Private Krankenversicherung Wartezeit 2018-12-03T14:48:23+00:00

Private Krankenversicherung – Wartezeit beachten

Wartezeit in der privaten Krankenversicherung
Lesezeit: 14 min

Wer heute eine Private Krankenversicherung nutzen möchte, muss bei Vertragsabschluss eine Wartezeit einkalkulieren. So verhindern Versicherungsunternehmen, dass die Mitglieder sofort Leistungen in Anspruch nehmen, ohne dass sie bereits Versicherungsprämien gezahlt haben. Die Wartezeiten können bis zu acht Monate betragen. Bei Behandlungen aufgrund von Unfällen muss keine Wartezeit beachtet werden. Hier haben wir für Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema „PKV und Wartezeit“ zusammengestellt.

Was bedeutet Wartezeit bei der PKV?

Ein Versicherungsvertrag für eine Private Krankenversicherung beginnt mit dem Datum, das im Vertrag festgelegt wurde. Der komplette Versicherungsschutz beginnt jedoch meist nicht mit dem Abschluss des Vertrags, sondern erst nach Ablauf einer vertraglich festgelegten Wartezeit. Versicherungsnehmer müssen mit Vertragsbeginn ihre monatlichen Prämien zahlen, auch wenn sie vorerst keine Leistungen in Anspruch nehmen können.

Die Wartezeiten werden in der Regel in allgemeine und besondere Wartezeit unterteilt. Sie betragen drei bzw. acht Monate. Erst nach Ablauf dieser Frist können die vollen Leistungen der PKV in Anspruch genommen werden.

Wartezeiten beim PKV-Wechsel beachten

Eine wichtige Rolle spielt die Wartezeit auch beim PKV-Wechsel. Damit der Versicherungsschutz nahtlos übergehen kann, sollten Versicherungsnehmer sich bereits vor der Kündigung des alten Vertrags eine Annahmeerklärung des neuen Versicherers besorgen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass beim Wechsel keine Versorgungslücke auftritt. Nur beim nahtlosen Wechsel von der Gesetzlichen Krankenversicherung in die Private Krankenversicherung entfällt eine Wartezeit.

Allgemeine und besondere Wartezeit

Wechseln Versicherungsnehmer zur PKV nicht nahtlos von der GKV, werden meist folgende Wartezeiten vereinbart:

  • allgemeine Wartezeit: Sie dauert drei Monate und gilt für die Kostenübernahme von Krankheitskosten, Krankenhaustagegeld sowie Krankentagegeld.
  • besondere Wartezeit: Sie dauert acht Monate und bezieht sich auf Leistungen für Kieferorthopädie, Zahnbehandlungen, Psychotherapie und Entbindungen.

Sonderfall private Pflegeversicherung: Um Leistungen aus dieser Versicherung zu nutzen, muss eine Wartezeit von drei Jahren eingehalten werden.

PKV Wartezeit bei Schwangerschaft

Wer schwanger ist, sollte am besten nicht von einer PKV in die andere PKV wechseln. Denn die besondere Wartezeit von acht Monaten gilt auch für die Entbindung. Würde eine schwangere Frau in eine andere Private Krankenkasse wechseln, könnte es passieren, dass sie zum Beispiel die Kosten für die Geburt im Krankenhaus selbst tragen müsste. Diese können abhängig von den mit der Geburt entstehenden Komplikationen oder bei einem längeren Krankenhausaufenthalt sehr hoch ausfallen.

Wer allerdings während der Schwangerschaft von sehr hohen Leistungen im Bereich der Geburtsvorsorge sowie der -nachsorge profitieren möchte, kann sich schon vor der Familienplanung überlegen, ob ein Wechsel von der Gesetzlichen in die PKV sinnvoll sein könnte. Dies betrifft besser verdienende Angestellte oder Selbständige, die in der freiwilligen gesetzlichen Versicherung oft höhere Beiträge bezahlen müssen als in der PKV.

Gerne können Ihnen unsere Versicherungsexperten bei diesem Thema weiterhelfen. Nehmen Sie hierzu einfach Kontakt zu uns auf!

Erlass von Wartezeiten bei Auslandsaufenthalten
Wer seit mindestens zwei Monaten nicht mehr in Deutschland krankenversichert war, verliert bei einem Wechsel zur PKV die Möglichkeit auf einen Wartezeitenerlass. Von dieser Regelung sind meist Menschen betroffen, die längere Zeit im Ausland gelebt haben und dort krankenversichert waren. Allerdings besteht die Möglichkeit, sich die Versicherungszeit im Ausland von der PKV anrechnen zu lassen. Besonders beim Aufenthalt in Ländern der EU wird die Krankenversicherungszeit anerkannt. So besteht auch hier die Möglichkeit, ohne eingeschränkten Versicherungsschutz in die PKV zu wechseln.

Ausnahmen von der Wartezeit

  • nahtloser Wechsel von der GKV in die PKV: Wer ohne zeitliche Lücke von der gesetzlichen Krankenversicherung in eine private Krankenvollversicherung wechselt, kann von der Wartezeit befreit werden. Gleiches gilt für Beamte, die über die Heilfürsorge versichert waren und zur PKV wechseln.
  • ärztliche Atteste: Aus Kulanz können Versicherer die Wartezeit erlassen, wenn Versicherte mit Hilfe von Attesten nachweisen können, dass ihr Gesundheitszustand sehr gut ist. Die Regelungen sind jedoch nicht verbindlich und können je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif variieren. Möglich ist ein Erlass der allgemeinen sowie der besonderen Wartezeit.

In manchen Fällen kann die Wartezeit entfallen, auch wenn die Versicherten nicht nahtlos von der GKV in die PKV gewechselt haben:

  • Unfälle: Wenn Sie aufgrund eines Unfalls behandelt werden müssen, kann die Wartezeit entfallen. Hier müssen zugleich mögliche Doppelversicherungen berücksichtigt werden. So kann zum Beispiel eine Unfallversicherung anstelle der PKV genutzt werden.
  • Heirat: Wenn Sie heiraten, kann die Wartezeit innerhalb bestimmter Fristen entfallen.

So wird die Wartezeit angerechnet
Gehen wir davon aus, Sie stellen am 01. Mai einen Versicherungsantrag, in welchem als Versicherungsbeginn der 01. Juni. festgelegt wird. Dann müssten Sie bis zum 31. August des gleichen Jahres warten, bis die allgemeine Wartezeit vorbei ist. Die besondere Wartezeit von acht Monaten würde dann bis zum 28./29.2. des Folgejahres dauern.

Der „formelle“ Beginn Ihrer Versicherung erfolgt mit der Unterzeichnung des Versicherungsvertrags, hat aber keinen Einfluss auf den im Vertrag festgelegten „technischen Beginn“ Ihrer Versicherung.

Entfall der Wartezeit bei Neugeborenen in der PKV

Bei Neugeborenen oder minderjährigen Adoptivkindern, die neu privat versichert werden, entfallen in der Regel die Wartezeit und auch die Gesundheitsprüfung. Denn in diesem Fall können Private Krankenversicherungen dazu verpflichtet werden, Kinder ohne entsprechende Prüfungen aufzunehmen. Diese Pflicht zur Aufnahme wird auch „Kontrahierungszwang“ genannt.

Damit die PKV Neugeborene oder Adoptivkinder ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeit aufnimmt, gelten bestimmte Voraussetzungen:
So muss der privat versicherte Elternteil am Tag der Geburt oder der Adoption schon mindestens drei Monate beim gleichen Versicherungsunternehmen versichert gewesen sein. Darüber hinaus muss der für das Kind gewählte Tarif die gleichen Leistungen umfassen wie der Tarif des Erwachsenen.

FAQ:

Kann ich die PKV wechseln ohne Wartezeit?
Wenn Sie beim PKV-Wechsel auch die Versicherungsgesellschaft wechseln, müssen Sie immer mit Wartezeiten rechnen. Eine PKV-Vollversicherung ohne Wartezeit gibt es in diesem Sinne nicht. Bei manchen privaten Zahnzusatzversicherungen oder anderen Zusatzversicherungen gibt es Tarife ohne Wartezeit, aber dafür mit stärkeren Summenbegrenzungen. Eine Wartezeit in der PKV kann höchstens entfallen, wenn Sie beim gleichen Versicherer einen Tarifwechsel vornehmen.

Entfällt bei der Privaten Krankenversicherung die Wartezeit bei Entbindung?
Die Geburt zählt für die Private Krankenversicherung in der Regel zur besonderen Wartezeit. In diesem Fall können Versicherte erst nach Ablauf von acht Monaten nach Versicherungsabschluss Kosten von der PKV erstatten lassen, die im Zusammenhang mit der Entbindung entstehen. Aus diesem Grund kann es ratsam sein, nicht während der Schwangerschaft in die PKV zu wechseln.

Gibt es Private Krankenversicherungen ohne Wartezeit?
Private Krankenversicherungen ohne Wartezeit gibt es in der Regel nicht. Denn die Wartezeit ist ein wichtiger Schutz der Versicherungsgesellschaften vor hohen Tarifkosten. Erst wenn die Versicherten einige Monatsbeiträge gezahlt haben, können sie Leistungen in Anspruch nehmen.

Im Gegensatz zu Krankenvollversicherungen sind private Zusatzversicherungen ohne Wartezeit möglich. Wer jedoch zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit abschließt, muss dafür in der Regel deutliche Summenbeschränkungen bei den Leistungen oder eine Verlängerung der Zahnstaffel in Kauf nehmen.

Welche Privaten Krankenversicherungen sind ohne Wartezeit?
Es gibt bis dato keine PKV, die ohne Wartezeit arbeitet. Lediglich bei einem Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft kann die Wartezeit entfallen. Voraussetzung für den Erlass der Wartezeit ist eine entsprechende Vorversicherungszeit.
Die Wartezeit fällt außerdem weg, wenn ein Versicherter nahtlos von der GKV zur PKV wechselt.

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