliche Steuerlast zu senken.

Unabhängig davon können Selbständige natürlich auch in Finanzprodukte wie Fondsparpläne oder langfristige Anlageprodukte investieren. Allerdings gibt es für derartige Varianten der individuellen Altersvorsorge keine Steuersparmöglichkeiten. Wird das Kapital später ausgezahlt, ist die volle Kapitalertragssteuer fällig. Wird hingegen eine Rürup-Rente ausgezahlt, fällt ein ermäßigter Steuersatz auf die Hälfte der Kapitalerträge an.

  • Beamte: Im Vergleich zu Angestellten können Beamte bis heute immer noch sehr hohe Pensionen erreichen. Wer nach 40 Dienstjahren in Pension geht, erhält über 70 Prozent seines letzten Einkommens. Allerdings erreichen mittlerweile nur wenige Beamte die Maximaldauer von vier Jahrzehnten im Dienst. Pro Dienstjahr weniger verringert sich der Pensionsanspruch entsprechend um rund 1,8 Prozent. Wer somit nach 35 Dienstjahren in Pension geht, wird „nur“ noch 61 Prozent seines letzten Gehalts bekommen. Gerade Beamte, die erst mit Ende 30 verbeamtet wurden, können die 40 Dienstjahre ohnehin nicht mehr erreichen. Dadurch entsteht trotz komfortabler Pensionsbezüge eine Finanzlücke, weshalb eine private Altersvorsorge für Beamte sinnvoll sein kann.

Wie Selbständige können auch Beamte zum Beispiel die staatlich geförderte Rürup-Rente abschließen. Gerade besserverdienende Beamte können in der Einzahlphase von der Steuervergünstigung profitieren und ihre Pension im Alter aufbessern. Zudem wird die private Altersvorsorge ein Leben lang gezahlt und sichert so dauerhaft den Einkommensstandard im Alter.

Beamten steht natürlich offen, sich mit anderen Vorsorgeprodukten abzusichern. Allerdings gibt es seit 2005 keine steuerlichen Vorteile mehr für klassische Lebensversicherungen oder fondgebundene Verträge.

  • Angestellte: Wer heute sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, zahlt automatisch in die gesetzliche Rentenkasse ein und sammelt dadurch Rentenpunkte. Wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt, hängt von der Höhe des Einkommens sowie der Dauer des Einzahlens aus. Um die Rente ohne Abschläge zu erhalten, müssen Arbeitnehmer bis 65 bzw. 67 Jahren arbeiten. Doch selbst wenn sie über 40 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, liegt die gesetzliche Rente bei knapp 50 Prozent des letzten Einkommens. Wer zum Beispiel 3.000 Euro brutto verdient hat, wird rund 1.500 Euro an Rente bekommen. Schon dieses einfache Beispiel zeigt, dass die private Altersvorsorge sinnvoll ist. Denn sie kann die Finanzlücke zwischen gesetzlicher Rente und dem letzten Einkommen schließen bzw. verkleinern.

Angestellten steht eine große Auswahl an Modellen für die private Altersvorsorge zur Verfügung. So haben Angestellte einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. In diesem Fall beteiligt sich der Arbeitgeber an den monatlichen Zahlungen in eine Rentenversicherung. Dabei kann es sich um eine eigene Betriebskasse handeln, eine private Altersvorsorge, die der Angestellte auswählt oder um eine Rentenversicherung, die vom Arbeitgeber empfohlen wird. Je nach gewähltem Modell können Arbeitnehmer zusätzlich auswählen, ob sie eine sogenannte „Entgeltumwandlung“ wählen oder ihren Anteil vom vorhandenen Gehalt bezahlen wollen. Bei der Entgeltumwandlung wird ein Teil des Gehalts direkt in die betriebliche Altersvorsorge investiert. Dadurch sinkt das Einkommen und der Arbeitnehmer spart Steuern sowie Sozialabgaben. Auch der Arbeitgeber kann von dieser Variante profitieren.

Alternativ zur betrieblichen Altersvorsorge können Angestellte die sogenannte „Riester-Rente“ nutzen. Dabei handelt es sich um eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge. Die Förderung erfolgt in Zuschlägen für Kinder und Sparer. Darüber hinaus ist je nach Konstellation eine Steuerersparnis möglich, wenn die Riester-Beiträge als Sonderausgaben abgesetzt werden. In der Auszahlungsphase profitieren Versicherte bei der Riester-Rente außerdem von vergünstigten Steuern auf die Kapitalerträge.

Doch die staatlich geförderte private Altersvorsorge muss nicht immer sinnvoll sein. So können auch alternative Rentenprodukte oder andere Formen der privaten Altersvorsorge wie Fondsparpläne ebenfalls die gesetzliche Rente im Alter aufbessern.

Weitere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge:

  • Immobilien: Selbständige, Beamte oder Angestellte können mit dem Kauf eines Eigenheims aktiv zu ihrer privaten Altersvorsorge beitragen. Allerdings ist mit dieser Form der Altersvorsorge ein höherer finanzieller Aufwand verbunden. Außerdem entstehen mit einer eigenen Immobilie zusätzliche Kosten, die wiederum die Besitzer tragen müssen. Schließlich ist nicht garantiert, dass das Eigenheim noch im Alter sinnvoll genutzt werden kann oder ob kostspielige Umbauten erforderlich sind. Obwohl die Immobilienbranche boomt, ist zudem nicht garantiert, dass die Immobilienpreise auf dem gleichen Niveau bleiben. Eine private Altersvorsorge in Form einer privaten Rentenversicherung kann in diesem Fall eine höhere Sicherheit geben.
  • Geldanlage: Wer regelmäßig Geld in Produkte am Kapitalmarkt investiert, kann über mehrere Jahrzehnte ein kleines Vermögen erzielen, das als Altersvorsorge dient. Allerdings sind Investitionen in Fonds oder Aktien immer mit einem Verlustrisiko verbunden. Im schlimmsten Fall ist ein großer Teil des angelegten Gelds verloren und die Altersvorsorge dahin. Wer sicher Geld anlegen möchte, zum Beispiel auf Sparbücher oder in Anleihen, erhält wiederum nur sehr geringe Zinsen, die in der Regel unter den Garantiezinsen von Produkten für die private Altersvorsorge liegen.

Wie viel private Altersvorsorge ist sinnvoll?

Wie viel private Altersvorsorge sinnvoll ist, hängt zum einen davon ab, welchen Lebensstandard Sie im Alter genießen wollen und wie viel Sie aktuell verdienen. Darüber hinaus spielt es eine Rolle, ob Sie bereits in die gesetzliche Rentenversicherung oder Pensionskasse einzahlen.

Empfehlenswert ist es zu prüfen, welche Fixkosten im Alter bleiben und wie viel Geld Sie für einen angemessenen Lebensstandard monatlich benötigen. Anschließend vergleichen Sie Ihre gesetzlichen Rentenansprüche mit dieser Zahl. Gleiches können Sie als Beamte tun. Wenn Sie selbständig sind, sollten Sie genau überlegen, wie viel Geld Sie im Rentenalter benötigen. Entsprechend höher muss die private Altersvorsorge ausfallen.

Unabhängig davon gilt immer: Je früher Sie in die private Altersvorsorge einzahlen, desto geringer kann die monatliche Belastung ausfallen.

Wann ist ein Rechner für private Altersvorsorge sinnvoll?

Wie viel private Altersvorsorge sinnvoll ist, hängt zum einen davon ab, welchen Lebensstandard Sie im Alter genießen wollen und wie viel Sie aktuell verdienen. Darüber hinaus spielt es eine Rolle, ob Sie bereits in die gesetzliche Rentenversicherung oder Pensionskasse einzahlen.

Empfehlenswert ist es zu prüfen, welche Fixkosten im Alter bleiben und wie viel Geld Sie für einen angemessenen Lebensstandard monatlich benötigen. Anschließend vergleichen Sie Ihre gesetzlichen Rentenansprüche mit dieser Zahl. Gleiches können Sie als Beamte tun. Wenn Sie selbständig sind, sollten Sie genau überlegen, wie viel Geld Sie im Rentenalter benötigen. Entsprechend höher muss die private Altersvorsorge ausfallen.

Unabhängig davon gilt immer: Je früher Sie in die private Altersvorsorge einzahlen, desto geringer kann die monatliche Belastung ausfallen.

Ab wann ist die private Altersvorsorge sinnvoll?

Diese Frage lässt sich sehr einfach beantworten. Sinnvoll ist die private Altersversorgung vor allem dann, wenn Sie schon früh damit beginnen. Wer sich fürs Alter absichern möchte, sollte sich so früh wie möglich um eine private Altersversorgung kümmern. Denn die private Altersvorsorge ist nur dann sinnvoll, wenn sie eine Versorgungslücke ausreichend schließen kann und wenn sie dazu beiträgt, dass Sie im Alter nicht von Altersarmut bedroht sind.

Ob es eine sinnvolle Altersvorsorge ab 50 gibt, hängt davon ab, wie viel Sie in einen solchen Vertrag investieren können und wollen. Nur zum Vergleich: Wer bereits mit 30 in die private Altersvorsorge eingezahlt hat, hat 20 Jahre Vorsprung. Bei nur 100 Euro monatlich, müssten Sie beim Einstieg mit 50 rund 24.000 Euro mehr in kürzerer Zeit aufbringen, um eine ähnlich hohe Altersabsicherung zu erhalten.

Dennoch sollten Sie prüfen, ob es in Ihrem Fall noch Sinn ergibt, mit 50 eine private Altersvorsorge abzuschließen. Unsere Experten können Ihnen gerne bei der Auswahl helfen.

Fazit: Private Altersvorsorge sinnvoll: Ja oder nein?

Die Altersvorsorge ergibt immer dann Sinn, wenn Sie feststellen, dass Ihre Renten- oder Pensionsansprüche bzw. Ihr Alterseinkommen als Selbständige/r nicht ausreichen werden, um einen angemessenen Lebensabend genießen zu können.

Um die Frage „Private Altersvorsorge, was ist sinnvoll?“ zu beantworten, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Sinn ergeben für Selbständige oder besserverdienende Beamte zum Beispiel staatlich geförderte private Renten wie die Rürup-Rente. Damit können sie ihre Altersabsicherung verbessern und zugleich in der Ansparphase von großen Steuervorteilen profitieren.

Allgemein gilt für Selbständige, dass sie sich intensiv mit ihrer privaten Altersvorsorge beschäftigten sollten, denn sie sind zu 100 Prozent dafür verantwortlich. Empfehlenswert ist dabei, nicht nur ein Produkt für die private Altersvorsorge zu nutzen, sondern verschiedene Pakete miteinander zu kombinieren, um die bestmögliche Absicherung zu erhalten. Ohne eine entsprechende Beratung zur privaten Altersvorsorge sollten Selbständige keine Verträge abschließen.

So können Sie mit den Versicherungsprofis von wefox zum Beispiel verschiedene private Rentenversicherungen vergleichen und andere Versicherungsprodukte prüfen. Außerdem erhalten Sie nachhaltige Empfehlungen und Tipps für Ihre Absicherung im Alter.

Wenn Sie angestellt sind, ist eine private Altersvorsorge immer sinnvoll, denn mit der gesetzlichen Rente allein werden Sie Ihren bisherigen Lebensstandard nicht halten können. Auch bei Angestellten kann eine Kombination aus betrieblicher Altersvorsorge und privater Rentenversicherung Sinn ergeben.

Die Experten von wefox stehen Ihnen gerne für Beratung und Empfehlungen zur Verfügung. Nutzen Sie doch gleich die Chance und vereinbaren Sie einen unverbindlichen und kostenlosen Beratungstermin!

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