Private Krankenversicherung Vorteile Nachteile2019-04-08T12:06:20+02:00
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Privaten Krankenversicherung:
Vor- und Nachteile der PKV

Die private Krankenversicherung hat zweifellos Vor- und Nachteile. Die Frage, ob eine PKV für einen Versicherungsnehmer das Richtige ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Entscheidung pro oder contra hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Art der Beschäftigung und dem Alter der versicherten Person. Wir führen Sie hier durch alle Vor- und Nachteile der privaten Krankenversicherung.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

Wann hat eine private Krankenversicherung Vorteile? Und was spricht in welchem Fall pro PKV? In diesem Abschnitt finden Sie alle Vorzüge für Privatversicherte. Wir beziehen uns dabei auf die Lebenssituation und andere Merkmale der Versicherten.

  • niedrige Einstiegstarife: Wer unter 30 ist und sich zwischen PKV oder GKV entscheiden kann, profitiert in der privaten Krankenversicherung in der Regel von geringeren Kosten. Aber auch wer bereits gut verdient, kann sich häufig in der PKV günstiger versichern als freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • kürzere Wartezeiten bei Arztterminen: Privat Krankenversicherte werden vor allem bei Spezialisten häufig bevorzugt, wenn es um die Terminvergabe geht. Wer darauf Wert legt, einen Arzttermin ohne lange Vorlaufzeit zu bekommen, ist mit einer PKV im Vorteil.
  • freie Arztwahl: In den meisten Tarifen der PKV besteht freie Arztwahl. Somit können Versicherte frei wählen, zu welchem Arzt sie gehen wollen. Das gilt auch für Fachärzte.
  • die Höhe des Einkommens wird für die Tarifkosten nicht berücksichtigt: In der PKV spielt es keine Rolle, wie viel Sie verdienen, denn die Beiträge richten sich nicht nach dem Einkommen.
  • Selbstbehalt: Durch die Wahl des Selbstbehalts können Versicherte die Kosten ihrer PKV beeinflussen. Je höher die Selbstbeteiligung ausfällt, desto günstiger werden die Versicherungsbeiträge.
  • individuell wählbare Leistungen: Die Leistungen der PKV-Tarife können Versicherte individuell gestalten. So können u.a. die Höhe des Krankentagegelds oder auch der Leistungsumfang bei Zahnbehandlungen ausgewählt werden.
  • Anpassung der Leistungen nach Beitragserhöhungen: Nach jeder Beitragserhöhung haben Privatversicherte die Möglichkeit, die Leistungen ihres Tarifs anzupassen. Sie können zum Beispiel upgraden oder nicht benötigte Leistungsbausteine kündigen.
  • vertraglich zugesicherte Leistungen: Die privaten Krankenversicherungen müssen die im Vertrag zugesicherten Leistungen über die gesamte Vertragslaufzeit einhalten.
  • Altersrückstellungen können meist individuell festgelegt werden: Damit die Versicherungsbeiträge in der PKV im Alter nicht zu stark steigen, bilden PKV Altersrückstellungen.
  • individuelle Tarife: Für Beitragsentlastung im Alter, damit die guten Leistungen im Alter bezahlbar bleiben.
  • gesetzlicher Zuschlag: Für Beitragsentlastung im Alter.
  • ärztliche Therapiefreiheit auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft: Privatpatienten haben Anspruch auf die Behandlungsmethoden, die dem neuesten Stand der Wissenschaft entsprechen.
  • Beitragsrückerstattung: In vielen PKV-Tarifen erhalten Sie eine Rückerstattung gezahlter Beiträge, wenn Sie 12 Monate keine Leistungen aus der Police beziehen.
  • Zusatzleistungen ohne Zusatzversicherung: In der PKV können Versicherte die Zusatzleistungen innerhalb ihres Tarifs auswählen. Sie müssen dafür keine Zusatzversicherung abschließen.
  • Transparenz: Durch das Überweisen der Rechnungen erfahren Versicherte immer, mit welchen Kosten ihre Behandlungen und Medikamente verbunden sind. Dadurch werden Abrechnungen für alle Beteiligten transparenter.

Nachteile der privaten Krankenversicherung

Wie jede Versicherung hat auch die private Krankenversicherung Nachteile. Doch ob diese tatsächlich contra PKV sprechen, bleibt jedem Verbraucher selbst überlassen, denn schließlich müssen die Nachteile gegen die Vorteile abgewogen werden.

  • Gesundheitsprüfung: Wer in die PKV aufgenommen werden möchte, muss eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Anhand der Gesundheitsfragen ermitteln Versicherungsgesellschaften das Versicherungsrisiko. Abhängig vom Versicherungsrisiko können die Beiträge höher ausfallen. Diese Prüfung ist jedoch wichtig, da die privaten Krankenversicherer ihren Versicherten die vertraglich zugesicherten Leistungen über die gesamte Dauer des Versicherungsvertrags garantieren müssen. Würden die PKV zum Beispiel Versicherte mit sehr vielen Vorerkrankungen ohne Tarifaufschläge aufnehmen, könnte die PKV nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Damit würden sie die Leistungsfähigkeit für die anderen Versicherten gefährden.
  • Wechsel in die GKV nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, kann nicht ohne Weiteres wieder zurück in die GKV wechseln. Ohnehin müssen Versicherte zuvor entscheiden, ob ein Wechsel wirklich sinnvoll wäre. Denn in der GKV würden Versicherungsnehmer alle Vorzüge der PKV wieder verlieren.
  • Beitragserhöhungen: Um wirtschaftlich arbeiten zu können, muss die PKV ihre Beiträge regelmäßig anpassen. Mit zunehmendem Alter werden die Tarife der privaten Krankenversicherung entsprechend teurer. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, arbeitet die PKV mit Altersrückstellungen. Bei einer Beitragserhöhung hat jedes PKV-Mitglied die Möglichkeit, die Police zu kündigen, indem es sein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nimmt.
  • höherer Beitrag bei Vorerkrankungen: Wer Vorerkrankungen hat, muss mit höheren Beiträgen in der PKV rechnen. In manchen Fällen kann die PKV einen Antrag auch ablehnen.
  • keine Familienversicherung möglich: In der PKV gibt es keine Familienversicherungen. Jedes Familienmitglied muss sich einzeln krankenversichern.
  • Rechnungen müssen vorgestreckt werden: Privatversicherte müssen Rechnungen für Therapien oder Medikamente zunächst selbst bezahlen und die Belege dann bei der Versicherung einreichen. Bei kostspieligen Behandlungen müssen Versicherte dementsprechend hohe Summen im Voraus bezahlen.
  • Beiträge auch bei Mutterschutz oder Elternzeit: Wer im Mutterschutz oder in Elternzeit weniger verdient, muss die gleichen Beiträge wie bei vollem Verdienst weiterbezahlen.
  • keine Beitragsfreiheit bei längerer Arbeitsunfähigkeit: Wer länger als sechs Wochen krank ist und nicht arbeiten kann, muss seinen PKV-Beitrag dennoch weiterbezahlen.

PKV vs. GKV – die direkte Gegenüberstellung

Welche Vorteile hat die GKV gegenüber der PKV? Welche Vorteile haben Privatversicherte im Vergleich zu gesetzlich Krankenversicherten? Um diese Fragen zu beantworten, stellen wir GKV und PKV in wichtigen Bereichen gegenüber:

MerkmalGKVPKV
Aufnahme:In die GKV kann jeder Bürger aufgenommen werden. Bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze müssen Angestellte in der GKV versichert sein. Liegt das Einkommen darüber oder sind Versicherungsnehmer selbständig, können sie sich freiwillig gesetzlich versichern. Sobald ein Verbraucher einen Versicherungsantrag stellt, muss die gesetzliche Krankenversicherung ihn unabhängig von seinem Gesundheitszustand und seinen Vorerkrankungen aufnehmen.Die PKV kann auswählen, ob sie einen Antragsteller aufnimmt oder nicht. Angestellte können sich erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 60.750 Euro privat krankenversichern. Selbständige, Beamte oder Freiberufler können sich unabhängig von der Höhe des Einkommens in der PKV versichern. Unter bestimmten Umständen gilt diese Regelung auch für Studentinnen und Studenten.
Familienversicherung:In der GKV können Ehepartner ohne Einkommen oder mit Minijob und Kinder ohne oder mit geringem Einkommen bis 25 bzw. 27 kostenlos mitversichert werden.In der PKV müssen alle Familienmitglieder separat krankenversichert werden.
Leistungen:Den Versicherungsumfang des PKV-Tarifs können Privatversicherte mitbestimmen und die Leistungen an die individuellen Wünsche anpassen. Den Versicherten wird eine Behandlung gemäß des aktuellen Forschungsstands garantiert.In der GKV gibt es gesetzlich vorgeschriebene Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Mit Zusatzleistungen können die Versicherungen das Leistungsspektrum der gesetzlichen Vorgaben erweitern. GKV-Versicherte sind abhängig von den im Leistungskatalog aufgeführten Leistungen. Für viele modernere Behandlungsmethoden müssen Patienten in der GKV zuzahlen.
Beitrag:In der GKV teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Versicherungsbeitrag. Rund ein Prozent des Bruttoeinkommens zahlen Arbeitnehmer als Zusatzbeitrag. Freiwillig gesetzlich Versicherte, Freelancer und Selbstständige zahlen 100 Prozent des Beitrags selbst. Die Höhe des Beitrags richtet sich gestaffelt nach dem Einkommen.Die Höhe des PKV-Beitrags wird unabhängig vom Alter, dem Einkommen und dem Beruf ermittelt. Dafür werden Vorerkrankungen für die Beitragsberechnung berücksichtigt.
Abrechnung:In der GKV wird nach dem Sachleistungsprinzip abgerechnet. Der Arzt oder der Therapeut rechnet seine Kosten direkt mit der Versicherung ab. Versicherte müssen nicht in Vorleistung gehen.Privat Krankenversicherte zahlen Arztbehandlungen oder Medikamente in der Regel zunächst selbst. Die Rechnungen werden dann bei der PKV eingereicht, um eine Erstattung zu bekommen. Nur bei höheren Kosten wie Krankenhausaufenthalten rechnen die Kliniken direkt mit der PKV ab.
Rückerstattungen:Die GKV bieten Beitragsrückerstattungen nur in Wahltarifen an.In der PKV gibt es in nahezu jedem Tarif die Möglichkeit der Beitragsrückerstattung. Bis zu sechs Monatsbeiträge zahlen Versicherer zurück, wenn die Versicherungsleistungen nicht in Anspruch genommen wurden.
Budgetierung:In der GKV werden die ärztlichen Leistungen sowie Behandlungen durch Physiotherapeuten und andere durch den Gesetzgeber budgetiert. Sobald das Budget am Ende eines Jahres oder Quartals ausgeschöpft ist, arbeiten Ärzte unentgeltlich. In diesem Fall kann es vorkommen, dass Behandlungen auf ein neues Quartal oder Jahr verschoben werden.In der PKV können Leistungen oder Medikamente aus Kostengründen nicht verweigert werden, sofern sie zum Bestandteil des Vertrags gehören. Eine feste Budgetgrenze gibt es demnach nicht.
Geltungsbereich:Gesetzlich Krankenversicherte sind innerhalb der EU sowie in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen krankenversichert.PKV-Tarife gelten europaweit und außerhalb Europas für mindestens einen Monat. Durch eine Zuzahlung sind Versicherte weltweit über einen längeren Zeitraum krankenversichert.

Fazit zur privaten Krankenversicherung

Wer für die private Krankenversicherung Pro und Contra gegenüberstellt, wird feststellen, dass es von verschiedenen Faktoren abhängt, ob die PKV für einen selbst geeignet ist.

Von Vorteil kann die private Krankenversicherung für Sie in diesen Fällen sein:

  • Sie sind verbeamtet: Beamte erhalten bis zu 80 Prozent Beihilfe von ihrem Dienstherrn. Den übrigen Teil können sie sehr günstig mit einer PKV absichern und dabei von allen Vorzügen der privaten Krankenversicherung wie freier Arztwahl, kürzere Wartezeiten auf Termine oder umfangreichere Zusatzleistungen profitieren.
  • junge Menschen ohne Kinder: Wer jung ist und keine oder nur geringfügige Vorerkrankungen hat, kann von den umfangreichen Leistungen der PKV zu sehr günstigen Preisen profitieren. Werden frühzeitig Altersrückstellungen gebildet, steigen die Beiträge im Alter nicht so stark.
  • Versicherte mit höherem Einkommen: Wer als Angestellter mit seinem Einkommen deutlich über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, profitiert in der PKV von einkommensunabhängiger Beitragshöhe und müsste als freiwillig in der GKV Versicherter in der Regel deutlich mehr bezahlen.
  • Versicherungsnehmer mit hohem Leistungsanspruch: Wer zügig Arzttermine wahrnehmen möchte und auf eine Behandlung auf aktuellem Forschungsstand ohne Budgetierung besteht, hat mit der PKV Vorteile.

Unabhängig von den hier aufgeführten Personengruppen sollte vor dem Abschluss einer PKV immer ein ausführlicher Versicherungsvergleich erfolgen. Denn nur so finden Sie den Versicherungsumfang, der bestmöglich zu Ihren Preisvorstellungen und Leistungsansprüchen passt.

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