Private Krankenversicherung Kosten 2018-12-03T14:53:57+00:00

Private Krankenversicherung – Kosten für Kinder, Erwachsene oder Senioren

Kosten der privaten Krankenversicherung
Lesezeit: 16 min

Die Kosten einer Privaten Krankenversicherung werden anders berechnet als die Kosten für die GKV. Während der Beitrag für Mitglieder der Gesetzlichen Krankenkassen überwiegend auf der Basis des Einkommens ermittelt wird, bezahlen privat Krankenversicherte Prämien, die sich an Faktoren wie Gesundheitszustand, Alter oder Leistungsumfang des Tarifs orientieren. Wir haben Ihnen hier alle wichtigen Details rund um die Private Krankenversicherung und ihre Kosten zusammengestellt.

Wovon hängen die PKV-Kosten ab?

Wie hoch Ihre monatliche Prämie bei der Privaten Krankenversicherung ausfällt, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Grundsätzlich wird die Höhe des Versicherungsbeitrags abhängig vom Versicherungsrisiko beurteilt. Da sich die Wahrscheinlichkeit einer größeren Erkrankung mit zunehmendem Alter erhöht und somit das Versicherungsrisiko steigt, beeinflusst das Lebensalter der Versicherten deutlich die Kosten für die PKV.

Darüber hinaus spielen diese Aspekte eine zentrale Rolle:

  • Leistungsumfang: Die Tarife der Privaten Krankenversicherung lassen sich auf der Basis von Leistungsbausteinen und individuellen Leistungen individuell auf den Bedarf und die Anforderungen der Versicherten zuschneiden. Je komfortabler und umfangreicher die Absicherung ist, desto teurer wird die Police. Wer zum Beispiel hohe Kostenerstattungen bei Zahnersatz oder die Unterbringung im Einzelzimmer bei Chefarztbehandlung im Krankenhaus wählt, wird mehr bezahlen als ohne diese Leistungen. Einfache Tarife mit geringem Erstattungsfaktor sind immer günstiger.
  • Gesundheitszustand und Vorerkrankungen: Da die PKV mit jedem Versicherten ein individuelles Versicherungsrisiko eingeht, spielen die Gesundheit sowie mögliche Vorerkrankungen eine wichtige Rolle bei der Preisgestaltung. Mit höherem Risiko steigen demnach die Versicherungsprämien. Bestimmte Vorerkrankungen können auch zu Leistungsausschlüssen führen, um die PKV-Kosten moderat zu halten. In manchen Fällen lehnen Anbieter es auch ab, einen Antragsteller zu versichern. Dann bleibt als Alternative nur der Basistarif. Mit in die Beurteilung des Gesundheitszustands fließt auch ein, ob der Antragsteller raucht oder Drogen konsumiert hat.
  • Berufsgruppe der versicherten Person: Wer einem Beruf mit hohem gesundheitlichen Gefährdungsgrad nachgeht, wird mit höheren Prämien rechnen müssen. So ist es zum Beispiel wahrscheinlicher, dass ein körperlich hart arbeitender Versicherter eines Tages Beschwerden am Bewegungsapparat haben wird. Diese können zu hohen Behandlungskosten führen.
  • Höhe der Selbstbeteiligung: Versicherte in der PKV haben die Möglichkeit, die monatlichen Kosten zu senken, wenn sie eine hohe Selbstbeteiligung wählen. Dies bedeutet, dass sie die Kosten in Höhe der Selbstbeteiligung aus eigener Tasche begleichen müssen. Erst danach leistet die Versicherung.
  • Versicherungsgesellschaft: Auch bei ähnlichen Leistungen kann es deutliche Preisunterschiede zwischen den Versicherern geben. Manche Gesellschaften bieten zum Beispiel auch Vorteile für bestimmte Berufsgruppen.

Aufgrund der verschiedenen Aspekte, die die Beitragshöhe beeinflussen, lohnt es sich immer, einen PKV-Vergleich durchzuführen. Gerne helfen Ihnen unsere Versicherungsprofis dabei weiter!

Was kostet die PKV pro Monat?

Auf der Suche nach dem passenden Tarif suchen viele Verbraucher meist eine Antwort auf Fragen wie „Was kostet die PKV für Erwachsene?“ oder „Wie viel muss ich als Student für die PKV bezahlen?“. Da sich die Tarife für privat Krankenversicherte aus vielen Einzelelementen zusammensetzen, ist eine pauschale Antwort auf diese Fragen nicht möglich. Es können lediglich bestimmte Spannen angegeben werden.

Darüber hinaus spielt es auch eine Rolle, ob Sie als Angestellter eine PKV nutzen und Ihr Arbeitgeber einen Anteil bezahlt oder ob Sie als Selbständiger die PKV-Kosten in voller Höhe tragen. Hier sind einige Beispiele für Beiträge anhand von Alters- oder Berufsgruppen (ohne Gewähr):

  • PKV für Kinder: Ein PKV-Tarif für Kinder ist schon für rund 100 Euro möglich.
  • für Erwachsene: Junge Erwachsene unter 25 Jahren können sich je nach Tarif schon für deutlich weniger als 200 Euro monatlich privat krankenversichern.
  • für Studenten: Da Studierende fast immer zwischen 18 und 27 Jahre alt sind, fallen die Tarifkosten geringer aus. Spezielle Studententarife gibt es in der Regel nicht.
  • für Senioren: Ab einem Alter von 60 Jahren müssen PKV-Versicherte üblicherweise mit Versicherungskosten von über 500 Euro pro Monat rechnen.
  • PKV-Kosten für Angestellte: Wenn der Arbeitgeber die Hälfte der PKV-Prämie übernimmt, können die Kosten häufig weniger betragen als bei einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung.
  • PKV-Kosten für Selbständige: Selbständige können sich abhängig vom Alter schon für weniger als 200 Euro privat krankenversichern.
  • PKV-Kosten für Beamte: Beamte haben die Möglichkeit, ihren Beihilfe-Versicherungsschutz mit einer PKV zu ergänzen. Hier sind für junge Versicherte schon Beamtentarife von unter 100 Euro möglich.

Beachten Sie bitte, dass die hier aufgeführten Werte nur Richtwerte sind. Wie hoch die Versicherungsprämie der PKV für Sie konkret ausfällt, wissen Sie erst, wenn Sie verschiedene Policen unterschiedlicher Anbieter vergleichen. Gerne helfen wir Ihnen dabei, um die bestmögliche und günstigste PKV für Sie zu finden!

So setzt sich ein PKV-Beitrag zusammen

Ein PKV-Beitrag setzt sich aus drei Teilen zusammen.

  • Risikoanteil: Dieser Bestandteil wird für die Kostenübernahme von Krankheitskosten verwendet.
  • Verwaltungskostenanteil: Hiermit werden die Mitarbeitergehälter sowie die Verwaltungskosten der PKV gedeckt.
  • Sparanteil: Dieser Kostenanteil wird als Rücklage für höhere Kosten im Alter der Versicherten genutzt. Er muss gesetzlich vorgeschrieben mindestens 10 Prozent des monatlichen Versicherungsbeitrags ausmachen.

Steigende Kosten mit zunehmendem Alter

Die Kosten der Krankenversicherung steigen mit zunehmendem Alter an. Das ist sowohl bei der GKV als auch bei der PKV der Fall. Während die Beiträge der GKV über die Solidargemeinschaft niedriger gehalten werden können, müssen die Privaten Krankenversicherungsgesellschaften die zunehmenden Leistungen im Alter stärker durch höhere Beiträge abdecken.

Ein Grund für die deutlichere Kostensteigerung liegt auch darin, dass die PKV die vertraglich zugesicherte Leistung ohne zeitliche Beschränkung liefern muss. So ist sie auch bei gestiegenem Krankheitsrisiko im Alter verpflichtet, die Vertragsleistung zu erfüllen, auch wenn der Vertrag schon in jungen Jahren abgeschlossen wurde.

Es gibt darüber hinaus noch weitere Ursachen für steigende PKV-Kosten im Alter. So spielen die Kapitalmarktzinsen eine wichtige Rolle, denn die Versicherungsgesellschaften legen die Altersrückstellungen dort an. Fällt die Verzinsung bzw. die Rendite geringer aus, entstehen höhere Kosten für die Versicherung, die sie wiederum auf die Mitgliederbeiträge umlegt.
Des Weiteren hat die Entwicklung der Mitgliederzahlen in der Versicherungsgesellschaft Einfluss auf die Kostenstruktur. Sinkt die Versichertenzahl, ist auch weniger Kapital für Rückstellungen verfügbar.

Altersrückstellungen als Kostendämpfer für das Alter

Dass die PKV Altersrückstellungen bilden muss, ist seit dem 1. Januar 2000 per Gesetz vorgeschrieben. So müssen die Versicherungsgesellschaften zehn Prozent auf die Beiträge aufschlagen. Die Unternehmen können den Rückstellungsanteil auch individuell erhöhen.

Mit den Rücklagen sollten die Beitragssteigerungen für ältere Versicherte abgemildert und die Beiträge konstant gehalten werden. So zahlen jüngere PKV-Versicherte mehr für ihren Tarif, um später nicht von hohen Kostensteigerungen überrascht zu werden. Einige PKV bieten ihren Mitgliedern an, die Altersrückstellung noch zu erhöhen, um die Kosten im Alter noch stärker abzudämpfen.

Wie es sich mit den von der Versicherung angesparten Rücklagen bei einem PKV-Wechsel verhält, haben wir in diesem Ratgeber zu PKV-Altersrückstellungen für Sie zusammengestellt.

So können Sie die Kosten für die PKV senken

Im Gegensatz zur GKV haben Versicherte in der PKV die Möglichkeit, direkten Einfluss auf die monatlichen Kosten zu nehmen. Zunächst kann ein Tarif mit geringeren Leistungen ausgewählt werden, um Kosten zu senken. Doch noch weit größer ist in der Regel der Einfluss der Selbstbeteiligung. So können Sie den Selbstkostenanteil erhöhen, um die monatlichen Kosten zu drücken.
Empfehlenswert ist es den Selbstkostenanteil so hoch auszuwählen, dass der Eigenanteil mindestens den eingesparten Tarifkosten entspricht.

Ein Beispiel:
Sie wählen einen Tarif mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung. Im Vergleich zu einem Tarif ohne Selbstbeteiligung sparen Sie pro Monat 110 Euro ein. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich eine Einsparung von 1.320 Euro. Wenn Sie die 1.000 Euro Selbstbeteiligung komplett bezahlen, haben Sie dann 320 Euro gespart.

Arbeitgeberanteil der PKV kann Versicherungskosten senken
Nutzen Sie die PKV in einem Angestelltenverhältnis, kann der Arbeitnehmer wie in der GKV auch einen Anteil an den Versicherungskosten übernehmen. So können Sie deutlich Versicherungskosten sparen, denn der Anteil kann bis zu 50 Prozent betragen. Schöpfen Sie den Arbeitgeberanteil für Ihren Tarif nicht aus, lässt er sich auch für Ihre privat versicherten Kinder nutzen.

Günstigere Tarife für Studenten

Die Private Krankenversicherung für Studenten kann sehr günstig ausfallen. Dies liegt allerdings weniger am Status der Versicherten als an deren Alter. Da Studierende in der Regel zwischen 18 und 27 Jahren alt sind, sind auch die Versicherungsbeiträge in der PKV aufgrund des niedrigen Alters geringer. Da Studierende innerhalb von drei Monaten nach der Immatrikulation die Befreiung von der Versicherungspflicht beantragen können, haben sie die Möglichkeit, im Studium in die PKV zu wechseln.
Ob ein solcher Wechsel sinnvoll ist, können Ihnen gerne unsere Versicherungsprofis erläutern.

So läuft die Kostenerstattung in der PKV ab

Wenn Sie eine PKV nutzen, tragen Sie die Kosten für ärztliche Behandlungen erst einmal selbst. Die Rechnungen des Arztes oder die Rechnungen für Heilmittel reichen Sie dann bei der Versicherung ein, d.h., Sie schicken die Rechnungen im Original oder per App bzw. Mail an die Versicherungsgesellschaft. Diese prüft die Einreichungen und erstattet die Kosten im Rahmen des Versicherungsvertrags auf Ihr Konto.

Bei höheren Kosten für Krankenhausaufenthalte oder OPs gibt es auch individuelle Lösungen für die Kostenabrechnung, ohne dass der Versicherte die Rechnungen vorstrecken muss.

Kinder in der PKV günstig versichern

Wenn der besser verdienende Elternteil eine PKV nutzt, muss das gemeinsame Kind ebenfalls in der gleichen Versicherung krankenversichert werden. Im Gegensatz zur GKV gibt es in der PKV keine Familienversicherung, sondern jedes Familienmitglied benötigt eine eigene Police. Dafür sind die Tarifkosten für Kinder in der PKV deutlich geringer als für Erwachsene. Doch auch bei Kindertarifen spielen Leistungsbausteine und Selbstkostenanteile eine zentrale Rolle für die PKV-Kosten.

Kostenstruktur der PKV von Vorteil für Selbständige und Besserverdienende

Selbständige oder besserverdienende Angestellte können mit günstigeren Kosten in der PKV als in der GKV rechnen. Da sich die freiwillige Versicherung in der GKV am Gehalt orientiert, fällt diese in der Regel höher aus als die Private Krankenversicherung.
Wer zudem noch möglichst früh als Selbständiger in die PKV eintritt, profitiert aufgrund des geringen PKV-Eintrittsalters von langfristig niedrigeren Beiträgen.

Ein Beispiel: Ein kinderloser Angestellter im Alter von 30 Jahren verdient 5.000 Euro pro Monat. Für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung müsste er dann rund 400 Euro monatlich bezahlen. Entscheidet er sich für die PKV, kann der monatliche Versicherungsbeitrag deutlich reduziert werden. Zugleich kann er auch mit der PKV vom Arbeitgeberanteil profitieren.

Wer selbständig ist, erhält keinen Arbeitgeberanteil. In diesem Fall würden sich die Kosten der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung nochmals erhöhen. Bei einem sehr hohen Einkommen aus selbständiger Arbeit wären inklusive Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung Kosten von über 700 Euro monatlich fällig. Die PKV kann hier deutlich günstiger sein.

Nutzen Sie die Möglichkeit zu einem Versicherungsvergleich und einer unverbindlichen Beratung und nehmen Sie Kontakt zu unseren Experten auf!

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