Rechtsschutzversicherung Kosten 2018-12-03T16:07:47+00:00

Rechtsschutzversicherung: Kosten und Kostenübernahme

Kosten in der Rechtsschutzversicherung
Lesezeit: 15 min

Eine Rechtsschutzversicherung kann Sie vor einer hohen finanziellen Belastung bei Rechtsstreitigkeiten oder außergerichtlichen Auseinandersetzungen bewahren. Doch wie viel kostet der Rechtsschutz überhaupt? Und welche Kosten übernimmt die Rechtsschutzversicherung? Hier haben wir alle wichtigen Informationen rund um das Thema „Rechtsschutzversicherung Kosten“ für Sie zusammengestellt.

Welche Leistungen sind mit den Kosten für die Rechtsschutzversicherung abgedeckt?

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen, kann sie folgende Kosten übernehmen:

  • Anwaltskosten: Dabei handelt sich um Anwaltshonorare, die Sie an Ihren Anwalt für seine Leistungen bezahlen müssen. Nach der Deckungszusage trägt die Rechtsschutzversicherung dessen Kosten abzüglich einer möglichen Selbstbeteiligung.
  • Gerichtskosten: Kommt Ihr Streitfall vor Gericht, übernimmt der Rechtsschutz die Kosten, die für die Verhandlung anfallen.
  • Zeugengelder: Müssen Zeugen im Gerichtsverfahren eine Aufwandsentschädigung erhalten, kann die Rechtsschutzversicherung diese übernehmen.
  • Honorare für Gutachter und Sachverständige: In Gerichtsverfahren kann der Richter Belege für Ihre Position fordern. Hierfür müssen häufig Gutachter oder Sachverständige eingesetzt werden. Je nach Umfang der Gutachten können schnell vierstellige Beträge anfallen. Der Rechtsschutz trägt diese Kosten für Sie.
  • Kosten für Gegner der juristischen Auseinandersetzung: Sollten Sie Ihren Prozess verlieren, müssen Sie die gesamten Gerichtskosten tragen, also meist auch den Anteil Ihres Gegners. Ihre Versicherung kann Sie hier vor hohen Kosten schützen.
  • Kosten für Gerichtsvollzieher: Nutzen Sie zum Beispiel Ihre Firmenrechtsschutzversicherung, um gegen einen säumigen Kunden zu klagen, bezahlt Ihre Versicherung den Gerichtsvollzieher.
  • Kautionen bei Strafsachen: Wird bei einem Strafprozess eine Kaution erhoben, kann die Versicherung diese stellen.
  • Kosten für Übersetzer: Handelt es sich um einen Rechtsstreit im Ausland und hat die Versicherung eine Deckungszusage gegeben, übernimmt sie auch die Kosten für die Übersetzung von notwendigen Dokumenten.
  • Kosten für Mediation: Wenn für die außergerichtliche Einigung Anwälte eingeschaltet werden, bezahlt die Rechtsschutzversicherung auch deren Kosten.
  • Kosten für anwaltliche Beratung: Viele Rechtsschutzversicherer bieten ihren Versicherten eine telefonische anwaltliche Beratung an. Die Hotline ist in der Regel kostenlos, da die Versicherer diese Kosten übernehmen.

Welche Gebühren, Honorare oder andere Beträge von Ihrem Versicherer bezahlt werden, hängt vom Leistungsumfang und der Art Ihrer Rechtsschutzpolice ab.

Leistungsausschlüsse beachten

Rechtsschutzversicherungen übernehmen nie die komplette Deckung für alle Arten von rechtlichen Auseinandersetzungen. Wichtig ist deshalb, dass Sie im Schadensfall genau auf Leistungsausschlüsse achten. Welche Leistungen Ihre Versicherungsgesellschaft vertraglich ausschließt, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Zu den gängigen Leistungsausschlüssen gehören:

  • Straftaten mit Vorsatz
  • Rechtsstreitigkeiten mit der eigenen Rechtsschutzversicherung
  • Klageprozesse in höchster Instanz, zum Beispiel vor dem Verfassungsgericht
  • Klagen bei Baumaßnahmen
  • Klagen im Bereich Urheber- oder Markenrecht
  • Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem eigenen Gewerbe

Kosten für die Rechtsschutzversicherung kalkulieren

Wie teuer eine Rechtsschutzversicherung ist, hängt vom Anbieter, den gewählten Bausteinen sowie der gewählten Selbstbeteiligung ab.

Günstige Pauschaltarife für Privatpersonen gibt es schon für weniger als 20 Euro pro Monat. Einzelne Bausteine können schon für weniger als 10 Euro pro Monat genutzt werden. Allerdings ist an dieser Stelle keine pauschale Aussage zu den tatsächlichen Kosten für Ihren Rechtsschutz möglich.

Nutzen Sie deshalb am besten das Knowhow unserer Versicherungsexperten. Diese finden für Sie durch einen ausführlichen Rechtsschutzversicherungs-Vergleich die beste Police, die mit Preis und Leistung zu Ihren Anforderungen passt.

So können Sie die Kosten für die Rechtsschutzversicherung senken

  • Vergleichen Sie verschiedene Versicherungsanbieter: Allein durch den Rechtsschutzversicherungs-Vergleich finden Sie den günstigsten Tarif bei gleicher Leistung.
  • Erhöhen Sie die Selbstbeteiligung: Indem Sie die Selbstbeteiligung anheben, können Sie die Höhe der monatlichen oder jährlichen Versicherungsprämie senken. Eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbehalt ist immer die teuerste Variante.
  • Verzichten Sie auf nicht benötigte Leistungsbausteine: Prüfen Sie, ob der gewählte Versicherungsschutz auch wirklich zu Ihrem Bedarf passt. Eventuell können Sie Kosten sparen, wenn Sie nicht benötigte Bausteine kündigen oder gar nicht erst auswählen.
  • Nutzen Sie Familientarife: Rechtsschutzversicherungen können Sie für die ganze Familie abschließen. Damit sind alle Familienmitglieder mit nur einem Beitrag geschützt. Im Vergleich zu einzelnen Policen für jedes Familienmitglied können Sie Kosten sparen.
  • Nutzen Sie Kombitarife: Wenn Sie bei einem Versicherer mehrere Rechtsschutzversicherungen kombinieren, können Sie die Kosten im Vergleich zu einzelnen Rechtsschutzversicherungen senken.

Kostenentwicklung der Rechtsschutzversicherung in den letzten Jahren

Trotz kontinuierlich steigender Zahl an Policen haben sich die Kosten für Rechtsschutz nach oben entwickelt. Dafür gibt es verschiedene Begründungen. Zum einen haben sich in den letzten Jahren die Anwaltshonorare erhöht und zum anderen sind die Gerichtskosten bei Schadensfällen gestiegen. Diese höheren Ausgaben müssen die Versicherungsgesellschaften mit höheren Prämien kompensieren, um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können. Einen möglichen Grund für den Anstieg der Rechtsschutzkosten sehen Experten auch im VW-Abgasskandal, da viele Kunden des Wolfsburger Autokonzerns klagen und für die Deckung der Anwalts- und Gerichtskosten ihren Rechtsschutz bemühen.

Kostenübernahme erst nach Deckungszusage
Damit Ihre Rechtsschutzversicherung Ihre Gerichts- oder Anwaltskosten übernehmen kann, benötigen Sie unbedingt eine Deckungszusage. Erst wenn der Versicherer zugesagt hat, dass er die Kosten für Ihren Fall übernehmen wird, sollten Sie sich einen Rechtsbeistand suchen.

Bevor die Versicherungsgesellschaft eine Deckungszusage gibt, wird Ihr Anliegen geprüft. Dabei greifen folgende Aspekte:

  • Handelt es sich um einen Sachverhalt, der überhaupt von den versicherten Rechtsgebieten Ihres Rechtsschutzes abgedeckt wird? So kann eine Deckungszusage zum Beispiel abgelehnt werden, wenn Sie ein arbeitsrechtliches Problem haben, Ihre Police den Baustein „Berufsrechtsschutz“ aber nicht enthält.
  • Betrifft Ihr Fall einen Leistungs- bzw. Risikoausschluss? In diesem Artikel haben wir bereits einige Fälle gezeigt, in welchen die Versicherer Deckungsanfragen ablehnen können.
  • Sind Sie noch in der Wartezeit? Solange die Wartezeit Ihrer Rechtsschutzversicherung noch nicht vorbei ist, wird in den meisten Fällen keine Versicherung eine Deckungszusage geben. Eine Ausnahme bildet dabei der Verkehrsrechtsschutz, wo es in der Regel eine Sofortdeckung nach Vertragsabschluss gibt.
  • Besteht in Ihrem Fall Aussicht auf Erfolg? Da Versicherungsgesellschaften die Deckung bei einer Zusage garantieren müssen und diese nicht mehr zurückziehen können, wird im Vorfeld eingeschätzt, wie gut die Erfolgsaussichten sind. Sollte die Versicherung zu dem Schluss kommen, dass keine Aussicht auf Erfolg besteht, kann sie die Deckungszusage in begründeter Form ablehnen.

FAQ: Rechtsschutzversicherung und Kosten

Was muss in einem Schreiben an die Rechtsschutzversicherung zur Kostenübernahme stehen?
In der Regel müssen Sie das Schreiben für die Deckungszusage bei anwaltlicher Unterstützung nicht selbst aufsetzen. So können Sie zum Beispiel die in den meisten Verträgen kostenlose Erstberatung nutzen. Dann kann Ihr Anwalt der Versicherung den Fall in einem Schreiben kurz skizzieren und damit um Deckungszusage bitten. Das Schreiben sollte neben dieser Skizzierung auch Ihre Versicherungsnummer sowie Ihren Namen und Ihre Anschrift enthalten.

Was kann ich tun, wenn meine Rechtsschutzversicherung Kosten nicht übernimmt?
Übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten nicht, müssen Sie diese aus eigener Tasche bezahlen. Sollten Sie Arbeitslosengeld II beziehen oder sonst mittellos sein, gibt es die Möglichkeit, sich einen Beratungshilfeschein beim zuständigen Amtsgericht Ihres Wohnsitzes zu holen. Für die Bescheinigung ist lediglich eine Gebühr von 10 Euro fällig. Im Rahmen der Beratungshilfe können lediglich Kosten für die außergerichtliche Regelung von Streitfällen übernommen werden.

Übernimmt die Rechtsschutzversicherung Kosten bei einem verlorenen Prozess?
Solange Sie als Versicherter eine Deckungszusage für Ihren Rechtsstreit erhalten haben, wird die Rechtsschutzversicherung auch bei einem verlorenen Prozess die Kosten übernehmen.

Wann übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten?
Die Anwaltskosten werden übernommen, sobald eine Deckungszusage vorliegt und Ihr Fall nicht bestimmte Risikoausschlüsse betrifft.

Was kann ich tun, wenn die Versicherung eine Deckungszusage für die Kostenübernahme ablehnt?
Wenn eine Versicherungsgesellschaft eine Deckungsanfrage ablehnt, können Sie zunächst eine genaue Erläuterung der Gründe anfordern. Sollte die Versicherung im Gespräch weiterhin bei der Ablehnung bleiben, gibt es abhängig vom Vertrag die Möglichkeit des Stichentscheids. In diesem Fall prüft ein Anwalt Ihren Fall und begründet, warum er möglicherweise Erfolgsaussichten in Ihrem Rechtsstreit sieht oder nicht. Ist ein Stichentscheid gefallen, müssen Sie oder Ihr Versicherer sich an die Entscheidung halten.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Schiedsgutachten, das von einem Gutachter der Rechtsanwaltskammer erstellt wird. Bestätigt der Gutachter die Ablehnung der Versicherung, müssen Sie die Kosten für das Gutachten tragen. Ist die Ablehnung der Deckungszusage laut Urteil des Gutachters nicht gerechtfertigt, muss die Versicherung Ihnen eine Deckungszusage geben und die Gutachterkosten tragen.
Eine dritte Möglichkeit des Widerspruchs gibt es mit dem Versicherungsombudsmann. Er prüft die Ablehnung der Deckungszusage. Sieht er diese als ungerechtfertigt an, muss die Versicherung Ihren Fall bis zu einem Beschwerdewert von 10.000 Euro übernehmen.

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