Private Pflegeversicherung Pro und Contra 2018-12-05T09:48:50+00:00
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Private Pflegeversicherung:
Pro und Contra

Pro und Contra einer privaten Pflegeversicherung
Lesezeit: 12 min

Verbraucher stehen früher oder später immer vor der Frage, ob eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist oder nicht. Grundsätzlich gilt: Eine solche Police ergibt auf jeden Fall Sinn, denn die gesetzlichen Leistungen reichen nicht aus, um alle Pflegekosten zu decken. Wer jedoch genau wissen möchte, was für und was gegen die private Pflegeversicherung spricht, findet in diesem Artikel Antworten.

Übersicht: Pro und Contra Pflegezusatzversicherung

Um sich für oder gegen eine private Pflegeversicherung zu entscheiden, sollten Sie sich die Vor- und Nachteile der Police bewusst machen. Hier stellen wir Ihnen die Pros und Contras vor und erläutern die jeweiligen Aspekte.

Was spricht für die private Pflegezusatzversicherung?

  • Sie können sich eine menschenwürdige Pflege leisten: Wer nur auf die gesetzliche Pflegeversicherung setzt, kann im Pflegefall nicht von ausreichenden Leistungen ausgehen, sondern muss mit dem Minimum rechnen. Sie sind sowohl bei der Art der Pflegeeinrichtung als auch bei der Wahl des Pflegepersonals eingeschränkt. Eine private Pflegeversicherung macht Sie unabhängiger in Ihren Entscheidungen und Sie können sich Ihren Lebensalltag angenehmer gestalten.
  • Ihre Kinder werden nicht herangezogen: Mit einer Pflegezusatzversicherung entlasten Sie Ihre Kinder, indem Sie sie von der finanziellen Verantwortung im Pflegefall befreien.
  • Sie schonen Ihr Vermögen: Wenn kein Vermögen für die Pflege „verbraucht“ wird, können Sie Ihren Kindern mehr hinterlassen.
  • Sie haben keine finanziellen Sorgen: Wer pflegebedürftig ist, hat ohnehin schon große Mühe, seinen Alltag zu meistern. Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung müssen Sie sich nicht um die Finanzierung Ihrer Pflege kümmern, da die Police die gesetzliche Pflegeleistung optimal ergänzen kann.
  • Sie riskieren keinen sozialen Abstieg: Ohne private Pflegezusatzversicherung riskieren Sie, als Pflegefall Ihren Lebensstandard zu verlieren. Eine entsprechende Pflegeversicherung kann Ihnen dabei helfen, diesen Status aufrecht zu erhalten.

Woher kann das Geld für die Pflege kommen?

Wer im Alter auf Pflege angewiesen ist, muss mit hohen Kosten rechnen, die damit verbunden sind. So kann eine Unterbringung in einem Pflegeheim schnell zwischen 3.000 und 4.000 Euro kosten. Wie viel davon die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt, hängt von der Einstufung in einen Pflegegrad ab. Je geringer dieser ist, desto geringer fällt der Zuschuss aus.

Alle Kosten, die über den Zuschuss der gesetzlichen Pflegeversicherung hinausgehen, müssen Sie aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten. Hierzu zählen:

  • Einkünfte aus Rentenzahlungen (Altersrente, Betriebsrente, private Rentenversicherung)
  • Kapitalerträge aus Geldanlagen
  • Einkünfte aus dem Verkauf von Vermögenswerten wie Immobilien oder Fahrzeugen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Zinserträge aus Geldanlagen
  • angespartes Geldvermögen

Ist Ihr Vermögen aufgebraucht oder reichen die regelmäßigen Einkünfte nicht aus, können auch Ihre Kinder herangezogen werden. Diese müssen sich dann abhängig von deren Einkünften an den Pflegekosten beteiligen. Die private Pflegezusatzversicherung kann eine mögliche finanzielle Lücke schließen.

Was spricht gegen die private Pflegezusatzversicherung?

  • Das eingezahlte Geld ist ohne Leistungsfall verloren: Die private Pflegezusatzversicherung ist eine Risikoversicherung, die nur im Leistungsfall bezahlt. Werden Sie nicht pflegebedürftig, sind alle bis dahin gezahlten Kosten „umsonst“.
  • Sie sind vermögend: Wenn Sie über hohe Einkünfte aus Renten verfügen oder Immobilien und andere Vermögenswerte besitzen, können Sie die Pflege aus eigener Tasche bezahlen. In diesem Fall sind Sie nicht auf eine private Pflegezusatzversicherung angewiesen.
  • Ihre Kinder sind bereit, Sie zu pflegen und die Kosten zu tragen: Wenn Sie ein sehr gutes Verhältnis zu Ihren Kindern haben und diese bereits zugesagt haben, Sie mit allen Konsequenzen zu pflegen, kann eine Pflegezusatzversicherung überflüssig sein.
  • Sie können sich den Beitrag nicht mehr leisten: Haben Sie bereits ein höheres Alter erreicht, kann der Beitrag für die private Pflegeversicherung ebenfalls sehr hoch ausfallen, sodass Sie sich die Police nicht mehr leisten können.

Sollten Sie aus finanziellen Gründen auf eine private Pflegezusatzversicherung verzichten, sollten Sie mit Ihren Kindern sprechen. So kann es ganz pragmatisch betrachtet für Ihre Kinder günstiger sein, sich an den Kosten für eine private Pflegeversicherung zu beteiligen, als später an den Kosten für die Pflege beteiligt zu werden.

Fazit

Für eine private Pflegezusatzversicherung spricht, dass Sie deutlich besser abgesichert sind, wenn Sie pflegebedürftig werden. Bei Ihrer Entscheidung für oder gegen die private Police sollten Sie immer berücksichtigen, dass die gesetzliche Pflegepflichtversicherung immer nur eine Teilkaskoversicherung ist, die nie alle Kosten decken wird.

Fakt ist, dass die Leistungen der privaten Pflegezusatzversicherung davon abhängen, welchen Tarif und welche Versicherungsart Sie wählen. Abhängig von Ihrem Alter und dem Anbieter müssen Sie mit Kosten zwischen 20 und über 100 Euro monatlich rechnen. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen, desto günstiger sind die Tarife.

Da die Kosten von Anbieter zu Anbieter ebenso wie die mit der Police verbundenen Leistungen variieren können, empfiehlt sich ein Pflegeversicherungs-Vergleich. Gerne helfen Ihnen unsere Experten dabei, die Police mit dem besten Preisleistungsverhältnis für Sie zu finden.

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