Private Krankenversicherung Selbstständige 2018-12-03T13:08:32+00:00
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Private Krankenversicherung für
Selbständige

Private Krankenversicherung für Selbstständige
Lesezeit: 15 min

Wer selbständig ist oder freiberuflich arbeitet, ist von der Versicherungspflicht für die Krankenversicherung befreit. Aus diesem Grund können sich Selbständige entscheiden, ob sie sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern. In diesem Ratgeber haben wir alle wichtigen Informationen und Tipps rund um die Private Krankenversicherung für Selbständige zusammengestellt.

Wann ergibt eine Private Krankenversicherung für Selbständige Sinn?

Wer selbständig ist, hat die Wahl, ob er seine gesetzliche oder private Krankenversicherung nutzt. Verpflichtet zur Versicherung ist jeder Bundesbürger, denn die Krankenversicherung gehört zu den Pflichtversicherungen der Bundesrepublik.

Da die Höhe des Versicherungsbeitrags in der GKV von der Höhe des Verdienstes abhängig ist und bei Selbständigen der Arbeitgeberanteil entfällt, kann sich eine PKV immer dann lohnen, wenn die Beiträge bei gleicher Leistung deutlich günstiger sind als die Gesetzliche Krankenversicherung.

Einfluss der Einkünfte
Die Differenz bei Beiträgen wird deutlicher, je mehr Selbständige verdienen. Während der Beitrag für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 53.100 Euro brutto im Jahr steigt, ist der PKV-Tarif für Selbständige unabhängig vom erzielten Einkommen.

Sinnvoll ist die PKV somit für Selbständige, die einen Verdienst knapp unter oder deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze der GKV erzielen.

Einfluss des eigenen Anspruchs
Wer bei der Absicherung seiner Gesundheit auf hohe Erstattungsleistungen setzt, ist bei einer PKV in der Regel besser aufgehoben. Die Private Krankenversicherung leistet nicht nur höhere Kostenerstattungen bei Zahnersatz, sondern bietet auch bei der freien Arztwahl oder Chefarztoptionen im Krankenhaus deutlich mehr Wahlmöglichkeiten.

Sinnvoll ist die PKV also für Selbständige, die mehr Leistungsoptionen und eine komfortablere Absicherung wünschen.

Selbständige mit Familie sollten GKV und PKV genau vergleichen

Wer Kinder und einen Ehepartner ohne eigenes Einkommen hat, kann eventuell von der freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV mehr profitieren. Denn auch als freiwillig gesetzlich versichertes Mitglied ist die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen möglich. Der Ehepartner ohne Einkommen muss dann nichts für die Krankenversicherung bezahlen, auch für die Kinder fallen keine Beiträge bis zum Alter von 21 bzw. 25 Jahren an.

In der PKV müssten Selbständige sowohl für die Ehepartner als auch für die Kinder eigenständige Verträge in der Privaten Krankenversicherung abschließen. Die Gesamtkosten für alle Krankenversicherungen der Familienmitglieder überschreiten dann meist die Kosten für den Beitrag zur freiwilligen GKV für eine Person, auch wenn diese als Selbständiger mehr verdient.

Doch wer auch hier die Leistungen der Krankenversicherung sowie die Wahlfreiheit bei Leistungsoptionen in den Fokus stellt, kann mit der PKV meist mehr erreichen.

Falls Sie vor dieser Entscheidung stehen, helfen Ihnen unsere Versicherungsexperten gerne weiter. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf!

Leistungsvergleich GKV und PKV für Selbständige

 GKVPKV
Wartezeit auf einen Termin beim Facharztmeist langkürzere Wartezeit möglich
Leistungsanpassung bei medizinischem Fortschrittnicht explizit gesichertim Versicherungsvertrag meist garantiert
privatärztliche Sprechstunden außerhalb der regulären Praxisöffnungszeitenkeinemöglich
Privatärztliche Behandlungkein Bestandteil der Regelversorgungim Versicherungsumfang enthalten
stationärer Krankenhausaufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmerkein Teil der Regelversorgung, nur Mehrbettzimmerhäufig im Versicherungsumfang enthalten
Hohe Kostenerstattung bei ZahnersatzLeistung nur im Rahmen der Regelversorgung; nur Übernahme geringer Kostenanteilehäufig bis zu 80 Prozent Kostenerstattung
Alternative Heilmethoden oder Heilpraktikerkein Bestandteil der Regelversicherunghäufig Teil des Versicherungsvertrags
Kostenerstattung bei Sehhilfensehr gering oder gar nichthoher Erstattungsanteil auch bei Brillengestellen möglich

So schließen Sie eine PKV als Selbständiger ab

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen für den Beitritt in eine Private Krankenversicherung, ist der Ablauf immer ähnlich:

  • Vergleichen Sie verschiedene Versicherungstarife und lassen Sie sich ausführlich beraten.
  • Nehmen Sie Kontakt zur gewünschten Versicherung auf und beantragen Sie eine private Krankenversicherung.
  • Beantworten Sie alle mit der Antragsprüfung verbundenen Gesundheitsfragen ehrlich und gewissenhaft. Geben Sie der PKV die Möglichkeit, bei Ihren Ärzten nachzufragen, indem Sie die Mediziner von der Schweigepflicht entbinden.
  • Kündigen Sie Ihre alte Versicherung erst, wenn die neue PKV Sie angenommen hat.
  • Schließen Sie den Versicherungsvertrag ab.
  • Achten Sie auf mögliche Wartezeiten oder Summenbegrenzungen, bis Sie Leistungen in Anspruch nehmen können.

Wann gelte ich für die gesetzliche Versicherung als selbständig?
Die GKV betrachtet Sie als selbständig, wenn Sie mehr als 18 Stunden pro Woche einer selbständigen Tätigkeit nachgehen und/oder, wenn Sie mit Ihrer selbständigen Nebentätigkeit mehr verdienen als mit Ihrem Job als Angestellter. Damit die GKV schließlich Ihre Krankenkassenbeiträge berechnen kann, müssen Sie dort Ihre Einkünfte aus (nebenberuflicher) selbständiger Arbeit exakt angeben.

Darauf sollten Selbständige bei der PKV achten

Wenn Sie selbständig sind und sich einmal für den Wechsel in die PKV entschieden haben, ist eine problemlose Rückkehr zur gesetzlichen Krankenversicherung nur schwer und unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Ihre Entscheidung zum PKV-Wechsel sollte deshalb gut überlegt sein. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie PKV Tarife für Selbständige ausführlich vergleichen und die beste Absicherung für die kommenden Jahre auswählen.

Ein Wechsel in die GKV ist nur dann noch möglich, wenn Sie aus der Selbständigkeit in ein Angestelltenverhältnis wechseln und dabei unterhalb der Pflichtversicherungsgrenze verdienen. Diese liegt 2018 bei 59.400 Euro jährlich brutto.

Werden Sie arbeitslos und können Ihre selbständige Beschäftigung nicht mehr ausüben, ist ein Wechsel ebenfalls nicht ohne Weiteres möglich. Beziehen Sie ALG II kann das Arbeitsamt die Kosten für eine Basisabsicherung in der PKV für Sie übernehmen.

Was kostet eine Private Krankenversicherung für Selbständige?

Die meisten Selbständigen, die vor einem Versicherungswechsel stehen, fragen sich, wie viel ihre PKV kosten wird. Doch dies lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn letztlich hängen die Kosten von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Eintrittsalter in die PKV, den Vorerkrankungen, der Höhe des Selbstbehalts und der Wahl der Leistungsbausteine.

Um das Versicherungsrisiko abzuschätzen, müssen Sie vor der Aufnahme in eine PKV eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Im Rahmen dieser Prüfung kann die PKV Sie auffordern, Ihre behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden, um Informationen zu Ihrem Gesundheitszustand zu erhalten. Wichtig ist hier, dass auch Sie alle Fragen ehrlich beantworten. Nur dann kann Ihnen die Versicherung ein konkretes Angebot machen. Zugleich vermeiden Sie eine spätere Leistungsverweigerung aufgrund von fehlerhaften Angaben im Gesundheitsfragebogen.

Wie viel Ihre Private Krankenversicherung für Selbständige kosten wird, erfahren Sie letztlich nur durch einen Versicherungsvergleich und eine Konditionenanfrage bei den jeweiligen Versicherungsgesellschaften. Unsere Experten unterstützen Sie gerne dabei, die beste PKV für Selbständige zu finden.

PKV-Basistarif für ältere selbständige Versicherungsnehmer
Mit steigendem Alter erhöhen sich auch die Beiträge für die private Krankenversicherung. Vor allem ältere Selbständige haben dann die Möglichkeit, in den sogenannten „Basistarif“ der PKV zu wechseln. Dieser Tarif ist seit 2009 gesetzlich vorgeschrieben und entspricht den Leistungen der GKV. Der Beitrag des Basistarifs ist auf der Basis der Beitragsbemessungsgrenze der GKV gedeckelt. Ein weiterer Vorteil: In den Basistarif dürfen PKV-Versicherte wechseln – ohne erneut eine Gesundheitsprüfung absolvieren zu müssen.

Auf diese Leistungen sollten Selbständige in der PKV nicht verzichten

Die beste private Krankenversicherung für Selbständige ist wie alle PKV eine Kombination aus hohen Leistungen zu einem guten Preis. Somit sollten Sie bei der Wahl Ihres Tarifs immer auf ein Preisleistungsverhältnis achten, das Ihre Ansprüche sowie Ihre individuellen Voraussetzungen optimal berücksichtigt.

Auf folgende Leistungen sollten Sie bei einem PKV-Vergleich für Selbständige unbedingt achten:

  • Selbstbeteiligung: Durch die Höhe der jährlichen Selbstbeteiligung können Sie die Höhe des monatlichen Beitrags deutlich mitbestimmen. Wer eine hohe Selbstbeteiligung wählt, muss in der Regel weniger pro Monat für die PKV bezahlen. Diese Ersparnis können Sie wiederum in höhere Leistungen Ihres Tarifs investieren. Entscheidende Einsparungen bei Ihren Beiträgen können Sie in der Regel ab einer Eigenleistung von 600 Euro pro Jahr erzielen. Achten Sie darauf, dass die eingesparten Beiträge deutlich über der Selbstbeteiligung liegen.
  • hohe Erstattung bei Zahnersatz: Kostenintensive Zahnbehandlungen wie Zahnersatz oder Implantate sollte Ihr PKV-Tarif unbedingt zu hohen Anteilen abdecken. Hier sind Tarife mit einer Kostenerstattung ab 80 Prozent empfehlenswert.
  • Krankentagegeld: Wenn Sie als Selbständiger stationär ins Krankenhaus gehen müssen, verdienen Sie in dieser Zeit in der Regel nichts. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Tarif ein angemessenes Krankengeld bezahlt, das mindestens die Fixkosten für die Zeit des Krankenhausaufenthalts deckt. Dabei ist es empfehlenswert, den durchschnittlichen Verdienst als Tagegeld zu nehmen, wenn Sie Ihre monatlichen Einkünfte durch 30 teilen.
  • Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer: Eine komfortable Absicherung über die PKV als Selbständiger sollten die Behandlung durch den Chefarzt sowie ein Zweibettzimmeranspruch im Krankenhaus enthalten.
  • Psychotherapie: Gerade Selbständige sind häufig hohen seelischen Belastungen ausgesetzt. Diese Tatsache sollten Sie nicht unterschätzen. Wer die Hilfe einer Psychotherapie in Anspruch nehmen möchte, sollte auf eine entsprechend hohe Sitzungszahl achten, die von der PKV in vollem Umfang übernommen wird.
  • Wartezeiten: Prüfen Sie im Vorfeld, ob Ihre Versicherung Leistungs- und Summenbegrenzungen und/oder Wartezeiten vorsieht.

Steuerliche Vorteile mit der PKV für Selbständige

Selbständige können die Kosten für die PKV im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Die Berücksichtigung der Kosten bezieht sich dabei auf die vergleichbaren Leistungen der GKV. Die Private Krankenversicherung berechnet diese Kosten jedes Jahr und stellt eine entsprechende Bescheinigung für das Finanzamt aus. Die Kosten werden in der Steuererklärung zur Einkommenssteuer angegeben. In der Regel sind bis zu 80 Prozent der Kosten für die PKV von Selbständigen steuerlich absetzbar.

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