Rechtsschutzversicherung im Beruf – Absicherung bei Konflikten mit dem Arbeitgeber

Arbeitnehmer sind in Deutschland zwar durch verschiedene Rechte geschützt, doch können Konflikte mit dem Arbeitgeber zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen. Eine Rechtsschutzversicherung für den Beruf kann dich vor hohen Kosten für Anwalt und Gericht bewahren und dir die Möglichkeit geben, Firmen und Unternehmen bei einem Rechtsstreit auf Augenhöhe zu begegnen. Dieser Ratgeber informiert dich rund um die Berufsrechtsschutzversicherung.

In diesen Fällen kann Arbeitsrechtsschutz greifen

Zu den häufigsten juristischen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gehört der Streit um vermeintlich unberechtigte Kündigungen sowie um Gehälter. Laut der „Statistik zur Arbeitsgerichtsbarkeit 2017“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gehören Kündigungen im Jahr 2017 mit knapp 181.000 Verfahren zu den häufigsten Streitfällen vor Arbeitsgerichten, gefolgt von fast 134.000 Verfahren aufgrund von Zahlungsklagen. Insgesamt bearbeiteten Arbeitsgerichte in Deutschland 2017 laut den Zahlen des BMAS über 436.000 Klagen.

Zu den weiteren möglichen Streitfällen gehören allgemein:

  • Eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer ist unzufrieden mit dem ausgestellten Arbeitszeugnis, die Geschäftsführung möchte aber keine Änderungen vornehmen.
  • Es gibt Klauseln im Arbeitsvertrag, weshalb Arbeitnehmer die Unterzeichnung ablehnen und deshalb eine Kündigung oder Nicht-Einstellung droht.
  • Es gibt Streit um Urlaubsanspruch, den der Chef verweigert.
  • Bereits geleistete Überstunden werden nicht vergütet oder mit Freizeit vergolten.
  • Ärzte oder Rechtsanwälte haben gegenüber dem Arbeitgeber die Schweigepflicht verletzt, zum Beispiel bei Krankheiten oder Rechtsangelegenheiten.

In all diesen konkreten Anwendungsfällen kann eine Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht die Deckung für Anwalts- oder Gerichtskosten sowie Kosten für Zeugen, Sachverständige oder Gutachter übernehmen.

Bei rechtlichen Auseinandersetzungen vor dem Arbeitsgericht müssen die gegnerischen Parteien unabhängig vom Ausgang des Verfahrens in der ersten Instanz die Anwaltskosten selbst tragen. Umso wichtiger ist deshalb die Absicherung mit einer Rechtsschutzpolice.

Die Kosten für die Berufsrechtsschutzversicherung kannst du von der Steuer als Werbungskosten absetzen. Da der Baustein „Arbeitsrecht“ in der Regel nur in Form von Kombipaketen abgeschlossen werden kann, muss für die Steuererklärung der genaue Kostenanteil für den Berufsrechtsschutz ermittelt werden. In der Regel weist dein Versicherer ohnehin in der Jahresrechnung genau aus, welche Kosten für welchen Baustein angefallen sind.
Werbungskosten trägst du in Anlage N deiner Steuererklärung ein.
Nutze als Selbständige oder Selbständiger einen Firmenrechtsschutz, werden diese Kosten als Betriebskosten steuerlich geltend gemacht.

Bei Arbeitsrechtsschutz Wartezeit beachten

Wenn du eine Rechtsschutzversicherung für den Beruf nutzen willst, musst du in der Regel immer eine Wartezeit berücksichtigen. Diese beträgt meist drei Monate. Dein Berufsrechtsschutz greift demnach nicht sofort, nachdem du die Police abgeschlossen hast, sondern erst nach Ablauf einer festgelegten Zeitspanne. Damit wollen Versicherungsunternehmen vermeiden, dass Verbraucher erst nach Eintritt eines Schadensereignisses eine Police abschließen. Durch die Wartezeit wird garantiert, dass die Versicherten erst ein paar Monate in den Tarif einzahlen, bevor sie Leistungen beziehen können.

Tritt ein Rechtsschutzfall innerhalb der Wartezeit auf, erhältst du keine Deckung durch den Versicherer. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich mit dem Beginn einer neuen Arbeit um eine Berufsrechtsschutzversicherung zu kümmern. Das gilt auch für Berufseinsteiger. Gerne helfen dir unsere Experten bei der Auswahl einer passenden Police. Vereinbare dazu einfach einen unverbindlichen Beratungstermin!

Was kann ein Rechtsstreit im Arbeitsrecht kosten?

Wie viel Verbraucher bei einer Klage für Anwalt und Gericht bezahlen müssen, wird in der Regel über den Streitwert bestimmt. Kommt es zum Beispiel zu einer Kündigungsklage, werden in der Regel drei Brutto-Monatsgehälter als Streitwert festgelegt.
Verdienst du 2.500 Euro brutto pro Monat, liegt der Streitwert demnach bei 7.500 Euro. Willst du deine Überstunden vom Chef bezahlt bekommen, beträgt der Streitwert exakt den Gegenwert deiner geleisteten Arbeitszeit.

Bei einem Streitwert von rund 9.000 Euro musst du rund 1.500 Euro für deinen Anwalt bezahlen, selbst wenn du in der ersten Instanz gewinnen. Würdest du den Prozess vor dem Arbeitsgericht verlieren, müsstest du zusätzlich noch rund 450 Euro an Gerichtskosten tragen. Und wenn du mit deinem Arbeitgeber einen Vergleich vor Gericht schließt, kann dein Anwalt eine zusätzliche Gebühr erheben, wodurch sich deine Anwaltskosten auf über 2.000 Euro erhöhen könnten.

All diese Kosten kann eine Rechtsschutzversicherung übernehmen.

Berufsrechtsschutz meist nur als Kombitarif erhältlich

Viele Versicherer bieten Arbeitsrechtsschutz für Angestellte nur in Kombination mit dem Baustein Privatrechtsschutz an. Meist lohnt es sich, aus Kostengründen ein umfangreiches Rechtsschutzpaket abzuschließen, das auch die Komponente Verkehrsrechtsschutz enthält.

Brauchst du Hilfe bei der Tarifwahl für den Arbeitsrechtsschutz? Dann nutze die Expertise unserer Berater und vereinbare hier einen unverbindlichen Termin!

Spezielle Tarife für Selbständige

Wenn du selbständig und/oder Unternehmer bist, ist eine herkömmliche Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht nicht sinnvoll. Diesen Baustein benötigst du für deinen Rechtsschutz nicht.
Falls du nach einer Absicherung für Rechtsstreitigkeiten mit Mitarbeitern oder Rechtskonflikten rund um deine Firma, Ihre Firmenwagen oder Firmenimmobilien suchst, benötigst du eine Rechtsschutzversicherung für Unternehmer oder Selbständige.

Um Geld zu sparen, kannst du diese Policen mit einer Privatrechtsschutzversicherung kombinieren. Gerne zeigen dir unsere Berater, welche Möglichkeiten du als Selbständiger im Rechtsschutzbereich hast.

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