Private Pflegeversicherung Leistungen 2018-12-05T10:11:53+00:00
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Private Pflegeversicherung –
Leistungen im Überblick

Leistungen der privaten Pflegeversicherung
Lesezeit: 13 min

Die Leistungen der privaten Pflegezusatzversicherung können im Gegensatz zur gesetzlichen Pflichtversicherung individuell festgelegt werden. Aus diesem Grund ist ein Versicherungsvergleich wichtig, wenn Sie eine private Pflegeversicherung abschließen wollen. Hier erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl der besten Police ankommt und auf welche Leistungsbestandteile Sie nicht verzichten sollten.

Die zentralen Leistungen der privaten Pflegezusatzversicherung

Die Hauptleistung der privaten Pflegezusatzversicherung besteht darin, die finanzielle Lücke zu schließen, die zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und dem Zuschuss aus der staatlichen Pflegekasse besteht.

Wie diese Leistung erfolgt, hängt von der jeweiligen Art der Zusatzversicherung ab.

  • Pflegetagegeldversicherung: Diese Police bezahlt ein Pflegetagegeld, wenn die versicherte Person pflegebedürftig wird. Die Zahlung ist dabei unabhängig von den tatsächlichen Pflegekosten. Die Leistung kann im Versicherungsvertrag individuell festgelegt werden und orientiert sich in der Regel am jeweiligen Pflegegrad, in den ein Versicherter eingestuft wird.
  • Pflegekostenversicherung: Diese Versicherung ergänzt die gesetzlichen Leistungen aus der Pflegekasse. Die Leistungen dieser Policen sind direkt an die tatsächlichen Pflegekosten gebunden. Als Versicherungsnehmer haben Sie die Möglichkeit, die Höhe der Leistungen so anzupassen, dass im Leistungsfall keine Versorgungslücke mehr besteht und die kompletten Pflegekosten von der staatlichen und privaten Absicherung getragen werden können.
  • Pflegerente: Bei der Pflegerentenversicherung erhalten Versicherte im Leistungsfall eine monatliche Rente gezahlt. Die Höhe der Rente kann individuell vereinbart werden. Ihre Auszahlung ist nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden.
  • Pflege-Bahr: Diese Pflegezusatzversicherung wird staatlich gefördert. Sie erhalten fünf Euro monatlich an staatlichem Zuschuss, wenn Sie mindestens 10 Euro in den Vertrag einzahlen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Tarif in allen Pflegegraden Leistungen bietet und die Absicherung im Pflegegrad 5 mindestens 600 Euro beträgt.

Viele Policen ermöglichen eine sogenannte „Einmalzahlung“. Die Versicherungsnehmer erhalten dann bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit eine einmalige Zahlung durch den Versicherer. Das kann sinnvoll sein, wenn zum Beispiel Wohnungen behindertengerecht umgestaltet oder Fahrzeuge für den Transport der Pflegebedürftigen erworben werden müssen. Möglich ist abhängig vom Tarif auch, Einmalzahlungen mit monatlichem Pflegegeld zu kombinieren.

Darauf sollten Sie bei Ihrer Police achten

Wenn Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen, sollten Sie neben den Basisleistungen auf folgende Merkmale achten:

  • Gelten die Leistungen nur für kommerzielle oder auch für private Pflege?
  • Kann das Pflegetagegeld auch ohne erneute Gesundheitsprüfung angehoben werden?
  • Richten sich die Leistungen der Pflegezusatzversicherung nach den Pflegegraden des Sozialgesetzbuchs?
  • Werden beim Leistungsantrag die Einstufungen des Medizinischen Diensts der Krankenkassen übernommen oder nutzt der Anbieter eigene Einstufungen?
  • Wie lange ist die Wartezeit, bis Sie Leistungen in Anspruch nehmen können?
  • Leistet die private Zusatzversicherung auch bei Demenz?
  • Ist der Versicherungsschutz weltweit gültig?

Was leistet die gesetzliche Pflegepflichtversicherung?

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung wurden im Zuge des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) modifiziert. Seit 2017 gelten deshalb die neuen Pflegegrade. Sie haben die alten Pflegestufen abgelöst.

Die Einführung der Pflegegrade ermöglicht es auch Menschen mit psychischen Erkrankungen, bei Pflegebedürftigkeit Leistungen aus der gesetzlichen Pflegekasse zu beziehen.

Hier haben wir Ihnen die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung in Abhängigkeit der Pflegegrade zusammengestellt:

 häusliche Pflegeambulante PflegeVollstationäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung
Pflege durch AngehörigePflege durch professionellen Pflegedienst
Pflegegrad 1bis zu 125 € Entlastungsbetragbis zu 125 € Entlastungsbetrag125 €
Pflegegrad 2316 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag689 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag770 €
Pflegegrad 3545 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.298 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.262 €
Pflegegrad 4728 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.612 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.775 €
Pflegegrad 5901 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.995 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag2.005 €

Der Entlastungsbetrag kann von jedem Pflegeverantwortlichen beantragt werden. Er wird jedoch ausschließlich bei ambulanter oder häuslicher Pflege gezahlt.

Ein Blick auf gängige Kosten für die stationäre oder ambulante Pflege macht schnell deutlich, dass die gesetzliche Pflegepflichtversicherung nur eine Teilkaskoversicherung ist. Alle Kosten, die über den staatlichen Pflegezuschuss hinausgehen, müssen die Betroffenen selbst bezahlen.

In diesem Fall werden sowohl das eigene Vermögen als auch regelmäßige Einkünfte berücksichtigt. Wer im Alter nur eine kleine Rente bezieht, wird die gesamten Pflegekosten nicht allein mit der gesetzlichen Pflegekasse bezahlen können. In diesem Fall können auch Angehörige wie die eigenen Kinder zum Bezahlen der Kosten herangezogen werden.

Mit den Leistungen einer privaten Pflegetagegeldversicherung oder Pflegekostenversicherung kann diese Versorgungslücke geschlossen werden, was zu einer finanziellen Entlastung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen führen kann.

Was sind Pflegegrade?

Die Pflegegrade bestimmen, in welchem Maße eine pflegebedürftige Person auf Hilfe angewiesen ist. Abhängig vom Pflegegrad stehen der betroffenen Person staatliche Pflegezuschüsse zu. Die Einstufung erfolgt in die Pflegegrade 1 bis 5, wobei 5 der höchste Pflegegrad ist.

Der Pflegegrad wird nach dem Antrag auf Pflegegeld bei gesetzlich Versicherten vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) und bei Privatpatienten vom Dienstleister Medicproof festgestellt.

Das jeweilige Gutachten erfolgt auf einer Skala von 1 bis 100, wobei 100 die größtmögliche Pflegebedürftigkeit darstellt. Kontrolliert werden dabei die Mobilität, die kognitiven und kommunikativen Fähigkeit sowie der psychische Zustand. Außerdem ermitteln die Gutachter, in welchem Umfang sich die Betroffenen selbst versorgen und am Alltagsleben teilnehmen können.

  • Pflegegrad 1: Die Selbständigkeit ist gering beeinträchtigt.
    (12,5 bis unter 27 Punkte)
  • Pflegegrad 2: Die Selbständigkeit ist erheblich beeinträchtigt.
    (27 bis unter 47,5 Punkte)
  • Pflegegrad 3: Die Selbständigkeit ist schwer beeinträchtigt.
    (47 bis unter 70 Punkte)
  • Pflegegrad 4: Die Selbständigkeit ist am schwersten beeinträchtigt.
    (70 bis unter 90 Punkte)
  • Pflegegrad 5: Die Selbständigkeit ist am schwersten beeinträchtigt und es bestehen außergewöhnlich hohe Anforderungen an die Pflege.
    (90 bis unter 100 Punkte)

Welche private Pflegeversicherung bietet die besten Leistungen?

Die Frage nach der besten privaten Pflegezusatzversicherung ist nicht pauschal zu beantworten. Letztlich ist die Police die beste, welche die eigenen Ansprüche am besten erfüllt und dem Budget entspricht, welches Sie dafür aufbringen können.

Um sich zu informieren, können Sie nach dem Testsieger unter den privaten Pflegeversicherungen suchen oder einen Rechner für die private Pflegeversicherung verwenden. Allerdings bieten Tests und Rechner lediglich eine Orientierung. Welcher Versicherungsschutz wirklich der beste für Sie persönlich ist, erfahren Sie nur in einer individuellen Beratung. Gerne helfen Ihnen unsere Experten bei dieser Suche weiter. Rufen Sie uns dazu einfach an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin!

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