Private Krankenversicherung Beamte 2018-12-03T12:54:37+00:00

Private Krankenversicherung für Beamte – alle wichtigen Informationen und Tipps

Private Krankenversicherung für Beamte
Lesezeit: 16 min

Für Beamte gibt es zur Privaten Krankenversicherung meist keine sinnvolle Alternative. Denn wer beim Bund oder Land verbeamtet ist, erhält bereits eine Absicherung in Form von Beihilfe. Sie trägt in der Regel zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten für medizinische Leistungen. Den übrigen Anteil übernimmt eine PKV. Deshalb wird meist auch von „Beihilfeversicherung“ gesprochen. Von den Vorteilen der PKV können nicht nur Beamte, sondern auch Beamtenanwärter sowie Beamte auf Widerruf profitieren. In diesem Ratgeber informieren wir Sie detailliert über alle wichtigen Fragen rund um die Private Krankenversicherung für Beamte.

PKV für Beamte – Worauf sollten bestimmte Berufsgruppen achten?

Staatsbedienstete gibt es in Deutschland in ganz verschiedenen Segmenten. Sie alle weisen Besonderheiten bei der Krankenversicherung auf, die vor dem Abschluss einer Privaten Krankenversicherung berücksichtigt werden sollten. Wie die Absicherung der Beamten erfolgt, hängt von den jeweiligen Regelungen der Länder oder des Bundes ab – je nachdem, wer der Dienstherr ist.

Private Krankenversicherung für Lehrer: Sofern Lehrer im jeweiligen Bundesland noch verbeamtet werden, können sie Beihilfe in Anspruch nehmen. Die Beihilfe können sie auch für ihre Kinder nutzen. Da die Beihilfe gemäß der jeweiligen Ordnung nur bis zu 80 Prozent der Arzt- und Behandlungskosten übernimmt, müssen sich Lehrer über die PKV zusätzlich absichern. Allerdings besteht hier die Möglichkeit, sehr günstige Tarife in Anspruch zu nehmen. Auch die Kinder können günstig über die PKV versichert werden.
Wenn Lehrer im Angestelltenverhältnis arbeiten und die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, können auch sie sich privat krankenversichern und günstige Tarife in Anspruch nehmen.

PKV für Feuerwehrleute: Wer als Beamter bei der Feuerwehr arbeitet, benötigt in der Regel keine private Krankenversicherung. Denn die Absicherung für Beamte mit hohem Gesundheitsrisiko erfolgt in der Regel über die sogenannte „freie Heilfürsorge“. Dabei handelt es sich um einen Versicherungsschutz direkt über den Dienstherrn, der nur für die aktive Zeit gültig ist. Erst bei Eintritt ins Pensionsalter können Feuerwehrleute, aber auch Polizisten, Beihilfe erhalten und den übrigbleibenden Erstattungsanteil über eine PKV für Beamte absichern.

PKV für Richter oder verbeamtete Juristen: Auch diese Berufsgruppen können Beihilfe beantragen. In diesem Fall wird mit der PKV die Beihilfe ergänzt. Darüber hinaus sind zusätzliche Leistungen der PKV zu günstigen Konditionen erhältlich.
Auch für im Bundesland oder Bund angestellte Juristen kann sich der Wechsel zur PKV lohnen, da die Beiträge bei hoher Leistung meist niedriger sind als bei einer freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung.

PKV für Soldaten: Im aktiven Dienst erhalten Soldaten immer eine kostenlose Versorgung über die Truppenärzte. Nach der aktiven Zeit können sich Soldaten in der GKV krankenversichern, wenn vor dem Militärdienst eine Mitgliedschaft in der GKV bestand. Die Aufnahme in die PKV ist möglich, wenn Soldaten vor ihrem Dienst privat krankenversichert waren. Wer vor dem Beginn seiner Militärkarriere bei der PKV versichert war, kann eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Gegen eine geringe Gebühr wahrt die Person dann ihre Möglichkeit auf eine PKV-Versicherung. Nach Abschluss der Militärzeit ist dann ein Wechsel zur PKV ohne Gesundheitsprüfung möglich.

Private Krankenversicherung für Beamtenanwärter

Beamtenanwärter sind in der Regel im Vorbereitungsdienst für eine Beamtenposition und somit „Beamte auf Widerruf“. Dieser vorläufige Beamtenstatus ergibt für die meisten Beamtenanwärter einen Anspruch auf Beihilfe. Sobald diese gewährt wird, können Beamtenanwärter für den übrig bleibenden Kostenanteil eine PKV wählen. Wird für Beamtenwärter keine Beihilfe gewährt, weil sie in dieser Phase keine Beamten auf Widerruf sind, kann eine GKV die bessere Alternative sein. Allerdings sollten Sie immer im individuellen Fall abklären, welche Variante die bessere für Sie ist.

Wer sich für einen Anwartschaftstarif entscheidet, sollte bedenken, dass eine Rückkehr in die GKV nach dem Ende der Anwartschaft nicht einfach ist. Wer die GKV wählt, kann seinen Versicherungsschutz mit privaten Zusatzversicherungen günstig optimieren.

PKV-Vergleich: Auf diese Leistungen sollten Sie achten

Umfang des Beihilfeergänzungstarifs: Stellen Sie sicher, dass der PKV-Tarif für Beamte auch Leistungen abdeckt, die nicht von der Beihilfe getragen werden. Auch wenn die Beihilfe allgemein als sehr leistungsstark gilt, gibt es für einige Behandlungen oder Medikamente nur eine geringe oder keine Kostenerstattung.

PKV-Leistung für Angehörige: Wenn Sie Beihilfe beziehen, können auch Ihre Angehörigen davon profitieren. Der PKV-Tarif sollte auch Ihrem Ehe- oder Lebenspartner sowie Ihren Kindern einen guten Leistungsumfang bieten.

Zuzahlung reduzieren: Die Beihilfe übernimmt bei Medikamenten und Hilfsmitteln immer nur eine zweckmäßige Versorgung. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre PKV für Beamte den Zuzahlungsanteil deutlich reduziert oder die Kosten komplett übernimmt.

Leistungen für Sehhilfen: Die Beihilfe leistet bei Brillen oder Kontaktlinsen nicht oder nur sehr beschränkt. Wenn Sie kurz- oder weitsichtig sind, sollten Sie auf diesen Leistungsbaustein bei der PKV besonders achten.

Offener Katalog: Ihre PKV sollte bei der Erstattung von Medikamenten oder Hilfsmitteln einen offenen Katalog anwenden und sich nicht nur an der Aufstockung des Leistungskatalogs der Beihilfeverordnung orientieren.

Höchstbeträge: Die PKV legt bei manchen Behandlungen oder Heil- und Hilfsmitteln Höchstbeträge fest. Prüfen Sie vor dem Versicherungsabschluss, ob diese Leistungen für Sie ausreichend sind.

Krankenhausleistungen: Die Beihilfe leistet zwar für ärztliche Behandlungen und Unterbringung im Krankenhaus, doch Leistungen wie Ein-/Zweibettzimmer sowie eine Chefarztbehandlung werden dadurch nicht abgedeckt. Wenn Sie diesen Komfort wünschen, sollten Sie einen entsprechenden PKV-Tarif wählen. Achten Sie außerdem darauf, dass mögliche Vorbehandlungen vor einer OP sowie Nachbehandlungen über die PKV mitversichert sind.

Freie Arztwahl: Empfehlenswert ist es, dass Ihre PKV auch Leistungen übernimmt, wenn Sie direkt einen Facharzt aufsuchen, ohne vorher beim Hausarzt gewesen zu sein („Primärarztprinzip“).

Erstattung von privatärztlichen Leistungen: In der Regel erstattet die Beihilfe bis zum 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung. Stellen Sie mit der Wahl Ihrer PKV sicher, dass diese auch privatärztliche Leistungen bis zu einem 3,5-fachen Satz übernimmt.

Zahnbehandlungen und Zahnersatz: Die Beihilfe leistet zwar relativ gut bei Zahnbehandlungen, doch in der Regel nur bis zum 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Deshalb sollte Ihre Private Krankenversicherung diese Versicherungslücke schließen und darüber hinaus eine hohe Kostenerstattung bei Zahnersatz bieten.

Alternative Heilmethoden: Besuche beim Heilpraktiker werden zwar auch von der Beihilfe teilweise erstattet, doch decken diese Summen nie die Gesamtkosten. Mit Ihrer PKV können Sie diese Erstattung deutlich aufstocken. Das gilt zum Beispiel für bewährte Behandlungsmethoden wie Akupunktur oder spezielle Physiotherapiemethoden. Achten Sie bei der Wahl dieses Leistungsbausteins darauf, dass es keine Höchstgrenzen oder bestimmte Klauseln gibt, welche die Leistungen der PKV einschränken.

Beihilfe vs. Freie Heilfürsorge

Es gibt Beamte, die in Deutschland keine Beihilfe beziehen, sondern über die Freie Heilfürsorge krankenversichert sind. Die Heilfürsorge selbst ist keine Krankenversicherung im eigentlichen Sinn. Vielmehr ist der jeweilige Dienstherr für die Erstattung von medizinischen Aufwendungen verantwortlich. Die Erstattung bei Beamten im aktiven Dienst liegt über die Freie Heilfürsorge bei 100 Prozent und unterscheidet sich auch so von der Beihilfe.

Im Rahmen der Freien Heilfürsorge sind vor allem Beamte mit einem hohen Berufsrisiko abgesichert wie Feuerwehrleute, Soldaten oder Polizeibeamte. Sobald diese Beamten jedoch ihre Pension beziehen, ist wieder die Beihilfe für sie zuständig. Den fehlenden Erstattungs-Anteil müssen sie dann privat krankenversichern.
Angehörige von Beamten, die über die Freie Heilfürsorge versichert sind, haben einen Anspruch auf Beihilfe in Höhe von 50 bis 80 Prozent, abhängig vom Dienstherrn. Zu den Angehörigen zählen Ehepartner und Kinder.

Welche Kosten werden von der Beihilfe übernommen?

In den Beihilfeverordnungen der Länder oder des Bundes wird genau aufgeführt, welche Kosten bis zu welchem Gebührensatz übernommen werden. Alle Leistungen, die nicht in den Verordnungen gelistet werden, müssen von den Beamten selbst bezahlt werden. Diese Versorgungslücke kann eine Private Krankenversicherung übernehmen.

Folgende Kosten werden von der Beihilfe getragen:

Ambulante Behandlungen: Notwendige und angemessene ambulante Behandlungen beim Haus- oder Facharzt werden von der Beihilfe übernommen. Ob eine Behandlung notwendig bzw. angemessen ist, hängt von der Diagnose des behandelnden Arztes ab. Ausgeschlossen werden in der Regel Schönheits-OPs oder Behandlungen, die nur einen ästhetischen Sinn haben. So lange sich die durchgeführten Maßnahmen im Rahmen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oder für Zahnärzte (GOZ) bewegen, leistet die Beihilfe in der Regel Kostenerstattungen. Erhebt ein Arzt Gebühren, dürfen diese ohne spezielle Begründung üblicherweise den 2,3-fachen Gebührensatz nicht überschreiten. Zu den übernommenen Leistungen gehören auch ambulante OPs.

Labortechnische Maßnahmen: Die Beihilfe bezahlt auch für Blutuntersuchungen in einem Labor sowie Untersuchungen von Gewebe oder Körpersekreten.

Krankengymnastik und Physiotherapie: Die Beihilfe trägt auch einen Teil der Kosten für Besuche beim Physiotherapeuten.

Alternative Heilmethoden: Einen Teil der Kosten für alternative Methoden wie Homöopathie trägt die Beihilfe gemäß der jeweils gültigen Verordnung. Die Erstattungsleistung kann von Bundesland zu Bundesland deutlich variieren.

Zahnbehandlungen: Solange Zahnbehandlungen und Zahnersatz notwendig und angemessen sind, übernimmt die Beihilfe gemäß den Satzungen einen Teil der Kosten im Rahmen von sogenannten „Kostenpauschalen“.

Zahnersatz: Bei zahntechnischen Leistungen wie Brücken oder Kronen übernimmt die Beihilfe in der Regel nur 40 Prozent.

Vorsorgeaufwendungen: Vorsorgeuntersuchungen wie Krebsscreenings werden in der Regel von der Beihilfe ebenso wie Prophylaxemaßnahmen beim Zahnarzt übernommen.

Stationäre Behandlungen: Wer in die Klinik muss, kann auf Kostenerstattung durch die Beihilfe rechnen. Allerdings sind Wahlleistungen vom Leistungskatalog ausgeschlossen.

So funktioniert die Kostenerstattung über die Beihilfe

Als Patient erhalten Sie eine Rechnung von Ihrem Arzt. Diese müssen Sie zunächst selbst bezahlen. Anschließend reichen Sie diese Rechnung bei der zuständigen Beihilfestelle im Original oder als Kopie ein. In der Regel muss für das Einreichen von Arztrechnungen bei der Beihilfe eine sogenannte „Bagatellgrenze“ von 100 Euro oder 300 Euro überschritten werden, um unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden.Ihre Rechnung wird geprüft und der Erstattungsanteil auf der Basis der Beihilfeverordnung der Länder oder des Bundes (BVO) ermittelt, je nachdem, ob Ihr Dienstherr das Land oder der Bund ist. Die Höhe der Kostenerstattung richtet sich neben der BVO auch nach Ihrem Beihilfesatz. Die Beihilfestelle überweist den Beihilfeanteil Ihrer Arztbehandlungen auf Ihr hinterlegtes Konto.

Öffnungsaktion der PKV für Beamte und Angehörige von Beamten

Die Privaten Krankenversicherungen haben im September 2017 eine „Öffnungsaktion“ gestartet. Sie ermöglicht es Beamtenanfängern, freiwillig gesetzlich versicherten Beamten sowie erstmals bei der Beihilfe berücksichtigungsfähigen Angehörigen, sich zu günstigen Konditionen privat zu versichern.

Zu den Vorteilen der Öffnungsaktion zählt auch eine erleichterte Aufnahme. Erfüllen die Antragsteller die Voraussetzungen, werden zum Beispiel keine Leistungsausschlüsse vorgenommen oder Anträge aus Risikogründen abgelehnt.
Somit besteht die Chance, auch mit Vorerkrankungen eine private Krankenversicherung abzuschließen.

Im Gegensatz zur klassischen PKV sieht der Öffnungstarif für Beamte eine Ergänzung zur Beihilfe vor, sodass die Erstattungsleistung mit Beihilfe insgesamt bis zu 100 Prozent betragen kann.

Wichtig: Wer bereits eine private Krankenvollversicherung genutzt hat, kann von der Öffnungsaktion nicht profitieren.

FAQ

Können sich auch Beamtenanwärter und Referendare im Lehramt privat krankenversichern?

Wer Beamtenanwärter ist, gilt als Beamter auf Widerruf. In diesem Fall besteht ein Beihilfeanspruch und Referendare können sich privat krankenversichern. In den meisten Bundesländern sind Referendare jedoch im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses angestellt. In diesem Fall gibt es keinen Beihilfeanspruch und somit besteht dann meist eine Pflichtversicherung bei der GKV.

Welche Private Krankenversicherung für Beamte soll ich wählen?

Die beste PKV für Beamte erhalten Sie durch einen Versicherungsvergleich. Hier spielen Ihre Anforderungen, Ihr Budget sowie Ihre Vorerkrankungen eine wichtige Rolle. Die PKV ist die beste, die Ihre Ansprüche optimal erfüllt, ohne dass die Beiträge dafür unverhältnismäßig steigen. Gerne finden wir gemeinsam mit Ihnen heraus, welcher Tarif am besten zu Ihnen und Ihrer Situation passt.

Wie teuer ist eine PKV für Beamte?

Genaue Aussagen zu den Kosten für eine PKV für Beamte lassen sich nicht treffen. Erst nach einem Versicherungsvergleich, in welchem Sie alle Optionen auswählen und Ihre persönlichen Angaben gemacht haben, können Sie konkrete Preise und Kosten für die PKV abfragen.

Kann ich mich als Beamter auch in der GKV versichern?

Wenn Sie auf Ihren Beihilfeanspruch verzichten, ist auch eine freiwillige Versicherung in der GKV möglich. Allerdings sind bei höheren Beamtenbezügen die Beiträge zur GKV deutlich höher als bei einer Absicherung über die Beihilfe und eine PKV.

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