Private Pflegeversicherung –
Kosten und Tarife

Die private Pflegezusatzversicherung bietet im Fall einer Pflegebedürftigkeit eine zusätzliche Absicherung zur Pflegepflichtversicherung und schließt so eine Versorgungslücke. Für die Zusatzpolice müssen Versicherungsnehmer monatlich einen bestimmten Betrag bezahlen. Wie hoch die Kosten für die private Pflegeversicherung ausfallen, hängt vom Alter, dem Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen ab. Hier erfährst du alles Wichtige rund um die Beiträge für die Pflegezusatzversicherung.

Diese Faktoren beeinflussen die Kosten der privaten Pflegeversicherung

Wie viel du für deine private Pflegezusatzversicherung bezahlen musst, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Im Gegensatz zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung hat die Höhe des Einkommens keinen Einfluss auf die Versicherungskosten.

  • Dein Alter bei Vertragsabschluss: Grundsätzlich gilt, je früher du eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, desto weniger musst du im Monat überweisen. Denn mit zunehmendem Alter steigt das Versicherungsrisiko, das sich die Anbieter mit einem Risikoaufschlag bezahlen lassen.
  • Deine Ansprüche: Wer eine hohe Versicherungsleistung bei Pflegebedürftigkeit wünscht, muss mit einer höheren Versicherungsprämie rechnen. Kannst du bei Tarifen die Leistung pro Pflegegrad selbst bestimmen, hast du einen gewissen Einfluss darauf, wie hoch die monatlichen Versicherungskosten ausfallen.
  • Dein Gesundheitszustand: Mögliche Vorerkrankungen können die Kosten deiner privaten Pflegezusatzversicherung erhöhen. Dies gilt besonders dann, wenn durch deine Vorerkrankung das Risiko einer Pflegebedürftigkeit steigt. Um dein Gesundheitsrisiko zu ermitteln, stellen Versicherer beim Antrag Gesundheitsfragen, die du ehrlich beantworten solltest. Ein zu hohes gesundheitliches Risiko kann auch zu einer Ablehnung durch die Versicherungsgesellschaft führen.
  • Die Versicherungsgesellschaft: Private Pflegezusatzversicherungen werden von wirtschaftlich arbeitenden Versicherungsgesellschaften angeboten, deren Preise sich am Markt orientieren. Aus diesem Grund können die Kosten für die private Pflegeversicherung von Anbieter zu Anbieter deutlich variieren, und das bei vergleichbaren Leistungen. Schon allein deshalb ist es wichtig, dass du verschiedene private Pflegeversicherungen vergleichst, bevor du einen Vertrag abschließt. Denn durch den Vergleich kannst du vor allem im Hinblick auf die lange Laufzeit schon bei minimalen Unterschieden bei den monatlichen Beiträgen langfristig Geld sparen.

Preis für die Police ist abhängig von der Art der Versicherung

Es gibt verschiedene Formen der privaten Pflegezusatzversicherung. Wie hoch deine Kosten für die Police ausfallen, hängt auch von der Art dieser Versicherung ab.

  • Pflegetagegeldversicherung: Diese Form der Pflegezusatzversicherung wird am häufigsten abgeschlossen. Der Vorteil für die Versicherten besteht darin, dass der Versicherungsvertrag häufig sehr flexibel gestaltet werden kann. Das macht sich auch bei den Kosten für die Police bemerkbar. Ein geringer Versicherungsschutz ist schon für weniger als 20 Euro möglich.
  • Pflegekostenversicherung: Bei dieser Variante kannst du dich ebenfalls günstig absichern. Du musst dabei allerdings beachten, dass die Versicherung nur tatsächlich entstehende Kosten mit Nachweis teilweise erstattet.
  • Pflegerentenversicherung: Wer über Vermögen verfügt und dieses investieren möchte, kann sich bei der Pflegerentenversicherung auch für die Zahlung eines Einmalbeitrags entscheiden. In diesem Fall zahlst du eine größere Summe in die Versicherung ein und hast dafür keine monatlichen Kosten.
  • Pflege-Bahr: Bei dieser Pflegezusatzversicherung erhältst du zu deinen Beiträgen einen staatlichen Zuschuss von fünf Euro pro Monat. Voraussetzung dafür ist u.a., dass du mindestens zehn Euro monatlich in die Police einzahlen. Somit kann die Pflege-Bahr-Police eine sehr günstige Variante sein, um sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit zusätzlich abzusichern. Allerdings sind nur begrenzte finanzielle Leistungen möglich.

Private Pflegeversicherung vergleichen, um Kosten zu sparen

Welche private Pflegeversicherung am wenigsten kostet und im Verhältnis dazu am meisten bietet, erfährst du nur, wenn du verschiedene Tarife mit deinen Daten vergleichst. Zwar gibt es Private Pflegeversicherungs-Rechner im Internet. Doch diese können ebenso wie Tests von Verbraucherorganisationen oder -magazinen nur eine Orientierung geben. Eine individuelle Beratung ersetzen sie nicht.

Gerne helfen dir unsere Versicherungsexperten weiter, wenn du auf der Suche nach eine guten privaten Pflegeversicherung bist. Ruf uns einfach an, um einen unverbindlichen Beratungstermin zu vereinbaren!

Welche Kosten übernimmt die private Pflegeversicherung?

Die private Pflegezusatzversicherung soll dir helfen, die Kosten zu tragen, die nach Abzug der staatlichen Pflegeversicherung übrig bleiben, wenn du pflegebedürftig geworden bist.

In welcher Form die Kosten übernommen werden, hängt von der Art des Vertrags und der Police ab:

  • Pflegetagegeldversicherung: Solltest du ein Pflegefall werden, wird der Pflegegrad ermittelt. Anhand der Abstufung erhältst du aus der gesetzlichen Pflegeversicherung einen festgesetzten Betrag. Wie viel die Pflegezusatzversicherung bezahlt, hängt ebenfalls vom Pflegegrad ab. Darüber hinaus ist in den Vertragskonditionen festgelegt, wie viel die Versicherung bei stationärer oder ambulanter Pflege bezahlt. Um bestmöglich abgesichert zu sein, empfiehlt es sich, bei der Pflegetagegeldversicherung darauf zu achten, dass sie sowohl bei stationärer als auch bei ambulanter Pflege in gleichem Umfang leistet.
  • Pflegekostenversicherung: Wie der Name verrät, übernimmt diese Pflegezusatzversicherung konkrete Kosten für die Pflege. Voraussetzung für die Leistung ist, dass die Versicherten ein ärztliches Attest für die erforderlichen Maßnahmen vorlegen können. Die Versicherung beteiligt sich dann meist anteilig an den Pflegekosten.
  • Pflegerente: Wer sich für diese Versicherung entscheidet, erhält als Pflegefall eine festgelegte Rente. Über das erhaltene Geld können die Versicherten frei verfügen. Somit kann es sowohl für Pflegekosten als auch für andere tägliche Kosten verwendet werden.
  • Pflege-Bahr: Diese Police beteiligt sich an den Kosten für die ambulante oder stationäre Pflege. Da die Leistungen von Pflege-Bahr in der Regel nicht zur Kostendeckung ausreichen, wird diese Versicherung häufig mit einer regulären privaten Pflegetagegeldversicherung kombiniert. Auf diese Weise kann die Versorgungslücke komplett geschlossen werden.

Mit welchen Kosten als Pflegefall zu rechnen ist

Wer aufgrund seines hohen Pflegegrades stationär in einem Pflegeheim untergebracht ist, muss mit monatlichen Kosten von mehreren tausend Euro rechnen.

So kann die Unterbringung bei Pflegegrad 5 in einem Heim pro Monat schnell mehr als 3.500 Euro kosten. Der gesetzliche Pflegezuschuss beträgt bei diesem Pflegegrad jedoch „nur“ 2.005 Euro. Somit entstünde eine Differenz von knapp 1.500 Euro, die der Versicherte selbst tragen müsste.

Eine gute Pflegetagegeldversicherung kann diese Lücke schließen. Um zu ermitteln, welche Kosten die Pflegeversicherung tragen sollte, müssen regelmäßige Einkünfte aus Renten oder Vermögen mit berücksichtigt werden.

Hinweis: Bei manchen privaten Pflegezusatzversicherungen müssen die Beiträge auch dann noch gezahlt werden, wenn die Versicherten bereits Leistungen aus der Police erhalten. Diese Tatsache solltest du vor Vertragsabschluss unbedingt berücksichtigen.

Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse nach Pflegegrad

Bei häuslicher Pflege:

 Pflegegeld in Euromögliche Pflegesachleistungen in Euro
Pflegegrad 11250
Pflegegrad 2316689
Pflegegrad 35451.298
Pflegegrad 47281.612
Pflegegrad 59011.995

Bei vollstationärer Pflege:

 Zuschuss zur Pflege in Euro
Pflegegrad 2770
Pflegegrad 31.262
Pflegegrad 41.775
Pflegegrad 52.005

FAQ Pflegeversicherung Kosten:

Was kostet ein Wechsel in eine private Pflegeversicherung?
Bei dieser Frage musst du genau unterscheiden zwischen der privaten Pflegepflichtversicherung oder der privaten Pflegezusatzversicherung. Zur privaten Pflegepflichtversicherung „wechselst“ du automatisch, wenn du in die private Krankenversicherung wechselst. Denn die Pflegepflichtversicherung ist sowohl für PKV- als auch GKV-Versicherte verpflichtend. Sobald du von der GKV in die PKV wechselst, musst du auch eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Wie viel ein solcher Wechsel kostet, hängt vom Umfang der privaten Pflegepflichtversicherung ab. In der Regel sind die Beiträge meist günstiger als bei der gesetzlichen Pflichtversicherung, da sie nicht an das Einkommen gebunden sind.

Wer trägt die Kosten einer privaten Pflegeversicherung?
Die Beiträge für die private Pflegezusatzversicherung trägst du komplett selbst. Da es sich um eine freiwillige Versicherung handelt, gibt es keinen Arbeitgeberzuschuss.

Was passiert, wenn ich die private Pflegeversicherung nicht mehr bezahlen kann?
Wer eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, sollte sicherstellen, dass er die Beiträge bis zu seinem Lebensende bezahlen kann. Denn es gibt nur wenige Versicherer, die eine Beitragspause gestatten. So ist es bei manchen Anbietern möglich, die Versicherungsbeiträge bis zu 12 Monate bei Arbeitslosigkeit zu pausieren.

Ansonsten gilt jedoch: Wenn du die Beiträge nicht mehr bezahlen kannst, musst du die Police kündigen. Ein Versicherungsschutz besteht dann nicht mehr. Außerdem erhältst du die bereits gezahlten Beiträge nicht mehr zurück.

Um zu vermeiden, dass du aus finanziellen Gründen eine private Pflegezusatzversicherung kündigen musst, kannst du versuchen, mehrere Policen mit kleinen monatlichen Beiträgen abzuschließen. Muss dann eine Police gekündigt werden, bleibt immer noch eine minimale Zusatzabsicherung für den Pflegefall.

Kann ich die Kosten für die private Pflegeversicherung von der Steuer absetzen?
Du kannst grundsätzlich Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich geltend machen. Allerdings lassen sich nur maximal 184 Euro für die private Pflegezusatzversicherung pro Jahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Kann ich das Geld für die Pflegeversicherung beim Versicherungswechsel zurückbekommen?
Die Pflegeversicherung ist eine Risikoversicherung. Du bezahlst dafür, dass der Versicherer dich im Leistungsfall finanziell unterstützt. Wechselst du die Versicherung, ohne Leistungen zu beziehen oder kündigst den Vertrag, bekommst du deshalb kein Geld zurück. Bei einem Wechsel der privaten Pflegeversicherung kannst du jedoch einen Teil deiner Altersrückstellungen „mitnehmen“. Frage vor dem Wechsel bei deinem Versicherer nach.

Steigen die Kosten für die Pflegeversicherung regelmäßig?
Es gibt verschiedene Gründe, warum die Beiträge für die Pflegeversicherung steigen können. Vereinbare eine Beitragsdynamik, passt sich der Beitrag regelmäßig an die Inflation an. Dementsprechend steigen die Beiträge kontinuierlich, sofern die Inflation steigt. Zugleich ist mit dieser Beitragserhöhung sichergestellt, dass die finanzielle Leistung der Versicherung auch der tatsächlichen Kaufkraft entspricht.

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