Private Pflegeversicherung wirklich sinnvoll 2018-12-05T11:48:02+00:00
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Private Pflegezusatzversicherung – wirklich sinnvoll oder nicht?

Ist eine private Pflegeversicherung wirklich sinnvoll
Lesezeit: 12 min

Wer in Deutschland pflegebedürftig wird, erhält abhängig vom Pflegegrad ein staatliches Pflegegeld. Dafür sorgt die Pflegepflichtversicherung, in die jeder privat oder gesetzlich Versicherte einzahlen muss. Für Verbraucher besteht die Möglichkeit, sich mit einer Zusatzversicherung bei Pflegebedürftigkeit extra abzusichern. Die Frage, ob eine private Pflegezusatzversicherung wirklich sinnvoll ist, lässt sich mit einem pauschalen „Ja“ beantworten. Allerdings sollten Sie immer individuell prüfen, in welchem Umfang eine solche Versicherung für Sie Sinn ergibt.

Die staatliche Pflegerente reicht im Pflegefall nicht zur Kostendeckung aus

Pflege kostet Geld. Je nach Umfang der Pflegebedürftigkeit können bei Pflegegrad 5 monatlich schnell Kosten von über 3.500 Euro zusammenkommen. Das staatliche Pflegegeld sieht hingegen im Pflegegrad 5 bei stationärer Pflege lediglich einen Zuschuss von 2.005 Euro vor. Somit bliebe für die Betroffenen eine Differenz von knapp 1.500 Euro übrig, die diese selbst tragen müssten.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Kosten der Staat bei Pflegebedürftigkeit trägt. Daraus wird schnell ersichtlich, dass bereits in unteren Pflegegraden eine enorme Versorgungslücke besteht.

 häusliche Pflegeambulante PflegeVollstationäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung
Pflege durch AngehörigePflege durch professionellen Pflegedienst
Pflegegrad 1bis zu 125 € Entlastungsbetragbis zu 125 € Entlastungsbetrag125 €
Pflegegrad 2316 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag689 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag770 €
Pflegegrad 3545 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.298 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.262 €
Pflegegrad 4728 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.612 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.775 €
Pflegegrad 5901 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag1.995 € + bis zu 125 € Entlastungsbetrag2.005 €

Somit wird schnell ersichtlich, dass eine private Pflegeversicherung theoretisch für jeden sinnvoll ist. Denn sie kann immer einen wichtigen Zuschuss leisten, um die finanzielle Lücke zu den staatlichen Leistungen zu verringern oder sogar ganz zu schließen.

Für wen eine Pflegezusatzversicherung nicht unbedingt notwendig ist

Wer über hohes Vermögen verfügt oder aus einer Rente hohe Bezüge erhält, benötigt nicht zwingend eine private Pflegezusatzversicherung. Wichtig ist, dass die Zahlung der Differenz zu den staatlichen Zuschüssen auch wirklich erfolgen kann.

Prüfen Sie selbst, ob Ihr Vermögen für eine Pflege im Pflegegrad 5 ausreicht! Sie müssten bei Bedarf in der Lage sein, durch Rentenbezug zum Beispiel bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder durch den Bezug von Altersrente, mindestens 1.500 Euro zu bezahlen. Allerdings wären dann nur die Pflegekosten gedeckt, nicht aber mögliche Kosten, die darüber hinausgehen.

Hochgerechnet auf ein Jahr würden Sie als Pflegefall mit Pflegegrad 5 für eine stationäre Einrichtung rund 18.000 Euro benötigen. Sollten Sie früh pflegebedürftig werden und die Pflege müsste über 30 Jahre aufrechterhalten werden, würden Sie 540.000 Euro an Vermögen benötigen, um die Pflegekosten zu bezahlen. Selbst bei einer „nur“ zehn Jahre dauernden aufwändigen Pflege im Pflegegrad 5 müsste Ihr Vermögen rund 180.000 Euro umfassen. Somit wäre eine Pflegezusatzversicherung vermutlich nur für diejenigen nicht sinnvoll, die über Immobilien oder ähnliche Vermögenswerte verfügen, mit welchen die Kosten gedeckt werden könnten.

Doch hier beginnt noch eine weitere Überlegung: Wer Kinder hat, möchte diesen sicherlich auch etwas hinterlassen. Ohne Pflegezusatzversicherung könnte das Erbe dann schnell dahinschmelzen. Für die Nachkommen wäre dann kaum noch etwas übrig.

Wonach richtet sich die Leistung der privaten Pflegezusatzversicherung?

Eine sinnvolle Zusatzpflegeversicherung sollte sich immer an den ermittelten Pflegegraden des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) oder der Medicproof GmbH orientieren. So ist sichergestellt, dass die private Zusatzabsicherung die nötigen Leistungen als Ergänzung zum Pflegegeld erbringt.

Ohne diese Verknüpfung könnte die private Zusatzversicherung eigene Gutachter schicken, die in manchen Fällen zu anderen Ergebnissen kommen könnten. Die Folge wären unnötige Streitereien um Leistungsansprüche.

5 Argumente, warum eine Pflegezusatzversicherung wirklich sinnvoll ist

  • Sie schonen das Erbe Ihrer Kinder: Abgesichert mit einer Pflegezusatzversicherung müssen Sie das eigene Vermögen nicht für das Begleichen der Pflegekosten nutzen. Somit sorgen Sie dafür, dass das Erbe für Ihre Nachkommen bewahrt bleibt.
  • Sie schonen die Finanzen Ihrer Kinder: Unterhaltspflichtige Angehörige können herangezogen werden, wenn Ihre eigenen Einkünfte nicht zum Begleichen der Pflegekosten ausreichen. Mit einer Pflegezusatzversicherung verhindern Sie, dass zum Beispiel Ihre Kinder für Ihre Pflege mitbezahlen müssen.
  • Sie haben maximale Freiheit bei der Wahl der Pflegeeinrichtung und Art der Pflege: Mit dem staatlichen Pflegegeld und eigenen Zuschüssen sind Sie in der Regel auf bestimmte Einrichtungen angewiesen. Dank Pflegezusatzversicherung profitieren Sie von maximaler Freiheit bei der Wahl der Pflegeeinrichtung und können sich die Pflege leisten, die Sie sich wünschen.
  • Sie sind nicht auf das Sozialamt angewiesen: Mit einer Pflegezusatzversicherung vermeiden Sie die Gefahr, Gelder vom Sozialamt beantragen zu müssen, wenn Ihr Vermögen oder Einkommen nicht mehr ausreicht, um die Pflegekosten zu begleichen.
  • Sie erleichtern Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin den Alltag: Eine Pflegezusatzversicherung kann finanzielle Sorgen im Falle einer Pflegebedürftigkeit verringern. Auf diese Weise tragen Sie auch dazu bei, dass sich Ihre Partnerin oder Ihr Partner besser auf den Alltag konzentrieren kann.

Möchten Sie mehr über den Nutzen einer privaten Pflegezusatzversicherung wissen? Dann beraten wir Sie gerne. Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin.

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