Private Krankenversicherung Familien 2018-12-03T14:27:28+00:00

Private Krankenversicherung für Familien – Möglichkeiten und praktische Tipps

Private Krankenversicherung für Familien
Lesezeit: 19 min

Wer nach einer Privaten Krankenversicherung im Sinne einer Familienversicherung wie der GKV sucht, wird leider nicht fündig werden. Denn einen solchen Tarif gibt es nicht. Stattdessen müssen in der PKV alle Familienmitglieder mit einem einzelnen Vertrag abgesichert werden. Doch das muss kein Nachteil sein. Vielmehr können Verbraucher ihren Versicherungsschutz so jeweils perfekt an den Bedarf der Kinder oder des Partners anpassen. Hier erfahren Sie, wie Sie mit der Privaten Krankenversicherung Ihre Familie versichern können.

Ist es sinnvoll, die ganze Familie in der PKV zu versichern?

Wenn Ehepaare oder Alleinverdiener in einer Familie gut verdienen und selbst privat krankenversichert sind, kann sich eine PKV für Kinder ebenfalls lohnen. Sie können ohnehin immer privat krankenversichert werden, auch wenn die Eltern versicherungspflichtig sind.
In manchen Fällen kann es auch sein, dass zum Beispiel der Beitrag zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung für die ganze Familie teurer wird als eine PKV für jedes Familienmitglied. Das liegt u.a. daran, dass sich die freiwillige GKV am Gehalt orientiert. Wer in Anstellung sehr gut verdient, muss dementsprechend viel in die GKV zahlen. Die PKV-Tarife hingegen richten sich nach der gewünschten Leistung und dem Gesundheitszustand der Versicherten. Darüber hinaus gibt es speziell für Kinder und Jugendliche sehr günstige PKV-Policen.

Diese Gründe können für die Private Krankenversicherung von Familien sprechen:

  • individuelle Absicherung für jedes einzelne Familienmitglied möglich, die auf den jeweiligen Bedarf zugeschnitten werden kann
  • in manchen Fällen ist PKV günstiger als eine Familienversicherung der GKV für freiwillig gesetzlich Versicherte
  • deutlich mehr Wahlmöglichkeiten bei Tarifen und Leistungsbausteinen
  • umfangreichere Leistungen
  • freie Arztwahl
  • Tarife orientieren sich vertraglich an den modernsten Behandlungsmethoden und passen sich an

Selbständige mit Familie sollten GKV und PKV genau vergleichen

Wer Kinder und einen Ehepartner ohne eigenes Einkommen hat, kann eventuell von der freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV mehr profitieren. Denn auch als freiwillig gesetzlich versichertes Mitglied ist die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen möglich. Der Ehepartner ohne Einkommen muss dann nichts für die Krankenversicherung bezahlen, auch für die Kinder fallen keine Beiträge bis zum Alter von 21 bzw. 25 Jahren an.

In der PKV müssten Selbständige sowohl für die Ehepartner als auch für die Kinder eigenständige Verträge in der Privaten Krankenversicherung abschließen. Die Gesamtkosten für alle Krankenversicherungen der Familienmitglieder überschreiten dann meist die Kosten für den Beitrag zur freiwilligen GKV für eine Person, auch wenn diese als Selbständiger mehr verdient.

Doch wer auch hier die Leistungen der Krankenversicherung sowie die Wahlfreiheit bei Leistungsoptionen in den Fokus stellt, kann mit der PKV meist mehr erreichen.

Falls Sie vor dieser Entscheidung stehen, helfen Ihnen unsere Versicherungsexperten gerne weiter. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf!

Mutterschaftsgeld für privat Krankenversicherte
Schwangere, die in der PKV versichert sind, können während des Mutterschutzes ein Mutterschaftsgeld beim Bundesversicherungsamt beantragen. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Zuschuss. Während des Mutterschutzes erhalten privat Versicherte das Nettogehalt des Arbeitgebers abzüglich 13 Euro pro Kalendertag. Dadurch kann eine deutliche Gehaltslücke von über 1.000 Euro während des Mutterschutzes entstehen. Diese Lücke gleichen manche Versicherungsgesellschaften durch die Zahlung einer sogenannten „Entbindungspauschale“ aus. Diese wird entweder vom Versicherer festgelegt oder anhand des in der PKV vereinbarten Tagegelds berechnet.

Private Krankenversicherung für Säuglinge

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist das nicht nur ein freudiges Ereignis, sondern die Eltern müssen sich um viele Verwaltungsschritte kümmern. Hierzu gehört auch die Wahl der Krankenversicherung.

  • Sind beide Elternteile privat krankenversichert, muss der Säugling auch in einer PKV versichert werden. Die Eltern können dabei wählen, ob das Kind in der PKV des Vaters oder der Mutter versichert wird.
  • Ist ein Elternteil in der PKV, der andere in der GKV, wird das Kind bei dem Elternteil versichert, der das höhere Einkommen hat.
  • Liegt das Einkommen des privat krankenversicherten Elternteils unter der Jahresentgeltgrenze (JAEG) von 59.400 Euro im Jahr 2018 und der andere Elternteil verdient mehr als die JAEG, kann das Kind freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert werden. In beiden Fällen ist keine „Familienversicherung“ möglich.
  • Wenn die Eltern des Kindes nicht verheiratet sind, kann frei darüber entschieden werden, bei wem das Kind versichert wird. Ist die Mutter bereits privat krankenversichert, kann der Säugling bis zu zwei Monate nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung in der gleichen PKV mit einem Tarif mit gleicher Leistung versichert werden.

PKV für Schüler – Das müssen Sie beachten

Bei Schülern gilt die gleiche Regel wie bei allen Kindern. Grundsätzlich müssen auch Schüler in der Krankenkasse des Elternteils versichert werden, der höhere Einkünfte erzielt. Ist der Elternteil privat krankenversichert, muss der Schüler ebenfalls in die PKV und erhält einen eigenen Tarif. Wenn beide Eltern in der PKV versichert sind, kann deren Kind im Schulalter der PKV des einen oder anderen Elternteils beitreten.

PKV für Familienmitglieder von Beamten
Beamte haben Anspruch auf Beihilfe vom Bund oder vom Staat. Nehmen Sie diesen Anspruch wahr, benötigen Sie eine PKV, die den übrigen Kostenanteil absichert. Zugleich haben auch Angehörige von Beamten sowie deren Kinder einen Beihilfeanspruch. In diesem Fall kann es sich lohnen, wenn die ganze Familie einer privaten Krankenversicherung beitritt. Durch die meist günstigen Beiträge können dann Tarife mit einer sehr hohen Leistung gewählt werden.

Die PKV für Schwangere: Was übernimmt die Private Krankenversicherung?

Eine PKV kann während der Schwangerschaft verschiedene Vorteile mit sich bringen. Empfehlenswert ist es häufig, sich schon vor der Schwangerschaft um eine Private Krankenversicherung zu bemühen.
Üblicherweise übernimmt die PKV während der Schwangerschaft alle Leistungen, die auch die gesetzlichen Kassen tragen. Doch die PKV geht häufig darüber hinaus:

  • Erweiterte Leistungen bei Ultraschalluntersuchungen: Die GKV gewährt laut Regelkatalog in der Regel drei Ultraschalluntersuchungen. Die PKV übernimmt meist auch mehr als diese Anzahl.
  • Mögliche Beitragsfreiheit: Wer sich für einen Tarif entscheidet, der ein hohes Krankentagegeld im Mutterschutz bezahlt, kann dadurch einige Monate beitragsfrei bleiben. Zusätzlich kann eine Entbindungspauschale beantragt werden.
  • Altersrückstellungen: Für die Zeit nach dem Mutterschutz können mit dem PKV-Tarif Altersrückstellungen gebildet werden.

Private Krankenversicherung für Frauen mit Kinderwunsch

Für Frauen mit Kinderwusch kann sich ein PKV-Wechsel lohnen. So können sich zum Beispiel Einsparungen im Vergleich zu einer freiwilligen Versicherung in der GKV ergeben, die als Rücklagen für die Elternzeit genutzt werden können.
Außerdem besteht die Möglichkeit, einen PKV-Tarif zu wählen, der während der Elternzeit beitragsfrei gestellt werden kann. Sind außerdem keine drei Jahre Erziehungsurlaub geplant, kann die PKV bei vollem Einstieg in den alten Beruf beibehalten werden.
In einem weiteren Sinn kann ein Umstieg auf die PKV für Frauen mit Kinderwunsch empfehlenswert sein: So kann die PKV bei ungewollter Kinderlosigkeit die gesamten Kosten für die künstliche Befruchtung übernehmen. Allerdings schränkt die PKV hier die Leistung nach dem „Verursacherprinzip“ ein. So muss der privat krankenversicherte Partner nachweisen können, dass er der „Verursacher“ der Kinderlosigkeit ist. Die GKV würde bei einem Kinderwunsch lediglich einen Zuschuss leisten und Teilkosten nur im Rahmen von einer bestimmten Zahl an Behandlungszyklen übernehmen.

Planen Sie mehrere Kinder zu bekommen, dann sollten Sie genau prüfen, ob es Sie nicht günstiger kommt, in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verbleiben.

PKV für Kinder in Ausbildung oder bei Berufsstart:
Die Anwartschaft als Möglichkeit zur erneuten PKV für das Kind

Sobald ein Kind aus der Familie eine versicherungspflichtige Ausbildung beginnt oder ins Arbeitsleben startet, muss es sich in einer GKV versichern. Wollen die Eltern oder das Kind die Möglichkeit auf eine Wiederversicherung in der PKV wahren, kann eine Anwartschaft genutzt werden. Für diese Anwartschaftsversicherung muss ein geringer monatlicher Beitrag an die bestehende PKV bezahlt werden. Dafür nimmt die Private Krankenkasse das Kind später wieder ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung auf, solange der gleiche Tarif gewählt wird.
Wenn das Kind studiert, kann es sich kurz nach der Immatrikulation von der Versicherungspflicht befreien lassen. So kann es die PKV beibehalten. Es gibt zwar keine spezielle PKV für Studierende, doch bietet die Private Krankenversicherung für Studenten vergünstigte Konditionen. Dies liegt u.a. daran, dass Studierende in der Regel statistisch gesehen ein geringeres Versicherungsrisiko darstellen.

Was passiert mit der PKV in der Elternzeit?

In der Elternzeit bleiben privat versicherte Mütter oder Väter weiterhin privat krankenversichert. Sollten sie nach der Elternzeit einen Teilzeitjob annehmen, werden sie wieder versicherungspflichtig, können sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen. Das sollten Sie sich aber vorab sehr gut überlegen. Dies gilt auch, wenn ihr Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) im Jahr 2018 von 59.400 Euro unterschreitet.

Voraussetzung dafür ist, dass die Arbeitszeit in Teilzeit maximal 50 Prozent der üblichen Arbeitszeit entspricht und das Einkommen zuvor mehr als fünf Jahre hinweg über der Versicherungspflichtgrenze gelegen hat. Auch die Elternzeit wird in diese fünf Jahre eingerechnet.

Die Versicherungsprämien für privat krankenversicherte Eltern reduzieren sich in der Regel während der Elternzeit nicht und müssen voll weitergezahlt werden. Angestellte erhalten während dieser Phase auch keinen Arbeitgeberanteil. Damit sind PKV-Versicherte freiwillig gesetzlich Krankenversicherten in der Elternzeit gleichgestellt. Auch sie müssen in der Elternzeit die vollen Beiträge bezahlen. Allerdings besteht für PKV-Versicherte eine Chance auf einen kulanten Versicherer. So gibt es einige Versicherungsgesellschaften, die die Versicherungsbeiträge für sechs oder zwölf Monate während der Elternzeit aussetzen oder reduzieren. Diese Option ist jedoch tarif- und unternehmensabhängig und kein Standard.

Private Krankenversicherung für die Familie von der Steuer absetzen

Beiträge für die PKV für Kinder und Ehepartner können von der Steuer im Rahmen der sogenannten „Vorsorgeaufwendungen“ abgesetzt werden.
Voraussetzungen dafür, dass auch die PKV der Kinder steuerlich geltend gemacht werden kann:

  • Es wird überhaupt eine Steuererklärung abgegeben.
  • Es gibt einen Kindergeldanspruch oder Anspruch auf einen Kinderfreibetrag.
  • Es wird Unterhalt für das Kind gezahlt.

In der Steuererklärung werden jedoch nur die Kosten berücksichtigt, die bei einer Basisversicherung entstehen würden. Die jeweilige Versicherungsgesellschaft berechnet diesen Anteil und schickt regelmäßig eine Übersicht für das Finanzamt an die Versicherten.

Im Falle einer Scheidung: Wie steht es um die PKV bei Kindern?

Wenn sich Eltern scheiden lassen, gibt es verschiedene Szenarien, die sich auf die Krankenversicherung der Kinder auswirken:

  • Beide Eltern sind vor der Scheidung in der GKV: In diesem Fall kann das Kind bei dem Partner mit dem Sorgerecht über die Familienversicherung beitragsfrei mitversichert werden.
  • Beide Eltern waren vor der Scheidung privat versichert und sind es auch nach der Trennung: In diesem Fall bleibt für das Kind alles so, wie es war.
  • Beide Eltern waren privat versichert und nach der Scheidung ist ein Elternteil in der GKV: In diesem Szenario kann das Kind über diesen Elternteil in die Familienversicherung der GKV kommen. Da das Kind jedoch zuvor in der PKV war, kann vom unterhaltspflichtigen Ex-Partner verlangt werden, dass er die Beiträge für eine PKV für das Kind weiterhin übernimmt.

In der Steuererklärung werden jedoch nur die Kosten berücksichtigt, die bei einer Basisversicherung entstehen würden. Die jeweilige Versicherungsgesellschaft berechnet diesen Anteil und schickt regelmäßig eine Übersicht für das Finanzamt an die Versicherten.

Hierbei handelt es sich nur um mögliche Szenarien, keine rechtlich bindende Beratung. Eine konkrete Rechtsberatung erhalten Sie bei einer Trennung durch Ihren Anwalt.

Was kostet eine Private Krankenversicherung für Familien?

Wie viel eine PKV für die Familie kostet, ist nicht pauschal zu sagen, da jedes Familienmitglied eine eigene Police in Anspruch nimmt. Die Höhe der jeweiligen PKV richtet sich nach dem Alter, dem Gesundheitszustand sowie den gewünschten Leistungen. Grundsätzlich lassen sich die Kosten für die PKV durch eine hohe Selbstbeteiligung am deutlichsten senken. Ebenso können Leistungsbausteine begrenzt werden, um die Gesamtkosten zu reduzieren. Doch gerade bei Kinder-PKV bietet es sich an, hohe Leistungen zu nutzen, da diese Tarife von den Versicherungsgesellschaften günstiger angeboten werden als Erwachsenentarife.

Wenn beide Eltern in der Familie versicherungspflichtig sind, bietet sich meist die beitragsfreie Familienversicherung für die Kinder an. Da der Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil an der GKV übernimmt, sind die Kassenbeiträge häufig günstiger als mit der PKV.
Liegt das Einkommen des besser verdienenden Elternteils jedoch über der JAEG und die Kinder müssen ebenfalls Beiträge zahlen, kann eine PKV für die ganze Familie bei besseren Leistungen sogar günstiger sein.

Wichtig ist aber unbedingt, verschiedene Tarife und Gesellschaften miteinander zu vergleichen, um die bestmögliche Versicherung für jedes Familienmitglied zu ermitteln. Unsere Experten unterstützten Sie gerne dabei.

Auf diese Leistungen kommt es bei der PKV für Familien an

Wer eine PKV für die Familie wählt, kann den Versicherungsschutz für jedes einzelne Familienmitglied individualisieren. Somit sollten Leistungen gewählt werden, die der Lebenssituation der jeweiligen Person entsprechen:

  • Zahnersatz: Diese Leistungsbausteine sollten bei den Eltern unbedingt enthalten sein. So steigt zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit für Zahnersatz Ende 30 statistisch gesehen deutlich an. Der gewählte PKV-Tarif für Erwachsene sollte darum hohe Leistungen bei Kronen, Inlays oder anderem Zahnersatz bieten. Empfehlenswert sind hier Kostenerstattungen ab 80 Prozent.
  • Kieferorthopäde: Dieser Leistungsbaustein ist vor allem für die PKV-Tarife der Kinder relevant. Rund jedes zweite Kind in Deutschland benötigt eine Zahnspange. Da die GKV nur bei medizinisch notwendigen kieferorthopädischen Leistungen ab KIG 3 leistet, können sich Familien mit der PKV auch für Leistungen ab KIG 1 absichern. Darüber hinaus bezahlt die PKV häufig auch Funktionsanalysen, welche nicht von der GKV übernommen werden.
  • Schwangerschaft: Schwangere können von der PKV profitieren und den Leistungsumfang bei Untersuchungen und Diagnostik deutlich erweitern. Künftige Mütter in der Familie sollten in diesem Segment nach guten Leistungen schauen.
  • Krankenhaus: Ein stationärer Aufenthalt sollte mit der besten ärztlichen Leistung und Unterbringung verbunden sein. Tarife für Kinder und Erwachsene sollten hier gut ausgestattet sein. Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung sind empfehlenswert.
  • Tagegeld: Gerade Selbständige unter den Eltern sollten sich zur PKV ein ausreichendes Tagegeld sichern. Ohne diesen Zusatz wären sie während der Zeit im Krankenhaus meist ohne Einkünfte. Gerade mit Kindern sollte die Absicherung unbedingt gewählt werden. Empfehlenswert ist ein Tagegeld, das dem 30. Teil des monatlichen Durchschnittseinkommens entspricht.

Natürlich gilt auch bei den PKV für die Familie, dass Sie mögliche Wartezeiten, Summenbegrenzungen oder Leistungseinschränkungen berücksichtigen sollten, bevor Sie eine Versicherung abschließen.

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