Private Krankenversicherung Kündigung 2018-12-03T15:01:26+00:00
Home Private Krankenversicherung Kündigung

Private Krankenversicherung und die Kündigung: Darauf müssen Sie achten.

Kündigung der privaten Krankenversicherung
Lesezeit: 13 min

Ein Versicherungsvertrag in der PKV gilt in der Regel auf Lebenszeit. Doch Versicherte haben die Möglichkeit, den Vertrag zu jedem Versicherungsjahr ordentlich zu kündigen. Ebenso können sie unter bestimmten Voraussetzungen von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Hier haben wir alle wichtigen Informationen rund um die Private Krankenversicherung und ihre Kündigung zusammengestellt.

Ordentliche Kündigung: Wann kann ich meine PKV kündigen?

Ihre private Krankenversicherung können Sie immer zum Ende eines Versicherungsjahres kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt dabei drei Monate. Das Versicherungsjahr muss dabei nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen. Aus diesem Grund sollten Sie vor der Kündigung Ihren Versicherungsvertrag prüfen. Ebenso kann es vorkommen, dass der Vertrag eine Mindestvertragsdauer vorsieht. Ist das der Fall, können Sie Ihr PKV erst nach Ablauf dieser Zeitspanne ordentlich kündigen.

Sonderkündigungsrecht für privat Krankenversicherte

Es gibt verschiedene Szenarien, innerhalb derer PKV-Versicherte ein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen können. Ein Sonderkündigungsrecht besteht in folgenden Fällen:

  • Unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze: Wenn das Einkommen von privat krankenversicherten Angestellten die Pflichtversicherungsgrenze von 59.400 Euro pro Jahr unterschreitet, müssen sich diese wieder in der GKV pflichtversichern. In diesem Fall muss die Kündigung rückwirkend innerhalb von maximal drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht erfolgen. Die Betroffenen müssen ihre Versicherungspflicht spätestens nach zwei Monaten bei der PKV melden.
  • Eintritt in die Familienversicherung der GKV: Wer bisher selbständig und privat krankenversichert war, seine Selbständigkeit aber aufgibt und ohne Arbeit ist, kann in die Familienversicherung der GKV wechseln, sofern der Partner oder die Partnerin in der GKV versichert ist. In diesem Fall gelten die gleichen Fristen wie beim Unterschreiten der Pflichtversicherungsgrenze.
  • Anspruch auf Heilfürsorge: Ist ein PKV-Mitglied im Militär oder der Feuerwehr, kann er Anspruch auf Heilfürsorge nutzen. In diesem Fall ist eine außerordentliche Kündigung möglich.
  • Beitragsanpassung: Sobald eine Private Krankenversicherung die Beiträge erhöht oder Leistungen ändert, können Versicherte von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. In diesem Fall muss die Kündigung innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Information über die Beitragsanpassung erfolgen. Zugleich muss eine neue Versicherung nachgewiesen werden, damit die Kündigung überhaupt wirksam werden kann. Lesen Sie dazu alles Wichtige in unserem Beitrag rund um die PKV-Beitragserhöhung.

Darauf sollten Sie bei der PKV-Kündigung immer achten

In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht. Wenn Sie Ihren PKV-Vertrag für einen Wechsel zu einem anderen Anbieter kündigen wollen, müssen Sie nachweisen können, dass Sie ohne Lücke versichert sind. Den Nachweis über die neue Versicherung müssen Sie dem vorherigen Anbieter bis zum Ende Ihres alten Versicherungsvertrags vorlegen.

Sollten Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, müssen Sie den Nachweis über die neue Versicherung innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigung bei der alten Versicherung einreichen, damit Ihre Kündigung überhaupt wirksam ist.

Vertragstrennung ist nicht gleich Kündigung
Wenn Kinder in der gleichen PKV wie die Eltern versichert sind, können sie ab 18 Jahren entscheiden, ob sie weiterhin in der PKV ihrer Eltern versichert bleiben wollen oder woanders einen PKV-Vertrag abschließen möchten. Ebenso ist ein Wechsel in die GKV möglich. Im Sinne der Vertragstrennung werden bei einer Beibehaltung der PKV die Verträge getrennt und das nun erwachsene Kind nutzt eine eigene Police. Eine Kündigung im eigentlichen Sinne ist das jedoch nicht.

Sonderfall: PKV kündigen bei Umzug ins Ausland

Wenn Sie ins Ausland ziehen und das Zielland Mitglied der EU oder des europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ist, kann Ihr Versicherungsschutz bestehen bleiben. Erfolgt der Umzug in ein Land außerhalb dieser Zonen, endet die PKV üblicherweise.

Tarifwechsel statt Kündigung prüfen
Bevor Sie Ihren PKV-Vertrag aufgrund einer Beitragsanpassung oder Leistungsänderung kündigen, sollten Sie immer genau prüfen, ob ein PKV-Wechsel sinnvoll ist. So können Sie vielleicht zunächst von günstigeren Beiträgen profitieren, doch verlieren Sie bei einem Wechsel einen Teil Ihrer Altersrückstellungen. Ein Wechsel in einen anderen Tarif beim gleichen Anbieter kann eine sinnvolle Alternative sein. Zugleich vermeiden Sie so meist eine erneute Gesundheitsprüfung sowie Wartezeiten.

Wann ist eine Kündigung der PKV durch den Versicherer möglich?

Nicht nur Sie, sondern auch Ihre PKV kann Ihnen den Vertrag kündigen. In der Regel handelt es sich dabei um einen Rücktritt vom Versicherungsvertrag, weil Versicherte falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung gemacht haben. Sobald ein Versicherer erfährt, dass Sie bei den Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäß geantwortet haben, kann er den Vertrag innerhalb eines Monats fristlos kündigen.

In der Praxis wird dabei zwischen fahrlässigem, grob fahrlässigem und vorsätzlichem Verhalten unterschieden. Bei vorsätzlichem Verhalten kann das Versicherungsunternehmen alle bisher gezahlten Beiträge einbehalten und zusätzlich alle erstatteten Kosten zurückverlangen. Darüber hinaus sind auch juristische Konsequenzen möglich, wenn sich aus den Falschangaben zum Beispiel ein Betrug ableiten lässt.

Keine Kündigung ist hingegen möglich, wenn Versicherungsbeiträge nicht gezahlt werden. Da in Deutschland die allgemeine Versicherungspflicht gilt, müssen Private Krankenversicherungen ihre Versicherten weiterversichern. Für den Fall einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit existiert der sogenannte „Notlagentarif“. Er sieht nur die nötigsten Erstattungsleistungen bei akuten Erkrankungen vor. Während des Notlagentarifs ruht die Vollversicherung. Erst wenn alle Beitragsrückstände ausgeglichen sind, kann der Versicherte wieder in den Volltarif oder den Basistarif wechseln.

Checkliste: So kündigen Sie eine Private Krankenversicherung:

  • Verfassen Sie ein schriftliches Kündigungsschreiben.
  • Nennen Sie im Schreiben explizit die Kündigung des Versicherungsvertrags und den gewünschten Kündigungszeitpunkt.
  • Unterschreiben Sie das Schriftstück.
  • Fügen Sie dem Schreiben den Nachweis der neuen Versicherung bei. Diesen Nachweis können Sie bis zum Ende Ihres Versicherungsvertrags (bei Sonderkündigung innerhalb von zwei Monaten) nachreichen.
  • Schicken Sie das Schreiben innerhalb der Kündigungsfrist (ordentliche Kündigung: 3 Monate vor Ende der Laufzeit / Sonderkündigung nach Beitragsanpassung: 2 Monate ab Datum der Mitteilung) an den Versicherer.

Nutzen Sie am besten ein Einschreiben mit Rückschein oder ein Fax mit Sendebericht, damit Sie einen Nachweis haben, dass die Versicherung Ihre Kündigung erhalten hat.

Jetzt individuell beraten lassen!

Mehr erfahren

War dieser Artikel Hilfreich? NienJa