Private Pflegeversicherung Beamte 2018-12-05T10:08:50+00:00

Private Pflegeversicherung für Beamte –
Tipps und Ratgeber

Private Pflegeversicherung für Beamte
Lesezeit: 12 min

Wer verbeamtet ist, hat den Bund oder das Land als Dienstherr. Über diesen sind Beamte mit der Beihilfe abgesichert. Auch bei einem Pflegefall leistet die Beihilfe einen Anteil. Allerdings deckt die Erstattung nie vollständig alle anfallenden Kosten. Ob eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte sinnvoll ist, beantworten wir für Sie in diesem Beitrag.

Wie sind Beamte bei Pflegebedürftigkeit abgesichert?

Wer als Beamter pflegebedürftig wird, hat Anspruch auf Beihilfe. Darüber hinaus greift die private Pflegepflichtversicherung von Beamten und leistet ihren Anteil. Beamte können auch eine freiwillige gesetzliche Pflegepflichtversicherung abschließen. Der Anteil der Beihilfe bei Erstattungen ist immer höher als der Anteil der Pflegepflichtversicherungen. Die Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung und der Beihilfe zusammen entsprechen ungefähr den Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse.

Wie hoch der Anteil der Beihilfe ausfällt, hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab. Die Pflegegrade werden ermittelt, nachdem die Betroffenen einen Antrag auf Pflegegeld bei der zuständigen Kasse gestellt haben. Bei einer gesetzlichen Pflegepflichtversicherung ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) für die Begutachtung zuständig. Sind Beamte über die private Pflegepflichtversicherung abgesichert, übernimmt die Medicproof GmbH die Einstufung der Betroffenen.

Höhe der Beihilfe bei Pflege ist auch abhängig von der jeweiligen Beihilfestelle

In welchem Umfang die Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit finanzielle Unterstützung leistet, ist nicht einheitlich geregelt, da für die Erstattung der Pflegekosten die jeweilige Beihilfeordnung der Länder oder die Bundesbeihilfeverordnung gelten. Es können Unterschiede bei der Kostenunterstützung bestehen, doch letztlich orientieren sich die beihilfefähigen Leistungen in der Pflege an den im Sozialgesetzbuch XI vorgegebenen Höchstgrenzen für Pflegekosten.

Pensionäre erhalten im Pflegefall mehr Geld für Pflege im Heim

Die Beihilfe bemisst die Leistungen im Pflegefall am ermittelten Pflegegrad. Die Kostenübernahme teilt sie sich dabei mit der Pflegepflichtversicherung auf. Während die Leistungen für die ambulante Pflege allgemein den Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse und der Pflegepflichtversicherung entsprechen, haben verheiratete und pflegebedürftige Pensionäre gegenüber Rentnern einen deutlichen Vorteil. So erhalten verheiratete Pensionäre als Pflegefall mit Pflegegrad 5 eine sehr hohe Beihilfe, die über 3.000 Euro liegen kann.

Wann zahlt die Beihilfe für Pflegeleistungen?

Wer Beihilfe für Pflegeleistungen beziehen möchte, muss diese bei der zuständigen Beihilfestelle beantragen. Voraussetzung für die Gewährung der Beihilfe ist die Einstufung des Antragstellers in einen Pflegegrad von 1 bis 5. Auf der Basis des Pflegegrads zahlt die Beihilfe meist ab Beginn des Monats, in welchem der Beihilfeantrag für die Pflege gestellt wurde.

Wie sind Beamte kranken- und pflegeversichert?

Beamte sind über die Beihilfe ihres Dienstherrn abgesichert. Da Beamte entweder für ein Bundesland oder den Staat arbeiten, wird die Beihilfe über die jeweilige Beihilfeeinrichtung gezahlt. Die Beihilfe deckt jedoch nicht die komplette Kranken- und Pflegeversicherung ab. Da jedoch auch für Beamte die Pflege- und Krankenversicherungspflicht besteht, müssen sie sich zusätzlich zur Beihilfe privat versichern. Somit schließen Beamte in der Regel eine private Kranken- und Pflegeversicherung ab. Allerdings kann die private Pflegepflichtversicherung zusammen mit der Beihilfe nicht immer alle Kosten für die Pflege decken.

Zusätzliche Leistungen der Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit

Wenn die verbleibenden Pflegekosten den „amtsangemessenen Unterhalt“ eines pflegebedürftigen Beamten oder Pensionärs überschreiten, kann die Beihilfe über die Höchstsätze hinaus finanzielle Unterstützung leisten.

Voraussetzung für diese Zusatzleistung ist, dass die Kosten in einem Pflegeheim das Einkommen um einen bestimmten Prozentsatz übersteigen. Ob und wann genau diese Möglichkeit besteht, müssen Betroffene bzw. deren Angehörige mit der zuständigen Beihilfestelle abklären.

Ist eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte sinnvoll?

Ebenso wie bei anderen Versicherten kann eine Pflegezusatzversicherung für Beamte sinnvoll sein. Lediglich im Pflegegrad 5 können verheiratete Pensionäre bei Unterbringung im Pflegeheim mehr Unterstützung von der Beihilfe erhalten als andere Versicherte. Ansonsten besteht auch bei Beamten einen Versorgungslücke zwischen erstatteten Pflegekosten und den Kosten, die sie selbst tragen müssen.

Ob eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte letztlich sinnvoll ist, hängt auch von der Gehaltsstufe der Versicherten und von den Lebensumständen ab.

Ein pflegebedürftiger Pensionär mit hoher Pension und Pflegegrad 5 kann mit Beihilfe, der privaten Pflegepflichtversicherung und seiner Pension die Kosten für die Pflege meist problemlos tragen. Eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte wäre dann nicht unbedingt notwendig.

Allerdings hat der überwiegende Teil der Beamten keine so hohe Besoldungsstufe. Demnach kann für diese Gruppe eine private Pflegezusatzversicherung immer eine sinnvolle Absicherung bei Pflegebedürftigkeit sein. Dies gilt umso mehr, wenn kein Vermögen vorhanden ist, das die finanzielle Lücke decken könnte. Ebenso kann eine Pflegezusatzversicherung dafür sorgen, dass Angehörige wie die eigenen Kinder nicht finanziell einspringen müssen.

Sind Sie selbst Beamtin oder Beamter und benötigen Unterstützung bei der Wahl einer privaten Pflegezusatzversicherung? Dann helfen Ihnen unsere Experten gerne unverbindlich weiter. Vereinbaren Sie hier direkt einen Termin!

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