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Private Pflegeversicherung – Zusatzversicherung für eine angemessene Pflege

Die private Pflegezusatzversicherung ist eine von vielen Möglichkeiten, um den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungsschutz zu ergänzen. So kannst du dir im Pflegefall eher die Pflege leisten, die du dir wünschst. Und das ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, deine Kinder zu belasten oder gar abhängig vom Sozialamt zu sein. Hier erfährst du mehr über die Pflegeversicherung als Zusatzversicherung.

Private Zusatzversicherungen für einen umfassenderen Versicherungsschutz

Der Gesetzgeber schreibt jedem in Deutschland lebenden Einwohner vor, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Für dein Auto brauchst du eine Haftpflichtversicherung und deine Gesundheit musst du mit einer Krankenversicherung und Pflegeversicherung absichern.

Insbesondere die Kranken- und Pflegepflichtversicherungen sollen sicherstellen, dass das Gesundheitssystem in seiner heutigen Qualität auch zukünftigen Generationen zur Verfügung steht. Durch die Pflichtversicherungen wird dafür gesorgt, dass die Krankenkassen für Untersuchungen und Behandlungen ihrer Versicherten bezahlen und nicht die Patienten selbst mit ihrem Einkommen dafür aufkommen müssen.

Wer angestellt ist und dessen Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, ist heute automatisch in der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung versichert. Die Krankenkasse kann sich jeder aussuchen, doch die Leistungen der Krankenpflichtversicherung sind im Sozialgesetzbuch geregelt und in der Regel immer gleich.

Um den Standard-Versicherungsschutz auszuweiten, können Verbraucher private Zusatzversicherungen nutzen. Hierzu zählen:

  • Krankentagegeldversicherung: Mit einer solchen Police kannst du dir vertraglich ein Krankengeld zusichern lassen, wenn du aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig bist. Diese Versicherung wird zum Beispiel von Selbständigen genutzt, die im Falle einer Arbeitsunfähigkeit keine Einkünfte erzielen können.
  • Krankenhaustagegeldversicherung: Wenn du diese Versicherung abschließt, erhältst du ein Tagegeld, wenn du stationär im Krankenhaus behandelt wirst und länger dort bleiben musst. Die Policen sind eine Ergänzung zum Tagegeld, das du von der GKV oder einer PKV erhälst.
  • ambulante Zusatzversicherung: Mit diesem zusätzlichen Versicherungsschutz können gesetzlich Krankenversicherte eine Behandlung wie privat Krankenversicherte bei ihrem Hausarzt oder bei Spezialisten erhalten.
  • Zahnzusatzversicherung: Diese private Zusatzversicherung wird sehr häufig in Anspruch genommen. Mit dieser Police können sowohl Kieferorthopädie für Kinder als auch Zahnprothesen oder Zahnimplantate abgesichert werden. Die Police ist so beliebt, weil der Versicherungsumfang für GKV-Versicherte beim Zahnarzt eher eingeschränkt ist und teure Behandlungen nur in geringem Umfang bezuschusst werden.
  • Krankenzusatzversicherung: Diese Police wird häufig auch „Krankenhauszusatzversicherung“ genannt, weil sie den Versicherten im Krankenhaus Chefarztbehandlung und ein Einzelzimmer ermöglicht. Weitere Leistungen dieser Police sind häufig freie Arzt- und Krankenhauswahl.
  • private Pflegezusatzversicherung: Mit der privaten Pflegezusatzversicherung können Selbständige oder Angestellte die jeweilige Pflegepflichtversicherung ergänzen. Die Zusatzversicherung kann dabei helfen, eine mögliche Finanzierungslücke im Pflegefall zu schließen, denn die gesetzlich garantierten Leistungen reichen in der Regel nicht aus, um alle Pflegekosten zu decken.

Merkmale privater Zusatzversicherungen

Alle Zusatzversicherungen haben gemeinsam, dass der Versicherungsschutz individuell zusammengestellt werden kann. Darüber hinaus sind diese Versicherungen einkommensunabhängig. Das Versicherungsrisiko berechnen die Versicherer üblicherweise anhand von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Vorerkrankungen. Über das Versicherungsrisiko wird schließlich die Höhe der Versicherungsprämie bestimmt. Eine Pflicht zur Aufnahme von Antragstellern in eine private Zusatzversicherung gibt es nicht. Somit können Versicherungsgesellschaften Anträge aufgrund eines zu hohen Risikos ablehnen. Möglich sind ebenso Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse.

Dieses Vorgehen ist wichtig, denn die privaten Versicherungsgesellschaften müssen die vertraglichen Leistungen über die gesamte Versicherungszeit garantieren. Nur durch eine genaue Kalkulation der Beiträge auf der Basis des Versicherungsrisikos wird eine solide Leistung sichergestellt.

Welche Leistungen beinhaltet die private Zusatzpflegeversicherung?

Die größte Leistung der privaten Pflegezusatzversicherung besteht darin, dich im Pflegefall finanziell abzusichern. Abhängig von der Art der Police kannst du die finanziellen Leistungen frei verwenden oder gezielt für die Pflege einsetzen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Leistungen der privaten Zusatzpflegeversicherung:

  • Pflegerente: Wenn du eine Pflegerentenversicherung abschließt, erhältst du im Leistungsfall eine monatliche Rente gezahlt. Die gezahlte Summe kannst du frei einsetzen. So steht es dir frei, eine Pflegeeinrichtung deiner Wahl damit zu bezahlen, unabhängig davon, ob es sich um eine ambulante oder stationäre Pflege handelt.
  • Pflegekostenzuschuss: Nutze eine Pflegekostenversicherung, trägt diese ausschließlich Kosten, die im Zusammenhang mit deiner Pflege entstehen. Damit die Versicherung leistet, benötigt sie entsprechende Nachweise für die erforderlichen Leistungen. Du musst demnach ärztliche Atteste einreichen, damit diese Versicherung zahlt.
  • privates Pflegegeld: Bei einer Pflegetagegeldversicherung kannst du selbst festlegen, wie hoch die Leistung im Pflegefall ausfallen soll. Abhängig von den vertraglich vereinbarten Regelungen wird dir ein Pflegetagegeld gezahlt, wenn du pflegebedürftig wirst.
  • Einmalzahlungen: Abhängig von der gewählten Police kannst du auch Einmalzahlungen vereinbaren. Diese können zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn aufgrund deiner Pflegebedürftigkeit Anschaffungen oder Umbauten vorgenommen werden müssen. Mit Hilfe des Einmalbetrags kannst du die Kosten für diese Anpassungen tragen.

Die Policen können sich in den Leistungsbausteinen unterscheiden. Eine gute Pflegezusatzversicherung lässt sich an bestimmten Leistungen erkennen. Darauf solltest du besonders achten:

  • Leistung in allen Pflegegraden: Wenn du dich für eine private Pflegezusatzversicherung entscheidest, sollte diese in allen Pflegegraden leisten. Denn schon in den kleinen Pflegegraden können so hohe Kosten entstehen, dass das staatliche Pflegegeld nicht ausreicht, um diese zu decken.
  • Leistungen an festgelegte Pflegegrade angepasst: Du solltest darauf achten, dass deine Versicherung Leistungen anhand der vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder von Medicproof ermittelten Pflegegrade erbringt. Sonst besteht die Möglichkeit, dass der Versicherer eigene Gutachter schickt, die zu anderen Ergebnissen kommen können. Das Resultat solcher Policen besteht in Auseinandersetzungen um Versicherungsleistungen.
  • dynamische Beitragsanpassung: Empfehlenswert ist es, wenn sich die Versicherungsprämien an die Inflation anpassen. Diese dynamische Beitragsanpassung stellt sicher, dass die Versicherungsleistungen bei Pflegebedürftigkeit auch der tatsächlichen Kaufkraft entsprechen.
  • weltweiter Versicherungsschutz: Falls du ins Ausland ziehst und dort pflegebedürftig wirst sollte deine Versicherung ebenfalls leisten. Achte deshalb auf eine mindestens europaweite Gültigkeit deiner Police.
  • Leistungen auch für private Pflege: Eine gute Police leistet auch dann, wenn du nicht von einem professionellen Pflegedienst, sondern auch von Angehörigen gepflegt wirst.
  • keine Beitragspflicht bei Leistung: Sinnvoll sind private Zusatzpflegeversicherungen, die auf die Zahlung von Beiträgen verzichten, wenn die Versicherten Leistungen aus der Police beziehen.

Warum eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll sein kann

Eine private Pflegezusatzversicherung ist immer sinnvoll, wenn du im Pflegefall nicht über ausreichende finanzielle Sicherheiten verfügst, um die Differenz der anfallenden Pflegekosten zum staatlichen Pflegegeld selbst zu tragen.

So kann die stationäre Pflege im Pflegegrad 5 3.500 Euro und mehr kosten. Die Höchstsumme des staatlichen Pflegegelds in diesem Pflegegrad liegt bei knapp 2.000 Euro. Es bliebe dann eine Differenz von mindestens 1.500 Euro. Diese Summe müsstest du mit deiner Rente oder eigenem Vermögen aufbringen. In der Regel reicht beides dafür nicht. Deshalb ist eine private Pflegezusatzversicherung immer sinnvoll, da die staatlichen Leistungen nicht zur Deckung aller Kosten ausreichen.

Sinnvoll kann eine Pflegezusatzversicherung übrigens auch schon für Kinder sein. Werden diese zum Beispiel aufgrund eines Unfalls pflegebedürftig, müssen die Eltern die Kostendifferenz tragen. Eine entsprechende Police kann diese Kosten decken.

Sinn ergibt die private Pflegezusatzversicherung auch für die Angehörigen von pflegebedürftigen Eltern. Können die Eltern die Kosten für die Pflege nämlich nicht selbst tragen, müssen die Kinder dafür einspringen. So kann das Sozialgericht auch selbst dann Kinder zur Beteiligung an den Pflegekosten verpflichten, wenn die Kinder keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben. Mit einer Pflegezusatzversicherung kann diese Bürde vermieden werden. Es kann sich für Kinder sogar lohnen, die Kosten für die Pflegeversicherung ihrer Eltern zu übernehmen.

Wann ergibt die private Pflegezusatzversicherung keinen Sinn?

Weniger sinnvoll ist die private Pflegezusatzversicherung, wenn du deine Pflegekosten aufgrund von großem Vermögen oder hohen Rentenbezügen komplett selbst tragen kannst.

Solltest du außerdem nicht sicherstellen können, dass du in der Lage bist, die Beiträge für die Pflegezusatzversicherung auch in höherem Alter zu bezahlen, ist die Police ebenfalls ungeeignet. Solltest du die Beiträge nämlich nicht mehr begleichen können, ist dein Versicherungsschutz in Gefahr. Alle bisher bezahlten Prämien wären wertlos, und das Geld wäre verloren.

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