Rechtsschutzversicherung Sorgerecht 2018-11-19T14:06:38+00:00
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Rechtsschutzversicherung Sorgerecht – nur in beschränktem Rahmen Leistungen möglich

Streit ums Sorgerecht belastet nicht nur die Nerven und Gefühle aller Beteiligten, sondern kann auch eine finanzielle Belastung darstellen. Eine Rechtsschutzversicherung für Sorgerecht wäre deshalb für viele Verbraucher eine willkommene Ergänzung zum herkömmlichen Rechtsschutz. Allerdings wird das Familienrecht nur sehr begrenzt mit einer Rechtsschutzpolice abgedeckt. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Leistungen dennoch möglich sind.

Eingeschränkter Versicherungsschutz im Familienrecht

Die Rechtsschutzversicherung kann Verbraucher oder Unternehmer in sehr vielen Rechtsbereichen Schutz vor finanziellen Risiken geben. Hierzu gehören neben dem Privatrecht auch das Verkehrsrecht, das Mietrecht oder das Arbeitsrecht. Beim Familienrecht sind die Versicherungsleistungen jedoch deutlich eingegrenzt. Die meisten Rechtsschutzpolicen schließen Rechtsstreitigkeiten im Familienrecht prinzipiell vom Leistungsumfang aus.

Welche Bereiche gehören eigentlich zum Familienrecht?

Das Familienrecht ist sehr vielschichtig und betrifft zum Beispiel Eheschließungen und Scheidungen, behandelt Fragen zum Unterhalt oder Versorgungsausgleich, regelt Rechtsstreit zwischen Familienmitgliedern und betrifft schließlich auch das Sorgerecht.

Da die Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen im Familienrecht für Versicherungen in der Regel kaum kalkulierbar sind, werden Leistungen in diesem Rechtsbereich nur sehr begrenzt angeboten. Ein umfangreicher Rechtsschutz für Sorgerecht ist somit nicht möglich. Allerdings gibt es dennoch Möglichkeiten, dass die Rechtsschutzversicherung Services im Bereich Sorgerecht übernimmt.

Beratungsrechtsschutz für Sorgerecht nutzen

Im Versicherungsumfang von leistungsstarken Rechtsschutzpolicen ist eine anwaltliche Beratung mitversichert. Dabei spielt es häufig keine Rolle, für welches Rechtsgebiet diese Beratungsleistung in Anspruch genommen wird. Somit könnten Sie einen Anwalt konsultieren, wenn Sie Fragen zu einem Sorgerechtsstreit haben. Abhängig von Ihrer Versicherung können Sie diese Leistung vor Ort oder telefonisch abrufen. Allerdings wird die Arbeit des Rechtsanwalts auf die reine Beratung beschränkt bleiben. Geht Ihr Fall vor Gericht, wird die Rechtsschutzversicherung keine weiteren Kosten für einen Rechtsbeistand übernehmen.

Dennoch kann die anwaltliche Erstberatung oder allgemeine Beratung sinnvoll sein, weil der Anwalt dabei schon mögliche Erfolgsaussichten skizzieren und Sie über mögliche Verfahrenskosten informieren kann.

Damit die rechtliche Beratung von Ihrer Versicherung übernommen wird, muss der Versicherungsfall eingetreten sein. Dieser tritt ein, sobald sich die Rechtslage des Versicherten geändert hat. Um die Sorgerechtsberatung zu erhalten, müssen Sie demnach schon getrennt von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner sein, da nur dann die Frage nach dem Sorgerecht Relevanz hat.

Manche Versicherungen bieten einen sogenannten „erweiterten Beratungsrechtsschutz“ an. In diesem Fall übernimmt die Rechtsschutzversicherung über eine Erstberatung hinaus die Kosten für die anwaltliche Konsultation. Die Leistungen sind dann bis zu einem bestimmten Betrag gedeckelt.

Welche Kosten können bei einem Sorgerechtsprozess entstehen?

Ein Prozess um das Sorgerecht vor dem Familiengericht wird anhand des Verfahrenswerts berechnet. Gemäß dem Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG) wird der „Verfahrenswert“ auf 3.000 Euro festgelegt. Daraus ergeben sich Anwaltskosten von knapp 600 Euro pro Partei sowie Gerichtskosten von knapp 45 Euro. Benötigt das Kind noch einen Verfahrensbeistand, steigen die Gerichtskosten um 350 Euro. Somit lägen die Kosten für ein Sorgerechtsverfahren bei einem Prozess bei knapp 1.000 Euro bzw. 650 Euro ohne Verfahrensbeistand.

Wer nicht die nötigen finanziellen Mittel oder Einkünfte hat, um die Kosten für die gerichtliche Auseinandersetzung zu tragen, kann bei Gericht Prozesskostenhilfe bzw. Verfahrenskostenhilfe beantragen.