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Private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Wer sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit zusätzlich absichern möchte, muss in der Regel beim Versicherungsantrag Gesundheitsfragen beantworten. Damit schätzen Versicherer das Versicherungsrisiko ein und bestimmen danach u.a. die Tarifhöhe. Menschen mit Vorerkrankungen suchen deshalb häufig nach einer privaten Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Wir haben dir hier alles Wissenswerte zu diesem Thema zusammengestellt.

Was ist überhaupt eine Gesundheitsprüfung?

Private Versicherungsgesellschaften müssen die im Versicherungsvertrag zugesicherten Leistungen garantieren. Eine Versicherung muss demnach finanziell in der Lage sein, im Leistungsfall ein Pflegetagegeld oder eine Pflegerente so lange zu zahlen, wie die versicherte Person pflegebedürftig ist.

Um im Leistungsfall liquide zu sein, müssen Versicherungen die Beiträge genau kalkulieren. Ein Teil der Prämie wird am Kapitalmarkt für den Versicherten angelegt, um finanzielle Sicherheit zu schaffen. Wie hoch die Versicherungsprämie letztlich ausfällt, hängt von den einzelnen Risikofaktoren sowie von der gewünschten Leistungssumme ab. Zu den Risikofaktoren zählen das Alter des Versicherten sowie Vorerkrankungen und der allgemeine Gesundheitszustand. Aus diesem Grund werden im Versicherungsantrag neben persönlichen Daten wie dem Alter auch Fragen zum Gesundheitszustand gestellt. Dieser Vorgang wird auch „Gesundheitsprüfung“ genannt. Die Prüfung ist im Sinne aller Versicherten der privaten Pflegezusatzversicherung, denn sie ermöglicht es den Anbietern, die Beiträge fair und angemessen zu kalkulieren.

Was in der Gesundheitsprüfung gefragt wird

Die Gesundheitsfragen der Versicherer sind beim Antrag auf eine private Pflegezusatzversicherung immer ähnlich. Anhand der Fragen möchten die Versicherer mehr über den Gesundheitszustand und über Vorerkrankungen des Antragstellers erfahren.

Manche Vorerkrankungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Versicherter zum Pflegefall wird. Das können Versicherer fragen:

  • Hattest du in den letzten fünf/zehn Jahren eine der folgenden Krankheiten?
  • Hast du in den letzten Jahren an bestimmen Allergien gelitten?
  • Rauchst du?
  • Wie viel Alkohol trinkst du?
  • Warst du schon einmal drogenabhängig?

Gesundheitsfragen für die private Pflegezusatzversicherung immer ehrlich beantworten

Auch wenn es auf den ersten Blick unangenehm erscheinen mag, dass Versicherungsgesellschaften sehr persönliche Fragen zur Gesundheit stellen, solltest du diese Fragen immer ehrlich und vollständig beantworten. Denn letztlich entscheidet die Beantwortung deiner Fragen, wie gut du später abgesichert bist. Sollte sich herausstellen, dass du bewusst falsche Angaben gemacht hast, kann der Versicherer deine Pflegeversicherung fristlos kündigen. Solltest du Leistungen beziehen und es ergibt sich nach einer Prüfung, dass du bei den Gesundheitsfragen gelogen hast, kann der Versicherer die bisher gezahlten Leistungen zurückfordern. Im Pflegefall hättest du dann neben gesundheitlichen Einschränkungen und einem eingeschränkten Lebensalltag auch finanzielle sowie im schlimmsten Fall auch juristische Probleme.

Grundsätzlich musst du für die Mehrheit der auf dem Markt erhältlichen privaten Pflegezusatzversicherungen Gesundheitsfragen beantworten. Deshalb solltest du dich vor dem Antrag auf eine Gesundheitsprüfung einstellen.

Kann ich auch abgelehnt werden?

Sollte das Versicherungsrisiko für den Anbieter aufgrund deiner Gesundheitsfragen zu hoch sein, musst du mit Risikoaufschlägen oder Leistungsausschlüssen rechnen. Ein Risikoaufschlag bedeutet höhere Versicherungsprämien, die du pro Monat bezahlen musst. Ein Leistungsausschluss bedeutet, dass bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden, die zu einer Pflegebedürftigkeit führen können. Eventuell können auch bestimmte Berufe zu einem Risikoaufschlag führen.

Möglich ist darüber hinaus, dass das Versicherungsunternehmen deinen Antrag ablehnt, wenn das Risiko zu hoch ist. Private Versicherungsgesellschaften sind grundsätzlich nicht zur Annahme jedes Antragstellers verpflichtet.

Welche Erkrankungen können zu einer Ablehnung der privaten Pflegezusatzversicherung führen?

Schwere Krankheiten wie Krebs, Multiple Sklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes bergen ein hohes Risiko, später pflegebedürftig zu werden. Aus diesem Grund lehnen die meisten Versicherer Antragsteller ab, die an diesen Krankheiten leiden.

Gibt es private Pflegezusatzversicherungen ohne Gesundheitsprüfung?

Es gibt einzelne Anbieter, bei welchen du eine private Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung abschließen kannst. Diese Tarife werden auch „Pflege-Bahr“ genannt. Die nach dem ehemaligen Gesundheitsminister benannte Form der privaten Zusatzpflegeversicherung wird staatlich gefördert. Damit wollte die Bundesregierung fördern, dass Verbraucher ihren Versicherungsschutz bei Pflegebedürftigkeit aufstocken. Die staatliche Förderung beim sogenannten „Pflege-Bahr“ liegt bei 5 Euro pro Monat. Die Förderung ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden. So müssen die Versicherten mindestens zehn Euro monatlich in den Tarif einzahlen. Außerdem muss die Absicherung im Pflegegrad 5 mindestens 600 Euro betragen.
Für Antragsteller hat Pflege-Bahr zunächst einen Vorteil: Die Versicherungsgesellschaften, die diese Tarife anbieten, müssen die Antragsteller ohne Gesundheitsprüfung annehmen. Somit bietet sich Pflege-Bahr vor allem für ältere Versicherungsnehmer mit vielen Vorerkrankungen an. Kritisiert wird an dieser Form der privaten Pflegezusatzversicherung jedoch meist, dass die Leistungen nicht ausreichen, um die Finanzierungslücke zum staatlichen Pflegegeld zu schließen.

Willst du mehr über deine Versicherungsmöglichkeiten mit Vorerkrankungen wissen? Dann kontaktiere unsere Experten und fordere ein unverbindliches Beratungsgespräch an. Auf Wunsch stellen wir bei einem Versicherungsvergleich eine anonymisierte Risikovoranfrage für deine private Pflegezusatzversicherung. Danach kannst du dich für den besten Tarif entscheiden.

Am besten lässt du dich dazu von unseren unabhängigen Versicherungseperten beraten.

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