Rechtsschutzversicherung Kündigt 2018-12-03T17:11:48+00:00
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Die Rechtsschutzversicherung kündigt –
was tun?

Rechtsschutzversicherung kündigt - Ratgeber wefox
Lesezeit: 12 min

Nicht nur Versicherungsnehmer können ihre Rechtsschutzversicherung kündigen, sondern auch der Versicherer. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass die Rechtsschutzversicherung kündigt? In diesem Ratgeber haben wir Ihnen alle Informationen dazu gesammelt und geben Ihnen Tipps, was Sie nach einer Kündigung tun können.

Wann kann Ihre Rechtsschutzversicherung kündigen?

Ebenso wie Sie kann auch Ihr Rechtsschutzversicherer den bestehenden Vertrag kündigen. Der Versicherer hat demnach das Recht zur ordentlichen und außerordentlichen Kündigung. Eine Kündigung muss gemäß der allgemeinen Versicherungsbedingungen für Rechtsschutzversicherungen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) in Textform per Mail oder Brief erfolgen. Diese Varianten gibt es:

  • Rechtsschutzversicherung kündigt ordentlich: Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abgeschlossen, verlängert sich der Vertrag in der Regel automatisch um ein Jahr, wenn nicht gekündigt wird. Allerdings kann die Versicherung den Vertrag spätestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit ohne Angaben von Gründen ordentlich kündigen. Hat der Vertrag eine Vertragslaufzeit von mehr als drei Jahren, kann der Versicherer die Police zum Ablauf des dritten Jahres sowie zu jedem Folgejahr ordentlich kündigen.
  • außerordentliche Kündigung: Wenn Ihre Rechtsschutzversicherung innerhalb von zwölf Monaten zwei vertraglich zugesicherte Schadensfälle für Sie reguliert, kann sie den Vertrag außerordentlich kündigen. Eine Begründung ist nicht erforderlich. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats erfolgen, nachdem die Versicherung die Leistungsübernahme bestätigt hat.
  • fristlose Kündigung: Wenn Sie Ihre Versicherungsbeiträge auch nach Zahlungsaufforderung nicht bezahlen, kann es sein, dass die Rechtsschutzversicherung kündigt. Voraussetzung für diese fristlose Kündigung ist, dass die Versicherung Sie zur Zahlung aufgefordert und eine Zahlungsfrist gesetzt hat. Darüber hinaus muss die Versicherung auf die Möglichkeit der fristlosen Kündigung nach Zahlungsaufforderung hingewiesen haben. Nach Ablauf der Zahlungsfrist besteht kein Versicherungsschutz mehr.

Wenn eine Rechtsschutzversicherung kündigt, weil Sie trotz Zahlungsaufforderung keine Beiträge bezahlt haben, können Sie die Kündigung in der Regel aufheben, indem Sie den angemahnten Betrag innerhalb eines Monats bezahlen.

Rücktritt von der Versicherung

Eine Rechtsschutzversicherung kann auch vom Vertrag zurücktreten. Das ist möglich, wenn Sie den ersten Beitrag nach Vertragsabschluss nicht fristgerecht bezahlen. Der Rücktritt vom Versicherungsschutz kann noch angefochten werden, wenn Sie nachweisen können, dass Sie nicht für die verspätete Zahlung der Prämie verantwortlich sind.

Die Rechtsschutzversicherung kündigt mir: Ist der aktuelle Fall dann noch versichert?

Wenn die Rechtsschutzversicherung kündigt, sind aktuelle Schadensregulierungen in der Regel nicht davon betroffen. Hat der Versicherer eine Deckungszusage gegeben, ist er zur Übernahme der vertraglich vereinbarten Kosten verpflichtet. Diese Regelung gilt aber nur für Alt-Fälle. Denn wenn der Versicherer Ihnen das Kündigungsschreiben geschickt hat, sind Sie vier Wochen nach Erhalt nicht mehr versichert.

Das können Sie tun, wenn Ihr Versicherer den Vertrag kündigt

Wenn Ihr Versicherer die Police ordentlich kündigt und kein besonderer Grund vorliegt, bleibt Ihnen nur übrig, sich eine neue Rechtsschutzversicherung zu suchen.

Für weitere Fälle gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Vertragssanierung: Hat der Versicherer eine außerordentliche Kündigung aufgrund von zwei Leistungsfällen innerhalb von zwölf Monaten ausgesprochen, können Sie versuchen, eine sogenannte „Vertragssanierung“ durchführen zu lassen. In diesem Fall bleiben Sie bei dieser Versicherung, doch die Konditionen Ihres Vertrags werden angepasst. Eine Vertragssanierung kann zum Beispiel in Form einer Beitragserhöhung, einer Erhöhung der Selbstbeteiligung oder Leistungsausschlüssen erfolgen.
  • Eigene Kündigung: Wenn die Rechtsschutzversicherung kündigt, sollten Versicherungsnehmer den Anbieter bitten, die Kündigung zurückzunehmen, damit Sie selbst kündigen können. Dadurch vermeiden die Versicherten, dass sie bei einem erneuten Versicherungsabschluss Nachteile haben. Denn die Versicherungsgesellschaften schauen vor der Annahme eines Versicherungsantrags in der Wagnisdatei HIS nach. Dort werden u.a. Kündigungen eingetragen. Finden Versicherungsunternehmen dort, dass im Vorfeld eine Rechtsschutzversicherung durch den Versicherer gekündigt wurde, können sie einen Versicherungsantrag ablehnen oder höhere Prämien fordern. Indem ursprünglich gekündigte Versicherungsnehmer selbst kündigen, können sie diese Nachteile umgehen.

Wenn Ihnen die alte Rechtsschutzversicherung gekündigt hat, sollten Sie das auf Rückfrage bei einem neuen Versicherungsantrag nicht verschweigen. Stellt die neue Versicherung nämlich fest, dass Sie bewusst falsche Angaben gemacht haben, kann sie den Antrag sofort ablehnen.

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