Private Pflegeversicherung Abschließen 2018-12-05T11:50:17+00:00
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Private Pflegeversicherung abschließen – Ratgeber und Tipps

Private Pflegeversicherung abschließen
Lesezeit: 15 min

Wenn Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen wollen, sollten Sie davor einige Aspekte berücksichtigen. Ein Versicherungsvergleich ist wichtig, um die bestmögliche Zusatzpflegeversicherung für Ihre finanzielle Absicherung bei Pflegebedürftigkeit zu finden. Hier haben wir alle wichtigen Informationen rund um den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung zusammengestellt.

Wer sollte eine private Pflegeversicherung abschließen?

Eine Pflegezusatzversicherung bietet sich grundsätzlich für alle Krankenversicherten an. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit müssen sie die Kosten, die nach Abzug des staatlichen Pflegegelds übrig bleiben, nicht aus eigener Tasche bezahlen.

Pflege kostet meist viel Geld. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Pflege ambulant zuhause oder in einer Pflegeeinrichtung erfolgt. Die Leistungen der staatlichen Pflegekasse reichen selten aus, um die tatsächlichen Kosten vollumfänglich zu decken.

Wie hoch der staatliche Pflegezuschuss ausfällt, hängt davon ab, ob die Pflege durch Angehörige oder durch professionelles Personal bzw. zuhause oder im Pflegeheim durchgeführt wird. Alle Kosten, die über das Pflegegeld aus der Pflegepflichtversicherung hinaus anfallen, müssen von den Betroffenen selbst übernommen werden. Sollten eigene Renten oder eigenes Vermögen nicht zur Deckung dieser Beträge ausreichen, können auch Angehörige zur Kostenübernahme herangezogen werden. Kann diesen ein Beitrag zu den Pflegekosten nicht zugemutet werden, müssen Pflegebedürftige Geld beim zuständigen Sozialamt beantragen.

Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung hingegen können Versicherte die Versorgungslücke als Pflegefall schließen oder deutlich verringern.

Private Pflegezusatzversicherung ist nicht gleich private Pflegepflichtversicherung

Seit 1995 sind in Deutschland alle krankenversicherten Verbraucher mit Wohnsitz in Deutschland verpflichtet, Beiträge an die Pflegeversicherung zu bezahlen.
Mit der seit 2009 gültigen Krankenversicherungspflicht muss jeder Mensch, der in Deutschland lebt, krankenversichert sein.

  • Wer gesetzlich krankenversichert ist, zahlt einkommensabhängig auch einen Anteil an die gesetzliche Pflegeversicherung.
  • Wer privat krankenversichert ist, muss ebenfalls eine Pflegepflichtversicherung abschließen. Dabei handelt es sich jedoch um eine private Pflegeversicherung, deren Tarifhöhe nicht vom Einkommen abhängt, die sich aber an Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand orientiert.

Somit gibt es neben der gesetzlichen Pflegeversicherung auch eine private Pflegeversicherung als Teil des deutschen Sozialversicherungssystems. Beide Versicherungen sind verpflichtend.

Mit der privaten Pflegezusatzversicherung haben nun sowohl gesetzlich als auch privat krankenversicherte Verbraucher die Möglichkeit, die Leistungen des staatlichen Pflegegelds im Falle einer Pflegebedürftigkeit aufzustocken. Denn das Pflegegeld reicht in der Regel nicht aus, um die Pflegekosten komplett zu decken.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um eine private Pflegeversicherung abzuschließen?

Grundsätzlich gilt für die private Pflegezusatzversicherung wie auch für die Berufsunfähigkeitsversicherung oder die private Krankenversicherung: Je jünger Sie bei Vertragsabschluss sind, desto günstiger sind die Beiträge.

Aus diesem Grund kann es schon sinnvoll sein, die private Pflegezusatzversicherung für Kinder abzuschließen. Da die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit bei Kindern zwar vorhanden, aber sehr gering ist, kosten entsprechende Policen in der Regel weniger als zehn Euro monatlich. Und die Kinder sind damit umfassend abgesichert.

Selbstverständlich können Sie auch später eine private Zusatzpflegeversicherung abschließen. Neben Ihrem Alter kommt es auf Ihren Gesundheitszustand an, wie teuer die Police bei der gewünschten Leistung wird.

Welche Pflegezusatzversicherung sollte ich nehmen?

Wenn Sie eine Pflegezusatzversicherung nutzen wollen, können Sie zwischen verschiedenen Varianten wählen:

  • Pflegetagegeldversicherung: Diese Police zahlt Ihnen bei Pflegebedürftigkeit einen vertraglich vereinbarten Tagessatz, abhängig von Ihrem Pflegegrad. Die Summe kann frei für die Pflege verwendet werden. Pflegetagegeldversicherungen werden am häufigsten abgeschlossen.
  • Pflegerentenversicherung: Mit dieser Variante erhalten Sie als Pflegefall eine feste monatliche Rente, über die Sie oder Ihre pflegenden Angehörigen frei verfügen können. Diese Form der Pflegezusatzversicherung bietet in der Regel die größtmögliche Flexibilität.
  • Pflegekostenversicherung: Wenn Sie sich für diesen Tarif entscheiden, erhalten Sie eine Kostenerstattung von der Versicherung für Behandlungen oder Pflege, die durch einen Arzt attestiert werden muss. Sie reichen die Belege für die Kosten beim Versicherer ein und erhalten die dem Vertrag entsprechende Erstattung.

Worauf Sie vor dem Abschluss unbedingt achten sollten

Es gibt viele verschiedene Tarife und Anbieter für Pflegezusatzversicherungen. Bevor Sie einen Vertrag abschließen, sollten Sie auf folgende Leistungsmerkmale achten:

  • Wartezeit: Die Wartezeit bestimmt, wie lange Sie nach Vertragsabschluss warten müssen, bis Sie Leistungen aus dem Vertrag in Anspruch nehmen können. Je kürzer die Wartezeit, desto besser.
  • Leistungserhöhung ohne Gesundheitsprüfung: Komfortable Verträge erlauben es Ihnen, das vereinbarte Pflegegeld später ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
  • Leistung abhängig vom Pflegegrad: Achten Sie darauf, dass sich das Versicherungsunternehmen an den Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) oder Medicproof ausrichtet.
  • Leistung für stationäre und ambulante Pflege: Prüfen Sie, ob der Vertrag Leistungen sowohl bei ambulanter als auch stationärer Pflege vorsieht. So sind Sie als Pflegefall bestmöglich abgesichert und freier bei der Art der Betreuung.
  • weltweite Leistung: Wer häufiger im Ausland ist, sollte nur Tarife berücksichtigen, die weltweit leisten.
  • Dynamisierung: Empfehlenswert sind Tarife, welche sowohl die Beiträge an die allgemeine Preisentwicklung anpassen, als auch später das ausgezahlte Pflegetagegeld.
  • Beitragsfreiheit bei Leistung: Zu empfehlen sind private Pflegezusatzversicherungen, die im Leistungsfall auf das Weiterzahlen von Beiträgen verzichten.

Überlegen Sie vor dem Versicherungsabschluss genau, ob Sie ein Leben lang finanziell in der Lage sein werden, die Beiträge für die Versicherung zu bezahlen. Sollten Sie diese nämlich nicht mehr zahlen können, verlieren Sie auch Ihren Versicherungsschutz und Sie haben alle bisherigen Prämien umsonst gezahlt.

Pflegeversicherung: Vom Vergleich zum Abschluss

So kommen Sie zur perfekten privaten Pflegezusatzversicherung:

  • Nehmen Sie Kontakt zu unseren Versicherungsexperten auf und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.
  • In einem unverbindlichen Versicherungscheck ermitteln wir für Sie die besten Tarife.
  • Auf Wunsch führen wir eine anonymisierte Risikovoranfrage für Sie durch.
  • Anschließend erhalten Sie eine Übersicht mit passenden Policen für Sie.
  • Gemeinsam mit Ihnen gehen wir die Angebote durch und finden die beste Police mit dem besten Preisleistungsverhältnis.
  • Danach stellen Sie den Versicherungsantrag bei der gewünschten Gesellschaft und beantworten alle Gesundheitsfragen ehrlich und umfassend. Dabei unterstützen wir Sie gerne.
  • Nach einer erfolgreichen Prüfung Ihrer Unterlagen erhalten Sie Ihre Police und sind im Falle einer Pflegebedürftigkeit unter Berücksichtigung von möglichen Wartezeiten abgesichert.

FAQ: Pflegezusatzversicherung abschließen

Kann man eine private Pflegeversicherung abschließen, wenn der Versicherungsnehmer bereits pflegebedürftig ist?
Wenn Sie bereits pflegebedürftig sind, können Sie keine Pflegezusatzversicherung mehr abschließen, denn dann ist der Leistungsfall ja bereits eingetreten.

Kann ich eine Pflegezusatzversicherung auch mit Vorerkrankungen abschließen?
Es ist grundsätzlich möglich, eine freiwillige Pflegezusatzversicherung auch mit Vorerkrankungen zu bekommen. Ob eine Versicherung möglich ist, hängt dabei von der Art der Krankheit und dem Schweregrad der Vorerkrankungen ab.

So gehören Krebserkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Multiple Sklerose zu den Krankheiten, die in der Regel zu einer Ablehnung durch den Versicherer führen.

Um herauszufinden, ob in Ihrem Fall eine Absicherung mit Vorerkrankung möglich ist, empfiehlt sich ein Versicherungsvergleich mit anonymer Risikovoranfrage. Dabei stellen Versicherungsmakler eine Anfrage mit Ihren Gesundheitsdaten, aber ohne Ihren Namen zu nennen. Auf der Basis der Antworten der Versicherer können Sie gemeinsam mit dem Experten abschätzen, bei welcher Gesellschaft eine Versicherung am ehesten möglich ist.

Gibt es Zusatzpflegeversicherungen ohne Gesundheitsprüfung?
Mit dem Pflege-Bahr gibt es eine Zusatzpflegeversicherung, die ohne Gesundheitsprüfung beantragt werden kann. Die Versicherer sind dabei zur Aufnahme jedes Antragstellers verpflichtet. Die Leistungen aus diesen Tarifen reichen jedoch in der Regel nicht aus, um die Gesamtpflegekosten zu decken.

Gibt es ein Höchstalter für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung?
Theoretisch gibt es keine Höchstgrenze, um eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Allerdings begrenzen die meisten Versicherer das Höchsteintrittsalter auf 70 oder 75 Jahre. Diese Begrenzung ergibt auch Sinn, denn da das Risiko einer Pflegebedürftigkeit mit dem Alter steigt, wären entsprechende Tarife für sehr alte Versicherte auch sehr teuer und kaum noch finanzierbar.

Einzig die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Zusatzversicherung sieht keine Altersgrenze bei Vertragsabschluss vor. Allerdings gibt es dort eine fünfjährige Wartezeit. Erst danach können Versicherte Leistungen aus dieser Police beantragen.

Lohnt es sich, die Pflege-Bahr-Tarife zu nutzen?
Wer eine Pflege-Bahr-Zusatzversicherung nutzt, erhält fünf Euro monatlich vom Staat erstattet. Pro Jahr sind somit 60 Euro an Förderung möglich. Kritiker bemängeln an dieser Form der Pflegezusatzversicherung jedoch, dass deren Leistung nicht ausreicht, um die Finanzierungslücke im Pflegefall zu schließen. Deshalb wird häufig empfohlen, lieber einen leistungsstärkeren Tarif einer regulären Pflegezusatzversicherung zu wählen, der im Leistungsfall auch wirklich alle Pflegekosten decken kann. Lassen Sie sich am besten dazu von unseren unabhängigen Versicherungsexperten beraten.

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