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Rechtsschutzversicherung – Selbstbeteiligung ist meist sinnvoll

Wie bei vielen Versicherungen, zum Beispiel bei der PKV oder der Haftpflichtversicherung, können Versicherte eine Selbstbeteiligung wählen. Dadurch werden die Kosten für die Prämie gesenkt. Hier haben wir alle wichtigen Details zum Thema „Rechtsschutzversicherung und Selbstbeteiligung“ für Sie zusammengestellt.

Wie hoch fällt die Selbstbeteiligung bei der Rechtsschutzversicherung aus?

Es gibt keine einheitliche Vorgabe für die Selbstbeteiligung bei der Rechtsschutzversicherung. Sie können die Höhe der Selbstkosten vor Versicherungsabschluss aus verschiedenen Abstufungen auswählen.

Geläufig sind Selbstbeteiligungen von 150, 300, 500 oder 1.000 Euro.

Welche Selbstbeteiligung ist sinnvoll?

Welche Selbstbeteiligung für Ihre Rechtsschutzversicherung sinnvoll ist, können Sie anhand einfacher Rechenbeispiele herausfinden.

Nicht selten können Sie mit einer Selbstbeteiligung von nur 150 Euro bereits 200 Euro jährlich an Prämien sparen. Somit hat sich dieser Selbstbehalt bereits bei einem Fall pro Jahr gelohnt.

Wählen Sie eine noch höhere Selbstbeteiligung, können Sie pro Versicherungsjahr noch mehr Geld sparen. Das lohnt sich aber nur, wenn Sie mit Streitfällen rechnen, die mit höheren Kosten als die Selbstbeteiligung verbunden sind.

Empfehlenswert ist es, beim Versicherungsvergleich verschiedene Selbstbeteiligungsvarianten auszuwählen. Dann können Sie sehen, wie sich Ihre Auswahl auf den Beitrag auswirkt.

Ist bei der Rechtsschutzversicherung die Selbstbeteiligung für die Erstberatung relevant?

Ob die Selbstbeteiligung Ihrer Rechtsschutzversicherung bereits für die Erstberatung gilt, hängt zum einen vom Anbieter und zum anderen vom gewählten Baustein ab. Empfehlenswert ist es, bereits beim Rechtsschutzversicherungs-Vergleich auf Tarife zu achten, die keine Selbstbeteiligung bei einer Erstberatung vorsehen.

Beachten Sie, dass die Selbstbeteiligung Ihrer Rechtsschutzversicherung nicht wie zum Beispiel bei der PKV für ein gesamtes Versicherungsjahr gültig ist, sondern immer pro Fall. Sollten Sie Ihren Rechtsschutz innerhalb eines Jahres für zwei verschiedene Rechtsstreitigkeiten in Anspruch nehmen, gilt für jeden einzelnen Fall die Selbstbeteiligung. Sie müssen diese dann für einen neuen Fall bezahlen, auch wenn Sie die Selbstbeteiligung in einer anderen Auseinandersetzung bereits beglichen haben.

Wo finde ich eine günstige Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung?

Die meisten Rechtsschutzversicherungspolicen können auch ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen werden. Allerdings sollten Sie dabei berücksichtigen, dass die Tarife ohne Selbstbehalt deutlich teurer sind als Policen, die eine minimale Eigenbeteiligung von 150 Euro vorsehen.

Wann muss ich die Selbstbeteiligung der Rechtsschutzversicherung bezahlen?

In der Regel muss der Selbstbehalt vom Versicherungsnehmer an den Versicherer gezahlt werden, sobald die Kosten für einen Anwalt oder das Gericht abgerechnet werden.

Wird eine gemeinsame Rechtsschutzversicherung von Ex-Ehepartnern in Unterhaltsfragen in Anspruch genommen, können sich diese den Selbstbehalt teilen.

Kann die Höhe der Selbstbeteiligung bei der Rechtsschutzversicherung auch sinken?

Tatsächlich gibt es Tarife, die eine sinkende Selbstbeteiligung über eine mehrjährige Laufzeit vorsehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Versicherung innerhalb dieser Zeit nicht in Anspruch genommen wird.

Ein Beispiel: Sie wählen eine Police mit einer anfänglichen Selbstbeteiligung von 400 Euro. Der Versicherer senkt den Selbstbehalt pro schadenfreies Jahr um 100 Euro. So haben Sie nach vier Jahren ohne gemeldeten, eintrittspflichten Schaden eine Police ohne Selbstbeteiligung.

Sobald die Versicherung jedoch eine Kostenerstattung leistet, beginnt die Selbstbeteiligung wieder bei 400 Euro.

Suchen Sie nach einer Rechtsschutzversicherung mit jährlich fallender Selbstbeteiligung, können Sie uns dies im Beratungsgespräch gerne mitteilen. Hier können Sie direkt Kontakt zu uns aufnehmen!

Gibt es Rechtsschutzversicherungen ohne Selbstbeteiligung und ohne Wartezeit?

Es ist die Regel, dass Rechtsschutzversicherungen eine Wartezeit von durchschnittlich drei Monaten vorsehen. Somit ist es eher selten, dass es überhaupt einen Rechtsschutz ohne Wartezeit gibt. Wenn dieser auch noch ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen werden soll, wird man dafür keine entsprechenden Tarife finden.

Möglich wäre höchstens, dass Sie eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung wählen und auf die Komfortleistungen wie Unterstützung bei einer Mediation oder einer kostenfreien Erstberatung durch einen Anwalt zugreifen. In der Regel sind diese Leistungen von der Selbstbeteiligung befreit.

Rechtsschutzversicherung Selbstbeteiligung:
Antworten auf die wichtigsten Fragen

Sobald der Rechtsschutzversicherer mit dem Anwalt und bei Prozessen mit dem Gericht abgerechnet hat, werden Versicherte in der Regel zur Zahlung der Selbstbeteiligung aufgefordert. Die Selbstbeteiligung wird demnach nur dann fällig, wenn Ihre Versicherung eine Leistung erbracht hat. Eine solche Leistung besteht zum Beispiel in der Kostenübernahme für Anwalt oder Gericht, wenn Sie einen Prozess verloren haben. Denken Sie außerdem daran, dass die Selbstbeteiligung pro Rechtsschutzfall gilt. Sollten Sie nach einem verlorenen Prozess erneut Ihre Rechtsschutzpolice beanspruchen, kann es sein, dass Sie bei einer Niederlage vor Gericht erneut die Selbstbeteiligung bezahlen müssen.

Wenn Sie Ihre Rechtsschutzversicherung für ein Gerichtsverfahren in Anspruch nehmen und ein Selbstbehalt vereinbart ist, müssen Sie diesen zunächst an den Versicherer bezahlen. Gewinnen Sie jedoch den Prozess, erhalten Sie zunächst die Selbstbeteiligung vom Versicherer zurück.

Diese Regelung gilt übrigens auch bei außergerichtlichen Einigungen. Nutzen Sie zum Beispiel einen Verkehrsrechtsschutz, weil Sie Ihr Recht durchsetzen wollen und die gegnerische Partei lenkt ein, erstattet die gegnerische Haftpflichtversicherung die Selbstbeteiligung.

Wie Sie hat auch der Versicherer das Recht, Ihren Vertrag nach einem Schadensfall zu kündigen. Er kann Ihnen in diesem Fall eine sogenannte „Vertragssanierung“ anbieten. Dabei können sich die Vertragskonditionen ändern, indem zum Beispiel eine höhere Selbstbeteiligung verlangt wird oder die Versicherungsbeiträge steigen.

Nach einem verlorenen Prozess können Sie allerdings auch Ihren Vertrag kündigen und sich eine andere Rechtsschutzversicherung mit besseren Konditionen für Ihre Absicherung suchen. Denken Sie aber daran, dass nur wenige Rechtsschutzbereiche ohne Wartezeit abgesichert sind und Sie ansonsten immer eine Wartezeit berücksichtigen müssen, um die vollen Leistungen Ihrer Rechtsschutzpolice abrufen zu können.

Wenn es sich um den gleichen Schadensfall handelt, müssen Versicherungsnehmer in der Regel nur einmal die Selbstbeteiligung an die Rechtsschutzversicherung bezahlen, sofern der Prozess verloren geht. Grundsätzlich besteht die Frage, ob die Rechtsschutzversicherung bei einer Niederlage in die nächste Instanz mitgeht, die Versicherung kündigt oder die Kostenübernahme verweigert.

Generell lässt sich deshalb keine allgemeine Aussage zu dieser Frage treffen, da Versicherungsgesellschaften abweichende Bestimmungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Rechtsgebiet im Versicherungsvertrag festlegen können. So ist es zum Beispiel möglich, dass die Selbstbeteiligung bei einem Verkehrsrechtsschutz mit steigenden Schadensfällen ebenfalls ansteigt.

Ein weiteres Beispiel ist das Arbeitsrecht. Hier müssen beide Parteien die Kosten für Anwalt und Gericht in der ersten Instanz selbst übernehmen. Geht der Fall in die nächsthöhere Instanz, dürfte deshalb die Selbstbeteiligung nicht steigen. Verändert sich jedoch die Fallkonstellation oder die Sachlage, kann dadurch in der nächsten Instanz ein „neuer Fall“ entstehen und die Selbstbeteiligung müsste erneut gezahlt werden. Teuer werden dürfte sie aber nicht.

Wenn Sie einen Prozess mit Ihrer Rechtsschutzversicherung gewinnen, wird der Selbstbehalt von der gegnerischen Versicherung oder dem Prozessgegner übernommen. Der Prozessgegner bzw. die gegnerische Versicherung übernimmt die von Ihrer Versicherung bereits gezahlten Kosten. Davon erhalten Sie Ihre Selbstbeteiligung zurück.

Verlieren Sie einen Prozess, nachdem die Rechtsschutzversicherung die Kostenübernahme zugesichert hat, müssen Sie die Selbstbeteiligung an die Versicherung bezahlen, sobald diese die Rechnungen für Ihren Anwalt und das Gericht beglichen hat. Sie erhalten dafür eine Zahlungsaufforderung von Ihrem Versicherer.

Grundsätzlich sind Rechtsschutzversicherungen nicht steuerlich absetzbar, es sei denn, der Versicherungsschutz bezieht sich auf das Berufsrecht oder bezieht sich bei Selbständigen auf das eigene Gewerbe bzw. die selbständige Tätigkeit.

Angestellte könnten dann zum Beispiel auch die Selbstbeteiligung von der Steuer absetzen, wenn sie einen Prozess vor dem Arbeitsgericht verloren haben und die Versicherung den Selbstbehalt eingefordert hat. Der Selbstbehalt wird unter den Werbungskosten aufgeführt.

Wenn es zu einer außergerichtlichen Einigung bei einer Schadensersatzforderung gegen Sie kommt, müssen Sie die Selbstbeteiligung an Ihre Rechtsschutzversicherung begleichen. Denn die Selbstbeteiligung ist in der Regel für jeden neuen Fall, auch außergerichtlich, fällig. Der Selbstbehalt gilt dann jedoch nicht als eigentlicher Schadensersatz, sondern bleibt die vertraglich festgelegte Selbstbeteiligung, sobald Ihre Versicherung Leistungen übernimmt. Diese Leistung übernimmt sie mit der Schadensersatzzahlung.

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