Private Pflegeversicherung Ohne Gesundheitsprüfung 2018-12-05T10:31:48+00:00
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Private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung
Lesezeit: 12 min

Wer sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit zusätzlich absichern möchte, muss in der Regel beim Versicherungsantrag Gesundheitsfragen beantworten. Damit schätzen Versicherer das Versicherungsrisiko ein und bestimmen danach u.a. die Tarifhöhe. Menschen mit Vorerkrankungen suchen deshalb häufig nach einer privaten Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Wir haben Ihnen hier alles Wissenswerte zu diesem Thema zusammengestellt.

Was ist überhaupt eine Gesundheitsprüfung?

Private Versicherungsgesellschaften müssen die im Versicherungsvertrag zugesicherten Leistungen garantieren. Eine Versicherung muss demnach finanziell in der Lage sein, im Leistungsfall ein Pflegetagegeld oder eine Pflegerente so lange zu zahlen, wie die versicherte Person pflegebedürftig ist.

Um im Leistungsfall liquide zu sein, müssen Versicherungen die Beiträge genau kalkulieren. Ein Teil der Prämie wird am Kapitalmarkt für den Versicherten angelegt, um finanzielle Sicherheit zu schaffen. Wie hoch die Versicherungsprämie letztlich ausfällt, hängt von den einzelnen Risikofaktoren sowie von der gewünschten Leistungssumme ab. Zu den Risikofaktoren zählen das Alter des Versicherten sowie Vorerkrankungen und der allgemeine Gesundheitszustand. Aus diesem Grund werden im Versicherungsantrag neben persönlichen Daten wie dem Alter auch Fragen zum Gesundheitszustand gestellt. Dieser Vorgang wird auch „Gesundheitsprüfung“ genannt. Die Prüfung ist im Sinne aller Versicherten der privaten Pflegezusatzversicherung, denn sie ermöglicht es den Anbietern, die Beiträge fair und angemessen zu kalkulieren.

Was in der Gesundheitsprüfung gefragt wird

Die Gesundheitsfragen der Versicherer sind beim Antrag auf eine private Pflegezusatzversicherung immer ähnlich. Anhand der Fragen möchten die Versicherer mehr über den Gesundheitszustand und über Vorerkrankungen des Antragstellers erfahren.

Manche Vorerkrankungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Versicherter zum Pflegefall wird. Das können Versicherer fragen:

  • Hatten Sie in den letzten fünf/zehn Jahren eine der folgenden Krankheiten?
  • Litten Sie in den letzten Jahren an bestimmen Allergien?
  • Rauchen Sie?
  • Wie viel Alkohol trinken Sie?
  • Waren Sie schon einmal drogenabhängig?

Gesundheitsfragen für die private Pflegezusatzversicherung immer ehrlich beantworten

Auch wenn es auf den ersten Blick unangenehm erscheinen mag, dass Versicherungsgesellschaften sehr persönliche Fragen zur Gesundheit stellen, sollten Sie diese Fragen immer ehrlich und vollständig beantworten. Denn letztlich entscheidet die Beantwortung Ihrer Fragen, wie gut Sie später abgesichert sind. Sollte sich herausstellen, dass Sie bewusst falsche Angaben gemacht haben, kann der Versicherer Ihre Pflegeversicherung fristlos kündigen. Sollten Sie Leistungen beziehen und es ergibt sich nach einer Prüfung, dass Sie bei den Gesundheitsfragen gelogen haben, kann der Versicherer die bisher gezahlten Leistungen zurückfordern. Im Pflegefall hätten Sie dann neben gesundheitlichen Einschränkungen und einem eingeschränkten Lebensalltag auch finanzielle sowie im schlimmsten Fall auch juristische Probleme.

Grundsätzlich müssen Sie für die Mehrheit der auf dem Markt erhältlichen privaten Pflegezusatzversicherungen Gesundheitsfragen beantworten. Deshalb sollten Sie sich vor dem Antrag auf eine Gesundheitsprüfung einstellen.

Kann ich auch abgelehnt werden?

Sollte das Versicherungsrisiko für den Anbieter aufgrund Ihrer Gesundheitsfragen zu hoch sein, müssen Sie mit Risikoaufschlägen oder Leistungsausschlüssen rechnen. Ein Risikoaufschlag bedeutet höhere Versicherungsprämien, die Sie pro Monat bezahlen müssen. Ein Leistungsausschluss bedeutet, dass bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden, die zu einer Pflegebedürftigkeit führen können. Eventuell können auch bestimmte Berufe zu einem Risikoaufschlag führen.

Möglich ist darüber hinaus, dass das Versicherungsunternehmen Ihren Antrag ablehnt, wenn das Risiko zu hoch ist. Private Versicherungsgesellschaften sind grundsätzlich nicht zur Annahme jedes Antragstellers verpflichtet.

Welche Erkrankungen können zu einer Ablehnung der privaten Pflegezusatzversicherung führen?

Schwere Krankheiten wie Krebs, Multiple Sklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes bergen ein hohes Risiko, später pflegebedürftig zu werden. Aus diesem Grund lehnen die meisten Versicherer Antragsteller ab, die an diesen Krankheiten leiden.

Gibt es private Pflegezusatzversicherungen ohne Gesundheitsprüfung?

Es gibt einzelne Anbieter, bei welchen Sie eine private Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung abschließen können. Diese Tarife werden auch „Pflege-Bahr“ genannt. Die nach dem ehemaligen Gesundheitsminister benannte Form der privaten Zusatzpflegeversicherung wird staatlich gefördert. Damit wollte die Bundesregierung fördern, dass Verbraucher ihren Versicherungsschutz bei Pflegebedürftigkeit aufstocken. Die staatliche Förderung beim sogenannten „Pflege-Bahr“ liegt bei 5 Euro pro Monat. Die Förderung ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden. So müssen die Versicherten mindestens zehn Euro monatlich in den Tarif einzahlen. Außerdem muss die Absicherung im Pflegegrad 5 mindestens 600 Euro betragen.
Für Antragsteller hat Pflege-Bahr zunächst einen Vorteil: Die Versicherungsgesellschaften, die diese Tarife anbieten, müssen die Antragsteller ohne Gesundheitsprüfung annehmen. Somit bietet sich Pflege-Bahr vor allem für ältere Versicherungsnehmer mit vielen Vorerkrankungen an. Kritisiert wird an dieser Form der privaten Pflegezusatzversicherung jedoch meist, dass die Leistungen nicht ausreichen, um die Finanzierungslücke zum staatlichen Pflegegeld zu schließen.

Wollen Sie mehr über Ihre Versicherungsmöglichkeiten mit Vorerkrankungen wissen? Dann kontaktieren Sie unsere Experten und fordern ein unverbindliches Beratungsgespräch an. Auf Wunsch stellen wir bei einem Versicherungsvergleich eine anonymisierte Risikovoranfrage für Ihre private Pflegezusatzversicherung. Danach können Sie sich für den besten Tarif entscheiden.

Am besten lassen Sie sich dazu von unseren unabhängigen Versicherungseperten beraten.

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