Private Krankenversicherung Heilpraktiker 2018-12-03T15:11:42+00:00
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Private Krankenversicherung – Heilpraktiker-Leistungen sind nicht automatisch versichert

Heilpraktiker mit der privaten Krankenversicherung
Lesezeit: 12 min

Auch wenn sich der medizinische Fortschritt heute vielfach in Form neuer Untersuchungsmethoden und -geräten sowie neuer Therapieformen zeigt, ist die Nachfrage nach alternativen Heilmethoden sehr groß. Ob Akupunktur, Homöopathie oder anthroposophische Behandlungen, für Patienten ist das Spektrum der Möglichkeiten sehr groß. Ob die Private Krankenversicherung Heilpraktiker-Leistungen jedoch übernimmt, hängt vom gewählten Versicherungstarif ab.

„Heilpraktiker“ ist keine Standardleistung der PKV

Die Behandlung bei einem Heilpraktiker gehört nicht zum Standardleistungskatalog der Privaten Krankenversicherung. Laut Musterbedingungen gehören zunächst Behandlungen, Heilmittel und Untersuchungsmethoden zum Leistungskatalog, die schulmedizinisch anerkannt sind. Nur wenn alternative Methoden sich in der Praxis ebenso bewährt haben und wenn keine entsprechenden schulmedizinischen Leistungen verfügbar sind, kann das Versicherungsunternehmen Leistungen in der Höhe der Kosten erstatten, die äquivalent zur Schulmedizin sind.

Grundlage für eine Kostenübernahme von Heilpraktiker-Behandlungen durch die PKV ist dabei immer, dass die Behandlung medizinisch notwendig ist und möglichst nach einer Gebührenordnung oder einem Gebührenverzeichnis abgerechnet werden kann.

Alternative Medizin
Das Spektrum der alternativen Medizin ist sehr groß. Im Gegensatz zur Schulmedizin handelt es sich dabei häufig um Methoden, deren Grundlagen in der Erfahrung und Tradition liegen. Die Schulmedizin beruht dahingegen ausschließlich auf empirischen wissenschaftlichen Methoden und der Vorstellung, dass Krankheiten überwiegend durch Störungen auf der Zellebene ausgelöst werden. Naturheilverfahren pflegen demgegenüber ein ganzheitliches Menschenbild.
Laut dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker können zum Beispiel folgende Methoden und Richtungen zur alternativen Medizin gezählt werden:

  • Anthroposophische Medizin
  • Ayurveda
  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Bioelektrische Funktionsdiagnostik (BFD)
  • Elektroneuraltherapie (ENTH)
  • Bioresonanztherapie
  • Homöopathie
  • Orthomolekulare Therapie
  • Enzymtherapie
  • Thymustherapie

Medizinische Notwendigkeit muss immer gegeben sein

Wer möchte, dass seine PKV die Kosten für Behandlungen beim Heilpraktiker übernimmt, sollte darauf achten, dass es für diese Maßnahmen eine medizinische Notwendigkeit gibt. So kann auch bei inkludierten Heilpraktiker-Leistungen eine Ablehnung für die Kostenerstattung in der PKV erfolgen. Versicherte sollten deshalb immer im Vorfeld vor dem Besuch des Heilpraktikers abklären, ob und in welchem Umfang Kosten erstattet werden.

Was ist ein Heilpraktiker?

Zunächst gehört der Beruf des Heilpraktikers zu den medizinischen Berufen. Er benötigt laut „Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“ (Heilpraktikergesetz) eine Erlaubnis vom Gesundheitsamt für seine Berufsausübung. Um diese Erlaubnis zu erhalten, benötigt der Heilpraktiker einen Nachweis über entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten. Das können zum Beispiel belegte Kurse oder Ausbildungsseminare sein, die von den unterschiedlichen Heilpraktiker-Verbänden oder -Schulen durchgeführt werden.

Heilpraktiker arbeiten grundsätzlich eigenverantwortlich und können sowohl körperliche und seelische Krankheiten diagnostizieren als auch behandeln. Hierbei kommen naturheilkundliche Verfahren zur Anwendung, die aus unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel der traditionellen chinesischen Medizin oder der Anthroposophie kommen können.

Steuerlich gesehen sind Heilpraktiker den Freien Berufen zuzuordnen. Demnach sind Heilpraktiker einkommensteuerpflichtig.

Kostenerstattung in der Regel nach GeBüH

Wenn eine Private Krankenversicherung Heilpraktiker-Leistungen übernimmt, wird als Grundlage für die Kostenerstattung meist das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GeBüH). Dabei handelt es sich nicht um eine amtliche vorgegebene Ordnung wie die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oder die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Vielmehr wurde das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker im Jahr 1985 von den Heilpraktikerverbänden entwickelt, um Durchschnittskosten und somit Richtwerte für naturheilkundliche Behandlungen anzugeben. Allerdings sind die Heilpraktiker selbst nicht an die Kostenvorgaben gebunden und können die Preise für ihre Behandlungen selbst festlegen. Patienten und Versicherungen können jedoch anhand des GeBüH prüfen, ob die erhobenen Preise gerechtfertigt sind.

Sollte meine Private Krankenversicherung Heilpraktiker mit abdecken?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Während hohe Erstattungsleistungen bei Zahnersatz oder einem Krankenhausaufenthalt immer empfehlenswert sind, hängt die Erstattungsleistung bei Heilpraktikern von den individuellen Ansprüchen ab.

Sollten Sie offen für alternative Heil- und Behandlungsmethoden sein und eine entsprechende Absicherung wünschen, sollten Sie bei der Wahl des PKV-Tarifs vor allem auf den Umfang der Kostenerstattung achten. Viele Versicherer schränken die Leistung meist auf 1.000 Euro pro Kalenderjahr ein.

Welche PKV bietet Kostenerstattung für Heilpraktiker-Leistungen?

Es gibt inzwischen viele Private Krankenversicherungen, die Kosten für den Besuch beim Heilpraktiker übernehmen. Während einige PKV diese Leistungen bereits in den Volltarif integrieren, gibt es andere Anbieter, bei welchen Sie eine Zusatzversicherung für die Kostenübernahme beim Heilpraktiker abschließen können. Die private Zusatzversicherung hat den Vorteil, dass Sie diese unabhängig von Ihrem PKV-Volltarif problemlos kündigen können, wenn kein Bedarf mehr bestehen sollte.

Gerne können Ihnen unsere Versicherungsexperten bei der Wahl der passenden PKV für Heilpraktiker-Leistungen weiterhelfen. Nehmen Sie dazu einfach Kontakt zu uns auf!

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