Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht 2018-12-03T15:52:41+00:00
Home Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht

Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht: Wichtige Absicherung für Angestellte

Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht bei wefox
Lesezeit: 14 min

Wer eine Festanstellung antritt, denkt erst einmal nicht an eine juristische Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht. Gibt es jedoch eine ungerechtfertigte Kündigung oder andere Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, die nicht gelöst werden können, bleibt oftmals nur noch der juristische Weg als Alternative. Doch Prozesse vor dem Arbeitsgericht können teuer werden. Zudem müssen die Kosten für die erste Instanz auch bei einem Sieg vor Gericht vom Kläger mitgetragen werden. Mit einer Rechtsschutzversicherung, die Arbeitsrecht abdeckt, können sich Arbeitnehmer gegen hohe Kosten absichern. Hier erfahren Sie, worauf es bei der Arbeitsrechtsschutzversicherung ankommt.

Die wichtigsten Leistungen des Arbeitsrechtsschutzes

Der Arbeitsrechtsschutz ist in der Regel immer Bestandteil einer Privatrechtsschutzversicherung. Die Absicherung im Arbeitsrecht kann somit meist nicht als einzelne Police abgeschlossen werden.

Wer sich für einen Berufsrechtsschutz-Baustein entscheidet, kann diesen als Angestellter, Beamter oder Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes nutzen. Selbständige oder Ärzte müssen spezielle Rechtsschutzversicherungen abschließen.

In den folgenden Fällen kann eine Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht eine Deckungszusage geben:

  • Abmahnungen durch den Arbeitgeber
  • Kündigungen
  • Abfindungsgelder
  • nicht gezahlte Gehälter oder ausbleibendes Weihnachts-/Urlaubsgeld
  • Streitigkeiten rund um das ausgestellte Arbeitszeugnis
  • Nicht-Einhaltung von Jugend- und Mutterschutz
  • Mobbing

Müssen Versicherungsnehmer für einen Rechtsfall aus diesen Bereichen Hilfe suchen, übernimmt die Rechtsschutzversicherung bei Deckungszusage folgende Kosten:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Kosten für Gerichtsvollzieher
  • Zeugengelder
  • Kosten für Gutachter oder Sachverständige
  • Kosten für ein Schlichtungsverfahren
  • bei einer Niederlage vor Gericht die Kosten der Gegenseite

Wenn Sie in einer Gewerkschaft aktiv sind, können Sie meist deren Berufsrechtsschutzversicherung nutzen.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie eine Police für Arbeitsrechtsschutz abschließen

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen wollen, die den Baustein Arbeitsrechtsschutz enthält, sollten Sie diese Punkte besonders beachten:

  • Deckungssumme: Mit dieser Versicherungssumme gibt der Versicherer an, bis zu welcher Höhe er die Kosten bei einem Streitfall übernimmt. Manche Versicherungsgesellschaften bieten sogar eine unbegrenzte Deckungssumme an. Gute Tarife haben eine Deckungssumme von 500.000 Euro.
  • kostenlose Telefonberatung: In manchen Auseinandersetzungen kann ein telefonisches Gespräch bereits ausreichen. Gute Tarife bieten Ihnen die Möglichkeit, mit einem Rechtsberater kostenlos zu telefonieren.
  • freie Wahl des Anwalts: Wenn Sie Ihren Anwalt nicht vom Versicherer gestellt bekommen wollen, sollten Sie auf die freie Anwaltswahl bei der Tarifauswahl achten.
  • Selbstbeteiligung: Die Höhe der Selbstbeteiligung bestimmt maßgeblich, wie teuer Ihre Rechtsschutzversicherung wird. Empfehlenswert ist es, wenn Sie eine Selbstbeteiligung wählen, um so Kosten zu sparen. Manche Versicherungen senken übrigens die Selbstbeteiligung, wenn Sie mehrere Jahre ohne Schadensfall bleiben.
  • Wartezeit: Bei einem Neuabschluss müssen Sie beim Arbeitsrechtsschutz immer mindestens drei Monate warten, bis Sie die Leistungen voll abrufen können. Berücksichtigen Sie die Wartezeit bei Ihrem Versicherungsabschluss. Ist der Fall akut, wird eine Rechtsschutzversicherung nicht sofort leisten.

In diesen Fällen kann die Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht nicht weiterhelfen

  • allgemeine arbeitsrechtliche Beratung: In der Regel zahlen Rechtsschutzversicherungen nur, wenn ein konkreter Fall vorliegt. Allgemeine Beratungen durch einen Anwalt bezahlt der Versicherer nicht. Tarife mit kostenloser telefonischer Beratung können jedoch hier Abhilfe schaffen.
  • die Kündigung wurde nur angedroht: In der Regel muss ein Arbeitgeber die Kündigung bereits ausgesprochen haben, damit ein Anwalt tätig werden kann. Nur wenn ein solcher Fall vorliegt, kann auch die Rechtsschutzversicherung greifen. In der Regel erfolgt dann keine Deckungszusage durch die Versicherungsgesellschaft.
  • Aufhebungsverträge: Manche Versicherungsgesellschaften übernehmen keine Kosten, wenn es um die Ausarbeitung von Verträgen geht. Droht der Arbeitgeber jedoch bei Nicht-Unterzeichnung mit einer Kündigung, kann die Rechtsschutzversicherung die Kosten für einen Anwalt übernehmen.
  • keine Aussicht auf Erfolg: Hat eine Klage keine Aussicht auf Erfolg, kann die Versicherung die Deckungszusage verweigern. Sie muss das aber begründen.
  • Streitigkeiten um allgemeines Dienst- oder Arbeitsrecht: Wenn Sie von allgemeinen Regelungen im Betrieb betroffen sind, übernimmt die Rechtsschutzversicherung in der Regel keine Kosten für einen Anwalt.
  • Straftaten: Wurde dem Versicherungsnehmer aufgrund einer Straftat fristlos gekündigt, gibt es keinen Rechtsschutz. Allerdings muss der Arbeitgeber die Straftat auch nachweisen können und nicht auf Verdacht kündigen.

Mögliche Kosten eines Rechtsstreits mit dem Arbeitgeber

Die Gerichtskosten und Anwaltskosten werden auch vor dem Arbeitsgericht anhand des Streitwerts ermittelt. Dieser Streitwert ergibt sich meist aus dem Gehalt des Klägers.

Klagen Sie zum Beispiel auf die Bezahlung von Überstunden, ist die Summe der Stundenlöhne für die Überstunden der Streitwert. Wurde Ihnen gekündigt, beläuft sich der Streitwert in der Regel auf drei Brutto-Monatsgehälter.

Selbst wenn Sie Ihren Fall vor dem Arbeitsgericht in erster Instanz gewinnen, müssen Sie die Kosten für Ihren Anwalt selbst tragen. Verlieren Sie den Fall, müssen Sie auch die Gerichtskosten tragen. Dafür müssen Sie nicht wie in einem Zivilprozess die Gebühren der Gegenseite bei einer Niederlage tragen.

Gibt es einen gerichtlichen Vergleich, entstehen keine Gerichtsgebühren, Sie müssen aber Ihrem Anwalt eine Zusatzgebühr bezahlen.

Anhand des Online-Rechners, den das Arbeitsgericht Hamm zur Verfügung stellt, können die Kosten für einen Arbeitsgerichtsprozess ermittelt werden.

Ein Beispiel: Sie verdienen monatlich 4.000 Euro brutto und erhalten eine Kündigung, gegen die Sie klagen. Der Streitwert würde dann 12.000 Euro betragen.

  • Gewinnen Sie den Fall vor dem Arbeitsgericht, müssen Sie Ihrem Anwalt ungefähr 1.820 Euro überweisen.
  • Schließen Sie einen Vergleich, erhält der Anwalt zusätzlich zu den 1.820 Euro eine Gebühr von rund 718 Euro.
  • Verlieren Sie den Prozess, müssen Sie zu den Anwaltskosten von 1.820 Euro rund 534 Euro an Gerichtskosten bezahlen.

Haben Sie eine Berufsrechtsschutzversicherung, kann diese die Kosten übernehmen.

Berufsrechtsschutz für Selbständige oder Angestellte?

Arbeitsrechtsschutzversicherungen gibt es sowohl für Angestellte als auch für Selbständige. Bei Angestellten ist der Berufsrechtsschutz immer in Kombination mit anderen Bausteinen der privaten Rechtsschutzversicherung möglich.

Selbständige können auch einzelne Policen für den Berufsrechtsschutz abschließen. Diese Verträge enthalten andere Leistungsbestandteile als die Verträge für Angestellte. Das können zum Beispiel Leistungen sein, die im Zusammenhang mit dem Gewerbe des Selbständigen stehen. Üblicherweise ist die Wahrscheinlichkeit bei Selbständigen höher, dass sie ihren Rechtsschutz benötigen.

Arbeitsrechtsschutz für Selbständige umfasst zum Beispiel die Deckung bei:

  • Sachenrecht
  • Vertragsrecht
  • Steuern
  • Sozialgerichtsrecht

Die Rechtsschutztarife für Selbständige sind meist noch individueller an den Bedarf der Versicherten anpassbar. So kann der Rechtsschutz für Gewerbetreibende auch den Schutz der Angestellten mit einbeziehen.

Benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl des geeigneten Rechtsschutzes für Arbeitsrecht? Dann rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen persönlichen und unverbindlichen Beratungstermin!

FAQ Arbeitsrechtsschutz:

Wie finde ich die beste Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht?
Wenn Sie angestellt sind, suchen Sie am besten nach dem Kombipaket, das Ihre Lebensbereiche bestmöglich abdeckt. Haben Sie Familie, sollten Sie nach einer Familienrechtsschutzversicherung suchen. Selbständige sollten auf einen Versicherungsschutz achten, der bestmöglich an ihr Unternehmen angepasst ist.

Gibt es eine Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht ohne Wartezeit?
Bei der Arbeitsrechtsschutzversicherung gibt es in der Regel immer eine Wartezeit. Sie liegt meist bei drei Monaten.

Ist eine Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht sofort gültig?
Die Versicherung ist mit dem Vertragsabschluss zwar gültig, Sie müssen jedoch für die volle Leistung die Wartezeit berücksichtigen. Kostenlose Telefonberatung ist in manchen Tarifen auch innerhalb der Wartezeit möglich.

Lohnen sich Rechtsschutz-Kombitarife mit Arbeitsrecht?
Wenn Sie eine umfassende Rechtsschutzversicherung wünschen, sind Kombitarife immer von Vorteil, da sie im Vergleich zum Einzelabschluss deutlich günstiger sind. Angestellte können Arbeitsrechtsschutz ohnehin nur in Kombination mit einer privaten Rechtsschutzversicherung abschließen.
Für Selbständige kann sich jedoch eine einzelne Arbeitsrechtsschutzpolice eher lohnen.

Kann ich die Kosten für die Arbeitsrechtsschutz-Police von der Steuer absetzen?
In der Steuererklärung können Sie die Kosten angeben, die den Baustein Arbeitsrechtsschutz betreffen. Angestellte können diese Kosten als Werbungskosten absetzen. Wichtig ist, dass Ihre Versicherung Ihnen die einzelnen Kosten Ihres Kombitarifs genau aufschlüsselt.
Selbständige können die Kosten für die Rechtsschutzversicherung als Betriebsausgaben absetzen.
Hier haben wir einen eigenen Ratgeber für Sie erstellt, wie Sie Ihre Rechtsschutzversicherung absetzen können.

Jetzt individuell beraten lassen!

Mehr erfahren

War dieser Artikel Hilfreich? NienJa