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Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht: Wichtige Absicherung für Angestellte

Wer eine Festanstellung antritt, denkt erst einmal nicht an eine juristische Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht. Gibt es jedoch eine ungerechtfertigte Kündigung oder andere Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, die nicht gelöst werden können, bleibt oftmals nur noch der juristische Weg als Alternative. Doch Prozesse vor dem Arbeitsgericht können teuer werden. Zudem müssen die Kosten für die erste Instanz auch bei einem Sieg vor Gericht vom Kläger mitgetragen werden. Mit einer Rechtsschutzversicherung, die Arbeitsrecht abdeckt, können sich Arbeitnehmer gegen hohe Kosten absichern. Hier erfährst du, worauf es bei der Arbeitsrechtsschutzversicherung ankommt.

Die wichtigsten Leistungen des Arbeitsrechtsschutzes

Der Arbeitsrechtsschutz ist in der Regel immer Bestandteil einer Privatrechtsschutzversicherung. Die Absicherung im Arbeitsrecht kann somit meist nicht als einzelne Police abgeschlossen werden.

Wer sich für einen Berufsrechtsschutz-Baustein entscheidet, kann diesen als Angestellter, Beamter oder Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes nutzen. Selbständige oder Ärzte müssen spezielle Rechtsschutzversicherungen abschließen.

In den folgenden Fällen kann eine Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht eine Deckungszusage geben:

  • Abmahnungen durch den Arbeitgeber
  • Kündigungen
  • Abfindungsgelder
  • nicht gezahlte Gehälter oder ausbleibendes Weihnachts-/Urlaubsgeld
  • Streitigkeiten rund um das ausgestellte Arbeitszeugnis
  • Nicht-Einhaltung von Jugend- und Mutterschutz
  • Mobbing

Müssen Versicherungsnehmer für einen Rechtsfall aus diesen Bereichen Hilfe suchen, übernimmt die Rechtsschutzversicherung bei Deckungszusage folgende Kosten:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Kosten für Gerichtsvollzieher
  • Zeugengelder
  • Kosten für Gutachter oder Sachverständige
  • Kosten für ein Schlichtungsverfahren
  • bei einer Niederlage vor Gericht die Kosten der Gegenseite

Wenn du in einer Gewerkschaft aktiv bist, kannst du meist deren Berufsrechtsschutzversicherung nutzen.

Darauf solltest du achten, wenn du eine Police für Arbeitsrechtsschutz abschließt

Wenn du eine Rechtsschutzversicherung abschließen willst, die den Baustein Arbeitsrechtsschutz enthält, solltest du diese Punkte besonders beachten:

  • Deckungssumme: Mit dieser Versicherungssumme gibt der Versicherer an, bis zu welcher Höhe er die Kosten bei einem Streitfall übernimmt. Manche Versicherungsgesellschaften bieten sogar eine unbegrenzte Deckungssumme an. Gute Tarife haben eine Deckungssumme von 500.000 Euro.
  • kostenlose Telefonberatung: In manchen Auseinandersetzungen kann ein telefonisches Gespräch bereits ausreichen. Gute Tarife bieten dir die Möglichkeit, mit einem Rechtsberater kostenlos zu telefonieren.
  • freie Wahl des Anwalts: Wenn du deinen Anwalt nicht vom Versicherer gestellt bekommen willst, solltest du auf die freie Anwaltswahl bei der Tarifauswahl achten.
  • Selbstbeteiligung: Die Höhe der Selbstbeteiligung bestimmt maßgeblich, wie teuer deine Rechtsschutzversicherung wird. Empfehlenswert ist es, wenn du eine Selbstbeteiligung wählst, um so Kosten zu sparen. Manche Versicherungen senken übrigens die Selbstbeteiligung, wenn du mehrere Jahre ohne Schadensfall bleibst.
  • Wartezeit: Bei einem Neuabschluss musst du beim Arbeitsrechtsschutz immer mindestens drei Monate warten, bis du die Leistungen voll abrufen kannst. Berücksichtige die Wartezeit bei deinem Versicherungsabschluss. Ist der Fall akut, wird eine Rechtsschutzversicherung nicht sofort leisten.

In diesen Fällen kann die Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht nicht weiterhelfen

  • allgemeine arbeitsrechtliche Beratung: In der Regel zahlen Rechtsschutzversicherungen nur, wenn ein konkreter Fall vorliegt. Allgemeine Beratungen durch einen Anwalt bezahlt der Versicherer nicht. Tarife mit kostenloser telefonischer Beratung können jedoch hier Abhilfe schaffen.
  • die Kündigung wurde nur angedroht: In der Regel muss ein Arbeitgeber die Kündigung bereits ausgesprochen haben, damit ein Anwalt tätig werden kann. Nur wenn ein solcher Fall vorliegt, kann auch die Rechtsschutzversicherung greifen. In der Regel erfolgt dann keine Deckungszusage durch die Versicherungsgesellschaft.
  • Aufhebungsverträge: Manche Versicherungsgesellschaften übernehmen keine Kosten, wenn es um die Ausarbeitung von Verträgen geht. Droht der Arbeitgeber jedoch bei Nicht-Unterzeichnung mit einer Kündigung, kann die Rechtsschutzversicherung die Kosten für einen Anwalt übernehmen.
  • keine Aussicht auf Erfolg: Hat eine Klage keine Aussicht auf Erfolg, kann die Versicherung die Deckungszusage verweigern. Sie muss das aber begründen.
  • Streitigkeiten um allgemeines Dienst- oder Arbeitsrecht: Wenn du von allgemeinen Regelungen im Betrieb betroffen bist, übernimmt die Rechtsschutzversicherung in der Regel keine Kosten für einen Anwalt.
  • Straftaten: Wurde dem Versicherungsnehmer aufgrund einer Straftat fristlos gekündigt, gibt es keinen Rechtsschutz. Allerdings muss der Arbeitgeber die Straftat auch nachweisen können und nicht auf Verdacht kündigen.

Mögliche Kosten eines Rechtsstreits mit dem Arbeitgeber

Die Gerichtskosten und Anwaltskosten werden auch vor dem Arbeitsgericht anhand des Streitwerts ermittelt. Dieser Streitwert ergibt sich meist aus dem Gehalt des Klägers.

Klagst du zum Beispiel auf die Bezahlung von Überstunden, ist die Summe der Stundenlöhne für die Überstunden der Streitwert. Wurde dir gekündigt, beläuft sich der Streitwert in der Regel auf drei Brutto-Monatsgehälter.

Selbst wenn du deinen Fall vor dem Arbeitsgericht in erster Instanz gewinnst, musst du die Kosten für deinen Anwalt selbst tragen. Verlierst du den Fall, musst du auch die Gerichtskosten tragen. Dafür musst du nicht wie in einem Zivilprozess die Gebühren der Gegenseite bei einer Niederlage tragen.

Gibt es einen gerichtlichen Vergleich, entstehen keine Gerichtsgebühren, du musst aber deinem Anwalt eine Zusatzgebühr bezahlen.

Anhand des Online-Rechners, den das Arbeitsgericht Hamm zur Verfügung stellt, können die Kosten für einen Arbeitsgerichtsprozess ermittelt werden.

Ein Beispiel: Du verdienst monatlich 4.000 Euro brutto und erhältst eine Kündigung, gegen die du klagst. Der Streitwert würde dann 12.000 Euro betragen.

  • Gewinnst du den Fall vor dem Arbeitsgericht, musst du deinem Anwalt ungefähr 1.820 Euro überweisen.
  • Schließt du einen Vergleich, erhältst der Anwalt zusätzlich zu den 1.820 Euro eine Gebühr von rund 718 Euro.
  • Verlierst du den Prozess, musst du zu den Anwaltskosten von 1.820 Euro rund 534 Euro an Gerichtskosten bezahlen.

Hast du eine Berufsrechtsschutzversicherung, kann diese die Kosten übernehmen.

Berufsrechtsschutz für Selbständige oder Angestellte?

Arbeitsrechtsschutzversicherungen gibt es sowohl für Angestellte als auch für Selbständige. Bei Angestellten ist der Berufsrechtsschutz immer in Kombination mit anderen Bausteinen der privaten Rechtsschutzversicherung möglich.

Selbständige können auch einzelne Policen für den Berufsrechtsschutz abschließen. Diese Verträge enthalten andere Leistungsbestandteile als die Verträge für Angestellte. Das können zum Beispiel Leistungen sein, die im Zusammenhang mit dem Gewerbe des Selbständigen stehen. Üblicherweise ist die Wahrscheinlichkeit bei Selbständigen höher, dass sie ihren Rechtsschutz benötigen.

Arbeitsrechtsschutz für Selbständige umfasst zum Beispiel die Deckung bei:

  • Sachenrecht
  • Vertragsrecht
  • Steuern
  • Sozialgerichtsrecht

Die Rechtsschutztarife für Selbständige sind meist noch individueller an den Bedarf der Versicherten anpassbar. So kann der Rechtsschutz für Gewerbetreibende auch den Schutz der Angestellten mit einbeziehen.

Benötigst du Hilfe bei der Auswahl des geeigneten Rechtsschutzes für Arbeitsrecht? Dann rufst du uns an und vereinbarst einen persönlichen und unverbindlichen Beratungstermin!

FAQ Arbeitsrechtsschutz:

Wie finde ich die beste Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht?
Wenn du angestellt bist, suchst du am besten nach dem Kombipaket, das deine Lebensbereiche bestmöglich abdeckt. Hast du Familie, solltest du nach einer Familienrechtsschutzversicherung suchen. Selbständige sollten auf einen Versicherungsschutz achten, der bestmöglich an ihr Unternehmen angepasst ist.

Gibt es eine Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht ohne Wartezeit?
Bei der Arbeitsrechtsschutzversicherung gibt es in der Regel immer eine Wartezeit. Sie liegt meist bei drei Monaten.

Ist eine Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht sofort gültig?
Die Versicherung ist mit dem Vertragsabschluss zwar gültig, du musst jedoch für die volle Leistung die Wartezeit berücksichtigen. Kostenlose Telefonberatung ist in manchen Tarifen auch innerhalb der Wartezeit möglich.

Lohnen sich Rechtsschutz-Kombitarife mit Arbeitsrecht?
Wenn du eine umfassende Rechtsschutzversicherung wünschst, sind Kombitarife immer von Vorteil, da sie im Vergleich zum Einzelabschluss deutlich günstiger sind. Angestellte können Arbeitsrechtsschutz ohnehin nur in Kombination mit einer privaten Rechtsschutzversicherung abschließen.
Für Selbständige kann sich jedoch eine einzelne Arbeitsrechtsschutzpolice eher lohnen.

Kann ich die Kosten für die Arbeitsrechtsschutz-Police von der Steuer absetzen?
In der Steuererklärung kannst du die Kosten angeben, die den Baustein Arbeitsrechtsschutz betreffen. Angestellte können diese Kosten als Werbungskosten absetzen. Wichtig ist, dass deine Versicherung dir die einzelnen Kosten deines Kombitarifs genau aufschlüsselt.
Selbständige können die Kosten für die Rechtsschutzversicherung als Betriebsausgaben absetzen.
Hier haben wir einen eigenen Ratgeber für dich erstellt, wie du deine Rechtsschutzversicherung absetzen kannst

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