Private Krankenversicherung Eintrittsalter 2018-12-03T14:56:05+00:00
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Private Krankenversicherung – das Eintrittsalter als Kostenfaktor

Eintrittsalter für die private Krankenversicherung
Lesezeit: 13 min

Wer eine Private Krankenversicherung abschließen möchte, sollte wissen, dass das Eintrittsalter – im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung – für die Höhe der Kosten eine wichtige Rolle spielt. Neben dem Eintrittsalter sind darüber hinaus Ihr gewünschter Leistungsumfang sowie Ihr Gesundheitszustand weitere Faktoren, welche die PKV-Kosten beeinflussen. Grundsätzlich gilt jedoch: Je höher das Eintrittsalter, desto höher die monatliche Versicherungsprämie.

Diese Faktoren bestimmen mit dem Eintrittsalter den PKV-Beitrag

Während die Höhe der Versicherungsbeiträge in der Gesetzlichen Krankenkasse primär durch das Einkommen bestimmt wird, spielt dieses bei der Privaten Krankenversicherung für die Beitragsberechnung keine Rolle. Wie viel Versicherte für ihre Absicherung monatlich bezahlen müssen, wird mit Hilfe von anderen Faktoren berechnet:

  • Leistungsumfang: Wie teuer eine PKV wird, entscheidet ihr Leistungsumfang. Wer einen sehr einfachen Tarif mit einer Grundabsicherung wählt, wird weniger für seine Versicherung bezahlen als jemand, der eine komfortable Vollversicherung abschließt.
  • Gesundheitszustand inklusive Vorerkrankungen: Vor der Aufnahme in einen PKV-Tarif müssen Antragsteller ausführlich Gesundheitsfragen beantworten. Auf der Basis dieser Gesundheitsprüfung ermitteln die Versicherungsgesellschaften das Krankheitsrisiko und leiten daraus die Tarifhöhe ab. Viele Vorerkrankungen oder aktuelle Befunde können eine Private Krankenversicherung deutlich teurer machen. Um sehr teure Tarife zu vermeiden, sind auch vereinbarte Leistungsausschlüsse möglich.
  • Eintrittsalter: Der größte Kostenfaktor bei der PKV ist das Eintrittsalter bzw. das Alter des Versicherten. Denn statistisch gesehen steigt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken mit zunehmendem Alter an. Das gilt insbesondere für Versicherte ab dem 50. Lebensjahr. Dementsprechend fallen die Versicherungsprämien mit höherem Lebens- und somit Eintrittsalter auch höher aus als für jüngere Versicherte.

Wer die Chance auf eine komfortable und zugleich preisgünstige Private Krankenversicherung wahren möchte, sollte deshalb möglichst früh in die PKV wechseln. Allerdings sollte ein Wechsel immer gut überlegt sein, denn die Rückkehr zur GKV ist nicht ohne Weiteres möglich und immer an Voraussetzungen gebunden.

Berechnung des Eintrittsalters durch die Versicherung

Als Eintrittsalter wird bei der Privaten Krankenversicherung das Alter eines Versicherungsnehmers zum Zeitpunkt der Aufnahme in die PKV bezeichnet. Das Eintrittsalter muss dabei nicht dem tatsächlichen Lebensalter entsprechen. Manche Versicherungsgesellschaften bestimmen das Eintrittsalter aus der Differenz des Jahres des Versicherungseintritts und dem Geburtsjahr.

Ein Beispiel:
Schließt ein im Dezember 1986 geborener Versicherungsnehmer im Januar 2018 eine PKV ab, beträgt sein Eintrittsalter 32 Jahre. Die Rechnung: 2018 – 1996 = 32 Jahre = Eintrittsalter.

Bei jüngeren Versicherten unter 20 Jahren spielt das Eintrittsalter nur bedingt eine Rolle. So werden Kinder und junge Erwachsene vielmehr in Gruppen eingeteilt.
In der Regel werden PKV-Tarife für Kinder und Jugendliche zwischen null und 16 Jahren sowie für die Altersgruppen der 17- bis 20-Jährigen angeboten. Wie genau die Altersgruppen eingeteilt werden und welche Zeitspannen sie umfassen, kann von Versicherung zu Versicherung variieren.

Die Einteilung in Altersgruppen für junge Versicherungsnehmer hat zwei Gründe: Zum einen ist die Verwaltung und das Tarifangebot für die Versicherungsgesellschaften einfacher, weil sie die Tarife schneller und mit geringerem Aufwand bestimmen können. Und zum anderen sind in jungen Jahren statistisch weniger Krankheiten zu erwarten, sodass eine graduelle Altersabstufung nicht notwendig ist.

Mit niedrigem Eintrittsalter langfristig von günstigeren Prämien profitieren

Wer möglichst jung in eine Private Krankenversicherung einsteigt, profitiert in der Regel von einem günstigen Preisniveau für die gesamte Dauer seines Vertrags. Relevant ist das Eintrittsalter vor allem ab 21 Jahren, da die Versicherungsgesellschaften Erwachsenentarife anbieten, die nicht mehr nach Altersgruppen berechnet werden.

Empfehlenswert kann es für Studierende sein, sich während des Studiums von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. So profitieren sie von günstigen Beiträgen bei hohen Leistungen. Nach dem Studium müssen sie dann zwar in der PKV bleiben, sofern kein Angestelltenverhältnis vorliegt. Dafür sichern sie sich für später einen Beitrag auf einem relativ stabilen Preisniveau. Vorausgesetzt, die Versicherungsgesellschaft wird nicht gewechselt.

Bis zu welchem Alter kann ich zur PKV wechseln?

Wer sich privat krankenversichern möchte, kann in der Regel bis zum 55. Lebensjahr wechseln, sofern keine Versicherungspflicht besteht. Wer zuvor noch nicht in der PKV war, muss jedoch mit einer Gesundheitsprüfung rechnen. Gerade im Alter kann diese auch negativ ausfallen, was Risikoaufschläge, Leistungsausschlüsse oder sogar eine PKV-Ablehnung mit sich bringen kann.

Ein weiterer Aspekt, der für ein frühes Eintrittsalter spricht, sind PKV-Altersrückstellungen. Denn die Privaten Krankenkassen legen von den Prämien ihrer Mitglieder mindestens zehn Prozent monatlich zurück, um die Beitragssteigerungen im Alter abzumildern. Wer erst spät in die PKV eintritt, muss mit höheren Tarifen rechnen, weil die Zeitspanne für die Bildung von Rücklagen für die PKV geringer wird.

FAQ rund um das Thema „Eintrittsalter PKV“:

Ist die Private Krankenversicherung im Alter nicht mehr bezahlbar?
Tatsache ist, dass PKV-Tarife im Alter steigen. Doch dagegen lässt sich etwas tun: Durch Maßnahmen wie eine Erhöhung der Selbstkostenanteile oder einen Wechsel in einen niedrigeren Tarif können Versicherungskosten eingespart werden.
Beamte, die neben der Beihilfe eine PKV nutzen, haben ohnehin meist nur geringe Beitragssteigerungen zu befürchten. Darüber hinaus sorgen viele Versicherungsgesellschaften vor, indem sie die Prämien schon in jüngeren Jahren kontinuierlich anheben, damit große Beitragssprünge im Alter ausbleiben. Grundsätzlich haben Versicherte langfristig in der PKV durch die Altersrückstellungen einen Vorteil:
Ersparte Beiträge werden angelegt. Das sorgt für eine Beitragsentlastung im Alter.

Kann ich in die GKV auch noch zurückwechseln, wenn ich älter als 55 Jahre bin?
Ein Wechsel in die GKV ab 55 Jahren ist für PKV-Versicherte nur unter sehr schwierigen Bedingungen möglich. So könnte zum Beispiel ein Wechsel nur dann erfolgen, wenn der PKV-Versicherte arbeitslos wird und sich im Rahmen der Familienversicherung der GKV über ein Familienmitglied versichern könnte. Ansonsten bleiben PKV-Versicherte auch bei Arbeitslosigkeit oder geringeren Einkünften in der PKV.

Kann ich die Höhe des PKV-Beitrags im Alter beeinflussen?
Sollten die Versicherungsprämien im Alter in der PKV deutlich steigen, ist es möglich, diese durch einen Tarifwechsel in eine Police mit geringerer Leistung zu senken. Wichtig ist es vor allem für jüngere Versicherte, schon früh Vorkehrungen zu treffen, damit die Beitragsbelastung im Alter nicht so extrem ausfällt. Manche Versicherungsgesellschaften bieten zum Beispiel an, die Altersrückstellungen schon in jüngeren Jahren zu erhöhen.

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