Rechtsschutzversicherung Notwendig 2018-12-03T17:22:14+00:00
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Ist eine Rechtsschutzversicherung
notwendig?

Ist die Rechtsschutzversicherung notwendig – Antworten von wefox
Lesezeit: 13 min

Eine Rechtsschutzversicherung kann Ihnen dabei helfen Ihre rechtlichen Ansprüche durchzusetzen. Grundsätzlich ist ein entsprechender Versicherungsschutz durchaus sinnvoll. Doch welche Rechtsschutzversicherung notwendig ist, muss jeder für sich entscheiden. In diesem Ratgeber haben wir umfangreiche Informationen zusammengestellt, die Ihnen bei der Entscheidung weiterhelfen können.

Warum eine Rechtsschutzversicherung Sinn ergibt

Wie andere Versicherungen auch kann Sie eine Rechtsschutzversicherung im Schadensfall vor höheren Kosten schützen. Abhängig von den gewählten Bausteinen übernimmt die Rechtsschutzpolice Kosten für den Anwalt, fürs Gericht, aber auch für Gutachter, Sachverständige oder Zeugen. Darüber hinaus kann Ihre Rechtsschutzversicherung auch die Kosten für eine außergerichtliche Mediation sowie die anwaltliche Erstberatung übernehmen.

Was die Kostenseite betrifft, kann eine Rechtsschutzversicherung Sinn ergeben. Notwendig im Sinne von verpflichtend ist sie nicht. Sie gehört zu den freiwilligen Versicherungen, die Sie abschließen können.

Rechtsschutzversicherungen können außerdem für ein sicheres Gefühl sorgen, wenn es zu Rechtsstreitigkeiten kommen sollte. So scheuen viele Verbraucher die gerichtliche Auseinandersetzung, obwohl sie im Recht sind, weil sie hohe Kosten befürchten. Eine Rechtsschutzversicherung kann in diesem Fall die nötige Sicherheit geben, um in einen Rechtsstreit zu gehen.

Wer sollte eine Rechtsschutzversicherung nutzen?

Allgemein gilt, dass eher friedliebende Menschen ohne PKW keinen Rechtsschutz benötigen. Diese können sich im Notfall mit einem Finanzpolster selbst helfen. Doch tatsächlich können Verbraucher oder Selbständige wenig angriffslustig bei Streitfragen und dennoch mit einer Klage konfrontiert sein.

So kann ein streitlustiger Vermieter die Miete ungerechtfertigt erhöhen oder ein Nachbar für Streitigkeiten um die Grundstücksgrenze sorgen, ohne dass die Betroffenen dies aktiv „befeuert“ haben. Ebenso kann es möglich sein, dass das Finanzamt viele Aspekte Ihrer Steuererklärung nicht anerkennt und eine hohe Steuerrückzahlung fordert. Als Selbständiger können Kunden Sie verleumden und einer Straftat bezichtigen. Möglich ist ebenfalls, dass Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt werden und eine schwere Verletzung erleiden, aber der Verkehrsgegner keinen Schadenersatz leisten will.

All diese Fälle können Sie betreffen. Damit Sie dann Ihr Recht durchsetzen können, benötigen Sie zunächst das Geld für anwaltliche Unterstützung. Kommt es zu einem Prozess, kommen noch Gerichts- und nochmals Anwaltskosten hinzu.

Wer vermögend ist und sich Prozesse sowie Anwälte leisten kann, ohne dafür auf Sparkonten oder Rücklagen zurückgreifen zu müssen, benötigt in der Regel kaum eine Rechtsschutzversicherung für kleinere Rechtsstreitigkeiten. Doch ein Großteil der Bevölkerung ist nicht so vermögend, um bei rechtlichen Auseinandersetzungen die Kosten problemlos zu übernehmen. Schon aus diesem Grund ist eine private Rechtsschutzversicherung für alle Verbraucher empfehlenswert. Dies gilt vor allem deshalb, weil der Aufwand für die monatlich oder jährlich gezahlte Prämie im Vergleich zu den Leistungen relativ gering ist.

Welche Rechtsschutzbausteine sind notwendig?

  • Verkehrsrechtsschutzversicherung: Wer ein Auto besitzt, sollte mit einer Rechtsschutzversicherung abgesichert sein. Die Police übernimmt die Kosten für Anwälte oder Sachverständige, wenn es zum Beispiel nach einem Unfall um Schadenersatzforderungen geht. Ebenso sind Sie abgesichert, wenn es nach einem Autokauf zum Streit kommt.
  • Privatrechtsschutz: Dieser Rechtsschutzbaustein ist notwendig, wenn Sie bei Rechtsstreitigkeiten mit Ihren Nachbarn, aber auch bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit Handwerkern, Dienstleistern oder Händlern finanzielle Unterstützung wünschen.
  • Berufsrechtsschutz: Wer angestellt ist, sollte sich mit einer Rechtsschutzversicherung absichern. Sie ist nur als Bestandteil der Privatrechtsschutzversicherung erhältlich, bietet aber Kostenunterstützung bei juristischen Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber. Da bei Arbeitsgerichtsprozessen die Gegner in der ersten Instanz immer die Kosten selbst tragen müssen, kann sich ein Berufsrechtsschutz somit lohnen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie sehr gut verdienen und demnach der Streitwert zum Beispiel bei einer Kündigung hoch wäre.
  • Mieterrechtsschutz: Wer eine Wohnung oder ein Haus gemietet hat, kann sich sinnvollerweise mit einem Mieterrechtsschutz absichern. Gerade in Zeiten steigender Wohnungsnot kann es sinnvoll sein, sich bei unberechtigten Forderungen durch den Vermieter zu wehren.
  • Firmenrechtsschutz: Als Selbständiger ist ein Firmenrechtsschutz notwendig, wenn Sie sich gegen unberechtigte Forderungen von Kunden oder Geschäftspartnern verteidigen wollen. Zusätzlich bietet diese Versicherung auch Möglichkeiten, um sich gegen Schadensersatzansprüche oder strafrechtliche Anschuldigungen abzusichern.

Meist lohnt es sich, wenn Sie sich beim Rechtsschutz für einen Kombitarif aus mehreren Bausteinen entscheiden. Denn durch die Kombination werden die einzelnen Bausteine günstiger. Gerne helfen wir Ihnen dabei, den perfekten Rechtsschutz für Sie zu finden. Rufen Sie uns einfach an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin mit unseren Experten!

So können Sie abschätzen, ob ein Rechtsschutz sinnvoll ist

Ob für Sie eine Rechtsschutzversicherung notwendig ist, kann eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung nicht ermitteln. Doch so können Sie herausfinden, ob ein Rechtsschutz Sinn ergibt:

Dafür nehmen Sie einen klassischen Streitfall für einen bestimmten Rechtsschutzbereich und berechnen die Kosten dafür. Anschließend setzen Sie diese Kosten ins Verhältnis zu dem Geld, was Sie für Ihren Rechtsschutz bezahlen.

Ein Beispiel:

Ihr Arbeitgeber hat Ihnen eine Kündigung ausgesprochen, mit der Sie nicht einverstanden sind. Nach einer anwaltlichen Erstberatung steht fest, dass Sie gute Chancen haben, den Prozess zu gewinnen oder einen guten Vergleich zu erzielen.

Der Streitwert beträgt in Ihrem Fall 3 Monatsgehälter (Vierteljahresgehalt). Wenn Sie 2.500 Euro monatlich verdienen, liegt der Streitwert demnach bei 7.500 Euro.

Danach richten sich sowohl die Kosten für das Gericht als auch die Anwaltskosten. Laut dem Rechner des Arbeitsgerichts Hamm entstehen so in der ersten Instanz für den Anwalt Kosten in Höhe von ca. 1.400 Euro und für das Gericht in Höhe von knapp 400 Euro.
Wenn Sie für Ihren Arbeitsrechtsschutz rund 60 Euro pro Jahr bezahlen, wären das nach zehn Jahren 600 Euro. Erst nach mehr als 30 Jahren Laufzeit hätten Sie den Betrag für Anwalt und Gericht erreicht. Würde es mit Rechtsschutz schon vorher zu einem Gerichtsverfahren kommen, hätte sich die Police schon gelohnt.

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