Private Krankenversicherung Kinder 2018-12-03T15:21:25+00:00

Private Krankenversicherung für Kinder: Alle wichtigen Tipps & Informationen

Private Krankenversicherung für Kinder
Lesezeit: 14 min

Private Krankenversicherungen bieten Besserverdienenden, Beamten oder Selbständigen einen umfangreichen Versicherungsschutz mit vielen Leistungen, die je nach Tarif weit über die gesetzliche Krankenversicherung hinausgehen. Auch für Kinder gibt es eigene private Krankenversicherungstarife, denn eine kostenlose Mitversicherung wie in der GKV ist bei der PKV nicht möglich. Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um die Private Krankenversicherung für Kinder.

Wann können oder müssen Kinder privat krankenversichert werden?

Ob ein Kind eine Private Krankenversicherung benötigt, hängt davon ab, wie die beiden Elternteile versichert sind.

  • Sind beide Eltern in der GKV versichert, kann das Kind mindestens bis zu seinem 18. Lebensjahr kostenlos mitversichert werden. In diesem Fall ist eine Private Krankenversicherung für Kinder nicht sinnvoll.
  • Sind beide Eltern privat krankenversichert, bleibt keine andere Möglichkeit als auch das Kind in der PKV zu versichern.
  • Ist ein Elternteil in der PKV, der andere in der GKV, hängt es davon ab, wie viel der privat versicherte Ehepartner verdient. Liegt das Einkommen des privat versicherten Ehepartners über der Beitragsbemessungsgrenze für die GKV von 59.400 Euro (Stand: 2018), muss das Kind ebenfalls privat krankenversichert werden. Liegt das Einkommen darunter, besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Mitversicherung in der GKV des anderen Ehepartners.

Grundsätzlich gilt: Sie können Ihr Kind immer privat krankenversichern. In diesem Fall würden Sie auf die beitragsfreie Mitversicherung in der GKV verzichten. Das könnte zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Sie mit der PKV für Ihr Kind besondere Leistungen in Anspruch nehmen wollen, welche die gesetzliche Krankenkasse nicht übernehmen würde. So entscheiden sich zum Beispiel Eltern freiwillig für die Absicherung Ihrer Kinder in der PKV, um eine höhere Kostenerstattung bei Heilpraktikerleistungen oder bei kieferorthopädischen Maßnahmen erhalten.

Bei mehreren Kindern müssen Eltern abwägen, ob der finanzielle Mehraufwand einer PKV für Kinder sinnvoll ist, oder ob die kostenlose Mitversicherung in der GKV für sie ausreicht und zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung für Kinder sinnvoller und am Ende kostengünstiger ist.

PKV für Kinder nach einer Scheidung

Wenn sich Ehepartner scheiden lassen, besteht nach der endgültigen Trennung meist die Frage, welche Krankenversicherung für das gemeinsame Kind oder die gemeinsamen Kinder gilt.

Waren beide Ehepartner in der GKV versichert, können die Kinder nach der Trennung ebenfalls in der GKV kostenlos bei dem Elternteil mitversichert werden, in dessen Haushalt sie leben.

Ist der unterhaltspflichtige Ex-Partner in der PKV versichert und waren die Kinder zuvor schon in der PKV versichert, können diese nach der Scheidung ebenfalls im Rahmen des Kindesunterhalts in der PKV weiterversichert werden. Ein Wechsel in die kostenlose GKV ist nur möglich, wenn die Versicherungsleistungen dem zuvor genutzten PKV-Tarif genau entsprechen.

Bei diesen Fällen handelt es sich jedoch nur um mögliche Beispiele. Ob eine PKV für ein Kind nach der Scheidung weitergeführt wird oder es in die GKV wechselt, muss im Einzelfall geklärt werden.

Darauf sollten Sie bei der Krankenversicherung für Kinder achten

Wie für alle PKV-Tarife gilt auch für Kinder, dass die besten Versicherungen ein ausgewogenes Maß an Kosten und Leistungen haben. Auf folgende Leistungsbausteine sollten Sie achten:

  • Kieferorthopädie: Ein wichtiger Kostenfaktor für Eltern ist meist die Zahnspange, die statistisch jedes zweite Kind in Deutschland benötigt. Bei einem PKV-Kindertarif sollte die Erstattungsleistung bei Kieferorthopädie deshalb hoch sein. Empfehlenswert kann es außerdem sein, auf Kostenerstattung auch bei leichten Zahnfehlstellungen nach KIG 1 und 2 zu achten.
  • Freie Arztwahl: Ein Privileg der PKV ist die freie Arztwahl. Suchen Sie hier am besten nach einem Tarif, der größtmögliche Freiheit bietet und auf eine Primärarztregelung verzichtet.
  • Stationärer Aufenthalt: Gerade für Kinder sind Krankenhausaufenthalte besonders schlimm, weil sie dann von ihren Eltern getrennt sein können. Prüfen Sie, ob der Versicherungstarif zum Beispiel die Möglichkeit des kostenlosen „Rooming-In“ enthält und Sie im Krankheitsfall bei Ihrem Kind im Krankenhaus übernachten können.
  • Selbstbeteiligung: Prüfen Sie, ob eine höhere Selbstbeteiligung die Leistungen des Tarifs deutlich verbessern kann. In manchen Fällen können sich aufgrund der niedrigeren Kosten für Kinder-Tarife auch gerade Policen ohne Selbstbeteiligung lohnen.

Unabhängig von Ihrem Leistungsanspruch sollten Sie immer PKV-Tarife für Kinder vergleichen. Denn nur so finden Sie den Tarif mit dem besten Preisleistungsverhältnis für Ihr Kind. Unsere Experten helfen Ihnen dabei gerne weiter.

Familienversicherung – ein Privileg der GKV

Wenn ein Elternteil in der GKV versichert ist, können die Kinder, abhängig vom Verdienst und der Krankenversicherung des anderen Elternteils, oft kostenlos mitversichert werden.

Der Anspruch auf die beitragsfreie Mitversicherung besteht grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs. Sind die Kinder noch in der Schule oder im Studium, kann die kostenlose Mitversicherung in der GKV noch bis zum 25. Lebensjahr genutzt werden, so lange, wie Kindergeld gezahlt wird. Die beitragsfreie Mitversicherung ist ebenfalls bis zum 25. Lebensjahr möglich, wenn ein Kind ein freiwilliges, soziales oder ökologisches Jahr absolviert. Ist das mitversicherte Kind ohne eigenes Einkommen und arbeitslos, gilt die beitragsfreie Mitversicherung bis zur Vollendung des 23. Lebensjahrs.

Kinder mit einer Behinderung können die beitragsfreie Familienversicherung ohne Altersbegrenzung nutzen, sofern die Behinderung während der Versicherungszeit entstanden ist. Damit diese unbeschränkte Mitversicherung gewährleistet wird, muss das Handicap so groß sein, dass die Kinder sich nicht selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern können.

PKV-Vorteil: Aufnahmepflicht für Neugeborene

Wenn ein Elternteil Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist, kann die vereinfachte Aufnahme eines Neugeborenen in Anspruch genommen werden. Wir der Säugling innerhalb der ersten zwei Lebensmonate in der PKV versichert, entfällt eine Gesundheitsprüfung und die PKV ist verpflichtet, das Kind ohne Risikoausschlüsse oder Leistungseinschränkungen aufzunehmen. Dies gilt auch dann, wenn eine Behinderung oder Krankheit nach der Geburt festgestellt wurde. Eine Wartezeit darf die Versicherung bei der Aufnahme von Neugeborenen nicht einsetzen. Die volle Leistung der PKV kann somit sofort für das Kind genutzt werden.

Damit der Säugling von diesen Privilegien profitieren kann, muss ein Elternteil bereits mindestens drei Monate in der gleichen PKV versichert sein. Darüber hinaus darf der Tarif des Kindes nicht höherwertig sein als der der Mutter oder des Vaters. Möchten die Eltern dennoch einen besseren Versicherungsschutz, ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Die Aufnahmepflicht entfällt ebenfalls, wenn eine andere Versicherungsgesellschaft für das Neugeborene gewählt wird als die der Eltern.

Was kann eine Private Krankenversicherung für Kinder kosten?

Jedes privat krankenversicherte Kind hat eine eigene Police. Doch diese Versicherungsverträge sind meist deutlich günstiger als die Erwachsenentarife, denn die Versicherungsgesellschaften bieten für Kinder und Jugendliche spezielle Verträge an.
Es gibt schon PKV für Kleinkinder, die knapp 100 Euro im Monat kosten. Die geringeren Kosten für eine Kinder-PKV lassen sich einfach begründen. Zum einen benötigen Kinder im Vergleich zu Erwachsenen ärztliche Leistungen meist nur in geringem Umfang. Zum anderen arbeiten die PKV-Tarife für Kinder noch ohne Altersrückstellung. Erst ab 21 Jahren werden diese Rückstellungen bei der PKV gebildet. Dies hat noch einen weiteren Vorteil: PKV von Kindern können Sie wechseln, ohne dass Sie Altersrückstellungen verlieren.
Wie hoch die Kosten für eine private Krankenversicherung für Kinder ausfallen, hängt jedoch wie bei allen PKV-Tarifen von verschiedenen Faktoren ab. Deshalb ist eine pauschale Aussage nicht möglich. So bestimmen u.a. das Eintrittsalter, die Gesundheit sowie der Leistungsumfang des Tarifs die Höhe der monatlichen Beiträge.

Beiträge zur Pflege-Pflichtversicherung müssen privat krankenversicherte Kinder in der Regel nicht leisten, sondern sie werden vom Versicherer getragen. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder kein eigenes Einkommen haben.

Private Krankenversicherung für Kinder von Beamten

Wenn Beamte Beihilfe in Anspruch nehmen, können auch deren Kinder abhängig vom Dienstherrn (Bundesland oder Bund) mit bis zu 80 Prozent von der Beihilfe profitieren. Wie bei den Eltern auch wird der Rest des Kostenanteils mit einer PKV abgesichert.
Da es sich in diesem Fall nicht um eine PKV-Vollversicherung, sondern vielmehr um eine Beihilfeversicherung für Kinder handelt, sind die Beiträge sehr günstig. Empfehlenswert ist es deshalb, hier auf einen sehr leistungsstarken Tarif zu setzen, so lange das Kind noch über die Beihilfe mitversichert ist.

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