Rechtsschutzversicherung für Vermieter – sinnvoller Schutz

Im besten Fall profitieren sowohl der Vermieter als auch der Mieter von einem Mietverhältnis. Die Mieter erhalten eine angemessene Unterkunft und die Vermieter erhalten dafür regelmäßige Mieteinnahmen. Im Alltag ist das Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern jedoch häufig angespannt. Ob Widerspruch gegen eine Nebenkostenabrechnung oder eine Mieterhöhung, Mietausfall oder Mietnomadentum, schnell kann ein Rechtsstreit vor Gericht enden. Um sich vor hohen Kosten bei einem Prozess abzusichern, kann Rechtsschutz für Vermieter sinnvoll sein. Dieser Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen zu diesem Thema anschaulich und verständlich.

Warum ein Vermieterrechtsschutz sinnvoll sein kann

Auch das beste Mietverhältnis kann sich eines Tages wandeln. So kann es vorkommen, dass Mieter, die bisher regelmäßig ihre Miete gezahlt haben, plötzlich im Rückstand sind. Oder der Vermieter meldet Eigenbedarf an und kann diesen nicht durchsetzen.

Ganz gleich, ob du eine oder mehrere Wohnungen oder Häuser vermietest: Rechtsstreitigkeiten mit Mietern wird dich viel Zeit und Geld kosten. Zeit und Nerven kann eine Versicherung nicht ersetzen, doch mit einer Rechtsschutzversicherung kannst du dich vor hohen Kosten bei Rechtsstreitigkeiten mit Mietern schützen. Darüber hinaus bist du in der Lage, dich durch die Kostendeckung der Versicherung professionelle anwaltliche Unterstützung zu holen.

Vermieterrechtsschutz kannst du in der Regel als einzelne Police oder als Baustein deiner Privatrechtsschutzversicherung auswählen.

Statistik: Mietnomaden

Eine solide statistische Erhebung zu sogenannten „Mietnomaden“ in Deutschland gibt es nicht. Als Mietnomaden werden Bürger bezeichnet, die in eine Wohnung einziehen, um vorsätzlich keine Miete zu bezahlen. Dieser Vorgang wird juristisch auch als „Einmietbetrug“ bezeichnet.

Im Rahmen einer Kleinen Anfrage von der Partei die LINKE an die Bundesregierung ergab eine kleinere Erhebung 2015 keine belastbaren Ergebnisse. Die Datenerhebung ist schwierig, denn viele Vermieter scheuen einen relativ kostspieligen Prozess gegen Mietnomaden, und somit sind nur wenige Fälle bekannt.

Eine Vermieterrechtsschutzversicherung könnte jedoch die Position von Vermietern stärken und sie zu einem Prozess bewegen.

Leistungen einer Rechtsschutzversicherung für Vermieter

Ein solider Rechtsschutz für Vermieter deckt verschiedene Bereiche ab. Hierzu zählen:

  • Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz: Damit werden Kosten für Gerichtsverfahren zwischen dir und deinen Mietern abgedeckt, die deine Immobilie oder das damit verbundene Grundstück betreffen.
  • Strafrechtsschutz: Sollte es zu Verleumdungen seitens deiner Mieter kommen oder es sich um Mietnomaden handeln, kann der Strafrechtsschutz greifen.
  • Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz: Gibt es eine juristische Auseinandersetzung aufgrund von Ordnungswidrigkeiten, übernimmt die Police die Kosten für Gericht und Anwalt.
  • Steuer-Rechtsschutz: Auch bei Streitigkeiten mit dem Finanzamt um nicht anerkannte Steuererklärungen im Zusammenhang mit deiner vermieteten Immobilie können durch einen Rechtsschutz abgedeckt werden.

Komforttarife bieten weitere Leistungen wie die Kostenübernahme bei Mietausfällen oder die Deckung für Kosten außergerichtlicher Leistungen wie anwaltliche Schreiben an Mieter an. Einige Tarife tragen auch die Kosten für Mahnverfahren.

Grundsätzlich werden im Vermieterrechtsschutz entstehende Kosten übernommen:

  • Anwaltskosten
  • Kosten für Gerichtsverfahren
  • Aufwandsentschädigungen für Zeugen
  • Honorare für Gutachter oder Sachverständige

Zum Standard vieler Vermieterrechtsschutztarife gehört außerdem eine kostenlose telefonische Beratung durch einen Anwalt.

Premiumtarife mit Vorversicherungsoption

Es gibt einige Komforttarife, die vorvertraglichen Versicherungsschutz bieten. So können Rechtsstreitigkeiten mit Mietern zum Beispiel abgedeckt werden, wenn der Mietvertrag innerhalb von drei Monaten vor dem Abschluss der Rechtsschutzversicherung geschlossen wurde.

In welchen Fällen kann eine Rechtsschutzversicherung Vermieter absichern?

Ein Rechtsschutz für Vermieter kann in vielen verschiedenen Fällen eingesetzt werden. Hier zeigen wir dir drei gängige Beispiele:

  • Eigenbedarf: Es kann die Zeit kommen, in welcher du deine Eigentumswohnung selbst bewohnen willst. Um den Eigenbedarf durchzusetzen, muss dieser stichhaltig begründet werden. Doch trotz präziser Begründung kann es bei einer Kündigung durch Eigenbedarf immer zu einem Rechtsstreit mit den Mietern kommen. Eine Rechtsschutzversicherung kann in diesem Fall die Kosten übernehmen, die bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung entstehen würden.
  • Widerspruch bei Nebenkostenabrechnung: Gerade die jährliche Nebenkostenabrechnung birgt häufig großes Konfliktpotential. Manche Mieter setzen sich dagegen anwaltlich zur Wehr. Im schlimmsten Fall entsteht daraus ein Gerichtsverfahren. Ein Vermieterrechtsschutz kann die damit verbundenen Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen.
  • Streit um Einbehalten der Mietkaution: Beim Auszug von Mietparteien kann vor allem der Zustand der Wohnung zum Streit führen. In diesem Fall behalten viele Vermieter die Kaution ein, um die Beseitigung von Mängeln damit zu decken. Kommt es in diesem Fall zu einem Rechtsstreit, schützt dich ein Vermieterrechtsschutz vor hohen Gerichts- oder Anwaltskosten.

Gängige Wartezeit beim Vermieterrechtsschutz

Die typische Wartezeit einer Rechtsschutzversicherung für Vermieter beträgt drei Monate. Erst nach Ablauf dieser Karenzzeit kannst du Leistungen von deinem Versicherer erhalten, zum Beispiel die Kostendeckung bei einem Prozess gegen Ihre Mieter.

Dass du die Rechtsschutzversicherung rückwirkend abschließt, ist nicht möglich. Somit kannst du die Police zum Beispiel nicht nutzen, wenn ein Rechtsstreit bereits vor dem Versicherungsabschluss begonnen hat.

Wie viel kostet ein Rechtsschutz für Vermieter?

Wenn du wissen willst, wie viel deine Rechtsschutzversicherung für Vermieter kosten wird, solltest du vergleichen. Durch den Versicherungsvergleich findest du die Police, die am besten zu deinen Anforderungen passt.

Diese Faktoren beeinflussen die Kosten der Vermieterrechtsschutzversicherung:

  • Art und Anzahl der Immobilien
  • Höhe der Bruttojahresmiete
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Leistungsumfang
  • Laufzeit

Wer eine längere Laufzeit wählt, kann Kosten sparen.

Sollen wir dir beim Versicherungsvergleich für Vermieter weiterhelfen? Dann nimm hier Kontakt zu unseren Versicherungsexperten auf!

Wenn du eine Immobilie vermietest und einen Vermieterrechtsschutz nutzt, kannst du die Kosten dafür von der Steuer absetzen. Handelt es sich um eine eigenständige Police, die nur für die vermieteten Objekte benutzt wird, ist der Beitrag vollständig absetzbar. Bei Kombitarifen kann die Prämie nur anteilig steuerlich geltend gemacht werden.

Ist Vermieterrechtsschutz umlagefähig?

Vermieter können viele mit der vermieteten Immobilie verbundene Kosten auf die Mieter umlegen. Hierzu gehören zum Beispiel die Kosten für die Pflege von Innenhöfen oder die Kosten für die Beleuchtung von Fluren oder die Kosten für Hausmeister. Die Prämien für eine Vermieterrechtsschutzversicherung lassen sich jedoch nicht auf die Mieter umlegen.

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